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Israelitische Wochenschrift · 1890-04-24 · 17 (24.4.1890) · p. Seite 121

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
17 (24.4.1890)
Date
1890-04-24
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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M 17. JRagteknrg, 24. April 1800. Istry. XIL eine allgemeine Zeitnng des Jndenthnms. MlchriMich erlchrt»! I« rtac Kammn twt brt ״faaiill*«. tla«,«••!«1 Jfltt•*«« «»kl atta“. v>«i» für alUvarlMUti» tri aümPoüLmler» ». BuMa*bl)m«n1 dxal AÄark »ierieliährl. Mir Mtcctct Satcnbang:!ührlich U Mar«, rach kna lalltibc 18 91(. (8 8.. 30Sn«., 8 Ml., 4 L»llar«>. Sk ^Dachaafchrifl- ■u.faarfUmMaM' («41( »Li ttrratarülatil kaftrt: ' S Mark « 0ft. »irrtellihrlich. Heransgegeben von Rabbiner vr. M. Aahmer in Magdeburg. fit Wahrheit. »echt in» Frieden? 1 -,״I nfirati iur r ö t i i t M •b t Wo41ens 1ז 1 ז י?• mit »ur ba«.^ubtf4c8t1tccatttt*8(aita, die Neiagespatteae P^rUjetle ooer oerm Raum W Vf, nnd enrweder durch die ttmtonccit« (frprbUtoutitQOB O- L. Dnub« £cCo., Rudolf Mom«. *r Voglor 0. L. oder otrecre»n^u enden au ׳ Di»*•# .3«rotiif• Mach»», rdprlft“ H« 9U0b*b«tTf!«halt: Poiteeede Artikel: Eine TageSftage der Erziehung, oder: Was ist angesichts der sich mehrenden Duelle z» thun. — Briese au» Polen. — Auder Praxis. Bericht« trat Korrespondenzen» Deutschland: Magdeburg. M-gdeburg. Berlin. Berlin. Mainz. Halle a. S. Hannover. Allenstein. Au« Württemberg. Oesterreich-Ungarn: An» Ungern. — Schweiz: Aus Basel. Rußland: Warschau. Petersburg.! lvermischte nnd neneste -rachricht«» r Berlin, verlin. Freibürg i. B. Breslau. Nürnberg. Aus Heffen. Wien. Wien.! Aus Ungarn. Part». Odessa. Smyrna. Gibraltar. San Kran» eise». Hudson. Bombay. Ans de« U. 0. B. B. — Inserate. Nachdruck ohne vollständige Qnellenaugabe untersagt. ZSschen- IprU. 1890. JjiT. 6660. Kalender. 1 Donnerstag . . 24 4 19. Freitag . . . 26 6 20. Sonnabend. . 26 6 .21 .2.7,59) p) תזריע מצורע Sonntag. . . 27 7 22. Montag . . . 28 8 23. Dienstag. . . 29 9 24. Mittwoch . . 80 10 25. Donnerstag. . llti. 11 26. Sine Tagesfrage der Erziehung, «der: Mn» Ist angesichts der ftch mehrenden Quelle zu 1-nnt I. In Jreidnrg in Breisgau ist der Candidat der Medicin ff. Ealomon, eben da er seine Studien absolvirt und zu der Hoffnung gesegneten, ärztlichen Wirken» berechtigte, im Duell zur Wahrung seiner Standesehre gefallen, und da» st in knrzer Zeit der zweite Fall, daß um so ftivolen Lnlaffe» willen ein so junge«, hoffnungsvolle» Menschenleben zu Grunde geht. Welchen Lntheil hierbei der, bei der academischen Jugend leicht zu Lhätlichkeiten führende Raffenhaß hat, da« ist in wirksamster Weise der akademischen Jugend ins Angesicht, wie es einmal bei solcher Gelegenheit geschehen mußte, von berufener Seite am Ort der Lhat gesagt worden.*) Ein andere« aber ist es, jetzt, da die beiden Fälle der Zeit« geschichte angehvren, sich zu fragen, was etwa die Erziehung unserer- und zwar jüdischerseit« daran verschuldet hat, daß unsere jungen, jüdischen Dtudirenden sich in Händel mit ihre« antisemitischen Gegner einlaffen. Hier ist wohl den die Erziehung bi« zu« Abgang zur Universität Leitenden ein ״Tideant oonaulea, ne qait reepublio* detrimenti oapiat“ zuznrufen. Bor Alle» gilt es jetzt, da« Uebel bet der - Wurzel anzufaffen;! und das wäre vielmehr eine Brrbefferuug der zur Zeit herrschenden »verkehrten Ehrbegriffe", über welche auch die Grabrede des gedachten Redners Nagt, wie sollte denn brr Einzelne sich der in seinen Kreisen geübten Pression und des Zwange« erwehren können, wenn, wie es *) In der von >m» in d»r jetzt vergriffenen Nr. S abgedruckiea trefflichen Rede des Herrn Rabbiner» Dr. Schwarz an» Karlsruh,, -o» der in Hannover ein nnbesngter Nachdruck vrranstallet wurde.! heißt, Bestimmungen noch bestehen wie diese, daß der aus! dem Sorp« ausgeschlossen wird, der eine Herausforderung! nicht annimmt. Und diese Infamie der Feigheit fürchtet der Jude um so mehr — ob mit Recht oder Unrecht mag für jetzt dahingestellt bleiben —, als eben auf seinem Stamme da« langjährige Borurtheil lastet, daß er nicht Gentleman genug sei, sich für seine Ehre zu schlagen. Und wie sollte nicht die Versuchung, die Waffen entscheiden zu laffen, und sogar da« so mörderische Pistolenduell zu wählen, eine große sein, als die Strafe noch immer nicht abschreckend genug bei der allerdings viel leichter erregten und erhitzen Jngend ist?*) Au« dem Gesagten folgt schon, daß die Beurtheilung des einzelnen Falls von Duell, um eine« Angriffes auf die jüdische Slammesehre willen, sehr schwer wird. Bereit« »erden Preßstimmen für und dagegen, hier verherrlichend, dort verdämmend in jüd. Blättern laut. Ich gehe nicht mit dem Verfasse: einer Eorrespondenz in einer der letzten Nummern de« »Hamaggid" so weit, auch nur ein" solche« Duell mit de« wohlklingenden Namen von Martyrium (Lidäuoob bnoobem) zu bezeichnen und etwa den ersten besten Mediciner oder Juristen, der sonst ganz außerhalb de« Judenthum« steht, bloß «eil er sich nicht einen ,Jndenjungen" will an den Kopf werfen laffen, in eine Reihe mit den so verehrungswürdigen Blutzeugen für den Glauben zu setzen. Betonen doch unsere Judenfeinde selber, so weit sie nicht auch Bibel- oder Talmudfeinde find, daß sie einen Unterschied zwischen Leh re und Bekenner machen, und jedenfalls tnvolvirt da« Schimpfwort *) So ist der Duellgegner de» Blua» za 2, dcc des Salomon za Jahre» Festungshaft bestraft worden; de« erster« wurde nach einigen Monaten der große Rest der Strafzeit erlassen.

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