Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 25 (19.6.1890)
- Date
- 1890-06-19
- Page
- Seite 191 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 195 — ftanl, daß der Junge nicht mehr die Religiousschule »n besuche» brauchtl- O, dieser Schlendrian! Und dann wundert man sich, wenn man der Jugend Mangel an religiös-sittlicher Erziehung vorwirst und beklagt I über den Antisemitismus. Unsere Indifferenten sind dir eigentlichen Itn des Antisemitismus. (Ja Paris wurden 17V St. u. M. coafhrai.tl) Berlin Sie Antisemiten im Reichstag« haben sich felerlich j» 4 Mann als autisemittsch« Fraktion konstituirt. Böckel ist Borsitzender, Werner, Stellvertreter, Liebermann v. Tonnenberg aber hat es ab gelehnt, der Kraktton beijutreten. (Ist es schon schlimm, den Bock zum Gärtner zu machen, so ist es »och viel schlimmer. Böckel zum Borsitzendeu zu machen.) Erfurt Hier soll am 6. und 7. Juli ein antisemitischer Parteitag abaehalten werden. Pieschen, 6. Juni. Sestern wurde der für die hiesige Semeinde gewühlte Oberrabbiner Dr. Zuckermandel aus Trier in sein Amt ein» geführt. Durch eine Deputatton des Vorstände; der jüdischen Semeinde und einige andere Semeindemitglieder wurde Herr Zuckermandel aus der Bahnstation Kotlin empfangen und von da eingeholt. In der blumengezierten Synagoge wurde Herr Z. durch den Vorsteher der jüdischeu Semeinde Lrn. Joachim begrüßt. Zahlreich halten sich di« Gemeinde- Mitglieder eingesunden: in beredten WoNen daakte Dc. Z. für den so freundlichen Empfang. Prsth In einem Strafprozesie wurde de« Angeklagten zur Last gelegt, er Hab« rin Dokument, nümlich einen jüdisch-rituellen Schetdebues. gefälscht. Die königliche Tafel hat jedoch ausgesprochen, daß ein Scheid-bries wohl rituell von Wichtigkeit sein könne, aber durchaus kein öffentliches Dokument sei, weshalb der Berfülscher deffelben nicht als llrkundeirsülscher bestraft werden könne. Triest. Ja Udine gab «S jüngst eine kirchlich« Feier anlüßlich der Einweihung einer neuen Orgel. Der Bischof von Udine lud zu dieser Feier sümmtlich« Honorattonen der Stadt, nur den Bürgermeister von Udine nicht, weil er eia Jude ist. Wa» thaten nun die wackeren Mineser? St« machten bei dieser Feier Strike und brachte» dem intoleranten Bischof wegen dieser Hintansetzung ihre- Sladtoberhaupte» eine verttable Katzenmusik und bereiteten dein beleidigten jüdischen Bürgermeister Morpurgo eine soleaur Ovation. London. Das Eomitb der Syaagogenvereinigung hat in seiner letzten Sitzung beschloffen, einen monumentalen Synagogenbau im Osten der Stadt für di« zahlreich« polnische Bevölkerung zu erbauen. Der Bau, deffen Kosten sich auf 600,000 Franken belaufen werden, soll außer der Synagoge, ein« Talmudschule und «in rituelle» Bad umfaffen. — Nach dem statistischen Bu.eau ist die jüdische Bevölkerung London'» im Wachsen begriffen; die Zahl der Geburten betrug 1888 — 799, wovon 667 aus den Bezirk in London kommen, die LodeSsülle waren 1784, wovon 1238 auf London und Umgebung fallen. Die Zahl der Israeliten England» betrügt 83,700, von welchen 61,300 die Hauptstadt bewohnen. — Par«. Seitdem der Fried« in der portugiesischen Semeinde wieder hergestellt ist, nimmt dieses Semeinwesen wieder «tuen erneute» Ausschwung. Osiris Jsfla, der so viel zum Bau der Synagoge beigetragen, läßt jetzt Rcstauratiousarbeiten in derselben auf sein« Kosten «Mernehmen, die sich aus 26,000 Frauken belattten. Parts. Unter den bet dem Marquis von Mord» beschlagnahmten Schriften fand sich auch «in« antisemitisch« Broschüre unter oem Titel: »An die armen Mütter, welch« Kind«, unter 7 Jahren haben-, in welcher den Müttern vorgelogea wird, daß die Juden beabsichtigen, ein arme« Kind zu stehlen, dessrn Blut st« am 1. Mai zu rituellen Zwecken benutzen wollen. Klvlgnou. Gelegentlich der Reise de» Präsidenten der Republik in Südkankreich begrüßte der Rabbiner Moffb, Namens der jüdischen Gemeinde den Herrn Earnot mit folgender Anrede: »Wir sranzösisch« Israeliten, sagt Moss» u. A., welche ihre »vollständige Gleichberechtigung der unsterbliche» Revolution von 1789 »verdaitken, wir segnen die liberal« Regierung, di« keinerlei Unterschied »unter ihren Bürgern kennt, die nur oa» Berdienst, den Patriotismus, »sowie da» Talent und di« Tugend ohne Unterschied des religiösen Be- ״ktantatssik belohnt und gegen jeglichen Angriff da» unverletzlich« »Heiligchud^ oer Gewissensfreiheit veriheidigt.- Der Präsident erwiderte: Rabbiner, ich bin von Ihren Wonen tief gerührt, di« mir zu «n gehen; mit solcher Srmuthigung ist mein Streben leicht zu üllen, ich danke Ihnen herzlichst.- — Warscha«, 11. Juni. Die im Gouvernement Minsk belege»», arößtenthetls von Juden bewohnte Stadt Dawid-Srodek ist von einer furchtbaren Brandkalasirophe betroffen loorden. 700 Hüuser, die katho- Usch« Kirche, fi Synagogen, die Post stad «tngeüscher». Tausende von Mensche» brob- und obdachlos. Philadelphia. In den hiesige» Synagogen fand am Schowuaus» feste die Lonfirmation unter regster Betheiliguna der Semeindemitglieder statt. In der ,Rodef-Scholom-- (Rabb. Dr. Iastrow) und »Kneseth- Jsrael--Gemeiad« (Rabb. Dr. KrauSkops) wurden allein 66 Knaben und Müdchen ronfirmtrt. Nraypte«. Ja Tanta gebar eine jüd. Frau Fünflinge (3 Knübletn und zwei Mädchen.*) Di« Regierung sandte von Eairo Aerztr, um Mutter und Kinder zu besuchen: sie fanden da» Gewicht jedes Knübletn» 1600 Gram«, das!«des Müdchen» 1300 Gramm. Da di« Krau, die sich sammt ihren 6 Kirdera wohl befindet, doch z» schwach war, um dies« Anzahl Kinder selbst zu nähre», und zu arm, mm Ammen zu bezahlen, wurde» letzter» ans Kosten der Stadt gedungen. •) Ser denkt hierbei nicht an Rascht zum 2. B. M. 1,7. Ostende. llötd Reinsberg In unmittelbare! Nabe des Heeres. Benommirte streng koschere Küche. Beingeh. Weine. Solide Preise. Bortier an allen Zügen. ]4330 Junges Müdchen tncht Stellung als Stütze d. Hausfrau, wo Kinder sind, «ad selbe auch Maschine nähen kann. Offerten erbittet unter 8. P. 600 nach Birnbaum (Posen), postlagernd. (4290 dln jüdische« Äiidchen, welche« kocyea kann,». dieHauda.beit miiübernimmt, gesucht. Su.e Zeugnisse verlangt. Frau Rabbiner De. Kopfstein, Beuthen (Oberschlesien). Wir jnchea ein anständige» Mädchen au» btsserer Familie zu einer Dam«. Ww. Daniel. Godesberg b. Bonn. [4327 &in gewissenhafter Bermtttl-r, der in acht» bare«, fiteng religiösen Familien Tonnexlone« hat, möge seine Adresse unter v. SSO. Postlagernd Berlin W. Poetamt 35 sofort angeben. sülSSS Z«r Miterzieh«»« und Beauffichtig««g der Sch« lar« beite« unserer beide» Kinder. Mädchen v. 7 ««d Knabe v. » Jahre» suchen wir «i» mufie. geb. junge» Mädchen. Iß. Freudenberg, Este«. Kheinpr. (4326 Herrath. Kür eine gebildete Dame, vo» angenehmen Aentzer», »ade der 20er, mit einem BaarvermSgeu von 6000 M und guter AuSstrnrr suchen die verwandten eine paffend« Parthir. Seeigu. 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Handelstheil, m. ausführlichem vourszettrl, unterrichtet «ingeh. über Theater, Musik, Kunst uWtffensch. u. bringt im Feuilleton Romane und Sko» veilen d. beliebtesten Klutoreu, gy unterhaltende u. belehrende Artikel; ihr rricherJnhaltentspricht allen Ansorderungen. die an eine größere Zeitung gestellt «erben können. Die Gratis-Beilage .Illustriktes Sonnt,g-blaltpellt sich den größeren illustrinen Zeitschriften ebeabürttg an die Seite. Kür di« nächst« Zeit liegen ,um Abdruck vor: .Die Abenteuer des Franz von Rierisvon Sacher.Masoch; ,Ariadne-, No. velle von I. Gräfin von Schwerin; .Lene-, eia« «esterwülder Idylle von M. Elton: ,Sin Kind des Meeres׳. Roman von Wilma Lind Hb; .Sin «eheimnih des Telegraphen-HügrlSvon Bret Hart«; »In einem kühlen Grundevon «nt. Andrea; ,Waismltebe-, Roman von Marie Rodriwie» -c. Die zum 1. Juli neu «intretendea Abonnent«» erhalt«, gegen Einsendung der Abonnemeats-OuiUung di- Zeit»», schon von ,etz« ab unentgeltlich; außerdem w'rd ihnen der Roma, ,Da» Glück brr Darrel»- vo, James Payn, sowie da« vo» der,Volks- Zeitungherausgegebeae Eisenbahnkursbuch (Sommerfahrplüae) aus Wunsch grat« zuaesandt. «robe-Rnmmer« unentgeltlich. Expedition der,,Boik6-Zettu»rg" Berit« öützowstratze M. SS