Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 49 (4.12.1890)
- Date
- 1890-12-04
- Page
- Seite 369 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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4t? ÜnMnffi, 4. 1890. Hl SKtgMnnr■« 4. 9*ctmk*v 1890. eint allgemeiue Zeit»«- des Zudenthums. eelchet» >« tim ltn r- »»r .V«A>tr41<tr>krt 111»»#״»■• f fatt•*» a. «*H •**•״. «nt» f*1Ue krciSuiMMr M *Cot MÜRt » e»H«»W»»*r» orml «ieaeflMtf. au »ItecUt Sch«»«,,: I»HÄch u tun. >14 Mm •m»t««»e: » »t. (•*.,»»tr•., « mc. < CMtorQ. «fc Jgß» 41»4»lft* (•*,« ^lllt»T>l«(tI«tn MW: M Mt •»»: »au* 8* «rr*. ■»imeiittd**. . Hera»«gegebea פon Rabbiner vr. M. Htah«er in Magdeburg. |it Wahrheit» Urchi aal ftltlta! «r »l(.9*(«<litH4( ••4t*t4r<ft* w Hr »•«,3*»H4eam»1«t»fBUtt* Me Oeil^rtHdtf« PiLchv» MR Mm •Um M äf. Hb» emmeket Uxch Me «»MWT». *MWnMMa.£1.Dtulw«0^1 Rude>lflffnm>,H'»»1*nrt»in«l Te!U1 >.a. Uait*<cteta|>«»««i '"*י»«"" ».Mit! CritH)( ttrrtfaf: NSchslrnUrbe und Demrith. von Lan-rabbtarr Dr, Buch h olz-Em den. — Die Predigt deS ilhanukaseste». Bon Rabb. Dr. Rahm er. Beeilte aa» Deutschland: Magdeburg. Wa^ht6jurg. Berlin. Alzey. Posen. Bromberg. iroblenz. Dea»tfcht« and •eacffa Wacheichtaur Breslau. BreSlau. Berlin. Hanau. Darmstadt. Paderborn. Hilde»heim, Kassel. Basel. Brüssel. Petersburg, Znsarat«. Nachdr,« atzae toaViaM|t QaellkNangabe Untersagt. Wochenft«Mak«r. 1890. liukw. 6661. I Aalender. Daaarrfta, . . 4 22 טל ומטר ftntta» . . . 6 23 Cmiint.. . 6 24 2V><t.»t)Neum>>ndvtrkünd, Staat«•. . . 7 25 CfcaaadU 1. Tag »«ata« . . . 8 28 »» a. ״ Dteufta, . . . 9 27 יי ״ .8 «ttwwch, . . 10 28 ״ ״ ■* D«aaerfta> . . 11 29 n ö » NSchfte«Ue»e »»> Dem»1H. Bon Land-Raobiner Dr. Buch Holz -tkmde». I. SeiftemSchleiermacher, namentlich in seiner Dogmatik, vergeblich sich bemüht hat, da» Christenthum von seiner jüdischen Wurzel logzrllüsen und al» etwa» seinem grdonklichea Inhalt nach durchau» Eigenartiges hmzustrllen, sind zahlredhe iZersuche gemacht worden, die Ethik de» LhristruthumS himmelhoch über die de» Judenthum» za erheben. Man verschloß beide Lugen gegenüber dem altjüdischen Schriftchum und stellte da» ,neue Testament" al- Urquelle für ethische Lehren «ad Grundsätze hin, di« entweder der schriftlichen 'oder mündliche» Lehre de» Jadenthum- «nt- «ommrn waren und prägte sie durch da» stet» hiuzugefügt« IMwort zu ausschließlich ,christlichen". So kommt <», daß in de» weitesten ÄKffm unfern christlichen Mübürger, bi» zur hbchften Geisteüaristokratie hinaus, die Lehre de» Judenthum» al» «in Monstrum verachtet und die bekanntesten, zum Gemeingut der civilistrte« Welt gewordenen Lnssprüche und Anforderungen der allgemeinen Morallehreu al» dem Judenchum fremd «ad christlichen Ursprung» betrachtet werden. — Rur ans diese Weift ist e» erklärlich, daß die Pamphlete eine» Rohlug, eine» Briemana selbst in -reisen Glauben and Anklau g finden konnte«, die man str solche groben rmffeuschaftlich,.׳« Fälschungen nicht zugänglich halten - sollte. E» ist natürlich, daß ft bedeutsamer eine Lehre und ft wichtiger dieselbe für den Bestand und da» Wohl der v - menschlichen GesWfthrft ist, da» Bestreben desto «iftiger hervorwttt, Krade diese Sichre für da» Ehnstenchum in «nsprach zu nehmen. Was erscheint aber unserer Zeit au» de: ganzen Religion»lehre wichtiger, al» da» Gebot ber Nächstenliebe, die Humanität? Je weitere -reise die Abnrigung gegen da» Dogma ergreift, desto grbßer wird die Herrschaft, wenn auch nicht der Humanität, so doch de» Humanitätsgedanken», al» de» Inbegriffe» aller Religion. Will man trotzdem die Superiorität de» Lhristenthum» über da» Judenthum behaupten, »a» bleibt dann ander» übrig, al» die schönen Gedanke« dftsem ab- und jene« zuzusprechen 7 Wem ist es nicht schon begegnet, daß von christljchen Freunden da» Gebot der Nächstenliebe, ohne jede heran»sordernde Absicht, gespräch-weise al» «in christlich«» bezeichnet wnrde? Wir haben uns an diese in der Litteratnrin der Presse, in hohen auch höchsten Erlassen täglich sich aufdrängeude Erscheinung - schon so gewöhnt, daß wir da" gegen nicht mehr öffentlich Verwahrung einleg« und sie al» eine Idiosynkrasie ausehea, der wir ohnmächtig gegen- Übersicht». Zuweilen aber wird un» di« Feder gewaltsam in die Hand gckrängt, wen« Behauptungen der bezeichneten Art in allzukrafftr Form auftreten, oder vou Person« an»- geh«, vou denen wir eine bessere Erkmutniß erwarten müfl«. oder deren Meinung über da» Judenthum «n» nicht gleichgültig sein kann. Sv ging e» mir vor längerer Zeit, al» mir da» Buch de» Her« Prof. Gneist über da» englische Parlament»- recht in die Hände kam. <8 bedarf diese» Luch nicht meines Lobes, da der Verfasser al» die erste Autorität auf diesem Gebiete nicht blo» iu.D«tschland anerkannt ist. Allein wie groß war mein Erstaun«, al» ich in der Mnleitung dem folgend« Satze begegnete: .Schon die alte Welt hat un» die zehn Sebotz Gs»ndlage unsere»