Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 26 (26.6.1890)
- Date
- 1890-06-26
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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203 =3 V Brrbreltung der VrbeittUebc zu« Laodbau und Handwerker« flanbe* gegründet wurde, aber daß der Erfolg leider nicht von ihnen abhängig sei, indem von Seiten der Behörde die Haudwerkerschule für Juden in Zytomir geschlossen wurde und daß die Fundation de» Herrn Israel BrodSki von 40,000 Rubel für jüdische Hrndwerkerschulen bisher amtlich nicht bewilligt sei. Der ,Stewlanin- «wieder darauf, daß er nicht glaube, die Regierung trete der Juden« au-bildung feindlich entgegen, daß Motive zur Schließung der Schule in Zytomir vorhanden sein mußten, und rathe die Fundation für eine Schule in Berdyczew zu verwenden weil in Kiew, wo Juden nicht wohnen dürfen, solche un> zulässig sei. — Nun weist der ״Äo-chod" nach, daß nur die Hemmung der jüdischen Bildung und jüdischen Handwerk«kunst au» ,Loncurrrnz- (laut Bericht de» Siewer Eurator» an den Minister) der einzige Grund sei. — Hoffentlich werden weitere klare Ausschlüsse erfolgen. Vermischte und neueste Nachrichten. Stzagdedurs» 22, Juni. Der D. 8. B. (Deutscher Autisemitrn- Bund) au« Berlin erläßt in hlestge» Bit!lern eine Bekanntmachung resp. Einladung zu einer .Antisemlten-Versammlung" am nächsten Donnerstag, in welcher die Reich»tag»abg-ordneten Zimmermann »ndvöckel da» große Wirt führen wollen, — »Der wahreKatholiztlmu» verbietet jede Heye" äußern! virig! Woche der Bischof von Fulda, Dr. Jos. Deyiand, der aus einer JnsprkltonTreis, begriffen, sich einig« Doge in Marburg aufhielt, osfeabar im Hinblick auf di« antisemitischen Hetzereien, die durch die Böckel'schen ckgltationäreisen und Reden gefördert werden. Berlin, 2«. Jnnt. Die heutig« Nummer de» ,Bott" belegt in einem Leitartikel »Dl« Mission de» Jutenihum»" di« Juden mit folgenden Kosenamen: .Di« Juden, diese Wucherer und Betrüger, di« Vergifter unserer Presse und Litleratur, die Zersetzer unserer^Kunst und Wissenschaft, diese Aulbeuter unsere» Botte», diese Feind« unsere» Königihum»" u. s, w. Der Artikel schließt mit den Wirten: »Germania, verhülle Dein Antlitz!" — vor srichrn Ausbrüchen gemeinster Lügenbrut. Berlin. Herr Dr, L, Br leger, Prioatdozent an der hiesigen Universität, ist zum außer»rdenlilchen Professor an der medizinischen Fakultät ernannt worden. Berlin. Der Vorsteher der Viadtverordnctcn Herr Dr. G tr h ck, «röffnete die Sitzung am 1». Juni mit der Mitt,«ilung von dem Sestern Mitlag cisolgini Lode de» Stadtverordneten Mathia»!tose». »Der Berstorbene, so sügl« der Borstehee, während die 8ersammlung sich erhob, hinzu, »rot im Jahre 1874 in di« Versammlung ein, nachdem er schon seit länger ol» zehn Jahren i« Gemeintedienst beschäftigt war, Sr nahm seine Pflicht, wie Sie All« wissen, sehr ernst, er war von kolossaler Gewissenhasitgkeit, und seine DUchiigketi wird dadurch wohl am besten bewiesen, wenn St« bedenken, daß er in fast fämmilichen wichtigen Deputationen der Bersammlunz saß. Seine seltene Pflichttreue, seine große Lieb« zum Gemeinwesen und sein« Freundlichkeit und Gefälligkeit gegen Jeden, wecdm ihm bet un» «in daurrnde» ehrende» Andenken bewahre». Ich danke Ihnen, daß Sie sich zu« Danke für die von ihm un» und der Siadt geleisteieu Dienste von Ihren Plätzen erhoben haben.* — Die Beerdigung sand am Sonntag vormittag 11 Udr auf dem allen jüdischen Anedhos (schönhauser Allee) statt. Oberbürgermeister von Forckenbeck, Stadtverordnetelr- Borstehee Dr. Siryck und zahlreiche Mitglied!« de« Magistrat», der Siadtverordaeten-Bersammlung und verschiedene Bezirksoereine erwiesen de« verblichenen die letzte Ehre. Am Grab« sprach Herr Justizrath Dr. Meyer. Breslau, 17. Juni. D:r vielen jüdischen Theologen bekannt« Orientalist, Pros. Dr. Eduard Jultu« Magnu», seteric heute in geistiger uud körperlicher Frische seinen SO, Geburtstag. Er g-härt« unserer Universität lang« Jahr« hindurch zuerst al» außerordentlicher» dann al» ordrntlichrr Prosessor an. Sein« wisscnschajiliche Lhätigkeit erstreck,« sich auf »a« Studium dr» Arabischen, Syrischen, Lhalstischen Samaritantschen und Hebräischen, Bon den Arllch en derselben sind u. a. seine »Kritisch« Erklärung de» hohen L ebe»" und «in »Lommentnr zu« Buche Hiob" hervorzuheden. — (Möge sich an dem stet» leutseligen Herrn Pj. Sv,1b erfüllen. Red.) SaUe. Die Wahl de» Professor» Dr, Bernstein zum Rector gen Universität har die Bestätigung de» Kaiser» erhalten. Die antisemitischen Blätter schäumen hierüber sowohl, wie über die den AntisemiliSmu» verurtheilend«» Aeußerung de» Großherzogl von Bade« vor Wuih und vrrsteigen sich zu Aeußerungen, die wie Drohungen nach oben hi» klingen, wie: »Wir dienen nicht nur dem Monarchen, sonder»auch dem Volk.* Sie ipielen so in recht rebellischer Weise da» Volk gegen di« Monarchen au». Run der gesund« Sinn de» Volke» wendrt sich von derartigen unsittlichen und unpatrio:ischen -Hetz-Vestrebungen mit Ekel weg. Htidelberg. 'S. Juri. Der hiesige Verba'nb der Korp»- Studenten har seinen Mtgliedern »erboten, bei Juden zu kaufen. Da» hrtzerische Intisemstenblut .Volk" bemrrkt dag«: .Diese Maßreg>l ist mit um so größerer Freude zu benäßen, al» gerade dtz Korplstudm'en den kauffähiqsten Tbe!l der hiesigen Stud:n>ensch,st bilden. Vivat esgasata» I- Ist solche» Gebühren .christlich" zu nennen? Dareziq. Am 20. Jrai er. findet hier i« .Kaiserhof' die Generalversrmmluna der Mitglieder der P«nsion»kasse für israelitisch« Lultu»beamte in Ostpreußen, Westpreußen und Pommern statt. Skatibor (Oberschlesien). Aus dem hiesigen jüdischen Begräbnißplatz stieß man beim Graben eine» Brunnen» auf ei» Braunkohlen- Lager. GkraKburg (Elsaß». Zum hiesigen Oberrabbiner ist an Stell« de» sei. Aron der Rabbiner Weil! in Metz gewählt worden. Glogau. An einem Hause in der Bailstraße Hierselbst ist «In in da» Maueriverk eingelassener Stein entdeckt worden, dessen hebräisch« Inschrift besagt, daß der Stein im Jahre 1372 zitr Erinnerung an «inen Hau»bau im Ghetto, de« früheren Judenviertel von Glogau, gesetzt wurde. DinOaken, 22. Juni. (Or.-Larr.) Die Herren Leopold Stnzheimer und Ludwig Joses Pfungst zu Worm» haben durch di« Schenkung von Mk. bOOO.— an drS is raelttisch e Watsenhau» in Dinslaken am Riederrhein (durch Vermittlung der Frau) Bl ün »w i Freistellen für arme israelitisch« Waisen daselbst ercichtet. Dieser Akt edler Wohlthltigkeit verdient gewiß öffentlich: Anerkennung. Müchi« die« schöne Beispiel nur recht vielfach Nachahmung finden, da viel« arme itrael. Waisen und brsvaderS Halbwaisen oft kein Unterkommen finden. Wie». Zum Dekan der medicinischen Facultlt für da» nächste Studienjahr ist Prosessor Zuckerkandel gewählt worden. Der Gewählt« ist «in hervorra zender Anatom und befindet sich in Verhältnismäßig ncch junge» Jahren. Lemberg» 21. Juni. Die Au»««isungen der Juden au» den westlichen Gouvernement« nehmen neuerdings derart überhand, daß die österreichischen Arenzbehörden sich iv ederholt veranlaßt gesehen haben, wegen Verletzung de» lm Jahre 1836 getroffenen AaSweisunglübereinkommen» Einspruch zu erheben. Di« Auswanderungen nach Amerika nehmen zu. Brüssel. Herr Prosessor Dr, Marlin Philippion. ein geborner Magdeburger, wurde zu» Rektor der hiefigea katholischen Uni» versität aus 2 Jahre gewählt. London. E» ist intereffant zu bemerken, wie b!c Weisheit der jüdischen DtetätSgesetz« durch öffentlich« Vorträge immermehr zur Anerkennung gelangt. Die medizinisch bearllndeie IHatsache, daß di« LuderculosiS durch den Genuß de» Fleische» inficirler Schlacht- Ih'er auf Menschen übertragen worben kann hat seit Jahren die Vortrefflich eit der Beiikah (Lungenunt«rsuchung) bei den Juden bewiesen. Neuerding» hat nun auch da« Verbot de» Genuffe» der Schalthier« durch di« Entdeckung der GesundheitSkchäblichkeit der Auster durch die Wtssenschaft «in« Sanktion erhalten. Ein wissenschaftliche« Journal hat jüngst di« Behauptung ausgestellt, daß durch mikroskopische Untersuchung tn den flüssigen Theilen der Auster eine Unmasse kleiner, lebender mit Schalen bed«cki«r Austern, «in« Tpie'art anderer kleiner Lhiere und Myriaden von Würmern dreier verschiedener Gattungen nachgewiesen worvea sind. Diejenige», welche die Mujchelthier« essen, «erden hieraus ersehen, daß sie mit denselben weit mehr verzehren, al» sie vermeinen! Vkumänie«. In Brai la erscheint seit Kurzem «Ine von zwri Rumänen heran«gegebeue rumänische Monai«schcist, oie für die Rechte der Jaden warm «tnlriit. Mögen unser« Glaudenägenoffen dieselbe durch Abonnement» stützen und für ihr« Berbreilung thättg sein. Ora». Da» Oberrabbluat hat «inen nicht autorisirten MazzoS- Bäcker ezeammnnietrt, dir nichljüdische Press« hat sich der Sache de» Bersolgien, der die Hülfe der weltiichen Christen angerusen, bemächtigt, wodurch ein großer Cbillal hasohem entstanden. Oran. Seit dem 1. Mai erscheint Hierselbst eine neu« hebräischsranzösisch« Zeilschrist unter dem Titel .1-» Jeuuesse iwaölite“, deren Ausgabe r» ist, die jüdische» Jnlecessen ln Nord-Afrika zu verfechten. Tagavroa. (Or.-Sor.) Der hlesig« persisch« General.Konsul Jakob Hlolakow (ZSraelit) erhielt vom Schah von Persien da» Privilegium ein« Dl«co»l0- und Lombard-Gesellschast für ganz Persien anzulegen, giliig für die Dauer von 7ü Jahren. Aus dem V. o. B, b. N«w»Bork. Da» neueste Hest der »M.norah" bringt «in: von vcn!amin P.izotto geschriebene Biographie uns de > wovlgeiroff« >e Porirät de« ersten Präsid. der Constitution«-Äc»ß-Loge d:S weitverzweigtc» Orden« der B'ne B'rith. Jultu» Bien. Ec ist am 27. S:Ptcmber 1826 im Hcssea-Eassel'schen geboren, besuchte ia Eaffel die unter Büdinxo» Leitung stehend« Schule, dann da« Slädel'sch: Ii stilut tn Frankfurt a. M. uvd wanderte im September 184!) nach Amerika au». Sein Vater Emanuel Mendel Bien war einer der ersten Schüler der Jacobson-Schule. (Sir werden einen Au»zug au» der LebcnSgefchichl« diese» um den Orden so hocho.rdientea Manne» in einer der nächste» Nummern bringen; dergleichen einen Bericht über di« Verhandlungen auf der Cvnvenliou ia Rlchmon d.