Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 46 (13.11.1890)
- Date
- 1890-11-13
- Page
- Seite 351 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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■ ־ttfnipK Judeu stellerh wxil man von denselben verhältniß- «äß»g mehr al» vcm Nichtjuden zur Fahne beruft. Zwischen den Jahren 1875—8» wurden durchschnittlich 704,104 Man» einbmtfen, darunter 37,238 Juden, d. h. es find von den Behörden »568 Juden mehr einberufen worden, als nach dem Berhältniß der sei sollt«, nämlich 134 Juden eingestellt wurden 101 Juden auf 100 Nichtj! -aNderen Worten", benurkt hierzu di« .Tempö-Eorrespondenz", ,die Zahl der Juden» loelche Militärdienst in Rußland leisten, ist verhältnißmäßia gleich derjenweu der Nichtjuden, was um so verdienstlicher ist, als das Land, welches sie zu vertheidiaen berufen sind, ihnen nur beschränkte Rechte gewährt." ״Die stärkere Heranziehung der Juden zum-Mintäroienst erklärt der amtliche Bericht folgendermaßen: ,Man führt jährlich auf den ConscriptionSlisten eine bedeutende Anzahl Juden- Namen, welche eigenilich gestrichen werden mühten. Dakommt daher, wetl eS den Juden fast unmöglich ist, sich offirielle Dokumente über die Todesfälle in ihrer Familie zu verschaffen." (In Russland giebt es bekanntlich noch keine 4livilstandSrrgistrr.) Pu anderer amtlicher Bericht, welcher die Eeusurerlaubniß zum Druck am 27. April 1887 erhalten hat, führt au», ־Btt sehr Rußland durch ein« gerechte Lösung der Judenfrag« und Abänderung der Gesetze von 1882 gewinnen würde. "JmJahre 1820 waren unter 7,114,831 Gtädtebewohnern 2,700,000 Juden, also 37^, pEt. Diese Ziffern haben sich seitdem vermehrt, aber das Berhältniß ist dasselbe geblieben. Kermischtr «rrd imufU W«chrichtv». Am jüngste» Sabbolh wurde hler in der Betrach- .«ung über,de» leb San,'» und Abraham« de« «rstorbeuen Rabbiner« Dr. ga»l in ergr»tfe»t«» Sorten gedacht, (Vta Gleiche« wird un« »auch au« 0(I« und and«re» Qknuinbtn berichtet.) — Al« Jo»l Knfi der Künftiger Jahr« frin Oberlehrer-Lramen in Hall« «achte, .dasselbe so glllnznid au», daß der berühutt« vernhardy auf Atsch schlug und auSries: 4״» ist doch «in« Gchmach, daß «in s« San» leine St«at»«lstell1n>g erlange» kann." lveett». Ueber l׳U Voraeschtchie der Pntlassung Stöcker'» »wird »»« folgend« Rerfion «lt der Pemertna-, daß sie richtig sei, mit- Da« Auftreten Stöckdr« in Gaden hatte de» Unwillen de« zog» erweckt. <k sandte di« Sttcker'sch, Ae», direkt an de» »t« einer eingeblilden Beschwerd«. Da« »tserltch« Privattabinei gw al»bald ei« Untersuchung der Angelegenheit durch den Ober- . kirchenrat. Herr Stöcker wurde vernounnen — und reicht« atttald ich« A»tlasfuna»grsuch ׳!tu. Dasselbe wurde ohne Weitere» genehmigt, sintemal der Vvenlrcheirath tttzwlschen gegen Sticker entschieden hat». □ Baeit», 9, tsoventber. (vr^Lorr.) Gestern Avend 7» Uhr .fand die erst« Sitzung de» unter de» Protektorat« de» Herrn De. D. was sel gegründeten ,!Verein» zur Pflege der ne uh« britischen Sprache *Ta POO חבכי fh«!t Da Herr Dr. V*Ätl in lchster Minute »« -^scheinen verhindert war, so fiel der anackündtgte Bortrag defielde» chwar »»«.jedoch hielt Herr Doctar Joel Müller eine» recht tute» 1 Vortrag, der sich de« lebhaftesten Beifall« der Zuhörer erfreute. Uuag ehrte auch da» Andenken d«« «rehrtrn Dr. I o«l »endentSitze», sowie dadurch, daß «an de» gemüchltchen Sitzung . au*alle» ließ, — Der Berel» bezweckt, {*int Mitdt« »«»hebrtische Sprache und Litteratur eintuführe», und 14 ־־ ־« erreiche» durch «Südliche und schriftlich« Uebunge» ' " ' .'önine Bioliothek und wohl in de» «etste» vnaaoa» a« chr«U.«. »er Predigt g« dacht der Gerechten ist el den olcher Ä lSaeölw» und Aefeiolr. Surch ein« «inschlllgtar Bibliothek scheu jseitschetstenlefqirlel. i». November. Gar viel« Leser Ihre» «sch. Bl. wird hlntrrrssirrn.zu erstHrrn, daß a» 981 k. M. Herr «abbtner . Ar,»er (Aaiserftr. 41) da» Dqtpelstst setner silberne» Hochzeit lltzjllh^lge» Aabbinerju di l« unt« bei , »), 9. Rovetnber. f Leutschiaul»« wnrde auch tu der Sabbath de» hochgeschützt«» onvei erhtbeuniii Sorten vor a«Ng de« tal«. Satze«: ,1 . für sie mt ttn Berlnst für d» «««». d. 9. Rr vewb. (Or^itorr.) Rabbiner Dr. JaS l. wurde, gestern «ine Schi tgoge »hgehaltrn. De: Aabmner Dr. Perlt Mßrededt« nahen vermandkfchnstllmen > der JH tt Hier seine;HMn ten-.anstMi, -Geiste. to <Mjn|n Wannch. im An- ,«» «in«: ibj die Mk.tic tte«««»i i Als., X Km eil au« Metz wurde heut« Aach, bdiner de« Bezirke« Unter-Elsa usistoriuW», Bl« m-A«scher, X Kmmbn. Der Oberchkabbiner Isaak »Ode Nachmittag in feig neuch Amt all Obern«er-Elsaß durch de» Präsidenten dch i«r»rl. «et tziabdiorr AansistoriUW», goge hatten sich di« Spitzen der! sekrrtär ». Put «kamer, der s. der Jnsantrrle ». LewlnSktz, Pchfiiient Petri nameu» der Prote» stauten, Bürgermeister Back und noch mehrere hohe Persönlichkeiten zur Feier ringesundrn. Die katholische Geistlichkeit war nicht vertreten. Die Einführmg geschah nach Gesang durch eine Ansprache de« Lowsiftorialprösidenten und einer Predigt de« Herr« Weil. Die grsammie Uraellttlche Gemetnde war dazu versammelt, uud au« de« Bezirk» waren stmmtlich« Vber-Aabbinrr «richte»«». Di« Frier dauert« über zwel Stunde«. (AudsÜhrlicher Bericht folgt in nächster Ar.) LSI». Dt« vom hiesigen Vorstand« veranlaßte Lanttnlung für die ttraelttische Abgebrannten in Solonichi hat die Summe von Mark 1481 ergeben, welch« an de« Lordmayor in London, Sir Henry JsaacS, zur SruerbrsSrderuug an di« Aochleidenden übersandt wurden. h. Dresden« 6. Aov. (Or.-Lorr.) Am vergangene» Sabbath Sajero wurde zu Minchah mit Erfolg wieder mit der Abhaltung von Jugenbaoltetbleristen »ach Einrichtung de« HerrnMusik-Dtrevtor» Prof...L«w»ud»»«ky-B«rli» begonnen. Herr Ober-Laittor So lf«so ha (unterstützt von Krau Wolftsohn) hatte sich um da« Ein-- studirrit uud dw׳ Leitung der liturgischen wie anderer Gesänge, di« vorn Atnderchören mit Lrge'.ämletwng zum Vortrag gelanaten. verdient ge- «acht. Herr Rabbiner Dr. Sinter hielt «ln« der FaffungSgabe der Jugend ang«paßl« religtös« Betrachtung.^ — Da« ststltch erleuchte«» Gg«te«hau» war von -naben und Mädchen gefüllt. Auch «ln« Anzahl Erwachsener, unter ihnen Herr Vorsteher Aecht«a«v. Emil Lehmann« »ahnt« dem Gottesdienst bet. Sämmiltche Funktionen bei der Thora wurden von -naben auSgeführi. AlnS lvade» schreibt man un»:Al»^ez«tchn«nd für di« Art, wie die HH. «ittisemiten ihrer Sach« dienen, resp. Ihr« Blätter audbrelien, dient vielleicht Folgende«.׳ Bor einigen Tagen kam ich im benachbarten Dingltngen in «ln befreundete«, christliche» Hau» und war nicht wenig erstaunt, im Wohnzimmer mehrrrr Nummern eine« beutsch-soztalen Blatte« von dek schlimmsten Sorte vorzustnbeu. Aut Befragen i.zählte mau mir, «in junger, sriue« Ami» rnisevier, Protest. Bllar, «in Pie» ttsttscher Psarr«r»sohn au» de« nahen Dorf H., sei gekommen, und Hab« si« aufgtsorden, (ohne die Tendenz de» Blatte« zu nennen), fü» ein Quartal bei ihm ein Blatt zu bestellen, da der Reinertrag für — «inen milden Zweck bestimmt sei. Durch solche Lügen verschafft« den Mensch noch ln mehreren Famtllen seinem Schond- und Hetzblatt 9ci(INv« (Hessen), 6. November. Dt« htesta« jüdisch« Gemeinte wurde nach einer mm Vorstände »uaekommrnen Mltthetlung de» Lmt«- gericht« von de« jüngst in Nauheim verstorbenen, au« Frtedberg gevürtigea Krl. Sr öd «l mit einem Legat von Ml. 90,000, dessen Zinst« für mild« Zweck« verwendet werden sollen, bedacht. -Ale». Baron Hirsch sprach in »tner jüngft hier abgehaltenrn Lonserenz betreff« der 19 Millionen-Sttstung sitr Galizien^di« Hoff- »nag au«, daß dt« Verhandlungen mtt der österreichischen bald zu «ine» günstigen Abschluß (Geuehmlguug de« sttstung flriaggdt tvütbcw. ÜBira. Dt« sogeuauat« d«utsch-so>t»le Partel t« Qesterrelch hat ihr« Hauptstütze verlcrr», der Lhefredacteur de« ultramontan«» Wiener .Vaterland", Voglsang, ist am Sonnabend aestorben. VI•■. Dl« Ernennung Luzzattl'« zum Ftnanzmlntster steh« uw» mlttelbar »ach den Wahlen bevor. Maefcha». (Or^Lorr.) Segen der Maffeaau«wa»drrung Pos- »isch«, Land»l«nt« «ach Brasilien wurden hier t» den meisten Zeituuaen dt« Jude» al» Anstifter der Emlgratton angeklagt. Nach energisch« Untersuchung ergab sich, daß nicht el» einziger Jude al« Agent funairte. Der Hauptanstlfter, »oncrzow««, der arrrttrt wurde, sowie di« ander» Agent«» sind Lhristen. Ja r« sollen gar viele Jude» selbst dieser Emlgratton znm teanrtgen Ovfer. Aber »a« htndeN da» bi« Blätter, in wiederhol «er Weist Uns dir Int» mit lo«znhauen, fl« al» Lond«»v«r- ". - Llst« stellte sich der wegen enoähutc Dichter war «nd aus die allen Tage Anttstmll wurde «ad den gr^stmr BUtdfian schreibe. B. Popm 9. November, (vr.^lorr.) ZwriaroßeFeterlichkeilen haben am 99. b. M. hier fiattgefunden. Dst ein« betras «in Geschenk, weüüe» dt« hiesige» jütische» Schüler und Schülerinnen der Svnagoge wt^ »««len. znr Erinnerung an die Rettung de« russischen ikatsertzaarr« am 99. Sept. ISS. Da» Gesthrnk bildet ti« Paroche« au» kostbarer Selb• nüt Smnntt, «tlbev- »nd Goldstickereien und stellt »eben hebräische» Inschriften »a» russische «aschru und «Here künstlerische Male«««» bar. Der «Utstt Hat Re« Gfiihenk selbst «ährend stiner jüngste» Anbei diese« Feleelichkeit Ra hule» vertreten und würben und Leb«« ׳M-wrlbrmaSerdm aeHallen. Alsdann begad stch »er gänze Zug znr El»u»eihun^ be» «rich^mn^^üR^chi» Beim «n»el al» fest» WM 900