Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 31 (31.7.1890)
- Date
- 1890-07-31
- Page
- Seite 233 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 81. PiVkdnv•, Bl. Hali 1890. I»tr! UL. ♦ 4♦ eine nNsemeine Zeitung des Judenthums. 777 7—. ..׳ ׳״77־ :—q> «- I ■Mratlttk rriO<iRl 1( rtac b־׳T J1«41»rö«i11>>,m »!•■ווו••. 1יT«»l•“ ». kr* jHtt.rat ■*kl *Ha“. CM* fti •Ir *ritfUHtn kd alra (Jdtämtmi ..•uaikaaktira-di dr«l Mark M«drtt*l״L ■tt kittete< Anteilkun,: (Iktliit U Start. e»ch kr» KaKankr: 16 »t. Oft., «Are*.. 6 ML 4 Sailarl). tt» .P»ch»a,6»»tN' *Kt.faariM*aMatt' (•kn e »8t t ttratarklttt*) loftrt: > park 9a Ufa. Mcttriiatrtuk. Heransgegeben von Rabbiner Dr. Wk. Wahmer in Magdeburg. Jir tD1|r|(it, stecht 11k ftiikt■! 9«rtv«t1 für die. Israeli Ntche «sch evs^elkr׳ rnr Hir dar.IÜdiicheLitreratvr-Vlst l* die ntln^rfraltene Bet!thetl« soer dere« »as» iE P5. sind entweder durch die Vitnancr«» *mbltlonnt vo« O* X«. Dtub• (SeOo^ rtudolf Mot»». fla««en»ttlz1di Vogler b. A. oder btrecretnvr enden an r Pt» CtrikHi»« vor .,Varaaut. Wach»», schäl N“ hi Wa,v»k»r, Lettenve Vrtiftl: Dir Einigkeit in den Gemeinden — Zur Lag« der jüdische» Echulamlskandtdaten- Bon A Waldauer. , Bericht« und worrelponveiiHni Dentichlana: Magdeburg. Berlin. Schlehen. Eulberg. Rinteln. München Frankreich: Pari«. Bari«. Rußland: Petersburg traischau Warstau. Warschau. Lublin. A« e r ika: R w-Uott SIncinnaii. Palästina: Jerusalem vermischte »nd neueste Nachrichten» Magdeburg. Berlin. Berlin. Breslau. Nönigsterg. Bandsburg. Wiesbaden. Weilbürg. Rtmery. Pari-. Pa is. London. R ga. Wilna. Lwanien. Bagdad. Ehina. Rew-Aork. Rewark. Lhicago. Brasilien, llincinnati. Südafrika. Russisches. Inserate Nachdruck ohne vollständige Quellenangabe untersagt. Wochen- 16-1 «t 1890 1 iw. 5650. j Aatender. Donnerstag . . 30 14 Frrttag . . . 1 15 Chamischo oasor. Sonnabend. . 2 1t> ואתחנן Sch.Nachmu(8,87.) Sonntag. . . 3 17 P. 3. Montag . . . 4 18 Dienstag. . . 6 19 - Mittwoch . . 6 20 Donnerstag. . 7 21 Die Einigkeit in de« Gemeinden. Und ich werde ihnen grbcn ein Herz und einen Weg, mich zu ehrsürchten alle Tage zum Heile für sie und ihre Kinder nach ihnen. (Jeremias 82,99). Das Judenthu» hat so gut wie gar keine gesetzlich pxirte Gemeiudeorganisation gehabt und doch hat fich zu alle» Zeiten da« Bedürfniß herausgestellt, die an einem Orte wohnenden vekeuner de« Judenthum« zu einer rin» heitlichen Gemeinde zasammenzuschlteßen. «rst die Ber» treibung der Juden au« Spanien, infolge deren ganze Ge- »eiuden sich an fremden Orlen uiederließen, wo die gölte«׳ dienstlichen Gebräuche von den ihrigen abwicheu, brachte darin in so weit ein« Lendrrung hervor, daß die Neuan» gekommenen, ohne da« Bewußtsein der Zusammengehörigkeit mit ihren andern Glaubensgenossen zu verlieren, fich zu abgeschloffeneu Gemeinden organisterten. Innerhalb dieser Grenzen aber war rin obligalorischer Gemeindrzwaag. auch wo kein staatliche« Gesetz ihn sanctionirte. Erst unserem Jahrhundert blieb e« Vorbehalten, die Spaltung der Ge» wtindea actaell zu machen. Man wende nicht ein, daß die Lruderuugen i« Gottesdienste daran schuld gewesen seien, denn eine verschiedene Auffassung religiöser Dinge hat zu alle» Zeiten im Judenthum bestauben, ohne daß man darum da« Bewußtsein der Zusammengehörigkeit verloren hätte. Zwischen den Schule» Htllel« und Schammai'«, waren ein« große Anzahl von SesetzrSfragru strittig und trotzdem wird ihnen nachgerühmt, daß sie in der Praxi« fich al« gleichberechtigte Bekenner de« Glauben« Israel« betrachteten »nd der Talmud zieht an» ihre« -einseitigem Berhaltea di« allgemeine Sehre, daß »temaud ans seiner Meinung beharre. weil auch ״die Väter der Welt" nicht beharrten auf ihren Worten. Luch im 18. Jahrhundert hat der Streit um die Kabbala, der in dem Kampfe zwischen Jakob Emden und Jonathan Eibenschitz acut geworden war» einen großen Theil der deutschen Judeuheit in zwei Lager gespalten, ohne daß e« dem einen Theile eingefallen wäre, den andern au« dem Judenthum auSzustoßen. Erst in unser» Tagen wurde da« Gemeiudeleben durch den Parteigeist vergiftet. Am meisten Schuld trägt daran die orthodoxe Principienreiterei, welche sah, wie fie immer mehr an Boden verlor und glaubte, daß fie fich nur retten köuue, wenn fie ihren Gegnern Krieg bi« au'« Meffer verkündige und darum die gedankenlose Menge, welche die Principieareiterei für Lonsequenz anzusehen gewöhnt ist, durch nimmer müde Kampfeslust zu gewinne» trachtete. ן Sie schlugen dasselbe Verfahren ein, durch welche« die! Schrecken«mänoer der franzvflschen Revolution ihre Popolarität erlangten und ihr Wirken war auch nicht minder gefährlich für die religiösen Gemeinden, indem fie da« Band der Einheit lockerten und in manche Gemeinde den Keil der Spalrung hiueintriebeu. Wir brauche» Einigkeit iu unseren Gemeinden zur Erreichung derjenigen Zwecke, welche alleuJuden gemeinsa m find. Wir müssen miteinander einstehen für Erweitern«»- der politischen Rechte, soweit Gesetz- oder RegieruugSpraxi«, oder gesekschasttiche« vorurtheil dieselben einschriukt. Wir brauchen Mittel zur Erhaltung wohlthätiger Lustalteu, zur Förderung der Mischen Wissenschaft uud zur geistige« Hebung unserer Glaubeu-geaossea in jene« Ländern, die in materielle Roch versunken, de« Namen de« Jndeuchum« unverbieote Schmach anhefte». Lnf der ander» Seite ist