Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 16 (17.4.1890)
- Date
- 1890-04-17
- Page
- Seite 113 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 16. P«gfctln1*f, 17« AprU 1890, Zlchktz.HI. eine allgemeine Zeitung des Judenthnms. Heranigetzeb«» von Rabbiner vr. M. Ztahmer in Magdeburg. jlr Matzrtztit, stecht /rirkr■! -m »«r•*■«« Wt blt3״»ta«CltM.t *•«.eaf.tlfl* mt für bat .3ibH.t8lttttatut.Blatt', blt ftrln$׳f»anme •mt «rmt Wau■ M «f. an» tttttatbtt durch dl« «■uaoett. TsiIulI ober bittet tlNM «»den an: G»»G»pakMaa.0»jJttalllt, י»«י1י*«מ• [.tlfl״ Hi •Makak■«• * ---'יי »Dchtntllch «ttchrlnt I« «ttu WnMmtt btt GMachaaech»!,««. bt» ״Jaattttaa. u. btl-ftttaratauklatta". gttlb ttt 1I< bnlWÜHtaa btl «ln VaäaMtttK a. Ba.ta*blaa»«n aral LLaalu »Ittttliabtl. MN bittet« t AulenbtutHt Ilbtlkb 14 Matt, ,ach bt■ »uaianbt: 16 Ckl. (6ft.. SD Stet., 8 W»U 4 »aftatax Sk 4V.4mM.ift* mit jfaatUlmb labt' labnt.eiltttatntblatr) kalkt: S (■aal: kB •fg. Mdtdibltfl«. »Uhwttr Lettewdr Vctiftl: Heir Pastor Dr. Ihtol. Schwalb. — Simultan- und SonfessionSschuleii. von Dr. Rothschild. Besicht« und Gorrespondewzeni Deutschland: Magdeburg. M-gdebuts,. Berlin. Alzey. Dreldea. Stettin. Strasburg. Nut Bat, r«. Schweiz: st. Mallen. — Großbritannien: London. Beeweischte und neueste Nachrtttiteur Berlin. Berlin. Gießen, vsterod«. Luzembura. Bien. Pest. Pari». London. Bukarest. Au» Rußland. Larlige. >U» dem U. O. B. B. 1 Berlin. Magdeburg. Dessau. Inserat«. Nachdruck ohne vollständige Quellrnaugade untersagt. Machenl»riL 1890. üiliu. 6660. j Aalender. Tonnerstag . . 17 27 12. Freitag . . . IS 28 13. Sonnabend. . 19 29 7.45) שמיד) Perek 1. u (Äfumon&finfciinrtng.) "׳ Sonntag. . . 20 SO i 15. > Rosch Chodesclt. Montag . . . 21 1 (JJar. 1«• Dienstag. . . 22 2 17. Mittwoch . . 23 3 18. Tonnerftag. . 24 4 19. Herr Pastor Dr. theol. Schwalb gehört zu den Männern, denen wir stets gern bei der Besprechung von religiösen, sei es wissenschaftlichen oder Tagesftagen, begegnen; selbst dann, wenn wir ihm nicht beizupflichten vermögen, hat er uns belehrt, angeregt und durch die klare volksthümliche Darlegung verwickelter wissenschaftlicher Forschungen wohlverdienten Beifall erworben. Jüngst hat der treffliche Mann zwei Aufsätze in der ,Nation" veröffentlicht, die es verdienen, daß wir Juden gegenüber diesen Aeußerungen des gelehrten uns wohlgesinnten Mannes unseren Standpunkt präcisiren. Schwalb erkennt an, daß die ״Hindernisse für denJuden, zum Christenthum überzutreten, offenbar sehr groß, für die Masse der Juden sowohl als für ihre geistige Elite fast unüberwindlich sind*. Wie Berge, so meint er, stehen sie da zwischen Kirche und Synagoge. Daß die Juden — mit verrenktem Wahrheitssinn oder mit verstauchtem Gewissen — darüber hinwegkommen, kann man nicht einmal wünschen. Niemand kan« befser als Schwalb diese Hindernisse bezeichnen: der Glaube an die Dreieinigkeit, das Abendmahl, ,besonders da wo Brod und Wein als der wahrhaftige Leib und das wahre Blut unseres Herrn und Heiland Jesu Christi dai gereicht werden", und die Lehre vom Mittler zwilchen Gott und dem Menschen. Die Lehre vom Abendmahl muß den Juden um so bedenklicher erscheinen, als sie - »Blut so verabscheuen*. Dennoch spricht Schwalb die Hoffnung aus, daß wir Inden einmal zur herrschenden Kirche hinLbrrkommen werden; Wirthellen diese Ansicht durchaus nicht, weil ««»Schwalb selbst weit mehr ein Jünger der jüdischen Propheten, denn ein Lehrer des Christenthums zu sein scheint, ja weil wir kühn genug sind, zu behaupten: nicht diejenigen, die sich Christen nennen, folgen der Lehre und dem Beispiel Jesu's, sondern wir Juden, besonders diejenigen unter uns, die nicht auf das Ceremoniell ein allzu übertriebenes Gewicht legen. Hören wir doch nur, was Schwalb selbst von Jesus meldet: ״keine neue Religion, nicht einmal eine vom jüdischen Volke getrennte Religionsgemeinschaft wollte er gründen", ״er hat weder antijüdische Dogmen, noch neue Ceremonien angeordnet; von der Drrieinigkeitslehre findet sich in seinen Reden keine Spur, ,die Taufe hat er schwe.lich befohlen", ״als er das letze Abendmahl mit seinen Jüngern feierte, hat er jedenfalls keine Abendmahlsfeier gestiftet, sondern einfach das jüdische Ostermahl gefeiert*. Schwalb bittet die Christen das zu erwägen, dadurch werden sie zu einem ,für alle frommen und echten Israeliten annehmbaren Christenthum" hingedrängt werden. Herr Schwalb gehört nicht zu den Männern, welche die Konsequenzen scheuen, welch« das Wort ehren, wenn der Begriff hinfällig ist. Was aber ist denn das Christenthum, wenn der sonst so klare und weise Mann mit den oben wörtlich angeführten Sätzen recht hat, ist dann nicht jeder Rabbiner, der mild wie Hillrl seinen Glauben lehrt, weit eher ein Nachfolger Jesu, als alle Pastoren, als Schwalb selbst- Schwalb geht ferner in der Negation viel zu weit, wenn er behauptet: ,Was Mose, der erste israelitische Prophet überhaupt war, ist geschichtlich nicht ftstzustellen. Seine Biographie und sein Werk sind ein unlösbares Problem". Es ist ganz unmethodisch, die mannigfachen Traditionen, welche im israelitischen Volke über seine Bergangenhest, seine Führer, sein« Gesetzgebung vorhanden waren, als jedes