Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 38 (18.9.1890)
- Date
- 1890-09-18
- Page
- Seite 289 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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eine allgemeine Zeitung des Judenthnms. Hera»»gegeben von Rabbiner vr. M. Aastmer in Magdeburg. fit {Bilfltit, -echt ■1» ftltSe»! IIU »•<»c»I » cl* t־ nt ז«י ltl.9lbl[4tllmtat(1.(UI 1* tu ttrinqrlvQltau NtHjeile »»er tttm mun M Pf.!ia» «Nlweder dirdt, n»*»1>«eu V0|1»M.I »brt Street ft»tu «nk:n •« ׳ »),•»•klttnki, ״Nnrill. W»«L»N- WrtH“ In H>«>1bu| •Ml ■111* KMtM |c tiac IN« er k׳r Mach»» sch»,««-. Ml »F»«,l,»n. n»ll»>< L Mjiltti1»l», bl •IIC, tnillltiltknllllttwMtlaMfautn a. MMMimi dral Mark kirrretlthel. MV klm», ז Samt»»*: Ittzrllch M ■nt, Mt taa «»•l*1kt: >» »k. (SIL, ■Stet., ML. « SelMV tlrjy»4rm^.1n־ aitJmilMMttt' (»•»» •£<ttc(afatl<afr) tatet: Id tet . M: ISat» U pft* MnMMtH«. MachensepiMder. Ib90 TiKkri. 6661 Donnerstag - . 18 4 -rrttog . . . 10 6 CmmMmO . . SO v Sonntag. . . 91 7 Montag . . . 22 8 Dienstag. . . 23 9 MttlWsch . . 24 10 Donnerstag. . 25 11 fttttaSr Vrtlftl: «tu Bußbrlrs de» «ezirkkrabbiner» Tr, Mayer, — Dt« traditionell« Melodie. Bon Engen Jacobsohn, Eantor der Hanptgernrinde in Frankfurt a, M. — Ist dir Predigt Haupt- und Milt«lpunkt de» jüd, Gottesdienste»? Bon Rabbiner De. Rothschild, Woosttit» »AS a»rr«f»»nt«t!>rM1 Deutschland: Magdeburg. Dresden, Dresden, Dresden, ,Aus dem Elsa», Tchlettstadt. Leobschütz, Uslar. Schweiz: 2t. Gallen. GrostbritannienLLondon. Rußland: Ldeffa, Liew. Wilna. vssMlsedt» »«d nenest» Vachriedten t Magdeburg. Posen, verlin. Rordhausen. Leipzig. Lübeck, Tarmstadt. Aus Hessen, Au« Lesterreich, Amsterdam. Prag. Prag. London. Elisabethgrad. Bombay. Australien. — Inserate_ MM" Rnchbrnck ohne vollstsudlge Qnellrnangabe »ntersngt. "MW Käsender. 6,411) רילץד Sch. Schawoh Jan ka-klpporlm. ■9* Diese Nr. ist die vortetzte in diesem Quartal, wir bringen unseren gesch. Abonnenten die rechl-ckige Erneuerung des Abonnements bei den 'N-stämtern, Nn«ß-andt«ngen, sowie direct bei der Unterzeichneten in gef. Erinnerung. Ur GrpMlM der J8r. WlhenWft". Si« Butzbrief de» B«zirk»rabblner» Dr. I, Mayer») * .Jyimer befteißtge sich der Mensch einer reinen Sprache,- (Dalmud.) Ein« talmudische Vorschrift verlangt, daß wir Gott für da- Böse nicht mindi.'r loben sollen alfür da- Gute. Auch da-, was unS böse erscheint, trägt oft Keime zu unserer Besserung und Veredlung in sich. Einen schmerzlichen aber triftigen Beweis füi diese Wahrheit liefert unS die schon feit Jahren in unserem Baterlande gegen ungerichtete feindliche Bewegung. Dieselbe hat daeingeschlummerte -jüdische Bewußtsein wieder geweckt und gekräftigt und reinigend und läuternd nach verschiedenen Richtungen gewirkt. Auch schlechte Werkzeuge fertigen oft Gutes und Brauchbares. Dir Erreger und Führer dieser judenfeindlichen Bewegung sannen auf unser Verderben, aber Gott wird «S zu unserem Heil sein lassen. .Ihr habt e» bvse gemeint, Gott aber gut" (1a B. M. 60,20). Makellose Lebensführung, sittliche Ber- *) Herr Radbtuv: Dr. Mayer hat'den lbbllchen und nachahmenswerthe» Sitte etngesührl, alllährllch zu Rasch haschana an dir Gemeinden seine» Sprengel« «ine Art ^»lrleaorks-zu richte», der beim ersten Abend- ׳tzttiesdienst de» neuen Ja^es in den Synagogen vorgelesen wird. Der ■tsiilhrig« — »stebente Snßbrief- — behandelt di« »bbestelluna einer Unsttte, Mt anch in undern Gegenden sehr et« gerissen ist. Darum ■Äient obiger Mahmnf »ttterr Verbreitung. edlung werden feindlicher Rede und That stets am wirk« samsten begegnen. Aber auch manche Aeußerlichkeiten, welche geeignet sind, unS verächtlich erscheinen zu lassen und uns gar oft Spott und Hohn zuzieben, müssen weichen, damit wir auch hierin vor Gott und Menschen rein und tadello» erscheinen. Ich meine besonders die mannigfachen Mißbräuche, welche wir unS in unserer Umgangssprache zu Schulden kommen lassen. Indem wir in meist unrichtiger und geschmackloser Form die Sprache der heiligen Schrift und unsere Landessprache durcheinandermengen, versündigen -wir unin gleicher Weise an dem Geiste dieser Sprachen, an unserer und unserer Religion Würde und an den Geboten des Anstande- und d.׳r Schicklichkeit. Die Sprache ist das Kleid des Gedankens. So aber ein Mensch sich hüllen würde in ^Kleidungsstücke, welche verschiedenen Nationaltrachten oder Geschmacksrichtungen angehLren —, würde er da nicht dem Fluche ber Lächerlichkeit verfallen? Und wir wollten dasselbe mit der Einkleidung unserer Gedanken thu:1 und uns dadurch versündigen an unS ׳elbst und zugleich an der Reinheit und dem Wohllaut der deutschen und an der Keuschheit und einfachen Hoheit der hebräischen Sprache! Map ist jetzt mehr denn früher bestrebt, den Besitzstand der deutschen Sprache zu ivahren und zu mehren und gerade wir sollten diesen Besttcbungen nicht auch entgegenkommen, indem wir einer reinen Sprache unbefleißen? Die Zeiten und Verhältnisse, unter welchen unser Sprachgemengsel entstand, ,ind Gottlob vorüber und darum wolle» wir auch unserer Zeit hierin den schuldigen Tribut nicht länger vorenthalten und nur deutsch sprechen. Und wenn wir noch dahebräische rein und richtig sprächen! So aber, wie wir׳ dies« Sprache, die un» doch so heilig sei»