Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 43 (22.10.1890)
- Date
- 1890-10-22
- Page
- Seite 321 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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eine allgemeine Zeitung des Judenthums. —— :-:—m r- ■MnaiM «Mirtat (* d« Ibaa-m Wt m ״faaHltaa. flült•*•«. Wf.«tlKrata>kl atta". IW* fh«ndwilBMw lei «gm MUlWitru «.■■wKilha»«» dnl Muk *tetnqurt. M» llrttttr 11*11« U mtnt, «4 In »allatilt. 1* »r. (»IL. (Ogrci., ML. 4 Mtom Mt J»>4>aM»«W• WtJtxHImMtH* (»lat .S<tttrat*tt(atr) MWt: Id In tkft: י »aa» U *T*. •irtttHHttt*. $eran*gfgtbt* vom Rabbiner Dr. M. Htahm« in Magdeburg. fit Hitrt'it, tl»»t 11t /rillt■! )araaala ׳»t Wr.3*r»eUtH«1 ■ •4ta|«tlft' an ttr |Ul,IU|>Ich,»tlttrU1ar.>l«t f Mt dtdwtiMtttat «ttttictfe •an •nra lau MS Vf. Hai tarnt*! Iura Mt «aamaa. Sntllritata Mi Gl. I». Dtubt 6*30., RudollMotf .Waatta-Ialndl Vogltrm. K •ln linitd■!• mMa aa : llitttrilHtailnjJmUt. plachaafchallta Waaklat, S«ft*«t« VrtfVd: Littzcrwtg und bie Juden. Sin Ätdtnkblali zu sein» 100jäljrig«n ׳itburtMagbftUt am 29. Cctoktr 1890. Bon «. «panier!- «agbebut,. —Sie jüdisch, «SchUealUb». ll. lliWih ■VI a»rref»anb«w1cn: Deutschlanb: Berlin. Magdeburg. Epen, tkarllruhe. Aus WürNemberg Benthe» O.-Echl. Belgien: Brüssel. iv«»ifchtr »ab »e»este Dkachrichtr»! Magdeburg. Leipzig. Weleselb. Berlin. Ratibor. LEnabrüü. Anesen. Znmvrazlaw. I Ans Baben. Briesen. London. Ptterlburg. Pettrbvurg.! Galonichi.! I»s«ate — RZiiefraGe».__'_ i IV Uachbrmk sh« toflfK»M|t OnkUrniNgiöe »»tersOßt- ״•O j Zkochen- •tUWr. 1890 Ck«uhtha. 666t SMNRftet . 28 - 9 Anita, . . . 24 10 San•!», . . 2S 11 emati,. . . 26 12 •tut«! . . . 27 13 j tu»,«,. . . 28 14; Mitissd. . . 29 16 ®•««nflag . . 80 16 Kateuder. .(5,22) לך־ילןי riesterweg nd die Aide«. Et» Gedealtlatt 1» feiner tvvjthrtße» Geburtstagsfeier am 29. Oktober 189«. In ollen deutschen Gauen, überall, wo ein warmes Herz für freie GeisteSentwickrlung schlügt, regt man sich, besonderin Lehrervereinen, um durch Wort und Schrift in begeisterungsvoller Weise die 100jährige Geburtstagsfrier Diesterwegs zu begehen. Wie aus der Tagespreise bekannt sein dürfte, ist schon auf dein am 21. Mai d. I. in Berlin stattgeft ndenen Deutschen Lehrertag von keinem Geringeren als DitteS, dem hervorragendsten der jetzt lebenden Pädagogen, die Gedächtnißrrde aus Diesterweg ge» halten worden. In der deutschen Lehrerwelt gilt Diester- , weg mit ,vollem Recht ^al» ein berühmter Schulmann, der Wh^nm Erziehung -mb Unterricht, am Schule uob Lehrer aaerutrßliche ickrdftnfte nwrtw hat. Und wenn »ach alt- ׳ jüdischem Grundsatz, die Frommen aller Bdlker Anspruch auf unser« Verehrung erheben dürft», so ist Diesterweg voruehmlich diesen zuzvzählen und wir Juden und die jüdische Presse insbesondere hoben die Verpflichtung, sein Andenken zu ehren. Bon unvergänglichem Ruhme strahlt DiesterwegS Name in der Geschihte der Pädagogik für alle Zeiten, da- Gezeter der Junker und Pfaffen vermag hieran nichts zu ändern, höchstens kann , das gegen ihren Willen für ihn und seine segenSreche Wirksamkeit ein um so glänzenderes Zeug- «iß fein. - Seine pädagogischen Ansichten sind so klar und einleuchtend, daß eS schier unbegreiflich erscheint, wir vernünftig Denkende, sich mit ihnen. in Widertzuv^h setzen können. BytzssGnwärtigrn wir uns in ganz AD» Umrissen die Wutndtzriueipi« und Forderungen LftstaMeg». Rach ihm liegt der Schwerpunkt der Erziehungs- und Unterricht-- thätigkeit in dem Umstande, den Menschen im Dienst« des Wahren, Schönen und Guten heranzubilden, indeni er es selbstthätig ergreift und verarbeitet. ״Beibringen kann man dem Körper etwas, wie z. B. Gift; dem Geiste läßt sich nichts beibringen.- Die Anlagen zum Bösen oder Guten sind nach ihm nicht angeboren, sondern die freie Selbstbestimmung des Willens zu dem einen oder andern. ES ist daS eine echt jüdische Auffassung! (Siehe weiter hierüber D.'S Wegweiftr Bd. 1 Seite 202 5. Aufl.) Jedes Einzelnen Entwicklungsprozeß ist verschieden, darum muß auch bei der Erziehung die Individualität berückjichtigt werden. .Seiner sei gleich, dem Andern, nur gleich sei Jeder dem Höchsten! Wie daS zu machen? LS sei Jeder vollendet in sich." (Schiller). Um dies« Bolke»d«»g nun zu erreichet!, ist die harmonische Ent- Wicklung aller Anlagen eiueS Mensche« anzubahnen. Den Weg hierzu bildet die Anschauung, die die Grundlage aller Erkenntniß ist. Jede Kunst aber, auch die pädagogische, vermag nichts, wenn sie nicht den Naturgesetzen, hie!:, den Gesetzen der menschlichen Natur, Rechnung trägt, (a. a. C. S. 221). Hieraus ergeben sich die Forderungen von selbst. Richte Dich beim Unterrichte nach der.EntwickelungSstuft de« Schüler»,' schreibe lückenlos und gründlich vorwärts, lehre nicht«, waS ihm später nichts mehr ist, der ftrmale Zweck muß mit dem materiellen verbunden sein; nichi« soll gelehrt werden, was der Schüler noch nicht faßt; vor allem nicht abrichtrn; nicht all hoc erziehen und bilden, fiabcrtt die allgemeine Grundlage zur Menschen-, Bü^er- und Nationalbildung legen; nicht das Gdiächtniß mit einem WiffenSballast überladen, denn dann erfolgt Uebersätiigung und da- Gefühl der Unlust. Besonder» wünscht Diesterweg eine seife Beschränkung de« religidftn Memorirstoffts,