Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
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-I Jahre» fitzt fie bereit« hiuter k« Schankütsch«, fdt zaeauzig Kchrm führt fie die rintäni^ 8ebe»«»»eise, fich nur eätmel de« Mvoat« nach de» «ehe geleg«« Stützt« che» begebmd; na« «Sünder also, daß fie physisch »atz «etpt, trüge werbend, fich oavstündig ihrem Manne uuterordnetr, au Welchen wie an ein« Mesfla« zu glauben sie fich von Jugend auf gewöhuie. Jetzt ordnet Shaje die Flaschen am Schanktische und zählt da« Geld. Die Schenke ist leer, nur Maryua, die > Magd, ist da, mitbeschüftigt manch« Grrüthschaftrn zu scheuen» uud von Staub und Koch zn reinigeo, denn der Sabdath »atzt heran. Uuler ihre» Fingern erhebt fich ei» dichter Staub uud verliert sich tu der drückenden, schweren, vou den Dünsten der scharfe«, übel riechenden Setrüuke, geschwängerten Atmosphäre. Me Thüre öffnet fich und Josef erscheint. Er kehrt von einer mehrtägigen, in Geschäftäangrlegenheite» unternommenen Reise hei«. Maiyna nimmt ihm den lange» Mantel ab uud er geht auf seine Frau zn. — »Chase — spricht er ohne vorhergegangene Begrüßeruug — treffe »och mauch« vorberettnngm zu» Empfange eine« Safte«, »elcheu ich mitgebracht habe. Jetzt ist noch Zeit, bereite irgend rin -Gericht und Fisch« auf unsere Weise. Hole au« dem Schranke, die »feiertäglichen- Silberleuchter, die seidenen Deck« und gib Dir Müh«, damit Alle« rein, ordentlich uud »Wohlhabend andsthan«.- Chase erhob sich träge vou ihre« Sitze. — Ga« ist da« für ein Gast? Wieder irgend ein reicher Edelmann? — Rein, ganz uud gar nicht. Da« ist ei» sehr ordentlicher junger Manu nach meinem Sinne, ein »jüdische« Lind-, weißt, für unser« Tochter. — LH, natürlich, e« ist schon Zeit, daß Keile... *— Ader ich bitte Dich, nenne fie nicht in Segeulvart von Leuten Keile, sondern Klara. Da« klingt ganz ander«. I« übrigen »veiß ich noch nicht« Bestimmte«, denn da« hängt davon ab, ob er Klürcheu gefallen »otrd. — Wozu da«? Garn er nur Dir gefüllt. — Ru, na, nir werden schon sehe». Unterdeffen thue fo wie ich gesagt Hab«, uud ich geh« Klärchen begrüße». SortsetzAug felgt.) tU*s*atcr vs» mtfc T»d«»ch«M. Km 8. Dezember hielt der al« Schriststeller rühmlich bekannte Dr. Kohut im Saal« de« Grand-Hotel in Prag zu Bonstm de« Cerrtralvevrin» zur Pfleg« jüdischer Angelegenheiten einen sehr iutesiante» Vortrag: ,Alexander von Humboldt und da« Judeuchum-, vor .einem zahlreich versammelten,Publikum. Sr beleuchtete zunächst die Huuranitätübrstrebungeu erleuchteter Geister de« vorige» Jahrhundert«, besprach, «nie Mose« Mendettsohu. Lesstog und Herder sich für di« soziale uud bürgerliche Gleichstellung der Jude» bestrebte», und kam da»» auf seinen Held»« Alexander von Humboldt zu sprrch«, der sich jrderzett al« er» Borkiwpfer für Humanität und Duldung desiütigt». Er hatte den Math, an de» Höfen der König« Friedrich Wilhelm Hl. und Friedrich Wilhelm IV. von Preuße» jederzeit zu Gnnste» der Geknechteten, Berfolgte» und ihre«-Glauben« «ege» verachtrten Nation entschiede» aufzutreten. Er sprach um voller lieberuugung für die Jude«, denn schon in seiner früheste» Jugend kam er mir hervo.rageuden Juden urfaauM», wurde mit ihnen befreundit uud lerut« so südlsche« Leben und Denken au« eigen« Anschiuung kennen, vor Alle« war e« Mendelösoh», t»! dessen Hau«, damal« der Sammelplatz all« Berühmtheiten d« deutsche» »krtropole, « schon al« Jüngling etngrführt wurde und zu dem « sich besonder« btiuuÄogrU fühlt«. Raorrotluh veiBchrw « viel mst de» SHmeri» me» Fmniidm Mrudel»sohi»«, Hof rach Dr. Marrn« Herz »ud David Friedlaendrr. Hier lernte « auch die »euhebräische Poesie kennen uud lieben, und dies« Kmntniß Äugen auch seine Eitate au« den Gedichten Salomo« U. Mrt der geistvollen Henriette Herz, der Gattin de« bekannten Arzt:» Dr. Marcu« Herz, welche al« die größt« Schönheit de« damalige« Berlin galt, stand Humboldt ans freundschaftlichem Fuße. Dr. Kohut «zählte da unter anderem, daß die schöne Hofrüthiu A. v. Humboldt in der hebräischen Sprache unterrichtete, die der Naturforscher ziemlich gut verstand und schrieb. E» sind so manche Briefe Humboldts «halten, in denru so manch« Stelle» mit hrbr. Lettern geschrirbm sind. Mit besonder« Borliebe besuchte Humboldt die Philosoph. Collegim, die Herz in seiner Wohnung la», und zu welchen sich ein sehr gewählte« Publikum ein» fand, selbst der jüngere Bruder de« König» Friedrich Wilhelm IIL uud der Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. gehörten zu de» Hörem Hcrz'I Dr. Kohut erörterte nun des Näheren, wie sich Humboldt kraft sein« Belieblhrst und seine« Einflüsse« bei Hof, bei König Friedrich Wilhelm HL für Henriette Herz, deren Lage nach dem Tode ihre« Gatt« eine sehr pekräre war, verweudetr und ihr eine Pension verschaffte. Eia innige« FreundschaftSoerhältniß knüpfte Humboldt an mit David Friebländer. Biele Briefe Humboldt« an diesen sind in jüdisch« Lurrentschrift geschrirbm. Trotz all« Anfeindung« seit«« reactionärer Elemente, die Humbold al« .Judmgenossmbezeichnet«, trater, wir oben bemerk, für die Hebung der politischen und sozial« Stellung der Judm ein, indem er einerseit« in dem heftig mtbravnt« Kampfe um die Judm-Emaozipation sein« ganzen Einfluß bei Hofe, in ba eich« Meinung und in der Wissenschaft aufbot, um die Verhältnisse der Juden in Preußen regeln zu hdsen, und iudm» er andersett« talmwolle und verdiwstluhe Judm d« ihn« gebühr«»« Platz auzuweism bestrebt war. Dr. Kahnt cstirte diedbezügliche Brief« Humboldt« an dm Berfaff« der .Zeitstiuuu« der Humauität-, Bernhard Hirsch in Elbing, und an dm jüdisch« Mathrmattker Ehajdu Seltg Slonimsky. Ans Betreib« Humboldt« wählte die Berliner Lcademie der Wtffmschast dm Judm Nie« zu ihre« ordentliche» Mitglied, worin er anch vom König bestätiget wurde, di« Jnlin« Fürst, Fmdtuand Lassalle, Dr. Mich«! Sach« sa»ot« der Neisrnde I. I. Benjamin hattm fich st«« der Freundschaft uud Forderung Humbaldt« zu «» freue». Zu» Schluffe, b«üh«e Herr Kohut, die Stellung Humboldt« zur Bibel uud d« biblisch« Schrift«, die d« Bortragend« auf Grund von Eitat«, an« dem Kv«ma« nutz dem B«eftvechsel Humboldt« geschöpft, al« bewährter Lilerahistorik« in geistvoller Weife behandelte. .Mit der Sieb« für alle göttliche» und »umschlich« Dinge, schloß Dr. Kohut, war da« Herz Humboldt« erfüllt, darum tonnte er sie wett und breit spmdm und darum wurde er «u so beredter Dolmetsch all der Schönheit« und Kastbarkrit« der heilig« Schriften, in der Satte» Geist waltet uud der Ode« der Lieb« weht.* De« Bartrag folgte langandaueruder Beifall, der auch »ährend de« Vorträge« wiederhoU laut geworden wr.^ Des Freimimrer* Dektüo-.*) Da«, der tttfemtint Banmdsirr all« Sdtn. Ich bi» der wette» gr oster «eist«. Da» Uuivedum ist mrt» Bau: Ich schuf Mb Mfrptx, wie Mt Geister, Die Steraeapur, di» Vlumeoau. ver 1 Im Besitz etoe« «em-rnbiu»«, nuhaliru» Rede» aab Bestaützm a»au»eri scheu guhalw tw» tiaan berühaum jü». WwdiGer, •» dem Sreduaaemedea •mdfiitt, »tzrfte die «itchdluug de« «Mgeu, edeafoll« »arlu «athaveveu fb Md* Lcfer Md. BI. sicherlich ven fdo. «r werde» auch die AdhaaMuatzia: —' LnsitGem »OB »er BcdaKamd* ui .Warwu Melle Mu