Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 37 (11.9.1890)
- Date
- 1890-09-11
- Page
- Seite 287 (sequence 7)
- Language
- German
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Möge diese» Beispiel echt h««anrrr Gesinnung den ^7 '.Indenfeinden in andern Gegenden de» geliebten Vaterlandes L J£8*׳״ wie der wahre Ehrist auch in dem Juden di« if Vienschlnwürde zu achten versteht. , Aber auch die jüdisch« Gemeinde hatte ci sich nicht > nehmen lassen, den scheidendcu Freund und Wvhithäter 7 durch ein Zeichen der Liebe und Dankbarkeit zu ehren. Tie Mitglieder oerselben liehen ihrem setcherigen Borstand»« "Präsidenten durch dep ,eiligen Gemeiudcvorstauv eine kunstvoll ausgestattete Dankadresse überreichen. Mbge Herr Spier auch an seine« neuen Wohnsitze irerselbcn Lieb« und Achtung begegnen, deren er sich hier in rfo reichem Maße zu erfreuen Haltes |N«(Kt4 Varl«,. 2. September. Der Nestor .und Hehrer de» frauzösiscken Rabbinate», Jsaac Tränet, Direktor de» NadbinerseminarS, ist vorige Woche gestorben. Geboren 1822 in Metz, erhielt derselbe in Merzig a. Saar bei Nabbi , Mosche Merzig den ersten talmudischen Unterricht. Rach Absolvirung der Rabbinerschnle. die damals in seiner Baterstadt war, erhielt er da» Rabbinat i» Besangon. Bald 'darauf vertauschte er da» Predigtamt mit dem Lehrfach, * übernahm die Stell« eine» Religionslehrer» in de« Lhceum w' in Paris und die Function eine» Geistlichen an den dortig« -Gefängnissen. Nachher, al» Adjuuct de» Sroßrabbiuert Isidor von Pari», übernahm er später nach dem Rück« .: tritt« de» Direktor» Mayer Lazard, die Stckl« de» Seminar« direkterein und trug die tolmudischeu Fächer mit großer Schärfe und außerordentlicher Gewissenhafchzkeit vor: er ist. der talmudischr Lehrer der meisten fraazüsischen Rabbiner, denen er die RabbmatSautorisation ertheilt. Er hat mehrere ־־’ talmudisch-wifstnschaftliche Abhandlungen verfaßt, die be« deutrudftr ist die über ״da» Leb« Hillelö." Rach dem Tod« Isidor'» wurde ihm da» Oberrabbiuat Frankreich« ange» trag«, da» er m Rücksicht aus feine iß» liebgewordeneu t. Wirkungskreise und seine» angegriffeneu Gesundheitszustandes . s. .abgelehnt. Er war Ritter der Ehreuleaiou. f". Freitag fand unter großer BHellignng sein Leichen« .-rbeaäuguiß statt, de» eine Feier im Seminar vorangiug, bei . .Melcher Za d »c Lach« die Leichenrede hielt: ans dem Fried- Hose sprach« mehrere Rabbiner nnd rin Schüler de» Seminar». Die Großrabbiner von Lyon nnd Bordeaux, sonne die Schwiegerlöhne de» Berstorb««», die Rabbiner . Hagenau in Pari» nnd Debrä in Rein«, folgt« dem Leichen« M iWaaeu ebenso desie» Sohn, Prof. Tränel an» Bordeaux. .Fried« seinem And«l«k -. Krrmischte «»d Ptuhrichl»». Maabrtnr«. Ans Grund einer tom Sxrrax be« D. z G. v. ¥. ^/-znsamMenhchellte« Lifte finb i» ge«« Deutschland IIS jüdische Jus-, rtsten t« Staatsdienste thättg, nndzwar in > re n ßen 8V, t» Beben f'׳«» Hambnrg Je S, in Betern 7, in Sechsen 9 nnd in bcn »eichölanden einer. De» Bange nach vertheile« sich bieselben wie feiet: "«Bei Staatsanwälte (beide in Beiern), ein Neichb^richtsreth, drei OberlaNbesgnichtsrLthe (3 in Hamburg, I in Baben), zwanzig Henbesgerichtsrtiche (t»ie Kreutzen, »in Beben, S in Beiern. Je einer in Sachsen und Hamburg), dreizehn «mt»gertcht«r»che ... -- - ' Landrichter, (8 iir ' * ' " je: tsämmtttch in Kreutzen), neun Landrichter, (8 in Preuße«, I in den l,'-Meichötanoen), ein Oberamtsrichter sin Bebe«), füafunostchztgAmts- :richter (SS in Preußen, je 8 t« Beiern, Württemberg und Veden, 1־ in Hamburg) und Mer.Handelsrichter (sämmiltch in Hambnrg.) — "Hierzu bemerk ein «ntistmitmblatt: .Wir ,weist«« deren, daß diese . Liste vollständig ist, immechin sind IIS jüdische «ichstr viel »u viel. nlena'4 ein Jude Richter über Lerchche stin. Dst «g der Juden an« dem Richterstande, ist ein^ wissen, «essen An»«en«ng dringlicher ist?) Geblenz, 4. Sep«.. Ben den!6000 Mart, »7lche die Kaiserin Mnausta leg »willig den hiesigen «ohlchätipkeitsanstalten vermachte, ertt auch die isr. Wtttwen- und Waisrnunterstützungskasst SO SM. Leder, «us der Zahl der Landidate» für Ae hiesige vaeanre Ohinerstelle find fünf zu Prabepredigten eingeleden. Svnrabend i 98. predigte Lr. Dr. Vreschne r, Rabbiner in Lamter. <ti folgen sodann die Rabbiner an» illkesche», Vurgkunftadt, Tarnowttz «. a. ^enndetm, 6. Setzt. Herr Ssadtmtb Reinhard Herschel, -sklZe-sicim HeGchck, >»WW» ». E». in Hochzeit der Stadt Mannheim den Besra g von Mt. OO.OVB für Be»« schöt»erung«rwecke zuoewstftn. Herr Herschel ist der Schwiegersohn M Herrn Synagogenrach» David Aberle hier, der ebenfalls am hewtige» Tage ein seltene« Familienfest und zivar de» -de« goldene» Ehejubiläum« beging. Herr Aberle lieh dies«» Familienfest nicht »erübergehen, ohne die hiesigen Wohlthätigkeitsanftalte» mit reichen Zn« Wendungen bedacht zu Heven. Esitzwege. De« hiesigen Tageblatt wird au» dem benachbarte« Frieda berichtet: In hiesiger Kirche wurde anläßlich des <9ede»k- »ege» »er Schlacht bei Sedan eine Gedenktafel enthüllt, welche die Rainen Jener Friedaer trügt, die den Feldzug 1870—71 «itgelämpst. Zufällig befindet sich unter diesen Kriegern einer mosaischer Konfession, dessen Rame jedoch aus Beraelassung de» Herrn Pfarrer Schanm» derg keinen Platz aus der Tafel fand! Blenkentzeentze» (Belgien) 7. September. Am gestrige» Sabbath .fand i« velsaelt de» Hotel Meyer die feierliche Einweihung einer von den hier weilenden jüdischen Kurgästen geschenkte« Thor« statt. Der auch ald Kurgast hier anwesende Lehrer und Prediger der Syra- «penoen zur «Kiajanuna einer wurmgen wunorrcaoe uno lonfliger gottesdienstlicher Gegenstände gemacht. v. VeetzbneH, s. September. (Or.-Eorr.) Unser Baterlanh wurde in der jüngsten Zeit von schweren Gchicksalsschlägen heimgesucht, mächttge Jeuersänlen haben blühende Städte zrrstöN und auch unsere Synagoge eingeäscher». Und in der Roth kommt der vielbekinmte Philanthrop Baron Hirsch un» zu Hilfe, er hat ein wahrhaft fürstliche» tseschenl »ou ISU 000 «ulten den Brandbeschädigten gewidmet, ein Akt der Humanität, der umsomehr überrascht, al» ja der Philanthrop seit einer Reihe von Jahren für die Armen der unearifthe» Hauptstadt ohue Unterschied der Eonftffio« alljährlich ISO OVO «nlden heroiebt. Gneis. In der Sitzung der frenzSsischen .Akademie der Wissen» schäfte»-' vom 98. August ke« ei» Schreiben be« italienischen Vesandte», General» Menabree, zur Verlesung, durch welche« diese Körperichsft eingeladen wurde, sich aus der demnächst 1» Rom stettfindende» ikou» ftrenz zur Feststellung eine» Weltmeridians' vertreten zu laffeu. Um keine Ration zu verletze«, wurde der Meridian von Jerusalem in Borfchlag gebracht. Ailt der Annahece diese» Merldien» werde« sowohl KacholUen al» auch Protestanten und Mohamedaner einverstanden sein. Dkaeseiile. Herr Eduard Mayrargne«, ein Glaubensaenoge von hier und Hauptredaeteur der .Gazette dt Benizia-, ist zum Ritter vom Orden der italienischen Krone ernannt worden. Herr M. hat al» Seeretär de» Organtinttons-Eomitee« de« jüngst in Venedig abgehaltenen internattvnalen Kongresse» wichtige Dienste geleistet. Lvndv«. Bei der gestcigen EinwetPlna der neuen Synagoge zu Hammersmitt saate der Oberrebbiner Dr. Adler, er habe Rach-, richte« ans ^uverlässtgster Quelle, «eiche keinen Zweifel darüber lasse», detz trotz aller offiziellen Ableugnunge» — eine große Zf« de «»ersolgung in Rußland geplant und bevorstehend sei. (Auch wir habe« Pcivalmttthrtlungen au» Rußland erhalten, Me Ovtges bestätigen. Die betr. Gesetze gegen die Inden find mit Umgehung de» aesesst gebenden Staawrnth», der sie nicht genehmigt hätte, durch de» Minister de« Kaiser zur Bestätigung dargelegt worden.) Lvndv». vir könne» au» glaubwürdiger Quelle berichee», daß Dalto», welcher auf de« Rücken von voulogne nach Koke«toae schwamm, ein Jude ist. Sr gab jüngst in eine« Schreibe» an ei« bervvrragende» Mitglied »er Gemeinde sein Inte reffe für sein« Gianve »sgenoffen zu erteanen. SnlvnUßt. Durch den groben Brand, der 1000 Gebäude ein- »scherte, find 90 000 Einwohner «bdachlo» geworden, darunter sehr viele arme Inden. Die Juden, welche hier hie »eiste» Handwerker und h« Dienst im Haft« verrichten, stelle« euch die Feuerwehrmänner. Ihre Umsicht and Tüchtigkeit wirb in den Blättern gelobt: aber e» sehlt don an einer die Stadt durchhuetende» Wasserleitung, darum nahm da» Feuer bei de« stark wchenden Winde so große Dimensionen au. . VHUadelpßta. Ein neuer Verein unter dem Rame« jüdischamerikanische Allianz«, zu dem Zwecke, unter den russischjüdischen Einwanderer« den Ackerbau und damit verwandte Gewerbe zu {Bibern, ist htelelbft «rganisirt word-n. Man hvfft, dnrch bieft Organisation die Einwanderer gegen die Gefahren und Beschwerden, welche die Existenzfrage in b»׳ Küstenstädten und t« Inner» de» Lande« t« Gefolge fet, zu scl-ütze». Al« Beispiel solcher Gefahten, welchen die sremden Ankömmlinge auögefttzt sind, wird auf den in Henrie« Lounty (Virginia) an einem jüdischen Haustrer begangenen Mord binar wiest«, .gewlsh Meffengerschreibt, daß wenn irgend Jemand eine» Schutzengel» bedarf, e» feer arme jüdische Einwanderer ist, welcher an den Küsten Amerika'« landet und nach knrzer Beschäfttgung in den große» Städten stin vrod auf der Straße suche» muß. GAAe» Erennde« einer ausgezeichneke» Gigarrr empfehle ich GAau« eigener, praktischer Erfahrung als beste Bezugsquelle da» Ber sanbtgeschäst von Zimmer» Fürstenwalde betBerltn. Die gerankte Firma hat sich durch ihre SvUdität einen -anz besonders gnk Ruf erworben. JbrGeschüstsprinzip ist: Veste Woare bet billigster Preisstellung nnd durchaus reeäer Bedienung. Ich bin überzeugt, daß ein seder s wirst. f'S' l rmch eil Mfr'ij trenn Luude her Kt-um V«qtb.{£A*^«