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Israelitische Wochenschrift · 1890-05-15 · 20 (15.5.1890) · p. Seite 145

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
20 (15.5.1890)
Date
1890-05-15
Page
Seite 145 (sequence 1)
Language
German
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M 20. Ma-debrrrg, 15. M«i 1890.?fttltQ. XXL eine allgemeine Zeitung des Judenthums. at•-ä *PtAmtlttk rrt<Vtn< le eint fhimmtr Vt tri ,i.atli•«‘ f trtl Mt alt Hlfflitilf M tOm PastilmltTN u. Vuchhaadlmfm drail^uli vtnrellLhrl. Ott lirecttt Auttnvung: (ähriich 14 Wart. , ach kn» ■»•(«nkt: 16 S>t. (8(1., U>grc»., 8 *kl.. 4 Dollar•). Dfc Btt .*aatUMaklatt' (06»t .81111tatutklat 1ד foftet: _ 8 *hu* 80 «•r•. «tmtiiiktn«. I Herausgegeben von Rabbiner vr. Hfl» Hiahmer in Magdeburg. fit Mshrhelt, Recht 111 Friede,: --» iltr die.IstraelitNche «ochens tritt" otc für da« .IÜdischeSttteratar-VIarr-,' die NeinqespLUnre VerU-eile o*er otttn Kam» W *f. stnd entweder durch die Annonce«» (fmbttf onen 00« Gt-1». Davtb• AOo., Rudolf ^Toglera. A. ober direct einzu enden an: Dt» »0N»Ach»«׳ fchnlN*» 1» lutbelnifi m -ו K I r-ba!»: Wochen-! Jj־״ Aalender. Seit«»»« «ttifcl: Der Pfeil. — Briefe au» Polen. — Aus der ■ _ 1890. 6660, | Praxi». Dounerstag . . 16 26 40. Bericht« und Sorrespondenzen: Deutsch!an:: Magdeburg. Berlin. Berlin. Posen. 1karl»,uhe. Krritag . . . 16 26 41. vesterreich-llngarn: Au» Böhmen. Preßburg. veroischtr und neuest, Nachrtchtrur Berlin. »Snig«berg Dessau. Land» berg. Leimig. Veilburg. Bollub. Hamburg. München. München. Wiesbaden. Au» Hannover. Stettin. Wien. Sonnabend. . Sonntag. . . 17 18 27 28 8,8#) כהר כחקתי)P.5.42. Reumondeinsegnung, Montag . . . 19 29 44. Au» Ungar». Aus Lonstantinopel. Dienstag. . . 20 1 Roach Chodesoh Stwmn. 46. Inserat«. Briefkasten. Mittwoch . . 21 2 46. AM" Rachdmck ohne vollständige Quellenangabe untersagt. «■ Donnerstag. . 22 3 47. Der Pfeil, dm der Antragsteller gleichen Namen« am S. d. M. im Herrmhausc auf den statistisch nachgewiesmm höheren Wissen«« trieb der jüdischen Schüler in de« preußischen Lehr» anstalten abgedrückt hat. hat sein Ziel trotz der Annahme de« Antrage«: ״die Regierung um Erwägung von Maßregeln zur Beseitigung der au» der Ueberzahl jüdischer Schüler erwachsenden Urbelstände zu ersuchen", seiten» der kleinen aber jetzt «huwächtigen Partei auf der rechten Seite deschlecht de» setzten Hause» nicht erreicht, sondern ist auf den, resp. die Schützen selbst zurückgeprallt. Die ganze Bedeutuug der an den P feil'schen Antra, sich knüpfenden Debatte liegt in der Frontveränderung de« EultnSminister» v. Goßler während der 7 Wochen zwischen de« 20. März und 9. Mai. Während seine damalige Er» klärung im Sbgeordneteuhause über dieselbe Angelegenheit vom Geiste Stöcker» angehaucht war, wie« er im Herren» Hause die Uebertreibung de« Antragsteller« entschieden zurück und verfocht den bi«her von der Schulverwaltung vertretenen Standpunkt, daß sowohl »ach dem Landrecht wie nach der Verfassung kein Lind seiner Eon» fcf fion »egen von einer Schule a««geschlo ksen «erden dürfe, ja im offenbaren Gegensätze zu dem, wa« er am 2V. März noch al» rin zu lösende« ״Problem" hin« gestellt hatte, erklärte er am 9. Mai e«nichtmehral«problematisch, sondern al» politisch unklug und für d e gesammte nationale Entwickelung nicht für gedeihlich, dir jüdischen Schüler von de» christlichen zu trennen und in desonderen Anstalten zu verrinigen. In dieser seiner Anschauung wurde er von den Oberbürgermeister» der Städte Frankfurt und Magdeburg lebhaft unterstützt; dennoch gelang es ihm nicht, die Geister, die er durch seine zweideutige Rede i« Abgeordnetmhause selbst heraufbrschworen, wieder zu bannen. Der Antrag de» Glasen Pfeil »utbt, wenn auch nur mit ganz geringer Majorität, angenommen. Wir erblicken in diesem scheinbaren Siege dennoch eine Niederlage der stückrrlich-grsinnten Junker, denn sie haben dm Ches der UnterrichtSverwaltuag, den EultnSminister, auf dessm Unterstützung sie ganz besorder» gerechnet — sie hatten ihn ihrem Antrag deshalb na me n tlich hervorgehoben — verloren, er wandte sich gegen die An» tragsteller und wie« da« Verfassungswidrige ihre« Antrages in überzeugender Weise nach. Da» bleibt für un« da» allein Maßgebende. — Bezeichnend für die nicht» wmiger al» einheirlich« Zusammensetzung de» Ministerium» ist e», daß der HauS»inister Wedell-PieSdorf, ehemaliger Regierungspräsident in Magdeburg, und der Exminister von P u t t k a m r r f ü r den Antrag, der frühere Justiz»inister von Friedberg und Graf Moltke gegen denselben stimmten. Schade, daß Fürst Bismarck fehlte, oder — b e s s er so. Wir kaffen nunmehr die Reden de» Eultu-ministnc« und der beidm Oberbürgermeister hier in autsnoo folgen: <lultu»miuister Dr. v. Goßler: Der Antrag ist al» solcher ein relativ beschränkter und liegt innerhalb »es Ressort» der technischen Unterrichtsverwaltung, und e» liegt nah«, daß ich in keiner Weis« An» laß genommen habe, irgendwie eine Lntschließung oder veurtheiluaa de» Antrages innerhalb der Regierung herbeizusühren. Alle», wa» ich als» sag«, spreche ich lediglich als llnterrichtsnünister und will in keiner Weise irgendwie eine Präjudieirung der Regierung al» solche herbei» führen. Die verfassungsrechtlichen Srwägunae» hierzu, welch« der Bor» rrdner augchellt hat, sind innerhalb der Verwaltung bisher »och nicht angestellt worden, und wo seiten» der UaterbehSrden ähnlich« Er» Wägungen an st» herangetretru sind, haben sie sich aus eine« ander« Standpunkt gestellt wie der «ras Pfeil. Ich Hab« noch nicht gehärt oder gelesen, daß die von dem Vorredner angeregte Krage unter de« Gesüüspuntt der Gleichheit vor de« Gesetz erledigt werde» könnte. Die Verfassung beschränkt deu Artikel 24 sehe weis« ans die Gtnrichtnng der volwschule»; denn die Kinder, welch« in der Volksschule bnrchge»

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