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Israelitische Wochenschrift · 1890-12-11 · 50 (11.12.1890) · p. Seite 377

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
50 (11.12.1890)
Date
1890-12-11
Page
Seite 377 (sequence 1)
Language
German
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eine nllAemeine Zeitung des JudenthumS. «*kttit* ctMrtal t« et« Rn * fr Mt Rrril (tr tat kralpUlttav *et elf» RMUatrtr. » 4hJ**äeMla1»n1 dnlMuk »ImdläW. Ma klctctct 8>4nknt(: IltztlUH U Wart, >R tn *«»Uebe: 1* Nt. (8*., »Bit»., 8 RW.. 4 »«Lar,». Dte Jte»■(»!«• aU .JMBUteaMaM- (•!■« AtttfutarUtli1) Mat: Id ktt V»ft: » *Utk «8 Rf». Mt<tt(|Utltt. (xrauigfgebta von Rabbiner Dr. M. Aahmer in Magdeburg. -Sr Mohrtzelt, Dicht -riete»! >af»»at» >Ut Mt.I «t• t l i IN ch t «•RtafRrttt* au hlr tat ״SüklfätSIttctatat.Statt" Ile RdiurfMItnu HttUztllt •Mt atna Rtn M Rf. ftad tmmtket katch Mt ■nanat«. «jwbltiontn »«» O. I*. Daub« •SaOc^. RudeUMoa».WMfa»Ula■ Voglara.*. •Mt »Irttt da«a׳ta»ta aa: 91• kt» ^bnaMUlß »chaa - fRllRlt: Kettend» »rfiftl: Nächstenliebe und Demuth. II. Bon Landrabbiner Tr. Buchh olz-Emden. — Der Religionsunterricht nach dem neuen BolkSschulgesetz - Entwurf und dem kaiserlichen Erlaß vom I. Mal 1889. Bon Moritz Spanier in Magdeburg. — Di« Predigt de- Lhanukafeste». (Schluß.) Bon Rabb. Dr. Rahm « r. 9«n41t1 ARd (7errtf»pn»tn«(a1 Deutschland: Magdeburg. Magdeburg. Magdeburg. Kassel. BrrSlau. Karlsruhe. Holland: Amsterdam. — Belgien: Briiffel. tvrrmischte mnd Neuest« Nachrichtrur Magdeburg. Berlin. Berlin, «erlin. Königsberg i. Pr. Dresden. Dresden. Wien. Wien. Lemberg. Budapest. Rom. Rom. Neapel. Alexandria. Jamdoli. Holland. Petersburg. London. If' Nochdruck ohne volislindigr Quelleuauiad« untersagt. "W> MochenlK«Rk«r. 1890 lewe«. 5651. 1 Aalender. Douurrftag. . ll 29 Chanaka 5. Tag Anita, . . . 19 1; Hoich ChodMoh. Tewes. 6. ״ Sonnabend. . 13 2 ״ .7 (4,80) מקץ «»»»tag. . . 14 3 1 8• n «o»ta, . . . 15 4 Dteuftag. . . 16 5 i Mittwoch. . . 17 6 i Donnerstag. . 18 7 1 l Nächstenliebe «nd Dem«ttz. Bon Land-Rabbiner Dr. Buch Holz-Emden. N. Herr. Prof. Steinthal hat im Jahre 1888 ״Ueder Demuth" einen Vortrag gehalten und in der National- Zeitung veröffentlicht. Voll philosophischen Tiefsinns und Scheich an feinen Bemerkungen konnte die Abhandlung doch einen reinen Genuß nicht gewähren, nicht bloS wegen der Dgenthümlichen Verkennung des altjüdischen ReligionsbegriffeSf sondern auch wegen der bei dem Verfasser so ungewohnten Wewundenheit des Stils, der in dem folgenden Satze zurück- ׳Nimmt, waS im vorhergehenden behauptet wurde. Herr Prof. Steinchal sagt: »ES (daS Wort: Demuth) ist aus der religiösen Rede, auS dem VegrtffSkreise d«S Shristenlhum» erwachsen.Im Uhrtstenthum ist die Demuth von hervorragender, ganz charakteristischer Wichtigkeit. Jesu» in der Bergpredigt widmet dem Demüthigen sein erstes Aschre (die erste Seligsprechung)". Hier wird also die Demuth als ein spezifisch christlicher Begriff dargestellt, das kann doch nicht» anderes heißen, als: hie Demuth ist erst durch das Christenthum als eine religiöse Lugend erkannt und bezeichnet worden. In keinem andern Begriffskreise als in dsm des ChristenthumS, also auch nicht in dem des Hebräer», findet sich die Wurzel des Demuthbegriff» oder de» Wortes. Und doch heißt es bald darauf: »Die griechischen Benennungen d«S Demüthigen im neuen Kdstament sind mehr oder weniger wörtliche Uebersetzungen her hebräischen Wörter, wie fi« sich bei Jesaja, in den Sprüchen, in den Psalmen finden".! Ist ha» nicht ein augenfälliger Widerspruch? Woher denn der HeßMr die Wörter zur Bezeichnung de» Demüthigen, wenn ihm der Begriff der Demuth fehlt«? Etwa nach dem bekannten Diktum: ״Wo Begriffe fehlen» stellt ein Wort zlir rechten Zeit sich ein?" Warum tonnte denn die Urschrift des Christenthums für den diesem eigenthümlichen Begriff, wenn derselbe von dem deS Hebräer» sich so wesentlich unterschied, nicht ein adäquates Wort mit eigenthümlichem, der Begriffsnüance entsprechendem Gepräge finden? Doch hören wir weiter die Begründung deS BerfasserS: , »Aus denselben (den hebräischen Wörtern) wird offenbar, daß de« Hebräer der Begriff der Demuth auS dem der Erniedrigung und De» müthigung durch daS von viott gesandte Unglück hervorging; der De» müthig« ist gebrochenen Herzens, niedergeschlagen, arm und «lenk. Man sieht, di« Demuth erschien als eine Tugend, welche im Unglück erwächst, wie die Ueberhebung als unselige Frucht de» Glücke» galt. Da» war eine einseitige Auffassung; ja, man könnte zweifeln» ob die Demuth, wie wjr sie verstehen, dem Hebräer ausgegangen war. In den Psalmen, nach der in denselben vor» herrschenden Stimmung spricht zwar «in unerschütterlich«» Gottvertraut«, Gottesfurcht und Lieb« zu Sott, auch da» Sündenbewußtsein und di« Erkenntniß der Richtigkeit de» Menschen; aber Demuth?" Man traut seinen Ohren nicht, wenn man solche Worte aus dem Mund« eines so feinfühligen Psychologen wie Steinthal hört, der dem Genius der Sprache seine tiefsten Geheimnisse abzulauschen versteht! Sollte es ihm in der That entgangen sein, daß alle die Gefühle, die er dem Psalmisten nachrühmt, unmöglich mit solcher Kraft von dem» selben hätten ausgesprochen werden können, wenn die Demuch nur ein unbewußte» Empfinden seine» Herzens und nicht ein mit voller Klarheit zum Bewußtsein durchgedrungener Begriff seine- Geiste» gewesen wäre? Ist echte Gottesfurcht ohne bewußte Demuth denkbar? Hätte der Herr Professor nur bei» «rsten Hebräer angefragt ־«nb er hätte nicht ־k/j

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