Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 31 (31.7.1890)
- Date
- 1890-07-31
- Page
- Seite 239 (sequence 7)
- Language
- German
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mit acht Xtgtn Stubenarrest begnidig« »ait;־ — kur, nach Btt• (taM«tn1 dt» kcim^er'chtlichen Uttheil«. (Dt. F. httte mit de« Nesereudar S. zu Wietbadeu tia Pistole,duell wege» eiaer btltld'gtudt» «utisemistschea Aeußerung de« Letztere» und war verwuadtt wordeu.) Weilt »ra. Da» Hitfiat BezittSrabbinat ist inte-tmistish dt» 'Herrn VezlikSraobiaerDc. M Silberstein iu WieSbndm übertragm «ordta. Remeez 24. Juli. Dt sin» 25 I ihre htr, daß unkt «ster Budrarzt Herr Dr. I Berg, Schwigtt dt» unoergeß'ichen Sftnifet» Ludwig Xämbe, fttat Amt httr aaj-tTtten hat. Stint Patitatt» Huben t» sich nicht nehmen lafftn, ihm durch llebecreichuug tint» pruchtaolle» Pokals und ttntr unmdlichea Bltmm'üll« sowi! durch tia Ständch!» ihre Muerkmiuug stintr so übtrau» segensreichen und erfolgrttcheu Thätigkeit «!»zudrücken. Daei». Dir Akademie dtr Jaschrist-n vtrlith Salomon Rtinach, dt» Btrfafftr dtr Arbtit übtr d:n ,TituSbogm" tint trstt Mtdiillt für sttnt Schäologisch« Arbeiten. — Dtr Pastdirettor Lribourg ist zu« Smeraliaspector dtr Post uad Telegraphei traanal. — Gelegentlich bt» Rationalseite» vom 14. Juli wurdtn »thrtrt J»raeli«en ln Civil- und Militä!stellen zu M tglieder dt» Ordta» dtr Ehnaleg'on trnannt. Wart». Dtr ,Figaro" vom 6. Juli tnthält eine» Artikel: .Dtr strasdartKreuzzug gegen dtn Aatisemiti»mu»" von Madame Ssveriae, tlatr Schrtstfttlltrln au» dtm höchsten Gesellschaftskreise, weicht «egen ihre» aufgtll»rtta Geiste» und ihrer edlen Besinnung allgemein bekannt ist. Dari». Da» jüdische Wohlthöligkeiltllomittt unserer Stadt chatte im vergangenen Rechnungsjahre eine Ausgabt von 287,630 Franc» und zwar in Folgt dtr zunehmende״ Bedrückungen, welche unsere -GlaubenSgeuossen in verschiedtnen Ländern zu erfahren hatten. Loudo». Au» Buenos-Ayrt« wird durch maschinelle Ei»vorrichtung gtschlachtttt« Ochlenfltiich hicrhergtsand». Da der Billigkeit diest» Fleischt» wegen die Ardeiterbeoölkerung dasielbe sehr begehn, so hat eine Aktiengesellschaft zwei'von dem Rabbinate autorisirte Schichter »ach Buenos-Ayre» gesandt, um die rituelle Borbereituug de» Fleische», da» Schlachte», Koschermachen und Eiasalzm de» Fleisches zu besorgen. Zu Mine eine» Etraßenvicrtel», wo viele Israeliten wohnen, wird eia solche» VerkausSmagozin sür da» rimelle Fleisch erSffaet. stkiga. An dtm hiesigen Polytechnikum haben in diesem Jahre 60 Studmten ihre Studien vollendet, darunter 20 Z-raeliten, van denen 4 in der chemisch-technischen Adtheilung mit Auszeichnung. Wilua. Hier sunctioniren 92 Arrzte da.-unter 30 Israeliten — in ganzen westliche» Gouvernement nur 34 Aerzte darunter b Judm. Dwausta. Sie». H arri» L. Price veröffentlicht in eine» hiesigen Blatte «iaen beredten Pio'eft gegen die tu unserer Stadt ge- »achten Versuch«, die Jude« zu« Christenthum« zu bekehren. Er schreib», daß da» Judenthum die Seligkeit nicht vom Glauben, sondern von der That abhängig mache. Der Herausgeber de» Blatte« spricht von Herrn Price al» dem ,frelmüthigen und ausgesprochenen Pastor der Ewansear jüdischen Geweiade." Iu einer Sledactionsnote wird des 'Beittage» erwähnt, welchen Dr. Adler den» ,Hospital-Suaday-Fund" al» eia Zeichen de» warmen Jnterefl », welche» die Juden für die all- -gemeinen Lohlthätlgkeitsanstalten bekunden, überreicht«. " Bagdad. Eine hiesige Jüdin, Frau Kha»ma, beschäftigt in chm Fabrik 600 jüdische Frauen und Mädchen. Ja derfeloen werden Stickereien für Decken, Vorhänge u. s. w. angesentgt. . Thina. Im Dienste der chinesischen Regierung steht ein öfterreichischer Jude, Herr Sigmund Rosenbaum. Derselbe ist Zoll- «inuehmer in Amoy und Bersaffer de» chinesisch-englischen Jnd-x zu Dr. K. Porter-Shmiih's ,Ratarra Ickoäio» ot 6lüna". Herr Rosenbäum ist im Begriff, nach einer 23 jährige» Abwesenheft von seinem Heinatlaude demselben jetzt einen Besuch abzustatte«. lkhiua. In einem von L Bena», de« neuaewählte» Präsidenten de» ^Literarisch-philcsophischen Vereine«" zu Ltverpol gehaltenen Vortrage über die Ethik uad Poesie der Chinesen, kam der genannte Gelehrte auch aus die Juden in China z« sprechen und es ist in der Dhat eine merkwürdige Thatsach«, welche er berichtet. In China haäen die Juden erreicht, wa« thne» bi» nun nirgend» Gelungen ist: sie haben sich volständig assimiliert. Die Juden von Kai-Furig-Fao, welche schau in vorexilischer Zeit dorthin gelangt sind, habe» ihre altehrwürdigen Gebräuche vollständig aufgegeben und unterscheidensich gegenwärtig tu Sitten und allgemeine« Betragen durchaus aicht von ihren chiaesisthen Mitbürgern. Sie sind vollständig Chinesen monotheistischer Welt» «rschanuug und erfreuen sich unbedingter Religiontsreiheit uad bürger» licher Gleichheit. M«»»V»rk, 2b. Juni. Au» ein» von Herrn Hermann Rosenthal in der .Newyorker Staat»-Ztg." veröffentlichten Tabelle, welche ««» den Büchern der EinwanderuugS-lkommission zusammengestellt ist, ergibt fich, daß die Einwanderung russischgischer Jude» seit dem Anfauge diese» Jahre» abgenommen Die Zahl betrug 1887/88 im Durchschnitt monatlich 1734, i« 1888/89 1331 und 1089/90 nur noch 1117. Wie Herr Rosenihauptet, hat sich die Qualität der Immigranten bedeutend »er- , indem der Prozentsatz der Huadwerker und der nach den west- Stauten direkt abretseadeu Einwanderer beständig zuuimmt. Wa» die Nützlichkeit der russisch-polnische« Juden al» Einwanderung»- klaff« betreffe, so glaube er behaupten zu könne», daß sie, uach den Deutschen, vielleicht da» nützlichste Material bilde«, indem sie eia Musterhafte» Familienleben sichren. nüchtern, arbeit»lustig uad svarsa« feien und sich erstaunlich rasch iu die gegebene« verhältaiffe hineinlinde», wobei fast alle Kinder die »ffentlichen Schulen, «der auch »»her« Lehranstalten besuche» und sich schoa nach kurzer Zeit ameri» kaulfirte». Da» einzige Unsympathisch« in Charakter der russisch» dalnischen Jude» sei vielleicht ihr, historisch verehrbarer, Hing zun Znsammenlebe» i« Ghttt«. doch würden vou den deutsch!« und ameriionischen Juden grohe Anstrengungen gemacht, sie aus den Downtown- Vierteln, sobald al» sich irgrnd thun läßt. »ach kleinere» S ädtea und auch auf Karmen zu bringe», und e» sei keia Grund vorhanden, zu bezweifeln. daß sich auch diese sozial-ökonomische Frage zur allgemeinen Zufriedenheit löse» werde. Jed.'nsall» wäre e» sehr unrecht, di« russisch-polnischen Juden al» eine schlechtere, »d:r gar mit Tartareu vermischte Raffe zu bezeichue». NeMavk (Amerika). Am 12. Juni fand Hierselbst auf Eia» ladung der Mitglieder der baptistischen Paddia-Kirche eine zahlreich besuchte Versammlung von Juden und Christen statt, aus welcher letztere der jüdischen Gemeinde für die unentgeltliche lleberlaffuaz der B'aei Jeschurun-Syaagoge während der 18 Monate dauernden Renovatio» ihrer Kirche den Denk abstatteten. Sogar die gebotene Entschädigung für Heizung uad Beleuchtung wurde vom Sqnagogenvorstaade zurück» gewiesen. In Anerkennung solch sreundlichen Entgegenkommen» schenkte die Baptisten-Gemeinde dem Rev. Herrn Leucht, Rabbiner der jüd. Gemeinde, ein Prachtexemplar der ,Enehclopaedia Britannien". Daß unter den Mitgliedern dieser beiden Gemeinden da» herzlichste Ei», veruehmen herrsch», verstehl sich hiernach von selbst. Ehieaao. Ja der Juliaummer de» hier erscheinenden ,Arena" veröffentlicht Herr Rabbiner Schindler einen gediegenen und unter» haltende» Artikel ,Bismark und seine Zeit". Der gelehrte Rabbiner, welcher den größte« Theil seiner Zeit iu Deutschland zuaebrach« ha», giebt in dem Artikel eine genaue Uebersicht über die politischen Verhältaiffe Deutschland» von dem Tage, an welchem der efferae Kanzler zu seiner Macht gelangte. Brasilien. Ja Rio-Jaaeiro wohnen 200, in Bahia 50 und nur wenige 1»c. Glaaden»geaossenin Peraambuca; in der erstarn Stadt befindet sich eine jüdische Gemeinde. Unter de« Kaiserreiche war die katholische Religion Staatsreligion, die andern Religionen waren nur geduld.N: seit der Verkündigung der Republik sind alle Cul'e gleich, w!S eine« bedeutenden Aufichwuug hervorbrlngen muß. Ciurtuuatt. Als Setteuftück zum Anmergauer Passion», stück bringt der ,C>ncinnatu»-Orden" nächsten Monat (den 10. August) zur Aufführung da« große Spectakelstück: Mose» in Egypten, freilich in viel größerem Maaßstave und höherer künstlerischer Au»- stattung. al» diese» tu de« kleinen Ammergau möglich ist. Die Bühnew'.rd sechshundert Faß Länge und über vierhundert Fuß Breit: ein» nehmen. Der Maler Johann Rettig HU letzten Sommer in Egypttn Studien gemacht uad wird in den Seenerie» ein neue» Kunstwerk vor» Publikum bringen. Proseffor Gerold, der mit der altjüdtschen Musik wohl vettraut üt, wird den Riesenchor und da» Ballet entsprechend schulen. Die Krieger, Priester, J«raeliten uad da» andere Personal wird «eistea» von den Turnern dargestellt. E» wir» ein riesige» Drama mft alle» Mitteln der Kunst durchgesührt, das vor der Hand zwei Monate lang jed» Abend in Cincinnati zur Aufführung gelangen wird und dann (wie die srühera drei Dramen diese» Ordrn») durch de» berühmten Lheaterleittr Jmrt Kiralfi die Reife durch» ganze Land antreten. Süd-Afrika. Johanniiburg, im Juni. In der ersten Woche diese« Monat» wurde zu Gunsten de» Synagogendausond» Hierselbst ein Bazir und eine Sunstautstcllung in den Räumen de» Amphitheater« eröffnet. Dieselben stehen unter Prmeetion de« Oberrichter« und anderer hervorragender christlicher Persönlichkeiten. Da» Festprogramm zur Eröffnungsfeier war sehr retchhgftig und gewählt, ebenso die Au», sielungsgegenstände, welch« England und der Lontinent geliefert hatten. Die hiesigen jüdischen Schulen wurden ebensall« unter Aussicht der hebräischen Unrerrichls-Commission eröffnet. Director ist Rev. M. L. Harri», Geistlicher der Gemeind« und Vicedtrector Herr Jacob Poseuer» bisher Lehrer an der jüdischen Areischale zu London. Der Prosamrnterricht wird nach Voischrtst der Bestimmungen der Tran», «aal» uad Cap-llniversität ertheiu »ad der hebräische Unterricht nach deu Bestimmungen de« ftl. Chiefrabbi vom Januar 1889. Musfische». Gegen die Juden ln den Provinzen gelgagt gegenwattig eine ganz eizemhümliche Rechtspflege zur Anwendung. In Odessa erließ der Stadthauptmaaa Selenoi eine» Tagesbefehl, daß Juden, welch« sich an öffe ulichen Orten irgend eine llnrhrerbietigkttt oder eine Beleidigung gegen Jeminden zu Schulden kommen lassen, aus administrativem Wege zu bestrafen ftiea. — Aehaltche» ord» aeie der Gouverneur von Mohilew an. Al» deffea Circular iu der Kreisstadt Mstislawl eintraf, berief der Kreis-AdelSmarscholl Fürst Melchtschetti die angesehnrsten Juden in'» Städtchen und eröffntte ihnen in Anwesenheft der lokalen Autorftäten, ick Rußland existirttn außer den StaalSgesetze» auch administcattvc Vorschttstea; einSircular de» S auverneuc» übettrage ihm wfttgehead« Vollmachten, und demgemäß setze er sie in Keantniß, wenn die Juden nicht aufhöre» würden, den Anstand zu verlrtzea, wenn nach wie vor frech uad dreist ihre Kinder auf dm Strißen lärmtm, so würden die Schuldigen ohne Rück sich׳ der P.-rson öffentlich gezüchtigt werden. Der anwesende Staatsanwalt fügte hinzu: ״Wir werden sie einfach aus dem Murklc durchwnlken lrffml" Der Adel»- marschall wiederholte die» und fügte hinzu: ,um eia Exempel zu statuirea, würden die augeseheastea Juden herauSgegttffea werden, und da» bei de» gettuzsteu Anlaß." (tlild da wandert «an fich» wer» sich unter den Rchilistea auch Jude» befind«!) - .