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Israelitische Wochenschrift · 1890-07-03 · 27 (3.7.1890) · p. Seite 201

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
27 (3.7.1890)
Date
1890-07-03
Page
Seite 201 (sequence 1)
Language
German
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I-tzrg. XXI. M 27. M«g-elmr-, S. I«1i 1890. eine allgemeine Zeitung des Judenthums. HrrauSgegeben von Rabbiner Dr. M. Itafymet in Magdeburg. #ir Mihrtzeit, -echt fritku! ) n f* r •I t 01t bte.tWrarftti'tfiftBoOritf-fertfr tote für da- .JÜbtscheLttterarur-vlatr^ die Neing-spaltkne?.*:::*rift ooer orten Naum Äl pf. uiid «mtorocr burt Vie Annoncen״ (Irpebtti oiten וזסס Gb. Z». Daube <5c0o., rvudolf Moim, HatMaotelcxdt "Vogler a. A ober direct etnm enden an : 9U G9pMH0n *»* Moch»»- fdjrtft** ta Wagdovae- OMmtU^ erfcheint ie eine Komme? Vr * JB9 + 9U r*r«ft“. bei ..*«•IU•«• iTitt•** m. br<,4(11*r*ta?bl«ltoH. fret« tftr alle >r«l#tltt*r bet aflnt Uoftümtern «. ®ucbbonMun״« drel&dark vteneljährl. Mit btrecte r Aafenbun«: jährlich 14 Mark, »ach dem «»«lande: IS b^k. (8fl., SOIItc«.. 6 Rbl.. 4 Lollar«). tu mit 0fmmUltu*Uttm (0finevfittteraturbl«tta) foiiet: Ä &Urk X6 Ps,. vieneijührlich. V-M Leitende «vfiM: Ein Wolf im Tchasspc.'ze. — Sitzungsbericht des am 12. und 13. Mai 1890 im iSraeliiischen Waisenhaus zu Königsborg >n Pr. obaihalleneii 4. Konferenz jüdischer Religioiislehrer des Verbandes der Lynogog »-Gemeinde״ Lftpreußens. (Schiritz.) Berichte und <*1>rrffprn»rn1r11: Deutschland: Magdeburg. Berlin. Aus Lberlchlesien. 2itl<f׳lb. Sigmaringen. Aus West» Preußen. AuS dm SIsoß. Aus Wünlemberg. Rußland: Mrskau. Warschau. Warschau. Asien: Brmbry. Amerika: Richmond. vermischte und neuesteNachrichten: Magdeburg. Berlin. Berlin. ' Berlin. Slrcßburg (Elsaß) Itanowitz (Ob.-Schl.) Bieu. Nizza. Rom. Paris. Dublin. Ldeffa. Valum. Lodz. Constantin. RT Nachdruck ohne vollständige Quellenangabe unlerfagt. , Wochen- 1,11.!«?SV Ü6S0. Kalender. Donnerstag . . 3 1b Freitag . . . 4 16 Sonnabend. . S 17 0,18) בלק) Perok 6. Sonntag. . . 6 18 Fasttag. Montag . . . 7 19 Dienstag. . . 8 20 Mittwoch . . 9 21 Donnerstag. . 10 22 Ei« Wolf im Schafspelze. Durch ganz DtUtschland ist jüngst eine kleine Schrift ve, breitet worden, die uns nur die Wahl läßt, an dem Ler» stand oder an dem Gewissen des Autors zu zweifeln. Aller Unralh dcS AntisewiliSmuS ist in diesem Schriftchen kondensirt, welches dir Form eines AnschreibrnS hat .an das verehrliche Ra bbinat und den Borstand der israelitischen Geweinde zu ...." Dir Sache ist sehr schlau «ingefädelt; das schließt die Bermuthung nicht aus, daß wir e» trotz alledem mit einem Alt des Wahnsinns zu thun haben, denn bekanntlich ist der Wahnsinn über die Maßen schlau und er^nderisch, um einen an sich durch und durch lhörichten Plan zu Ende zu führen. Unterschrieben ift:C. Radenhausen, da der Autor e» weise verschweigt, so wollen wir hinzusügen, daß E. .Ehristian" bedeutet. Herr Radenhausen hat schon vor Jahren sich in die Reihen der Antisemiten gestellt. Er ist aber natürlich kein Judenfeind, woher denn? So was giebt es ja gar nicht. Das find lauter wohlmeinende liebe Menschen, die nur unser Bestes wollen; und weil er rS so gut mit un» meint, darum wendet er sich an die Leiter der Gemeinden und schildert un» als eine Brut von Spitzbuben, Meineidigen und Mördern; wir wissen nicht, ob der Berfasser mit rasfinirter Bosheit daran gedacht hat, oder die Denunciation, daß wir allgemeingefährlich find, wirkt natürlich auf Nicht, juden um so energischer, wenn sie in der Form eine« An׳ schreiben« an jüdische Geistliche und Vorsteher sich giebt und i» naioe» und ehrlichen Mruscheu die Meinung erweckt, der Aular «erde doch nicht den Jude» in'« Angesicht so kaffe Unwahrheit sage». Es ist absolut unwahr, was der Herr Radenhausen wie eine allbekannte Sache behauptet: ״die Rcichsstatistik hat eS seit langen Jahren erwiesen, daß die Äcsetzübertretungen Ihre» Volkes, im Verhältniß zu ihrer Zahl weitaus überragen." Drollig ist es, daß gerade bei diesem Anlaß Herr Raden- Hausen die getauften Juden uns zurechnet .da die Taufe deren BalkSangehörigkeit nicht vernichtet"; und doch ist noch heute der höchste Justizbeamlc in Deutschland, der Präsident des Reichsgerichts, ein getaufter Jude und lange. Zeit war auch der p/eußische Justizminister aus dieser Klasse. Unfern Schulchan Aruch, nennt R. ein .Geheimgesetz" und eine Zeile darauf sagt er, das Buch sei in 176 Auflagen gedruckt worden. Diese und viele ähnliche sich widersprechende Bemer- : kungen lassen un» die Bermuthung gerechtfertigt erscheinen, [ daß irgendwo in dem Kopfe de» alten Manne« eine Schraube los sei, was, da Ne nielmalS sehr fest saßen, nicht z« verwundern wäre. Jedermann weiß, welche Stellung der Schuloh&n Aruch innerhalb de» JudenthumS hat; er gilt für manche Partien als ein nützliches Handbuch; durchweg beobachtet wird er nicht einmal von dem "orthodoxen Juden; mag Raden- Hausen in Sraetz'« Geschicht«werk Nachlesen, wie ein Mann, der kriaeswrg« zu den Radikalen gehört, über die Berfasser denkt; überdies ist der Sobnlohan-Aruoli schmählich mißverstanden oder verleumdet worden. Aber wa« thue ich? ich ertappe -mich auf der größten Thorhett, ich versuche eine Narrheit eruft zuuehmen. ES verdient eine sehr ernste Erwägung, wie vir Juden un« zum Sohulohui-Anioh stellen sollen. Aber Radenhausen, bietet zu dieser Erwägung keinen geeignete» Anlaß.

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