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Israelitische Wochenschrift · 1890-07-24 · 30 (24.7.1890) · p. Seite 225

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
30 (24.7.1890)
Date
1890-07-24
Page
Seite 225 (sequence 1)
Language
German
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Mtim. M st. 94. $*li 1890. eine allgemeine Zeitung des Judenihums. . . . _-:-» «--- SMentltR rtlfet■( |t (tat Na« rer Vr JPaRea rÜ|«if t“, ke* nfaail II *M■ fTilU" a. keajnttavatsaklatt•". «teil für tlc InliWIf* ket •Ire Uaüümiern «. NaNkaaktaa-ea dral^&ark Dlrrtrilliii[. Mit kittete 1 Aalen dang: lltzrlich II Marl, >ack ke» »aklaake: I« »I. (8808«»., a «kl4 ״ tmtax*). Sie .W»ch»«|ch»M» ■lt ,faatUUaklaM (.11 t^l 11 e 1 •J ark l t»O.feftet 1.Stttee.t« > |HB»k •5 Pfg. aterteljikrllch. Herausgegebea von Rabbiner vr. M. Htahmer in Magdeburg. Fir DIatzehelt, -echt aa» fcieftei! laneale rat kte.Israektitliüe CBadcafdrtft* me HU ks< .güktlNeSilteraiar.Blatf Me Hetagrlaattcae »ttUjeüe «Mt deren Raa« M 0f. Irak entneket kurd kte (u«m> VogltM. «. oder 51tätectneacakca an: Pt» aeiekitlea k«jJmmW. Wach»«- I» Maakeka», Intzntl: SaitfUtf «rtiftl: Die Zerstörung Jerusalem« durch Tituö t« ihrer Bedeutung für den. Fortbestand des Iudenthums. lieber den Unterricht in jüdischer Grsivlchie in der Volks» und in der Nettgioasfchule. Bon Landrabbioer Dr. Buttmann-Hildesheim. Berleht« «nd aoeresponoenzen: Deuifchlans: Magdeburg. Berlin. Hannover, ktraßburg (G saß). Hamburg. Memel, vüriburg. Grohbritannien: Lambridge. lvornetscht» ««d neueste Machrtetilent Berlin. Dortmund. Gießen. Aus Ariedberg. tkaffel. Aus Ostpreußen. Lüneburg. Königsberg. Reichenhall, Stuttgart. Darmstadt. Wien. Paris. Paiis. Athen. Italien. Maroeco, Algier. Au» London. Palästina. Ackermann (Beflarabien). New - Uaik. New - Uork. St. Louis. Inserate-_ MT* Nachdruck ohne vollständige Quellenangabe untersagt. *MW Wochenkill. 18SV. In. b6b0. Kalender. Donnerstag . . 24 7 Freitag . . . 2b 8 Sonnabend. . 2« S דברים sch.ch»»on. (8,5a> Sonntag. . . 27 ro Fasttag Tischo b’Ow. Montag . . . 28 11 Dienstag. . . 2» 12 Mittwoch . . so 18 Donnerstag. . 1 14 Di« Zerstörung Jerusalems durch Ditus in ihrer Bedeutung für de» Fortbestand des IudenttznmS. Völker entstehen, werden groß und mächtig, setzen die Welt in Erstaunen und finke« dann wieder in ihr Nicht» zurück, um nur noch eiueu Schimmer ihre» einstigen Glanze« zuiückzulassru. Wo find die mächtigen Meder, Perser und Syrer, wo die Griechen und die wrltbeherrscheaden Römer geblieben? — Sie find vom Erdboden verschwunden, und wenn ihr Geist nicht in ihren Werken lebte, so wüßte man wahrlich nicht» von ihnen. Klein nur war da» israelitische Volk beim Antritte seiner politischen Selbstständigkeit; e» wurde größer, erreichte unter Salomo eine nie geahnte Höhe, fiel dann aber, durch Lhetluog geschwächt, von Jahrhundert zu Jahrhundert in Kraftlosigkeit zusammen, nur hiu und wieder fich wie au» einem Trau« emporreckend. Wohl folgte auf seine Nieder- «erfnng eine nochmalige Erhebung und Unabhängigkeit, aber endlich schlug, durch iunern Zwist der Parteien beschlennigt, auch ihm die Schicksalsstunde in der Einnahme und «völligen Zerstör»«» Jerusalem» und de» übrigen Land«« durch Titu» im Jahre 7V unserer Zeitrechnung. Schmerzerfüllt sahen die Jude» ihre heilige Stadt in Flammen aufgrhe», de« Tempel rinstürzen, »ad al» von Jerusalem nur noch ein Trümmerhaufen übrig war, da wandten fie fich i« ihrem Jammer weg und zerstreuten fich »ach allen Richtungen der Windrose über die gauze Erde. Da» jüdische Reich war vernichtet, die jüdische Nation al» solche untergegangen. Auch ihre Sprache mußte« die Juden ak» Umgangssprache aufgeben «nd die Sprache de» Lande» fich auzurignen suchen, iu dem fie lebt«. Sie thateu e» ger». Trieb sie doch nicht zu« miudesteu der Hane stampf ' um« Dasein dazu. Mit Zurücklassung aller ihrer Habe hatten fie da« Vaterland verlassen müssen. Ihre Secker lagen brach, al» fie wegzogen, ihre stostbarkeitea hatte der beutelustige Römer genommen. Jetzt konnten fie nicht mehr, durch reiche Ernten gesegnet, nach Jerusalem ziehen, um gemeinschaftlich am helltgen Orte, im Tempel, Gott für den Segen zu danken und in Freudensubel einzustimme«, oder gar im Glanze de» gottbegnadeten König» fich z« spiegeln. Wa« half ihnen die Sehnsucht nach dem, wa» fie nicht beseffe». Scheu und einsam saßen fie inmitten fremder Völker, eingedenk der einstigen Größe, die dahingesunken. Wahrlich, durchgreifender und schmerzvoller konnte der politische Untergang diese» Volke» nicht sein. War aber auch die uatiouale Freiheit und Selbstständigkeit der Juden völlig vernichtet, so gestaltete fich doch die Entwickelung ihre» religiösen und Lulturleben» iu der Folge immer beffer. Fehlte den Juden da» Vaterland, so wollten sie doch wenigsten» alle Ertuuerung en au dasselbe mb heiliger Scheu bewahren und den kommendeu Gesch lechteru überliefern. Konnten fie auch ihre Sprache im allgemeinen Verkehr nicht auweuden, so ließen fie doch im Gebete zu Gott, in Hau« und Synagoge, die geliebten .Klänge derselbe» mit umso größerer Inbrunst hören, ja mit einer solchen Ueberzruguug»treu«, daß vergeben» die Jahrhunderte an dieser treuen Ltebe zur einstigen Muttersprache rüttelte», so daß heute noch die tkßfsteu Empfindungen der Jude« gegen Gott in der hebräischen Sprache ihren Ausdruck finde». Hatte früher Neid und Zank die Herze» der Mäuner entzweit, hatte noch bei Bestand de» Reiche» Parteiwuth dt« Herzeu der Bürger zerfreffen und fie dem laurruden Feinde widerstand»!»» tu di« Arme geworfen, so waren fie jetzt iu de» Gemeinde» infolge gtmeiusameu Uuglück» «nd belehrt

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