Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 18 (1.5.1890)
- Date
- 1890-05-01
- Page
- Seite 129 (sequence 1)
- Language
- German
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M 18 PqMn!, 1. Mai 1890. Ilchq.lL. ♦ n♦ \ eine allgemeine Zeitung des Jndenthums. MschnttUch 1« du Unmut der chpschON schal,I-, dt» ויוון»•«״•, »1• 11 •1 .» ״« yty 11 י ■ t ■ k 1«11 VnU fit tlc knltfUHi•* M (Om »•ktattttn -. 9u4l«»Hajwn1 InlMuk »ltddlähtl. Pit kittet,t flutrntmn«: jährlich 14 Park, «ch koa Nallaakt: 16 91(. (8 6.. 80Ft-ä.. 8 Ml.. 1 XoUact). »k JPMtmttrtft' mit ^mrillmkUrit* (»kn, •Slltttatutllitr) foftrt: , _ 9 »M 98 Pf«, kkttdjähtllch. 1 HerauSgegebea von Rabbiner vr. W. Aahmer in Magdeburg. |i! P1|T|1lt, stecht -sieden! -» iwrivttf mr d׳e,Israelitische ©odjtnfJJtir.* an, hir tat .3übif(fie8ttteratttr*etatf, die Neiaq^paltene PeritzeUe oder oere» Nau» tVL Pf. sind rRtwrder durch die Annoaeea. En»,dtrtonrn vo» Q-. L. Daub« «SeOo., ftu.dolf Mow. HaaMaitoln ׳fc Vogl»rb. L. 01 ־מסס r,cז ,insu enden a:1 9u «mv-dM-« da» JmKtt. Wach-N r+wif*' t« P«l»>k«1| E 1 1 6 st«tt«Ude «tttkel: Lme Tage«frag« der Erziehung. (Zur Duellfrage.) Bon Dr. L. Treiirl in Narliruhe (Baden). — Dr. Lehmann. Mainz. Bericht« und Sorrespondeoieni Deutschland: Magdeburg. Berlin. Berlin. Dresden. Dresden. LuS Württemberg. Oesterreich-Ungarn: Au« Mähren. Au« Böhmen. Au» Ealazien. Amerika: Cincinnati. ver«ischte und neuest« Nachrichten r Berlin. stönig»berg. Wolseubüttel. Au» der Provinz Posen. Hannover. Darmstadt. Nürnberg. Wien. Manchester. Rew-Vork. Inserat«. Nachdruck ohne vollständige Quellenangabe untersagt. 'V■ Machen- Hai. 1890. Jj״• 5660. Aalender. Donnerstag . . 1 11 26. Kreitag . . . 2 12 27. Sonnabend. . 3 IS .3.28.^8,12>אחו־י,קדושים Sonntag. . . 4 14 2a. Montag . . . S 16 30. Dienstag. . . 6 46 31. Mittwoch . . 7 17 32. Donnerstag. . 8 18 Lag b«-01ner. 33. Eine Tagesfrage der Srziehmmg. sA«r V»ekkfrage.) Bon vr. L. Treitel in starl»ruhe (Baden). II. Neben den seit Langem in den Tiefen deutschen Volk»- leben» arbeitenden Eulturmächteo, dem Geiste de» klassischen Alterthum» und den Religionen de» Judenthum» und Christenthum», macht sich in neuerer Zeit ein Zug von mittelalterlich-rittrrlichrm Wesen wieder geltend, dem wohl für seine Zeit der Schein von Romantik nicht gefehlt haben mag» der aber io unserer Zeit nach den so veränderten Rech Sverhältniffen wie eine Ruine untergegangener Zeiten, mit etwa» Uebrrleble« erscheint. Wir gern hätte man diesen Zug für immer abgethan geglaubt, von einigen harmlosen Arußerungeu desselben abgesehen, die man sich wie Spiele der Jugend gefallen ließ, bi» ernstere Aeußerungeo dieser Tage in erschreckender Weise kund gethan, daß dieser Zug »och mächtig unter un« besteht, ja immer größere Kreise der gebildeten Stände insbesondere bei der studirende» Jugend zu ergreife» droht; e» ist da» in unseren Tagen fast epidemisch gewordene Duell mit seinen für Leben und Moral so verheerenden Wirkungen, da« dazu noch in der letzten Zeit eine besonder» blutige Rolle in dem Streit der Lovsesfionr» spielt. In der kurzen Zeit, seit ich zum ersten Mal tu dieser Frage zur Feder griff, haben abermals zwei Ptstolenduelle mit tödtlichem LuSgauge zwischen christl. und Mischen Studeuteu an unseren Universitäten, wie gemeldet »nrde, stattgefunde-!!ei denen mau nicht weiß, ob «an mehr be» Gefallenen oder den all Sieger hervorgegangeueu Duellgegner beklage» soll, vom Standpunkt bürgerlicher allgemeiner Moral. Dean ob auch die erhaltene SatiSfaction einen Augenblick schmeicheln mag und wenn auch der Sieger, der seine» Gegner im Duell geiö^tet, dem Arm der strafenden Gerechtigkeit entflicht oder, wenn erreicht von demselben, doch nicht von der vollen Strafe de« Mörder» getroffen wird, wird denn derselbe den Erinnyen in der eigenen Brust entrinnen können? Und ist e» nicht ein entsetzlicher Gedanke, Zeitlebens vor sich selbst als Mörder zu erscheinen da vor dem Forum de« Gewiffen« keine Beschönigung gilt? Und noch nicht gerechnet den Jammer der Familien, für welche ja Beide, der Gefallene wie der Mörder, um ein biblische» Bild zu gebrauchen, an einem Tage verloren gegangen sind! Doch hören wir, wa« über den Ehrbegriff de» Studeuten-Lomment», diese immerfließende Quelle der Duelle, E. Abel, ein Christ, in seiner ״Betrachtung über da» Duell Bering-Galomon" schreibt: S. S sagt derselbe wie folgt: ״Aber nun kommt da» deutsche Borurtheit, welcheden Begriff der Ehre zur starrikatur macht. Ihre (der Duellgegner) Ehr: erlaubt ihnen nicht, einander um Verzethuug zu bitten, denn man könnte eine solche Aussöhnung für ״feige" halten. Ihre Ehre erlaubt ihnen nicht, ihr Unrecht einzugestehen, befiehlt ihnen vielmehr, Vorbereitungen für einen stampf auf Leben und Tod zu treffen. Ihre Ehre befiehlt ihnen, den Jüngern ernster Wiffenschaft, auf Rache für ein Unrecht zu fiunen, da» fie sich in der Truukenheit zugefügt. Und nun trete» fie einander mit der Mordwaffe gegenüber. Jeder von ihnen hat Eltern, Geschwister, Freunde — fort mit ihnen allen, fort mit der Lehre der Rrligiou — wa» ist Elternsorge, FrcundeSliebe im vergleich zu der entschlichen Beleidigung, die ei» Betrunkener auSgeftoßen. Die ״Ehre" will Blut, so steht e» i« Eommeut. Und der Eommeut über Alle». Sein Schreiber hinter dem Biertisch steht ja hoch über der serklärtrn Gestalt de» Gründer» der