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Israelitische Wochenschrift · 1890-06-05 · 23 (5.6.1890) · p. Seite 169

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
23 (5.6.1890)
Date
1890-06-05
Page
Seite 169 (sequence 1)
Language
German
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3*23. pftgfcelntrg, 8. I»ni 1890•?Ihn. XXI. eine allgemeine Zeitung des Judenthnms. Herausgegeben von Rabbiner Dr. M. HlaSmer in Magdeburg. Jir Mahrhklt, -echt Friedeal!*ri(•(! fllt ble.3ltacltttf.be 63 0 <b tR I «11 f t* wie Mir da«.20d>l<teLtllera1»r->l»tt-, btt tlelRgrfbattene B:.ljftte ooet Mim Nimm SB «bf. stab enttorbtr burch btt Krrorccr« Vogl.11.tl •bet bittet etnjueabtR •n:!!•••)Mbttlni bn JmilK. V»ch»Nfch-tn» tat ».,»«.w». ■MmtttA etfchelRI je ctnc IN TR IR fr Mi bn ITit»•“ u. btl.jlttarataRklatt•'*. 9nti fti •Re bnfflltt«! bet •ln VaAttmtem ». BkMRRblRR'm a r«i Mark btettelflhel. >n btiectcr fliitfRbmag: jährltch U ■tarf. 1*4 bm ■•»(«Rbt: 16 *(. (8n.. »8״«•• 6 «bl, 1 Lollatl). rte Jto4w(4rifl* mit .faatU Irak labt* <#bae .811 tet« tu tblat t״) rodet: » •dark SB Ps,. MnteI|ibtUt«. iRktlti Bettende Vrtifel: Lebensgefährliche Suren für eine wenig gefährliche | Nraukheit. Bon B.-Qti. Die Lchuldeba te im preu&. Heneuhause. Bon Rabbiner Dr. Rothschild. . Bericht« ««» (*»rrefpfneenjeu! Deutschland: Magdeburg. Magdeburg. Breslau. Zabrze. LSnigsberg. . Rußland: Aus Petersburg. Petersburg.! Rumän ien. vernilschte «ud ««««fl« Nachrichten: Berlin. Hannover. ׳ Dessau. Posen. Franksurta M. Mainz. Budapest. Budapest. Aarau (Lchweiz). Amslertaw. Pari». Pari». London- London. London. , Italien. Marschau. Aus Amerika. I 3nfer«(e. Briefkasten. , Nachdruck ohne vollständige Quellenangabe untersagt. ZVochen- Jul. 1890. Siirin. 6660 Kalender. Donnerstag . . 6 17 Freitag . . . 1; 18 Sonnabend. . 7 19 9,12> בהדלתך) p. 2. Sonutag. . . 8 20 Moutag . . .!» 21 Dienstag. . . 10 22 Mittwoch . . 11 21 Donnerstag. . 12 24 Lebensgefährliche Knren für eine wenig > gefährliche Arankheit. m. Herr Leon plaidirt für die Beilegung de« Sabbat« auf den Sonntag und Herr Leo» ist — unfehlbar, er sagt e« ja selbst. S. 20 ist zu lesen: ,Einen auch nur einiger- »aßen verständigen Einwand gegen diese Verlegung g i e b t r» nicht.- Der Mann weiß nicht, wie viele in bitterster Gewissen«- uoth sich befinden, «eil fie den Sabbat verletzen, wie Biele in bitterer leiblicher Roth leben, weil sie ihn nicht verletzen. E« ist hart für de» strengfrommen J«raelite» zu sehen, wenn der christliche, der jüdische Konkurrent ihm am Sabbat die Lunden »egnimmt, die dann dem neuen Geschäftsfreunde anch an den Wochentage« treu bleiben. Dr« Schristgläubigeu ist der Sabbat eine göttliche Satzung, aber auch ein freifinniger religiöser Jude hat Ehrfurcht vor der altm Uebrrlieferuug, vor dem geschichtlich Gewordenen, vor diesen letzten Resten de« allen J«raeliteu Gemeinsamen. Leon hat die« Alle« überwunden, er sieht auch in dr» Täuflingen die ,besten und sittlichsten i Kräfte der jüdischen Gemeinden, di« an Intelligenz und j schöpferischer Kraft begabtesten Elemente.- von den Festen will er alle auf z w e i T a g e rrducire», : •uf den Vers»hunngstag und einen Reujahr«- ן tag; al« guter Jude, der er ftührr einmal gewesru sein mag, läßt er indeß mit fich handeln «ad will i« »Nothfallauch ,einen Osterta- und einen Pfingsttagbewilligen. Der Herr ist aber auch zu ltebewöwürdtg. Und unüberwindlich ist die Motivirung dafür, daß diese Reform möglich sei; haben doch die Juden auch, nachdem sie Anfang« widerstrebten, dem Beispiele de« Occident« in Bart und Kleidung sich angeschlosfen. Alle Diejenigen, die eine Reform de« Judenthum« anstreben, müssen tß auf« tiefste beklagen, dag durch solchen wüsten Reformspektakel der wildesten Orthodoxie in die Hände gearbeitet wird. Sine Leon'sche Bro hüre wirkt in den Kreisen, die für da« Judenthum noch ein Herz haben, energischer zu Gunsten der Ultra'«, al« hundert ihrer Predigten, wie die Anarchisten den Feudalen helfen, so diese religiösen Anarchisten der extremen Orthodoxie. Auch unser« Familiensinn und unser« Wohlthätigkeit«- sinn klagt Leon an. Sr ist zwar nicht erbaut davon, daß un« zudem der Drang nach höherer Bildung zum Vorwurf gemacht wird; aber der ,praktische Sinngebietet e« nun einmal, daß wir un« danach richten, daß wir unser Bildung«- streben ei »dämmen. Also wenn ein junger armer Gymnafiast oder Student, der von seinen Lehrern gut empfohlen ist, zu Such kommt: haltet die Taschen zu, u. wenn'« der eigene Bruder!ist» haltet die Taschen zu! Die Elter» solle» lieber in« Lierhau« gehen, al« für ihre Kinder Schulgrld sparen; Herr Leon scheint e« an sich zu erfahren, daß da« bischen Wißen «ine schlechte.Waffe ist. wenn man e« so miserabel anwendet. Herr Leon glaubt, daß da« Genie fich selbst Bahn bricht und beweist den Satz naiv mit den Genie'«, die fich Bahn gebrochen habe». Wir Andere find menschlicher, wir fördern auch solche, die keine Genie« find, sondern nur in ihrem Berufe tüchtig wirken, und glaube» allerding», daß ein tüchtiger Arzt doch wichtiger, ab» «in tüchtiger Schuster sei.

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