Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 44 (29.10.1890)
- Date
- 1890-10-29
- Page
- Seite 335 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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*r «*1 יff *״•■*י‘ rviügog»«, so m«t moti btWnfen, tat «I ' 4״*• •etw^fctjet *u erricht«, au kt« Pracht- •umm am dem Hinterhöfe aufznführen, imb «en» rt auch tn der LtndeiGraße ist. — «le »erlauiet, wird di« .«da, JGroek' «» der Schänhaiffeestraße eine neue Synagoge bauen, da die bUherige in der Gyp»f»raße nicht mehr au»retch». berit«. Ter .mtijemttisch« «nttel der .Täglichen Rundschau' ***t itptrtltlit VefudK jüdischer Rechtsanwälte behnj« Aenderung .dtr Familiennamen, der der »StaatSbürgerzeituru»' und dem »Volk" willkommenen Stoff |u ,vetteren autisemitlschen »rttkeln bot, gab dt« Veranlassung zur nilheren Untersuchung de» Sachverhalt» »nd e« stellt« "ch hcrau», daß ihatsiichlich nur zwei RechUanwälle mit Erlautniß der Behörde ihren Ra nen geändert haben. Einer ist in dieser Ramend- Snderung dem Beispiel seiner vier Brüder gesolgt, der ander« hat den GeburtSname» seiner Mutter al« Fauiilienname angenommen. Da» ist di« gante »RameuKfiucht». 4lu« Oberseflessen, 22. Oktober. (Or.-Eor.) Der Gemeinde- Verband für den Reglerungadezirk Oppeln entfaltet t« Stillen eine rührige und erfolgrethe Dyätigkekt zur Förderung seiner Verein»-««, gelegenheiten. Die Gründung eine« Uraelitischen vatsenhause« in und für Lberschlesien beschäftigt ihn in ganz hervorragendem Grade. Um die Lache energischer in Fluß zu bringe», hat er eigen» ein Komite« »d hoc ernannt. Ein öffentlicher Aufruf wendet sich an di« Blanben-genossen, zumal an die human gesinnten Obrrfchlefler in der Rthc und Fern« mit der Bitte, diese« groß« iiiebetwerk «hatkrüftig, «rkhätlg und hochherzig zu «nterstüpen. Dt« Bemühungen scheinen auch bi« jetzt von heirlichrn Erfolgen gekrönt zu sein, An Anerbi«- tungen, welche unentgeltlich Bauplätze und Baumaterial zur Verfügung stellen, fehlt e« schon jetzt nicht. Ein reicher, oberschlefischer Glauben»- genösse hat — wie wir hören — dem Lomttee «in« Schenkung von 20,000 Mk. angebvtep gegen die Verpflichtung, da» Watsrnhau« stunh seinem Wohnorte zu »:rlegen. Jedensall» ist e» hocherfreultch, zu sehen, daß auch in Heutigei) schwerbedrängter gelt trotz der Indolen, der Massen sich noch allenthalben jüdische Herze» und jüdische Hände öffnen, .wenn e» gilt, sich de r aruwn, verlassenen Sinder anzunrhmen, .von denen, nach dem Au»lpruch« unserer Weisen, die Thora ausgeht.' Gueke«. Herr madbiner Dr. Jacobsohn au» Gchrimm ist hier zum Nachfolger de» Dr. Shrenfeld gewählt worden. Dt« ..Woehenschrift' halte also Rech«, al» sie zur Zeit, da Herr Oberrabbtner Hirsch unsern Ehrenscld al» seinen Nachfolger in Prag empfahl, vorhersagte, dass bann Herr Dr. I., der Schwiegersohn H'», Ehrenfeld'« Nachfolger hier «erden würde. INtlftnkt. Rach der badischen .Landpost׳ ist au die Senate der beiden badischen Universitäten «in Ersuchen ergangen, jede« Lewester die Studenten, die a ntisemitische Agitation betreiben, oder «it Antisemltenführer» stetig verkehren, der Regierung namhaft z« mache». Soviel ist als» gewiß, daß di« Regierung und die Univrrfltättsenate dem am.isemttische« Treiben i« Allgemeine» und speziell unter Studenten auf di« Finger sehen. ES ist der AntisemitiSmu« erst in de« letzten Jahre« tn lebhafterer Weise au» Rorddeutschland -'importirt worden und kannte man ihn hier kaum, bevor der Stöeker tn Berlin sei» wüste» Treibe« laSließ. «»« Oltzein keGen. Der Reich»tag«at>geordnete Dr. Ludwig Bamberger hat zur inneren Einrichtung der neu errichteten Bürgerschul« zu Ober-Ingelheim eine Summe von 8000 Mark * afflpenbct. Kfttchtzeh»tz»l!t«tz«»» 26. Oft. Herr Rabbiner Dr. Land«, berg au« SaiferSlavtern nahm gestern di« übliche Visitation de» israelitischen NekigloriSuntrrrlcht» hier vor upd verherrlichte heute - Bormittag den irraeli tischen Votte»dienst durch eine höchst ansprechende und «rbauNche Predigt. Er gedachte auch in zündenden Borten der «aßen Verdienst« unsere» greise« Seneralfeldniarschall» Grasen von Moltke, und weihte demselben erhebende Glück- und Segenswünsche. ' /Gebete für Moltle beim Sabba«hgotte»ditnstr fanden, laut eingehenden ׳ Berichte», die wir nicht all« wiedergeben können, in sehr, vielen Stznagogen Deutschland» statt). Darf» Zur bworftehntde» Rabbinerwahl in Pari», bei welcher Dreifuß-Brüssel und Levy-Lyou die meiste» Aussichten Hab«, bringen di« jüdischen Blätter Leitartikel, tu welchen dieselben aus dt« Wichtigkeit der Stellung Hinweisen, die nicht allein einen tüchtigen Redner, einen großer! Gelehrten, sondern auch ein organisatorische» Talent erfordern, um;He jüdische Trtniät: Thora, Awoda und Gemillu» chaffodi« wirksam för!!«rn zu können. Xachbe« Herr J-rael Levi da« Direclorat abgelehnt hat, wurde der bisherige Pariser Rabbiner Joseph Lehman» gewählt. Derselbe wird, gleich seine« Vorgänger Trenel, Direclorat und Oekonömat führen. Derselbe ist der Sohn de» früheren Rabbiner» von Belsort und bekleidet stit dem 21. Jahre da» Nnterrabblnat In Pari« und unterrichtete Talmud tu der Talmudthora-^und rabdtnlschen Prkparnndenichule. Geüssel. Fräulein Marie Heiermann«, «tue holländische Malerin, hat in der hiesige« Kunstausstellung ein herrliche» Gemälde .ausgestellt. Bei Eröfnuug der Ausstellung war S»utg Leopold von dem Gemälde so Überrascht, daß er sich di« ntnac Dame varstelleu ließ ׳ «nd sie zu ihrer Meisterschaft tu der Malerkunst beglückwünschte. £UU. Ja etvem an den Oberrabbtner Herrn Lahe« geio» Schreiben hat brr l^ischof van La «brat sxine entschiedene Bewegung au»g«spr»che« und »ersiche«, all seinen Einfluß »nr vrsettianng der Iudäntzetze, wir fit: tu einem klerikalen Loralmatir gepredigt wird, aufzubtete«. -arenea. Hier hat sich ein verrin jützlschrr Jüngling, constitnirt, welcher e» sich zur Aufgabe gestellt Hat, Verkesunge» gegen de» Unttse«iti»«ne zu halten. — Mehrere Christen haben sich iu de« «Hirn Sitzung» .lebhaft an her LiSeusflon betheiligt, watz groß« BrfncMfitiii ^ctMrrisf. Bnkarestz. Am 14. v. Mt», fand hier die Einweihung der neuen portugiesischen Synagoge statt, welcher setirnö der Behörde der Finanzmlnister und der Oberst Algia Namen» he» Pvlzelpräfekten anwohnten. Okugland. Bon 78 au»läudlschen Juden (Kauflenten) in den Gouvernement» Warschau, Petrtkau und Kansch, dt« beim Ministerin« de« Innern um Aufenthalt«-Verlängerung für einig« Jahr« zweck« Geschäst«abwlckelung einkamra, sind 78 abschlägig beschießen worden, 8 haben eine »ehrmonatlich« Prolongation erhalten. Zu den Judenau-weisungen wird der.Köln. Zig.' au» Peter»- bürg gemeldet: Besetzlich war den Juden im besjarabtschea Brenzbezirk, die dort vor dem Jahre 18S8 Gemeindrangehörig« geworden, der fernere Aufenthalt gestattet. Zu den Ärenzbezirken sind die Städte Ktscheuew, Akermann seit der im Jahre 1878 erfolgten Bereinigung Südbeffaradlen« mit Rußland nicht gehörig: da» dortige Gouvernement erklärt aber da» Gesetz für krastlo» und verstärkt die Au»- Weisungen. ätz»»»»» 1k. Oft. Da» Berhältntß der Juden zur allgemeinen Wehrpflicht wird durch folgend« Daten illustrtr». Be» kanmltch haben di« Juden, die sich zur Ableistung der Wehrpflicht nicht melden, 800 Rubel Strafe zu zahlen. An solchen Strafgeldern find allein im Gouvernement Kowno 600000 Rubel vom Fi«ku» al» rückständig (seit wie vielen IabrenV Red.) beizutrriben Ferner ist e« sehr charakteristisch, daß die hiesig« jüdisch« Gemeind« beschlossen hat, jeden unverhetrathtten jüdischen Rekruten 100 Rubel, den »erhelrathetrn aber 150 Rubel auszuzahlen, wenn sie sich stellen. Snblich wird In der Synagoge vor dem EinberufungOermtn «in Sendschreiben de« Rabbtner» verlesen, in dem sie dringend aufgefordert werden, ihrer Pflicht gegen Gott und Zaren gewissenhaft nachzukommen. Irrnkale», Dr. Gregory d' Arbella verössentltcht «in sehr belobigend«« Unheil über die hiesige Evellne v. Rochschild'sche Schule, dl« von den Angehörigen der FamUi« Behar geleitet wird. Der Prüfung wohnten all« Autoritäten au» alle» Städten, Geistliche, Ordensschwester« u. s. w. bei und ward di« Lrtstnngen der Schüler al« vorzüglich de-- funden. Die Leistungen lm Hebräischen, Französischen und Arabischen wurden besonder« gerühmt; namentlich sollen dieSchüler im Sprechen«. Uebrrsetzen de» Hebräischen Tüchtige» leisten, und wurden fran-äsische und arabische Litteraturstudien in die classisch« Sprache de» Jesaia» zurückübersetzt. Füetze« Ankuüpsend an di« Aeußerung der verstorbenen Kaiserin Augusta über den Antisemiti»mu«, wird nach den »Archive«' «ine gleich verurtheUende de« Sultan» erwähnt, die wörtlich laute«: »Ich verabscheue die antistmitische Bewegung und ich bi» überzeugt, daß sür Niemanden etwa« Gute» darau» erstehen wird.' q8«ram«*ib». Der Eommandeur de» hiesigen Landwehrbataillon», Mayor Bueuo de MeSqutla, ist ein Jude. Bet Niederlegung diese« Posten» stattet« der General-Gouverneur demselben den offiziellen Dank für di« von ihm geleistete» Dienste ab. In K»l»««a ^Galizien) wurde ein »jüdischer Arbetterbildung»- Berein' gegründet, welcher von warmen jüdische« Bewußtsein durchdrunge« ist. Sr zählt bereit« 200 Mitglieder und verspricht ein rege«. Leben unter den dorttze» Handwerker» zu erwecke». «U». Der Finanzmtnlster verordnete, den hiesigen Juden «elche bisher keine «Uden-Attefte l. «lasse antauslen (um größere. Geschäst« führe» zu können), solch« nlcht mehr auyusolaen. G »r»f in Podolien. (Or.-Lorr.) Die hiesige «Mdwerwaltung hat für arm« Inden 100 Diefatyn Ackerland (gegen S Rubel. Pacht per Diefalyn) sreigestellt, um ihr Elend zu mindern und sie zu« Ackerbau zu ermuuter«. Gegen 200 Offerten sind bereit» eingerrtcht worden und Ihre gahl wächst noch. Ggyvten. Die «gyptlsch« Regierung hat Blum Pascha, bei «irderlegung seine» »«tr» al» Unter-S«aat»secret«r im Ftnanzministerium in Anerkennung seiner schätzen-werthen Dienste ein« Pension bewillig«. Dies« ist ein besondere» Zeichen de« Wohlwollen», da nach den Statuten Bin« Pascha keinen Anspruch auf Pension hat. Ei» Bruder desselben ist Dlreetor der Länder bank zu Wien und ttegt mithin tn den Händen dieser briden Männer die Leitung der 2 Haupt- Kinanzinftilute Oesterreich». Blum Pascha ist auch zu« Ritter uu» Eommandeur de« vt. Michael und St. «eorg-Orden ernannt worden. Et. P»»I«. Ei« höchst vonreffiiche« und segenbringend«« Institut ist von einer Anzahl verheiratheler jüdischer Damen in» Leben ernftn gworde». E» ist unter dem Ramru »Hebräische Missionsschule' bekannt. Obscho» noch i» Entstehen begriffen, verspricht «» «ine gedeihllche Entwickelung. Da» Hauptmotiv desselben ist, arme Kinder i« Näh«! zu unterrichten. Di« Binder zeigen an dieser Beschäftigung viel Vergnügen. Der Rabbiner eröffnet jede Un«errich»«stunde mir Gebet «nb Besang. Zu de» freundlichen, unterrichtenden Lehrerinnen sehr «rotzherztze» «nd »rr»«it die krästtgfl« Mrderuug von venrn aller Dame«, welch« sich für da« Wohl der arme« Kinder tnteresfiren.