Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 50 (11.12.1890)
- Date
- 1890-12-11
- Page
- Seite 383 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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berl&iVeld t§,j«e* kn sich , fvtkn. Belakn bk Spijte Vieser Maniftstalion» richte, so ist e» eine Pflicht, dem eritAegenzulreten und auch dem außen» stehenden Publikum den Sachverhalt kurz klar zu legen. Vor allem hat der Antisemitismus bis jetzt G. s. D. hier noch keinen Boden gefaßt, wie denn auch s. Z. die ' Versuche Piccard'S. diese« Unkraut auch hier zu säen, klSglich zu Wasser geworden sind. ES muhten also andere * Gründe vorlieaen, welche trotzdem die Affaire DarlShauwrrS erledigt war, die fttedliel>end«. studierende Jugend veranlaßte, ihre Radauscenen selbst in den CorridorS der Universität gegen ihren Rektor aufzuführen. Die Meinungen darüber gehen in maßgebenden Kreisen auseinander. Mir persönlich will rS scheinen, als ob seine Nationalität in dieser Angelegenheit eine wichtige Rolle gespielt habe. — Genug, man bat seit der Zeit, daß der Rektor einem Manifestanten, 'der öffentlich erklärt hatte, eS als eine Ehre zu betrachten, bei der bekannten Sitzung im Rathaussaale gegen den Rektor recht laut manifestirt zu haben, srineEntfernung von der Universität ankündigte, eS nicht an den unwürdigsten Eeencn fehlen lassen, PH. zu insultieren. Beim Br- - ginn einer jeden Vorlesung wurde in der bekannten «eise gezischt. Vorigen Dienstag hatten sich nun einige Hundert dieser .Herren in den CorridorS versammelt und schrieen ununterbrochen: Demission rc. Herr PH. zog eS hiernach vor, daß UniversitätSgebäude zu verlassen und seine Demission als Rektor und Professor rinzureichen. In dem betr. Briese sagt er, daß die persönlichen Fragen vor dem - allgemeinen Interesse weichen müßten. Der BenvaltungSrat hat die Demission PH als Rektor angenommen, doch einstimmig beschlossen, Schritte zu thun, Herrn PH. zu bewegen, die als Professor zurückzuzieben. Sollt? das Letztere geschehen, so darf man hoffen, daß das frühere Berhältniß PH. zu den Studenten, welches das beste war, wiederhergestellt wird, womit diese, die studierende Jugend so bewegende Frage wohl ihre Erledigung gefunden haben dürfte. Ll. Kermischle und nenttit N«chrichte». Magdebnrg. Die von mehreren jöi).!Blättern au» angeblich ״-gut unterrichteter Quelle* In ilur» gesetzte Mtttheilung, das, Dr. Llilliam Levy kein Jude sei, — siehe vor. Nr. unter Berlin — be- ־!tätigt sich nicht. Sein Name befindet sich in dem Brrzeichniß der Mitglieder der jüdischen Gemeind« im Jahre 188V. Dein Bersahren aber — dabei bleiben wir — ist, wenn sich die nachträglich noch mittzetheilten Fälle von Ausbeutung de« ,Köchin* bestätigen, un jüdisch, -gechastsch (Könige 2, llap. 5) nur mit dem Unterschied«, daß der »Aussatz* von den antisemitischen Blättern unserer Gesammtheit angeheftet wird. Au» Verltm erhalten wir folgend« Zuschrift: .Da» fünfzigjährige Jubiläum de» Musikdirektor« LewandowSki in Berlin findet nicht wie irrthümlich berichtet wurde, am 18, sondern erst am O>. V-MtS. statt. An diesem Tag« werden Bormittag» die Adressen, Ehrengaben u. s. w. überreicht werden, während Abend« in der . »Gesellschaft der Freunde" ein große» Fest, bestehend au« iloncert und Souper, stattfinden wird. Berötn. Da« in Nr »6 erwähnte Doppeljubiläum de» Herrn . Rabbiner Dr. Kroner wurde von seiner Gemeinde (B'ne Brtth) recht festlich begangen. Sie veranstalteten am 30. November in der r«lickten Synagoge einen FestgotteSdienst, bei welchem Herr Deutschländer die Festrede hielt, in der er die vielfachen Per- . dienste de» Jubilar» um di« von ihm »rganisirte Religion«schule, und um Hebung und Beredlung de» Gotte »dienste» in gebührender Weis« Kiene und besonder» da» schöne Berhältniß zwischea Rabbiner und Gemeind« bervorhob. In der Wohnung de« Jubilar» fand die Ueberreichung eine» kostbaren Präsente» statt: di« großen Räumlichkeiten ßa«e» kau« die Zahl der Gratulanten, von nah und fern trafen ,/Glückwünsche von Verwandte», zahlreichen Freunden und Schülern ein. -Möge der Jubilar noch recht lange in Rüstigkeit für seine Gemeinde und die jüdische Wissenschaft wirken und schaffen! □ Berit», it. Dreemlxr. Am Donnerstag, den 4. d. M. fand tu TÄlselS Aestsälen ztn» Besten der Kolonisation Palästina'» «in Fest «tt Ball und Tanz statt. 400 Personen toaren anwesend. Im »Ganzen Hab«» die Festlichkeiten ,Mt. 800 Mark ergeben: al» Anlaß ,«Hm i lDr.־ A« 98: ». «t» begin^n^SP jttjHtidc der hiesigen jüdische» Gemeinde: Da» Waisenhaus für Stadt und Provinz, die Dr. Kos ch-Waisen-S Anstalt und da» israelitische Stift eine gemeinsame Gedächtnis, ihr« verewigten Wohlthäter. Die Feier hatte infolge dev zahle Betheiligung sämmtlicher hiesiger jüdischer Wohlthättgkeit»-Berelnr «inen allgemeinen Eharakter angenommen. DreStze», 8 December. (Lr.-Eor.) Die die»jährige Ehanuka- Feier unftrer Religionllschule ivar, begünstigt durch die Wohl de» Sonntag-Nachmittag« für dieselbe, ganz außerordentlich zahlreich desucht. Der gr»ße Meinhold'sche Saal mit den Nebenräum«», dessen mittlere Stvylreihen die Sinder rinnahmen, war vollständig gefüllt. Selbstredend >oar auch der lüemcinderalh vertreten. Kinderchär« sangen die Uhanuka-Hymnc ,Schirm und Schutz*. Ein« Knabe zündete, die Segenösprüche vortragend, die Welheltchter an. Herr Rabbiner D r. Winter hielt die Ansprache und in buntem Wechsel truaeit Knaben und Mädchen, bi» zu den Allerkleinsten, der Feier angepagte Dichtungen sehr hübsch vor, u. a. auch eine Scene au» Otto Ludwig'» ,Maccabäer״. — Zum Schluß erfolgte die üblich« BackwerkvertheUung. Dresden, vr. Ad. Landau lendet UN» zu dem Bericht t» vor. Nr folgende Berichtigung: Da» Wahlergebntß der Gemeinderath»» wählen zu Dresden ergab di« Wiederwahl der langjährigen verdienstlich wirkenden Herrn Borsteher Rechtsanwalt Lehmann, D«putir!e: Moritz Zobel, Felix Meyer, Adolph Salzburg, sowie die Neuwahl der Herren Banquier LScar Lesser und Alben Wolf. Wien, v. December. Auf dem von Bergani veranstaltete» Antisemiientage fehlten die ungarische» und französischen Antisemiten gänzlich, von den deutschen war nur Böckel erschienen, dessen Red« auf «ine Bersöhnung der Partei Schönerer« mit Bergani, der in» chNstllch-soziale Lager übergegongen, abzielte. In Wien erscheint soeben eine recht gründlich« Widerlegung de» Antisemitismus von einem katholischen Gelehrten Sie behandelt di« zwei Fragen: ,Darf der gläubig« Katholik ein Antisemit sein?* und ,Ist der Judenhaß »lchl «ine schwere Sünde?* Lemberg. Polnischen Blättern zufolge ist di« russische Regierung entschlossen, all« ausländischen Proteste gegen die Bersolaunz der russischen Juden al« Einmengung in die inneren Angelegeayeittn Rußland« auzusehen und demgemäß die diplomatischen Vertreter im Ausland« zu instruiren. (Weshalb soll der Zar denn auch nicht feine Juden verfolgen'? Er gönnt ja den Stöckerlingen in anderen Länder« - da« gleich« Vergnügen.) Wndnvest llultuSminister Ezaky hat unterm Sb. Oktober an die BezirkSschulinspectoren einen Erlaß bezüglich der Besreiung jüdischer Schüler vom Schreiben und Zeichnen am Sonnabend ergehen lasse«. PS sollen nur die Söhne von Rabbinern und solche Schüler, di« sich nachweiäktch dem Rabbinrrberufe widmen, davon befreit iverden. In Ottten, wo et« Gymnasium und eine Realschule sich befinden, kann die Besreiung «tot am Gymnasium gewährt werdcn! vko». Da» amtlich« Organ de» Papste«, der,OaMrnfetr• romano* hat die (in uns. Bl. s. Z. mitaethetlt«) Antwort de» Eardtnal» Mantng, die derselbe der zu scinem Lbjähr. Jubiläum bet ihm erschiencncn jüdischen Deputatton ertheilte, worin er nicht nur de« englisch«« Juden, sondern dem Judenthum überhaupt- ־rin glänzende» Ehrenzeugniß ert heilte, vollständig mit. Man will darau» — nicht mit Unrecht — den Schluß ziehen, daß der Papst, den von dem humane» Eardtnal geäußerten Ansichten über da» Judenthum vollinhaltlich zustimme. Mo«. Ti« bisherigen 7 jüdischen Deputirten sind wiedergeallhlt. — Die Ernennung Jsaac Maurogonato'», Btcepräsidenten der Dehntirtenkammer, zum Senator, ist ziemlich sicher, mit ihm wächst dk Zahl der jüdischen Senatoren aus fünf. Masprl. Der Kronprinz von Italien, der zum Obersten de» hiesigen 1. Regiments ernannt wurde, dessen Chef der General Ottolenghi ist, ist somit nach militärischer Ordnung der Untergeben« de« jüdischen General». «lasandrta» (Italien.) Im Alter von 34 Jahre n starb plötzlich am 8. November der hiesige Rabbiner Salvator« Momtglian», «in durch Her» und Geist gleich au»gez«>chneter Mann. Jamsslt (Türkei). Der hiesige Rabbiner I o m t o «ist zum Stadtrath gewählt worden Holt«»». (Stattstische«'. Die jüdische Bevölkerung in Amsterda m beläuft sich (dk Mitglieder der portugksischen Gemeind« nicht mitgerechnet) aus rund 42,000; in R otterdam aus 8000, in Haag auf »200. Bon den übrigen Gemeinden hat nur Leekwarde» über 1000 Mitglkder. VetetrStznrg, 2 December. In letzter Zeit ist im Königreiche Polen manchen galiztschen Israeliten, welch« seit Jahre» dork selbst Märkk besucht haben, um dk für ihren Handelszweig erfordor» ltche Waarc einzukaufen und au»zuführen, selbst der momentane Auftnthalt bezkhuugSweise dk Bewilligung zur Iheilnahm« an Jahr» mätkten verweigert worden. «nmdan,!0. Dez (reiegramm.) Da» tzenttge PnSrstmerttRg gegen »k rnsstfch« JnMuterfalanng deschlotz Bne pan Mn starbmayar tat R,»» aer Bürger:ch«ft nnterzelchnet» Bittschrift n» AnftzeSnng aller »k Inden dedrsickende» «nsnatzniegefttze Mn Pzaren z« ü»erreichen.