Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 37 (11.9.1890)
- Date
- 1890-09-11
- Page
- Seite 282 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sitte Nettj«tzrA««hmt«g. 9a* KaWinn Lr. Tiuger-Loblenz. Zwei Jahrzeh iw sind vergangen, seitdem jene großen Er«; nifie sich vollzogen haben welchr au» den mit rlemenrarer Gewalt vereinten Deutsche« St imme« eia geeinigte«, mächtige«, achtunggebietende« deulscheS Reich geschaffen haben, und wiederum habe» wir den Tag — 2. September — 6c» sonde s gefeiert, welcher den Anfang vom Ende jene« großen Striepes bezeichnete. Doch wie, wird mancher Leser fragen, soll die« eine Betn chtung für Rosch Haschonoh werden, für das Fest, welch-s, wie kein andere«, un« auffordert. Einkchr in unser Inne rza Hallen, und de« Wahlspruch trägt: ״Frieden, Fried in mit Alle», mit den Rahen und Fernen?' Geziemt es ix., geschichtlicher Begebenheiten zu gedenken, welche einem ־SBolfv, zu dem auch Glaubenibrüder gehören, Wunikn ge- 1'chlas.en, welch« noch nicht vernarbt sind, und derrn Ber- Herr! chung geeignet ist, jene Schläge wiederum schmerzlich sühlbir zu machen? fün tieferer Einblick in den Wochenabschnitt und die dazu gehörige Haphtarah des letzten (sabbatheS — in Berbindung mit der Erinnerung an jene glorreichen Tage — soll uns zeigen, daß die ewige Geltung der?ehren unserer - hl. Schr. sich wieder bewährt hat, soll die Widerstrebenden ermahnen, sich nicht vom Uebermuthe, oder vom leidenschaftliehen Drange d«S Moment« beherrschen zu laffeu, soll endlich zvm neuen Jahr un« mit der Hrffnung beseelen, daß der Gott, welcher jene einzig dastehenden Tage geschaffen und hat werden laffen, nicht nur ״ein Gott der Berge', sondern auch der friedliche« Thäler ist, in denen Icker sitzet ״unter seinem Feigenbaum und unter seinem Wein; stocke", und Jedermann sich ruhig de« Segens seiner redlichen Arbeit erfreue» kann, ungestört von dem Haß, der Habsucht, dem Neid und der Scheelsucht der Niedrigdenkenden. TS brauchen nicht die ״ältesten Leute* zu sein, die sich der Zeit erinnern, in welcher «» nicht genügte, sich al« Deutscher zu bekennen, und jedem Patrioten die Echamröthe in« Gesicht schlug, wenn ihm noch die ergänzende Frag« vorgclegt wurde: .Bist Du «in Prentze. ein Baier,«. s.».?" — kam die Zeit der Noch, al« ei» fremder Herrscher seinem grostrn, ländergierige« Ahnen, welcher di« Zerrissenheit der Lev sichen und europäischen Staate« für seine Eroberungen nn« nützte, nachahmen wollte. — da ergriff jener GotteSgeist, den Jesajas in der Haftara schildert, Süd und Nord: .sie drahten ihren Reichthum, ihre Söhne, welche chre hörige anführten,' und der Erfolg krönte ihre Selbstlosig» keit ihre Hingabe an das eine groß« Baterland; e« er» füi'te sich da« Wort der Sidra: »Gott wird deine Feind« gebt», die wider dich aufftehen, geschlagen vor dir. Auf einem Weg« werde« sie autzjehen gegen dich und auf sieten Wegen fliehen vor dir.' (Deut. XXVHI, 7). — Seitdem war Deutschland unbrzwinglich. der deusiche Rane zum Stolz, die oeutschen Heldenthaten und. Errungen» schabten zur Signatur de« Jahrhundert« geworden. Auch gegen da» Judenthum erhob der Erbfeind — welcher, wie seine Vorgänger im Mittelalter lüstern ist auf v'\ ״rch Sparsamkeit. Fleiß und Nüchternheit erworbene rrdc r ״■• ־:;( de* Juden — wiederum sein Haupt, die Räder der alten Folrervidschinm wurden'mit aems^HMH geschmiert, man beschwerte sie mit den Lasten der Berleum» düng und der Berkleinernng und ließ ihnen ihren Laus, damit sie mit ihrer Wucht recht viele edle Leime in Israel zertreten. ״Di« Juden bcherrscheu die Presse' — schreien sie — .legt ihnen 'Daumenschrauben an!'-- ״Sie huldigen dem Forsichrstt, de» wir so sehr verabscheue«* — rufen sie — ' ״hinein mit ihnen in di« spauische« Stiesel, weiche ihr geistiges und materielle« Fortkomarea hindern sollen!' — .Sie wollen ihre« Kindern, aller Opfer ungcschent, eine bessere Erziehung geben, damit der eine oder der andere von ihnen mit un« au« der Schüssel de« höher« Beamte» ■ thumS «sie» könne' — bochrcn sie — .rasch, eine Tnquett über die hsheren Schulen her. welch« denen aas di« Nägel brennen soll, welche am Sabbath keine Schreibseder ergreifen und un» dennoch zuwellen voran« sind!'-Der Jude soll zufrieden sei«, wenn er un« beim bteuerzahlea gleich» gestellt ist, unsere Bedürfnisse befriedige» Hilst, »nser« Be» amt n mitbesoldet.. . . aber deine Lidber, deine Beamten, deine CultuS- und Eulturbedürfnisse — ja, Jude, da« ist etwas Anderes! Und wir? Habe« wir von Preußen-Deutschland gw lernt wie man wohl getrennt marschieren, aber doch vereint schlagen kann? Leider nein! Wir können uns immer noch nicht einigen, ״hie Orthodoxie, hi« Reform* ertönt «naushSrlich der Ruf — leider ist« ein Kampfruf, den wir gellend in die Nacht hiyauSschreie«, so dem Feind unsere Stellung verrathen, und aus die Schwächen und Blößen in unserer eigenen Mitte hiaweisen. Wann wird die schöne, alte Lehre durchdringen: אלו וארו דברי אלדדם ח״ם? Jeder meint e« redlich, wenn «r nach seiner Uckerzeugung toitft und handelt; lass« man doch Jedermann in seinem Berufe, auf den Gott ihn gewiesen^ arbeite« für dasjenige, wa« Allen heilig ist. Was göttlich ist, muß bestehen und wa« vergänglich, kan« den aklge» «einen ׳Gesetzen der Natur nicht entgehe«. Möge her Schofarton — wie vor 20 Jahre» die Kriegsdrommete — unS zurEintracht «ahne«, zur Einigkeit dem äußeneFeüttz gegenüber, dann wird un« der. mächtigste Gegner, ob er im Palaste wohnt, oder in der gesetzgebenden Sörperschast sei»«» Sitz hat, ob er vom Katheder herab spricht, »der in wüste» Versammlungen sein« Ssimme erhebt, nicht« anhabe» könne»; es wird nntf muß sich erfüllen — und die ErfüllMg hängt von un« ab — wa« Jesaia« weissagt: ״Der Klei» wird zum Taustnd und der Geringe zum mächtige« vblk; ich der Ewige, zu seiner Zeit werde ich e« schnell vollbringen!* Da« walte Gott im neuen Jahre! — 3ft die Predigt H««pt «ttd «Utelptttttt de» jüd. Gottesdienste»? von Rabbiner vr. Nothschtlb. Mit Vieler Müh« hat sich die Predigt zum BedürkaiK de« jüdischen Eultu« erhoben, al« ein integrirender, uaerläß» licher Theil deffelbea wird sie allgemein «och nicht anerlannt, selbst in den größte« Gemeind« nicht, obwohl sie in den ' kleinsten Gemeinde« beliebt ist. Regelmäßig bei jede« sabbat? licken Gottesdienst finde» wir die Prckigt äußerst selten .׳* srlvst wenu wir die abwechselude» SchristerAär»»WLHGüü«M * Exh»rtattm»e»mü dazu rech»e» «ud <«^Z»MA^