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Israelitische Wochenschrift · 1890-11-20 · 47 (20.11.1890) · p. Seite 353

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
47 (20.11.1890)
Date
1890-11-20
Page
Seite 353 (sequence 1)
Language
German
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eint allgemeine Zeitaag des Judenthums. ■Mnltt# er!ch,tar tc et« Kn »et Wr «Wachasschaltl-. Its Wk»l|W-U.keD^lIlla»al»aSIalla-. väita I», tdt tasffUUIe» let tSea «aMarerv a.Da»»aektaa 11 dnllkfark Mmctllkrf. 1* kittete t gatcaksaii: fltrttak 14 Start, »tch ke»A»»la,»e: 1• »t (»IL. aDftrca., t KH, 4 tXilare). Me.i«a*eaf*aM*att4hariUfsM«M* |e»«< •CtttceatatHatr) Met: let kr •a»: S jte»S M Kl'*. *knrtltkeU«. |lr Matzrtzett, Dicht 111 Jcirkti! Herausgegebeu ton Rabbiner vr. M. Ztaymer in Magdeburg. »Msaaala »ArMe.JkraeltttIche«lacheatSrtsf wu fit M.JUlIkcIHtetitir.Wltt' Me BetaarMtteae SrtittcUe ■Kl aceea Kan SS Kf. Kak canatket karch Me Kasans• InrHitiaiaHaa.IbSaubadlCkx. «txlolf TSiTo—,TTaa1»rnts4t1Ka aketk trect eta*acakca « VofletLl aktttoai ka* JaacaUt. 1 MUT ta KUSkikaas -KtzKllr Mtlllt Wctifcl: Emste Gedanken. — Lontpetenz de- Synagogengemeinde-Vorstande» und Autorität de» Rabbiner» und der Sn(tuSbeamten. Vu» der Praxi» uach einer durchsichtigen Theorie. — Die Livtlehe in Ungarn. Vaat-dta aal (•mfkeiMaie■ 1 Magdeburg. Frankfurt a. M. Berlin. Bre»lau. Au» Rheinheffen. Schornshain. Straßburg Joseph Klingenstein. (Rachruf.) lvae»tfchte KKd Kt» »ft« BtachrichteKr Magdeburg. Berlin. Berlin. Frankfurt a. M. Kolutar i. P. Leipzig. München. Reu stabt bei Pinne. Straßburg. Arnheim (Holland). London. Bacelona. Budapest. Petertburg. 3afmt1 — «eiefkaGe». Rachprntk schne »allsttnpigr Qnell»n»>q»d» nnterfagt. WochenlareaWr.!890 ן Kieakw. 1 6661 Aalend«. Dannerft», . . 20 8 »ritt», . . . 21 S eaaaaBntk . . 22 10 tun (4.41). Bannt»,. . . 23 11 1 Staat», . . . 24 12 1 Statt», . . . 25 13 j «tttiaach. . . 26 14 i Dannerft», . . 97 15 | ״i»r«ste Gedanke»." Nicht ohne tiefe und schmerzliche Bewegung legt man die Schrift auder Hand, welche unter dem in der Ueber» schrift angegebenen Titel jüngst von einem sächsischen Oberst- Keutrnant in dem bekannten freisinnigen Verlag von Otto Wigand*) veröffentlicht worden ist. ES fft kaum möglich, eine schärftre und schwerere Anklage gegen unser Zeitalter zu formuliren, als sie Herr von Egidy in gelaffenen einfachen Worten erhebt. Dieseganze Geschlecht wird hier in religi-sen Dingen einer Verlogenheit ohne Gleichen angeklagt, und der Leser hat die Empfindung, daß hier ein Autor sich zum Worte meldet, der nicht nur warm fühlt, sondern auch wahr denkt, daß diese schwerste Beschuldigung wohltrwogen ist und auf der sorgfältigsten Beobachtung beruht. DieganzegebildetechristlicheWelt wird angeklagt, daßsie an die kirchlich« Lehre, die doch von allen Kanzeln Verkündet, in allen Schulen gelehrt wird, längst nicht mehr glaube, daß da- Dogma, EhristuS sei ein Gott, längst aufgcgeben sei und nur zum Schein, zur Täuschung der Massen, aufrecht erhalten werde, wobei denn Lei ehrlichen Menschen ein gut Theil Selbsttäuschung mit unterlauft. Der Berfaffer sagt absolut nicht- Neue-; und, so paradox eS klingt, darin liegt eben die ungeheure Wirkung dieser Broschüre. <ic» ist der alte »seicht«' Rationali-mu», den der Autor predigt, die Lehre von Gott, von der Unsterblichkcit und der Verpflichtung, daß Jeder seine Schuldig• keil thun müffe auf «krden, einer Verpflichtung, die in unserm!** . *)Letp^ä, tM», Bl6. (ßu fc». b. «. >»rsch»»«r, Dresden.) socialistischen Zeitalter noch viel wichtiger ist, als in dem individualistischen vorigen Jahrhundert. Als die Dunkelmänner und Romantiker mit de» Rationali-mugar nicht mehr fertig werden konnten, nannten sie ihn seicht, als ob eS ein Unglück wäre, daß für Jeder« mann nothwendige Wahrheiten auch für Jedermann ver« stündlich find, daß eS nicht erst eine- »delffchen Taucher-' bedarf, um sie heraufzuholen. Nehmen wir an, daß es Wahrheit wäre, waS Egidy behauptet, daß alle Welt einverstanden ist mit seiner reli« giösen Ueberzrugung, (und manche Anzeichen spreche» zu seinen Gunsten,) nehmen wir an, waS bisher der Eine au» Furcht vor dem Andern zurückgehalten, käme zum AuSdruch. so wären mit einem Schlage alle religivsen Spaltungen geschwunden und wir künnten von messianischen Zeilen reden. Ein Kritiker de- »Berliner Tageblattes׳, T .... r unterzeichnet, der die Broschüre mit großem Wohlwollen be« spricht, sagt am Schluffe, wenn «S Egidy gelänge, so hätte er zweffelloS dem Judenthum den religiösen Anschluß ermöglicht. Diese Phrase ist schief, und fälscht da» ganze Berhältniß, in welchem da- Judenthum zu Schriften von denen d«S Pastor Schwalb und d«S Oberstlieutenant Egidy steht. DaS Judenthum sieht in diesen Männern Brüder; welche au« der Fremde hetmkehren. Schwalb und noch deutlicher Egidy scheiden auS dem Christenthum Alle-, wa» in diesem unjüdisch ist. Wir gewinnen aus diesen Schriften da» herrliche Bewußtsein, daß die Weltmission de» Juden« thumS nicht beendet ist, daß eS seinen glorreichen and schmerzensreichen Weg weitrrschreiten wird zu dem große« Ziel«.

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