Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 45 (5.11.1890)
- Date
- 1890-11-05
- Page
- Seite 337 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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eine allactneine 3eit»»g des Judenthums. ■84k tun» e»Ich>t« » (tat in er vt .VtAtafürlif.M ^t«» III»»• flatt^t.Mjllliiratattuttr. Ueeta ttttat >ral»attatr%#. iSn»»Manttc a ■«HnMana dral »durk attrttHMrt. Mt ktrtttci ]MUiiat: «Utzeltch U •Urt. Sa» tat 8*8 laakt: 16 kl (I t. 80Urrt-, ■8L. 4 •atattl aa ■paqtapiaiir ■t janaviMtiT (•*■« Jtt ttTafar t(air) takrt: M kt , Ml: (Hack 86 mta• attTtdlMtad- ^cmrtgagcica 80m Rabbiner Ir. M. FUrymer in Magdeburg. fi.i; fit Dttzetzelt, Pecht ■8k fiiitta! aafaa^ta ttt »l(.S«t.ellttf*e ■ *«eafdtltr mt «8t »4• ,5811(4«»Itutatat.Blatt* Mt BdaadMUt« McttrUt aatt am« »atu* ft MT. 8»» flUJartft »ur» »k Kxaaaera• |MMtt1anHaGI.L.Saub«dlOa.t »uJolfMoiaa.Hattaadatoal ToflttLl. a»«t »t rettet NM eakeaaa : Mt» •taaMMm tn 8״—«attt. Wachem tchalN» ta «UOakit*• |-.l> r,tze,t«i Mm» «rtiftl: Dr. M. Joel. — Der Szor und die Juden. BlrttMt «n» Magdeburg. Magdeburg. Berlin. Ober-Ingelheim. Hildesheim. Danzig. Könitz Weppr. נ rankreich: Lille. ngland: London. Rumänien: Plejesti. Bukarest. fia*itt4tt »«» s88(|k• »kachrichttnr Breslau. Magdeburg. Mühlhausen Th. Adln. Frankfurt a. M. Brom Hera. Bernburg. - Barem. Schönlanke. Osnabrück.- Aachen. An« Baden. Wien. Brünn. Prag. Triest. Bologna. Pari«. Pari». Birninaham. risburg Warschau. Bensen. Jerusalem. Gpokane-gall«. Louis. San Kranzi«to. Bendersstadt, llapstadt. 3>htt»tt — »ttt!fk«WtN. Rachdrnck astae Nollsttndtge Qnellentngabe »nkrrsa»t. HV-chen- .“״״•. Kaleader. | 1680 I 6661 I Dt»>rrstt« . . 6 23 I Anita, . . . 7 24 Stnmwend. . S 25 (»5 4) חיי &דה (Rtumaalrtatcaauaa■) Ss»«ta> . . . 9 20 Mtnlt« . . . 10 27 j DteNsta, . . . 11 28 j Mittmtch. . . 12 29 - Dt«ntrstt,. . 13 1! Botc-h Chodttch Kialew. r ¥ Dr. H. J•«! J Rabbiner in BrrSlau. ist Sonntag, den 2. November, Nachts in einem Alkr von vierundsechzig Jahre« von seinen schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst worden.*) Die ganze jüdische Gemeinsäsaft, soweit sie an der Bildung der Zeit ׳Antheil hat, stehi: trauernd an seiner Bahre. Der Titel, den unsere Altvo1:dern übertreibend jedem Rabbiner gaben, ^More Moren u, Lehrer unserer Lehrer, er gebührt unsrrm ^.Altmeister; viele, die von jüdischen Kanzeln zu den Ge- ' meinden rede«, die durch Wort und Schrift religiösen Sinn zu fördern bestrebt sind, sind sich dessen bewußt, daß sie ^ben Amregungen folgen, die der am «gezeichnete Mann ihnen en hat. JoSl war ׳:in BermittlungStheolog«, diese Bet Zeichnung, die chm einst als Vorwurf entgegengehalten ist, dmfte er mit Stolz für sich in Anspruch nehmen, denn nenn Baeo von Berulam recht hat, daß die religiösen Spaltungen die vornehmlichste Ursache des Unglaubensind, '0 dient der der Religion am besten, der die Gegensätze zu vermitteln und zu versöhnen trachtet. E» giebt unter un»׳ viele Prediger, die eganz vergrsien, daß Theologie Kunde von Gott bedeutet, die sich ’■ der Mühe überijoben erachten, über die Welträthsel nach- (zusinnen, die sieh in ihrem Berufe genug zu thun glauben, wemt sie die Probleme über Beimengung von Milch- und :Milchspeisen eisrigst durchforschen. Jo»l war in erster tReche ei» Deuker, der auf den Höhen de» Leben« ^Hsond, de« Plots, Aristoteles, Spinoza, Kant Lehrer waren, '־ י-8 ■8m LAMber 18» W «schäm» tP-si») «iE. denen er begierig lauschte; daß er die strenge Schulung der klassischen Philologie in seinen Studienjahren genossen hatte, ist ihm außerordentlich zu statten gekommen; philosophische und philologische Bildung waren die festen Grundlagen seines religiösen Systems und seiner wissenschaftlichen Leistung. Schon sein LebenSgang befähigt« ihn vorzüglich zuni BermittlungStheologen; er war der Sohn eine- Rabbiner-, der alle seine Söhne für die Wahl detheo> logischen Berufes zu begeistern vermocht hat: der Vater bot den Sühnen daS Vorbild eines milden, ftommen Talmudgelehrte«, der nicht nur auf dem Gebiete der Halacha hervorragte, sondern der auch als Prediger da» Gold talmudischei Sittenlehre und SpruchweiSheit zum Bolle brachte. Ei« JoSl konnte niemals geringschätzig von altjüdischer Frvmmig- Kit reden, da er sie in dem Vater in der würdigsten Form verlürpert gesehen hatte. Schon die Pietät verbot er den: gemüthvollen Manne mit kränkenden Worten von den überkommen«, religiösen Formen zu sprechen, die vielen unserei: GlaubenSgenoflen als heilig galten und gelten. Aber seine Bildung und sein energischer Geist hatt.׳ ihn aus die Höhen der Erkenntniß gehoben, von denen ec einen weiten und freien Ausblick über daS religiöse Leb«1 hatte. Joöl war im höchsten Ginne ein aufgeklärter Theologe; e» giebt eine Aufklärung, die fast noch bornirter als die schroffste Orthodoxie sich geberdet, di« dag Alte verwirft^ verdammt, ohne sich die Mühe zu geben rS zu verstehen, «ine Aufklärung, die nicht daunermüdliche Streben sich aufzuklären bedenkt, sondern rasch fertiz sich für völlig aufgeklärt hält; diese Beschränkheit hat dem, wohl zu dem Scheltwort Auftläricht einen nicht