Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1890-07-17 · 29 (17.7.1890) · p. Seite 217

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
29 (17.7.1890)
Date
1890-07-17
Page
Seite 217 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/6492344-5935074-5956731--0253-5373861
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

9t«gMa*g, 17. fatf 1890. M 29. Zchr». Hi. eine nllAemeine Zeitung des Jndenthyms. WHtbtaUtch tttchtta» I« rtut ■anatr btt Awach,ascha»,e-. beb ״faaHllaa. Ilatta« a. ■**•". N«t» f*t •I« MrtfVUMnr M •Im »aMaUtra 1. ■iiäbaablsa-ta dnlMuk btttltlltbrl. Mt» blttctct galtabaat: IRtzrlkh 14 ■tarf, »ich htm ■ablaabc: 18 •L (8st., SOtzrc»., 8 ML, 4 »WUTt). »k ^M«ch»a,ch»ts»- «tt JMBiUmkUH* (יbat JltUtiHiHttf) :»»•ז ׳ . Wart» SS «Tfa. ain«(l|i*tU4. Herausgegebeu von Rabbiner vr. M. Ztahmer in Magdeburg. fir PMtt'it, »echt »ab |rlt%r■! »araaat• füt btt.31rat(1111!41 B0<41a(411fr ate für bat »Jstbtlcht Stltrralar-Blat t* btt attngrfMUcat BtUtjtUt »btt srtta Ratta M ■f. find tatntbtt borch btt Haanera• VntbUionta boa Ob. 1^. Dauba BOa, KudollMo—a.HaataattalnA VoflttL ■. obtr bittet ttata cabea aa: tbttlm kt* ^Waaaattt. Wachaa- Mhfl11 ia WaOkasta», Machenlall. 1890.! ־lw! .5660 , Kakuder. Donnerstag . . 17 29 Freitag . . . 18 1 Losest Chodesch Aw. Sonnabend. . 19 2 9,11) מטות מסעי) Perek 2. Sonntag. . . 20 3 Montag . . . 21 4 Dienstag. . . 22 5' Mittwoch . . 23 6 Donnerstag. . 24 7 ' Potteabo Crtild: Die Predigt im jüdischen Gottesdienst. Uni» veisell« Weltreligioa. II. jEchluß ans Rr. 21.1 Berichte ■ab Gorrespoabeabea r Dentschland: Magdeburg. Berlin. Berlin. Etroßburg im E'saß. Baden. Mannheim. Oesterreich-Ungarn: Wien Wien. Frankreich: Pari». Lille. Großbritannien: Cambridge. Rußland: Petersburg. Amerika: Richmond. vermischt« ■ab neueste Mach richten: Berlin. Halle. Hamburg. Breslau. Rastatt. Worms. Stuttgart. Wien. London. Enschede. Moskau. Warschau. Warschau. ■V Nachdruck »har vollftSubigr Quellenangabe untersagt. *H Die Predigt im jüdische« Svttesdieust. Mit Bezug aus da» ueuerdiug» hervortretend« Bestreben, die Predigt zum Mittelpuukle de« jüdischen Gottesdienste« zu wachen und die Abhaltung derselben als die vornehmlichste Berufsthätigkeit de« Rabbiner« hinzustellen, erscheinen die nachstehenden Bemerkungen beachtenSwerlh, welche rin bedeutender pretestautischer Theologe, Dr. Ehler», über die Predigt im protestantischen Gottesdienste in der Beilage zur Münchener Lüg. Zeitung v. 22. März d. I. (Nummer 69) veröffentlicht hat. »E« wird viel zu viel und zu oft gepredigt — die gottesdienstlichen Versammlungen find zu Leseaustalten, die Prediger zu Lehrern und Rednern, ihre Predigten zu Borträgen, die Sirchea zu Hörsälen geworden." »Seien wir ehrlich, die Berpflichrung» au jedem Sonntag — in Festzeiten vier und fünf Mal und noch häufiger in einer Woche — zu bestimmter Zeit eine Predigt zu halten, fich über die höchste» und tiefsten Geheimnisse de« gotterfüllten Meuschenherzrn« «»«sprechen zu sollen, tu feierlicher, kuustgemLßer Rede — da« ist eine Zumuthung, die auf die Dauer gar nicht zu erfüllen ist. Wo fle gestellt wird und wo die Prediger die Pflicht haben, ihr zu entsprechen, da wird die Predigt bei gewissenhaften Männern zu einem ungxträglicheu Druck und bei den weniger gewiffenhaften, redne» risch vielleicht mehr begabten, muß fie Gerede, wenn nicht «ach Schlimmere«, werden." »Der protestantische Eultu« darf nicht bloß Predigtgotterdieust bleibe», wenn er nicht an seiner inneren Leere überhaupt zu Grunde gehen soll." Diese Bemerkungen find für un« Juden mehr al« bechrrrigeuZwerth! Hier sagt rin christlicher Theologe: »Der! protestantische Cultu« darf nicht bloß Predigtgotte«- I dienst bleiben", und wir Juden find im Begriff, de» unsrigen dazu zu machen. Wenn da« eia Fortschritt sein soll, dann kann man jeden Anachronismus so neunen. Die Formung der Predigt mochte vor Jahrzehnten Ginn haben, zu einer Zeit, wo die Handhabung der deutschen Sprache unter den Juden noch seltm war. Mir zeigte einmal ein nunmehr verstorbener Prediger sechzehn Predigten, die er während der hohen Feiertage gehalten. Mau bedenke: sechzehn Predigten im Berlaufe von drei Wochen! Wer kann Gute« ia so kurzer Zeit aufaehmen, wer kann in so kurzer Zeit lauter Gute» machen! Der ganze I a s a j a » kommt au Umfang nicht jenen sechzehn Predigten gleich. Deshalb dürfte ein Wort der Warnung an der Zeit sein. Die Predigt soll nicht unterschätzt werden, da« sei ferne, aber fie darf nicht gemein werden, fie soll den Eindruck machen, daß derjenige, der fie hält, von einem inneren Po»oiarar dazu gedrängt werde, daß er nicht bloß predigt, weil er muß, sondern weil er etwa« zu sagen hat. Da« ist aber nicht einmal allwöchentlich, geschweige in geringeren Jnterveüeu dankbar. Eine allwöchentliche Predigt wird eine alltägliche, fie wird so ausgenommen, wie fie gehalten wird, sie geht nicht nach innen, weil fie nicht von innen herautkommt. Durch nicht« kann die kaum unter un« wieder aufgekommene Predigt mehr untergraben werden, al« durch ihre Forcirung. Hier sollten die Borstäude Wandel schaffen; fie sollten ihren Rabbinern und ihren Gemeinden Ruhe gönnen und höchsten« alle vierzehn Tage*) predigen *) Rach alftm Brauch« wurde nur alle 4 Wochen (zur Reumondverküadigung) gepredigt: dazwischen kSnote eine kurze,eligivse Betrachtung» Schristerklärung oder Erhörte gehalten werden. (Red.1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.