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Israelitische Wochenschrift · 1890-10-29 · 44 (29.10.1890) · p. Seite 329

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
44 (29.10.1890)
Date
1890-10-29
Page
Seite 329 (sequence 1)
Language
German
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eine allnetncine Zeitung des Jndenthums. Herau<gegeben von Rabbiner de. M. $taf)mer in Magdeburg. fl» ptatzrtzeN, stecht ■ 1k feitkn! iarntti (#t klt.3 lr«elllH4 t ••4 tu |4 tlll* mi (Sr 1*1.30HI4«811ttt«t»f•Bf*t 1* kk fUlnvfMltnc frttudlt •mt attn *«»» M Wf. Kob mtmtkft d»«ch klt Ininn• »!»tbltlanri don O. X.- I>Nab• 15800., Au dolf Mo•••, KMMi&rtNlodl Votltr ». K. ikti kittet dn,u titk« n ׳ au «Hriaekltl•« »•r ,.»*r«tlH. «»«,NNrarlft” In «,, »N r, BWimu® m#1tnt 1t d« tu» nt Ut *■ kH «Ti» t •“ «. Ui.«!«« **■t ■ r fe 1 •»»•“. 9rdt fkt »kt »r»(#Urt#» fr dniMiwin: N, MäiHwni drtl Mark Mntdllktl. MN kitetttt fWn1W"<: IIMI4 M tür*. 1Mk kt» ■ «!!•«kr: (.(*«..»8«••. *bl.. 4 CiUtt). tb Ja***»t4>tlf»11« ־ ,/aallUlaklatt' (•Mt .«1 ^tt^t »_t > 1,1q foftet: kd ktt «*־ «I I ui Df«. Mcttd|4kdkk. «itiftl: .Mütterchen» Juden.- — Bericht über di« VI. Nonferenz de» .Verein» der i«r. Lehrer und Uultuodeamlen de« Landrabbinals-Bezltt» Emden. aa» k»orre«a»n»ea,ear Deutschland: Magdeburg. Berlin. Berlin. Neustadt O.-kchl Dresden. Fürth. Hessen» Nassau. Hellbronn. Oesterreich-Ungarn: Wien. Amerika: New-Aork. vermischte und »enest« Dkati» richten r Magdeburg. Berlin. Berlin. Au» Oberschlesien. Änesen. Karlsruhe. Au« Rheinbessen. Kirchheimbolanden. Pari«. Brüssel. Lille. Ferrara. Bukarest. Russland Uowno. Jerusaleni. Türkei. Paramaribo. Kolomea. Kiew. Sorok. Lavpten. St. Loui». Sakorat, — «riefeachea. WWHidrack «chnr dollltndiae Lnestrannnobe nnteriag». *W Machen- Irt»k«r. 1x90 CleKkwu. M61 Donnerstag. . 80 16 Freitag . . . 81 17 Sonnabend. . 1!*T. 18 Sonntag. . . 2 19 «ontng . . . 8 20 Dienstag. . . 4 21 Rlttaoch. . . ö •22 Donnerstag. . 6 23 Astender. .(«,5) ח־א ״Mütterchen» Inden." Herr Dr. theol. Moritz Schwalb au» Bremen sendet Herrn Rabbiner Dr. PH. Kroner-Berlin folgendes Schreiben, da» uns der geschätzte Hr. Kollege und Mitarbeiter freundlichst zur Veröffentlichung überläßt; e» tx..dient die weiteste Verbreitung. .Sehr geehrter Herr! In den drei letzten Nummern der ״Nation', vom 4״ II. und 18. d. M., habe ich drei Aufsätze gelesen, bctitelt: »Mütterchen» Juden'. Da» ,Mütterchen' ist da« heilige Rußland. Die Art aber, wie e» seine Juden, besonder» seit S Jahren, behandelt, war mir, obwohl ich mich, wie Sie wisseA/* für Israel sehr interessire, nur in geringem Maße bekannt. Bon der Ausdehnung und der Abscheulichkeit der im Jahre 1881 mit der Tonnivenz der russischen Behörden, aller Wahrscheinlichkeit nach in Folge höherer, wenn auch nicht officieller, Befehle oder Wünsche, auSgeführten Greuelthaten, hatte ich keine Vorstellung. Ganz erstaunt war ich, daß ich, ein Zeitgenosse solcher verbrechen, so wenig davon erfahren hatte. Man hat ja freilich nur ein paar Tausende ermordet, nur für drei Millionen Rubel jüdischen Eigrnthum» verbrannt oder geplündert. ES bleiben njimer noch vier Millionen Juden übrig in Mütterchen» Hause! Bon diesen!soll jetzt wenigsten» die Hälfte zu Hause »erhungern, oder, mit dem Bettelstäbe in der Hand, au«- »andern. Zwei Millionen unserer Mitmenschen droht ein solche» Schicksal, im Jahre de» Heil» 18V0! Mich überkömmt ein unaussprechlicher Zorn und ein schwerer Kummer, wenn ich daran denke. Aber, geehrter Herr, waS t hun Ihre Leute, wa» thun Sie und Ihre Kollegen, «m diesen Ihren armen Brüdern z« helfen? Mich dünkt, jüdischerseit» müßte, um dieser allergrößten Noch imtgegea zu wirken, da» Allergrößte geschehen. Vielleicht könnte man in allen Ländern der ge» bildeten Welt, überall wo Rede und Schrift nicht geknechtet sind, eine große Agitation ins Werk setzen, Entrüstung, Scham und Mitleid überall erregen. Vielleicht könnte man Mütterchens mächtigen Gemahl, da» Väterchen aller Reußen, durch eine im Namen, oder mit den geschriebenen Namen einer Million unserer Zeitgenossen dargebrachte Adresse zu einer humanen Behandlung seiner jüdischen Unterthanen bewegen. Blieb« er unbeweglich, so müßte man da» unmenschliche Verfahren gegen die Juden der Verachtung aller ihre» Menschennain-ens würdigen Menschen preiSgebea. Gesetzt aber, e» wäre im heiligen Rußland durch kein» dieser Mitttleine Hülfe zn schaffen, dann müßte, wie mich dünkt, ein Wunder der Liebe gethan werden. All« in voller oder auch nur in mäßiger Freiheit lebenden J»raeliten müßten ihren so schwer, so unerttäglich unterdrückten Brüdern die Mittel verschaffen, sich anderswo, vielleicht in Palästina, vielleicht in Argentinien, anzusiedel». Kein Opfer dürste zu schwer, keine» könnte Gott wohl» gefälliger, für die Opfernden beseligender sein. Auch fänden sich unter unS EHristen gewiß Tausende, die mit Freuden ihren Beitrag gäben zu einer solchen Spende. Ich schreibe Ihnen, geehrter Herr, mit rascher Hand, au» der Fülle de» Herzen» meine unfertigen Gedanken. Sehen Sie, ob Sie etwa»,.und wa» Sie daraus machen können. Mt herzlichen Grüßen Ihr ergebener M. Schwalb.' Da» Schreiben, der darin zu« Ausdruck kommende gerechte Zorn, die sitüich« Entrüstung, die herzlich« Theilnahm«. die gntoememten Anregungen, alle», alle» ehrt den Schreiber und dürste rin mächtiger Spom für uu» Me sein, dir Hände nicht müßig io den Schooß zu lege», sondern *

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