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Israelitische Wochenschrift · 1890-10-15 · 42 (15.10.1890) · p. Seite 319

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
42 (15.10.1890)
Date
1890-10-15
Page
Seite 319 (sequence 7)
Language
German
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fcfefl(■ _ . INjlMifttt. Solche Verordnung« und Mich- ^Men folgten ehtaRbtT auf de« Fsße. «ährend ein« ׳MegrrrnogMömmisston seit Jahren s«n über dir Lösung der Indenfrage brütete. ES war da« dir bald nach dem RtaftrungSaqtrttt Kaiser Alrzaader_lII. im Winter 1881/82, »tweraeseyt« Kommission, di« nach ihrem Präsidenten» dem Mttgltede de« NeiS-Srath«, «hemaligrn Instijmimster Ar-fen Vahlen schlechlwcg di« Pahlen'sche genannt wurde. Di« zkoMmission arbeiie«, wie cllle russischen Regierung», und Lbinmnnallommissionen. äußerst ,langsam und mtt einem?«Wattigen Apparat an Mawrialirn, deren Beschaffung im ,?«« und AnSlant« allein schon Jahre in Anspruch nahm. ' So kam c« dm«, daß im Jahr« 188« erst da« Programm ■y Per zu bewältigenlea Nrteü zosammengestellt war. welche« < -Programm dir ^iasis der zukünftig« yraknschen gesetz- '• grbrrischea Arbeite,» bilden sollte. ES bestand, wenn ich mich recht erinnere, an» zeh« allgemeinen und vierzig -7 spreirllen Fragen, die nerschirdene Nrffortö. wie diejenigen ß.. «er Finanz«, der Domainen, de« Innern u. s. w. betrafen r:■'- und für deren Erarbeitung ebensoviel« Tubkommissioa« £*4 ׳mi kompetenten ikutra aebildet wurden. Unter den all- «Mein« Fragen gab'« solche» wie ,Worin besteht dir _ Andenftage?' oder: .Worin dechätigm sich die schädlich« -77 Gtnfiüffe der Iudm ans d« Gebieten >>er Politik, der -vrkonomie, der Sittlichkeit der Retigion f* Auch die spcciellen Fragen setzten dehnst Bearbeitung weitgehend« Stupim vor« r«u»; ff« betrafen u. A. den ^Kahal', da« jüdische Selbst- W«M>ng«rrcht,!)« jüd. «etränkehandel u. s. ». Rn» <mfc «an, daß «rst. w«u all« dies« allgemein« und Doktorfrage» erledigt worden, da« betreffende jrkt au«ge>m«itrt werdm sollte» unlche«, eh« e« dem ath. der hüchsten gesetzgeberisch« Institution, hätte ^-Gorgelegl Werden «innen, noch in alle» betreffende» Einzel« j rrsstrt« begutachtet werd« mußte. Eine Resenarbeit, der«! aar nicht adznseheu war. Und so behalf man sich Nur vor mtt allerlei AuSuahmegesetzeri und schließlich die Sache rin. Bor 1 */! Jahren wurde die Kam- > aufgehoben und von ihrem Wirken ist nicht«, als <iu Hanse, Materialien übria geblieb« m>d der eine und -andere Entwurf» du, als zu neberäl ml not» gebmt wurden. 'Lu .liberal' wohl nur deswegen, weil ein Mann von Awstenrchtäischer Bildung an der Spitz« der Kommisffon stand» denn im Uebrigen gehörte Gras Pahlen stet» der konservativen Richtung an. Er selbst hat nach dieser , 1 «fruchtbaren Arbeit sich auf seine Güter in Kurland ^zurückgezogen, die Hinterlassenschaft der ״Jildenkommisfion" w«d demnächst einer.neuen Kommission überwies« n, die binnen Ikutzem zusammentritt und au« hohen rtern aller Ministen« und Reffort« und einstweilen den Generalgouverneur« der Reichsgebiet« (Nord- und iwestrußland), vw die Jud« Wohnntzl«ecktiguug de- 0, bestehen wird. Ob auch sie viele Jahr« arvetten d? ,Material" bcaucht sie freilich nicht z, sammeln. Uetor«O>rg, 1Ä. Oktober. Die wachs««! Auswanderung - Am» tz« polnischen Provinz« fängt bereit« an. die Regierung ^h«n«hige», obwohl man nicht ein sehe» will, daß die ‘ Ackmtg« der Jiden und Deutsch« da«» schuld sind. Aki-wanderunghsirber (meist »ach Bimfflim) erfaßt tl dir ländlich» Bezirke, und nicht >mr d« zahlreiche» ' Um, sonde« auch d« groß« Gittern droht Gefahr, au»' de« Süd«» Rußlands daueN die LnSmandernug der» der reichere» Jud« und deutschen Lolonist» fort, dieser Answandernuz. die Million« lem Lande entwird der »Madd. Ztg.' an» Rußllmd. geschrieben Rußland jch!: ttzeilweife die Frücht« seiner offfcielle» ing der Dattsch« und Inden.' Drr«ffcht» 1»»> «*wpv M«chrtchche». Die Snmm« von 1*L ftiUUntn9t«T((Mc »<ra ״ orrftorbem» Dr. nnd. Ephraim -r« vorstmch« de» »^Gemeinde lePwWßg Angewiesen norde» ist >mch Bests»«»», desselben in Gestnlt M» Stgaim an cheiftilch« uak jüdisch» Woh 7 - thatigkeitsanstalten zu verthetlen. IW kommt «If» hier M Kapital seldst^nr Bertheiluna »»d für zahlretch« Vereine mid Anstnlten »trd sich somit Gelegenhett bieten zur Aufbesserung ihv!r Finanzen. bez». Zur Abwtljuaa von Schuldenlasten und zur Erwettermm de« WohUhatiatmtskreiseö. Iarotschln. Al» am SV. September S«. Majestü» der Kaiser ans der Reis« nach Men unsren Bahnhof Pnsstrt«, erschien«» zu seiner Vrgrbhung her hier anwesende Fürs» R»das tu und dl« Herren Landrath Ena«! brecht uud Vltrvermelster Goldrtn-z. Lederer bekleidet da» Saraermeifteramt hier schon mehr «l» 20 Ja hie und erhielt von Kaiser Friedrich den Kronenorden. Fürst Radolin stellte ihn den Kaiser mit den Worte» vor! .Mein alter, bewahr, r Freund, Herr Bürgermeister «oldring!" Der Kaiser reichte diesem die Hand und unterhielt sich mit ihm in huldvollster Wels«, E» fiH noch bemerkt, daß Herr Bürarrmelster Äoldring auch Borftrhrr dir hiesig. Souagageu-Gemeind« ist. »«tiltilli 10. Oktober. Am nächsten Montag wird -Herr Stdcker di« antisemitische veweaung nach Baden tragen und »war in einer ,konservativen Lanöraversammlung--. Der hiesig« freisinnige Verein hat es dedhald .für «ngezetat gehalten, am Montag Abend — Etdeker sprich» Nachmittag« — eine Ssieniltche Volkdversammlmig »niuberaumen, »n der Herr tzstlcktr «ingeladen ist. <K wird abzuwarten sein, od Herr Stdcker erscheinen wird: jedensall» dürften beide Beisammlungen iutereffant werden. Oldeudneg Di« hiesige Landrabbinerstelle ist durch den arf Ansuchen de» Landrabbtner« Dr Stück «rfoiglru uud vom Herzog bewilltaien Austritt au» feine« Amte vacant. M« wir vernehmen, wird Herr Dr. G. zur Herstellung seiner angegriffenen Gesundheit zunächst in einem milderen Klima Ausenbalt nehmen. inPomawrn. Am!.Oktoberfeiert«HerrI.Borchardt, Obertanior an der hiesigen tsraelittschen Gemeind«, da» Fest seiner SSjährigen Amtskhatlgkelt. Zur Frier desselben hatten der Herr Rabbiner Dr. W»ls«sohn, der Gemeinde-Borstand, Vertreter de-» Reprdsentantencolleg'.um«, zahlreich« Gemeindemitglieder, Vertreter de» lkantorverbande«, sowie Tchüter und Schülerinnen der jüdischen Reliaionsschul« sich «tnaekundeu. dt« durch sestlich« Ansprache uud dun!) Ueberreichung zahlreicher Geschenk« dem Juotlar ihren Dank nnd ihre Anerkennung für seine üdjührige Wirksamkeit innerhalb der Gemeind-! autdeückwn. Zahllos« Blnmenspenden, Geschenk«, Depeschen, Adressen nnd sonstige Glückwunschschreiben, der «affenhaft« Andrang der Gratttkanten bewtesen, wie groß ׳di« Achtung und Lieb« ist, die sich dei׳ Jubilar — nebenbei bemerkt, einet der hervorragendsten Vertreter seine» Fache» ,--- mejf und breit erworben. Möge e» ihm vergünnt sein, noch ruht lang« in kdrperltcher und geistiger Frische zu leben nsth- -u werten! «5»lu. 12. Oetober. (Or.-«or.) Der Prise« »er hiesigen «e- «rinde, Herr dr Jongr, hat im Namen de» Vorstände» «in« Sammlung für unsere abgebrannten Glaubensgenoffen in Salont chi veransmltet, dt« einen recht günstigen Erfolg hat. (Mdge diese» Vorgehen auch in anteren Gemeinte» Nachahmung finden). Metz. Oberrabbiner Wetzl hielt am Sebmini i« Azereth seine Abschiedtpredig», um demniichst sein« neu« viell« in Straß bürg anzutrrtrn. Mae«. Da» Epeude»Verzeichnis für September ^nethlllt u. A. «in« Spende vleichröder» au» Berlin, der wilheend der hohen Feier, rage hier meilt«, mit 2000 Fr. zn Gunsten der Armen, di« Erben Salomon Stern«, de» bekannte« Bankhauses, spendeten 28,000 Fr. Xaugßt. Unter den 068 maroceanisiben llnterthanen, Me unter fremdem Protektorate stehen, find 108 Israrltttn, die den Nationalitäten nach sich vertheilen in 28 Franzosen, 4 Deutsch«, 6 Oefterreicher, 2 Belgier, 4 Düne«, 26 Nordamerikaner nnd 86 Italiener. London. Die unter dem Protectoratt ,de» Lorbmayor» zu Gunfte« der Abgebrannten in Salontchi unternommene Sollecte ergab in ihrer ersten Verdffemtlichung 22.S0Y Franc». Veteeldnaa, 7. Ortoder, Angleich mit der UmwanMnng Ssewaswpol» in einen lkrteashase» wird, wie di« Bliltter meiden, den Juden der Aufenthalt daselbst verboten »erden. Dies« harte Maßregel wird bamit motivirt, daß Ssewastopal al« Krieg»hasen i« Jntrreffc de» Reiche« nur «in« russische Bevölkerung auswetsen dürfe. tzudltu, 7. Oetober. Mr.^lor.) «arbeitern wurde hier der vermögend« Kaufmann Mos" Lhatm «osensein, von einem seiner Schuldner Johann Blasezak ermordet und in den Keüer geworfen. Ein zweiter Mord wurde gleichzeitig an den 4vjIhrige» Garfinkl ans dem Wege von hier »ach Leczny verübt. Er wurde mit zerichmettrrtem Schädel aus dem Wagen gefrmdeu und seine SO jllhrig« Mutter wurde »on de» Rllubern so zugerichte», daß sie kaum »ach klRiae fYfinrlMhfaii OaUtawre. Vm. Dr. Be»telheim, Rabbiner der erste» Rrformgemeiud«, starb am Bord de» Schiffe« .Münch«»' aus einer Reis« von Bremen «uh hier und fand in der See sein« letzte Ruh«, ftütte. An» 14. August hatte da» Schiff Breme» »erlaffen und sch-m einige Tage naher erkrankte Dr. B. Plötzlich und verschied kurz daraus- ■14 Zernsnlmn. Hmr Pine« deEentlich« in den russischen Blattern ein« «neratsche .Warnung" an alle «mkgrnntrn, d»> fi» atz»« Gel» nicht nach PaMina kommen, zu« mindesten »der sich d»ö Rück- «tsegeld »itbet»ge» saütru, d» d»t frühe«« Besetz, westheü den Ans» jnchnlt in Pnlafttn» ans tzO Tage hefchrünkte, dnnh hte üherhmidNchmende «sth. Mnwanderung a»f« Neue wieder in Krasi gesetzt morden sei.

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