Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 25 (19.6.1890)
- Date
- 1890-06-19
- Page
- Seite 185 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^S2S. Mnßdeknr-, 19» Inni!890. Ickn. XL. eine aUflfnttine Zeitung des Judenthums. kvkchtUtttch tttch«t»t tt et« »tuKUfT «r chM.ch.N schritt-, de» ״(»Ml••■ 11• 11 •״ b. »H J| 111 * r t ■ » b I ■ 11 •**. Pttte Mt die br«f#Utt«r ktt afirn VaUmtttn ». SuMc.blioi'ni dc^Muk kttttrllihtl. Mtt k 1 recte t A»teak»»e: jUHelich 14 wärt, 1 «• km »»kl,»kt: 1• »(. (8׳L. «Ktt,.. 8 ML 4 X.'Iark). »te 4n»^m|^r>fl* ■11 JiwrillwklkH* (*t»c .atttfr.1atkl.tn loftrt: »Urb 1U Vf». Mntrflikttti*. HeranSgtgtbea von Rabbiner Dr. M. Aaymer in Magdeburg. fir PMrktit. »»4« ■■» frirlt«! S5 )Mftrtt• Hkr dte.I »raeltttsche fBoc&rnf'tctft* vre ffir ho-,IüdNLf-inerakur.Vlat|E. die Neiaq-iyalte« VrtuzeUe oder oere« Ran» Ä Vf. ftnb entweder durch die Annoncen׳ Expeditionen vo» Gh. L.!Daub« A;00.v Rudolf Mo«•. HlaaMa«t«ln4b Vogl«r1 A. oder direct einv» enden «n : Win G»p«EMn« biv dMncho»- schein** i» M«,d»d»n, Wochen- Jlli 1890. T»■■■!. 6650. Donnerstag . . 19 1! Srettn, . . . 20 2! Sonnabend. . 21 3! Sonntag. . . 22 4 j Montag . . . 23 b! Dienstag. . . 21 6! Mittwoch . . 25 7; Donnerstag. . 26 8 ,»tz.lt: Vtont»oM• SttttMtt Vnttd: ®oft« Mendelifohn. Zum Tagt der Enthüllung ftint« Dtabnal« in Deffau, am 18. Juni 1890. — Da- Bornrthtil gtgtn bie Judtn, ftint Natur, Ursache und Htilmitttl. Mttnung-üußtruagtn von Nichtjudtn. (Schluß.) Wevittzt« nnb »veeespvndenzenr Dtnifchland: Elogau. Au» dem Grobtztriogthum Badtn. BrtSlau. Drtsdtn. Moschin. Düfstldarf. Au« Mtckltnburg. Oesterreich-Ungarn: Situ. Witn. Prag. Prag. Au» Ungarn. Sroßbritaaiea: London. Rußland: Ptttr«burg. vernktschte »»d nenefte Machet tchten: Dtffau. Magdeburg. vtrlin. Btrlin. LtrUu. Erfurt. Pltfchtn. Ptsth. Tritst. London. Pari«. Pari«. Avignon. Warschau. Philadelphia. Atgypttn. — Inserate. Nachdrnck ohne vollftündigt Qutlltnan«abt nutrrfagt. -WW Kalender. N->p (S.2S) P. 4. Abonnements - Einladung. BC Diese Nr. Ift die vorletzte de» lavfenben Quartals. Wir bringru unser« ge. ehrte» Abouuroten die rechtzeitige Srneuernng ihre- Abonnemeut- Hel der Post i« gest. Gr« iuuerung. Die Expedtttou. Moses Mendelssohn. Am« Lage der Enthüllung seines Denkmals iu Deffau, am 18. Juui 18-0. Im Begriffe, dem Tage, an welchem Deutschland eine Ehrenschuld an den jüdischen Philiosophen abträgt, eine besondere, dieses hochbedeutsame Ereigniß würdigende Betrachtung zu widmen, geht uns aus der Hauptstadt des deutschen Reiches die jüngste Sonntagsnummer der «Boss. Zeit." zu, die an ihrer Spitze einen Leitartikel bringt, der die Empfindungen, die dieses Ereigniß in jedem denkenden deutschen Juden anzuregen geeignet ist, zum vollen Ausdruck bringt, so daß wir chn — bis auf wenige Schluß, sätze — unfern Lesern zu diesem Ehrentage Mendelssohns, des Judenthums und Deutschlands darbieten.*) Erlautel: Dem Philosophen Moses Mendelssohn hat seine Vaterstadt Deffau ein Denkmal gesetzt, das am nächsten Mittwoch enchüllt werden wird. Mendelssohn gehört durch seine Geburt der Stabt Dessau, durch seine Wirksamkeit der Reichshaupfftadt an, die ihm ein liebevolles Andenken schuldet, .und an einem Ehrentage, wie er beoorsteht, hat ganz Deutschland Veranlassung, dem merkwürdigen Manne Aufmerksamkett zu schenken. *) wir selbst haben in der vor 4 Iahten gelegentiich de» ‘ hundertsten lode» tagt» Most» Utende lrsohn» herano-egebenrn Festnnmmcr dt» Bedeutung Mendeivfohn» für da« deutsche Iudenchum in Mehreren Artikeln getvürdigt. (L. Jahr-, 188« dieser Wochenschrift Ar. Die Bedeutung Moses Mendelssohn» besteht darin, daß er der erste war, der sich bemühte, und ent Erfolg bemühte, die Juden zu bewegen, an den allgemeinen Kulturbestrebungen des Volkes, unter dem sielebten, Antheil zu nehmen, und sich als Bürger dieses Volkes zu fühlen. Er war der erste in Deutschland, aber er hat auch in anderen Kulturstaaten kaum einen Vorgänger gehabt. Kaum, sagen wir, denn Spinoza, den man uns als ein widerlegendes Beispiel entzegenhalten könnte, war mtt dem Iudenthum zerfallen, in seinen Ueberzeugungen und in seinen äußeren Verhältnissen; Mendelssohn aber ist ein Jude geblieben. Was die antffemüische Agitatton fälschlich als den heute noch bestehenden Zustand behauptet, daß die Juden ein fremdes Volk seien, daß unter deni deutschen Stamm nur einhergehe, ohne ihm anzugehören, das ist früher Wahrheit gewesen. Zwangsweise ausgeschlossen von den bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechten der Deutschen, schloffen sich die Juden freiwillig auch von den Kulturbestrebungen derselben aus. Soweit nicht Handel und lvandel es nothwendig machte, fand eine Berührung zwischen Lhristen und Juden nicht statt. Es gab unter den Juden Männer, die sich selbst für Gelehrte hietten und von ihren Glaubensgenossen dafür gehalten wurden, aber sie schrieben nicht in deutscher Sprache und beschäftigten sich ausschließlich mit den von den! breiten Strom der Kultur abgelegenen Spitzfindigkeiten des Talmud. Eine Theilnahme der Juden an der Kunst oder an den schönen Wissenschaften fand überhaupt nicht statt. Es würde damals keinem Juden eingefallen sein, die Frage, ob er ein Deutscher sei, zu bejahen; es würde freilich auch Niemandem eingefallen sein, chm eine solche Frage auch nur vorzulegen. Darin besteht Mendelssohn Bedeutung, daß er der erste Jude war, der den Vorsatz faßte, ein Deutscher zu werden. Er konnte sich nicht ohne Weiteres vorsetzen, ein Deutscher S' ... , zu werden, die ihm al» Kind fremd geblieben war. So gut wie Ehamiffo hat auch Mendelssohn es zu hoher Meister-