Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 14 (4.4.1890)
- Date
- 1890-04-04
- Page
- Seite 111 (sequence 7)
- Language
- German
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_י ft— 111 — (angnng der Corporation zu ,,»innen, »urbe diese« Gesuch Infan,• dieser Woche »on den größten Theile der hier »oh- «enden Inden erneuert. Herr Gchulrath Professor MichaSl, der fich für da« Wohl der Gemeinde schon vielfach bemühte, hat diese« Gesuch mit dem Hin »eise auf die gedeihliche Ent- »icklun, der ReligtonSschule auf« Wärmste befürwortet, ebenso der Verweser de« sächs. LandeSrabbinate». Herr Dr. Winter in Dre«den. Einem guten Erfolge diese« Gesuche« fieht «an nun in den intrresfirten Kreisen hoffnungsvoll entgegen. LesterretesfUngenm. n. Ins Nngarn, 30. Mäij. (Or.-Torr.) Gegenüber den ,Gymnosial-Gdetto'S de« Herrn Stöcker" darf e« al« höchst erfreuliche Lhatsache hervorgehoben werden, daß da« Streben de» österr. Episkopat» nach konfessionell abgegrenzten Volk»- schulen bei der österr. Regierung keinen Anklang gefunden Hot, und diese sich in diesem Punkte in vollkommener Ueb.rrinstimmung mit ollen Gebildeten der Nation befindet. Möge doch der Eleru» lieber gerade im konfesstonellen Interesse energisch den Antisemitismus bekämpfen, der, wie e« au» der Petrrpfennig»debatte de» Wiener ReichSrathe» hervorgeht, mit dem UltramontauiSnm» dort Hand in Hand geht, so sehr dieser die ,Liebe" und Jener den Hab auf seine Fahne geschrieben hat. Leider haben die Antisemiten noch immer SS Mandate im VertretungSkörper der Stadtgemeinde Wien',. Au« unserem Lande bin ich in der Lage zu berichten, daß der Kultusminister Graf Czaky dem iSr. Lande»׳ Tulto«- bramtenverein die Regelung der definitiven SmlSanftrlluogen verheißen hatte, damit dir Caotoren nicht der Willkür der Gemeinde-Vorsteher preiSgegeden sein sollen, nicht subjektiver Wille, sondern odj'kltve Gesetzmäßigkeit in dieser Richtung walte. — Da» diesjährige Etat der Prstrr CultuS-Gemeinde ist für religiöse, humanitäre und UnterrichtSzwecke auf 263,671 Gulden veranschlagt. — Herr Sirgmund Schoßberger von Lornyai wurde zum «rbltcheu Baron ernannt. Kermischle und ueueste Nachrichten. Vrrtt«. Die Milglieder de» Berliner Stadtverordneten-Kollegium« Dr. Langerhan», Juftizrath Meyer L, Degmeyer, Frideriei, Hütt haben an den Magistrat folgend« Anfrage gerichtet: ,Die Zeitungen berichten, daß, nach einem Briese der Vorsteherin einer höheren Töchterschule, Fröuletn Agned v. Schmidt, Hallrschestraß« 20, diese sich im Laufe de» verflossenen Winters anläßlich einer Anfrage der Behörde »erpflichtet Hab«, hinfort nur noch christlich« Schülerinnen auszunehmen. Ist de« Magistrat von der berichtet«» Lhaisache etwa» bekannt? Event. »aS gedenkt derselbe in dieser Sach« zu thu»? BreSla«. (Or -Er.) Jüngst feierte hier Herr Bernhard W o l l st«i n seinen siebzigste» GeburiStag. Herr Wöllstein gehört zu den populärsten Mitgliedern der Gemeinde, er sehlt nirgend«, wo e« «in gute« Werk zu fördern gilt; er eilt in die Hütten der Armen, er ist eia Pfleger der Kranken, er übt di« fromme Pflicht der Todtenbestattung; dabei ist er fröhlichen Herzen», der, wo «S nur angeht, da» Licht seine« Humor« leuchten läßt. Der Jnbilar wollte de» Ovationen, di« ihm »»gedacht waren, entgehen, er reist« nach Berlin, aber sein« Freund« wußten ihn auch dort zu finde» und haben ihm in Berlin «in glänzende« Festessen mit vielen Festgedicht«» veranstaltet. Ntzbutk. Unser verehrter früherer Rabbiner Dr. Daniel Fräakel, der seit einigen Jahren von hier nach Br«»lau, wo einer seiner Söhn« llntv«rfltät»pros«ffor ist, ist am 1. April im 68. Lebensjahr« nach kurzem Leide« »«schied«». Sr war ein Schwiegersohn de« sel. Berliner Rabbinatöaffeffor« Roseuftein, ei» wahrhaft gotteSfürchtiger Manu und tüchtiger Pädagoge. Die große Anzahl seiner Schüler hing mit großer Lieb« und Verehrung an ihm und wird ihm ein ehrende« Andenken bewabren, רו t 1 Sembnerg, 80. März. Unter Leitung der beiten Prediger der Lempelgemeiude, der Herrn DDr Letmdörser und Leligman», wird hier et»« Israelitisch« Reliaionöschnle" eröffnet, der bei dem vorhandene» BedÜrsntß und de« vertrauen, daß di« genannten, auch pädagogisch bewährten Prediger I» der Gemeind« genieße», «in recht günstige» Progaostiko» gestellt werde» kann. HembNUG. Dt« neu« Oper .ASrael" von Herr» Alber! Iran» chetti, Enkel de» Baron von Rothschild, kam i« hiesigen Stadttheater zur Aufführung und erntet« reichen Beisal. von der vühaenkritik wird sie al» e'nr der bedeMendsten Erscheinungen der Gegenwart be- ÄSuieSberg. E« dürft« wohl weiter« Kreise dt« Mittheilung interessiren, daß unser Rabbiner Herr Dr. Bamberger am 8. Juni d. I. sein 2ü jährige« A«t»:nblläum begeht. Stuttgart. Der Staat«-«azeiger für Württemberg" veröffeurlicht unter de« 2ö. März folgend« Verfügung: ,Um den Soldaten t«raelilischen Lieuben» die Feier de» Passahfeste« zu ermöglichen, ist höheren Orte« angeordnet «orden, daß denselben, soweit e« da» Dienst» intereffe erlaubt, Urlaub vom 4. bi» 12. April in di« Heimat bewilligt werdea kann. Straßburg i. E. Für di« vittwen »nd Waisen der reich«- ländischen Rabbiner und sonstige,! Kultusbeamten ist eine Pensiondkaffe begründet «orden, zu der der Präsident de» Konsistorium« für Ober» elsaß, Herr Lauh, durch «ine Spende von SOOO Mark den Grundstock legt« und di« Regierung «inen jährlichen Zuschuß von 2000 Mark beitragen wird. Straßburg, Elsaß, 27. März. (Or^Lr.) «l» Nachfolger von Proseffor Schesfer-Boichorst, der einem Rufe nach Berlin Folge leistet, ist der bi«herige außerordentliche Professor Dr. Harry BreSlau in Berlin »um ordentlichen Proseffor für mittelalterlich« Geschichte an der hiesigen Universität ernannt «orden. Ooefsa. Hier starb der Nachfolger de» sel. Rabbiner« Dr. Echwabacher, der Magister Gurland, plötzlich aus der Kanzel, von der er di« Festred« zur Feier de» KrönungStage« de« Kaiser» mit kraft« voller Stimm« geholten hatte, mit dem »Schluß-Amen" auf den Lippen, im Alt׳r von 46 Jahren. Hawley tPennsilvanien). Herr Isidore-. Levin«, der einzige Jude in unserem Orte, wurde am 18. Februar d. I. zum dritten Melle al» Mayor (Bürgermeister) gewählt. » V0M V. O. B. B. Dame» al» Mitglieder des Orden» B'uei B'eith. New-Hork. In ihrer Sitzung vom 28. Januar er. zog di« L banon-Log« Nr. 8 de« U. O. B. B. die Frage in Erwägung, ob e« -»eignet erscheine, Damen al« Mitglieder in den Orden auszunehmen. Nach einer sehr lebhaften und eingehenden Debatte kam man zu dem Schluff«, daß «in« solch« Maßregel wünsch«n»w«r!h sei 'und da« Heil de« Orden« nur fördern könne. E« wurde alsdann beschlossen, «in Lomitr« zu ernennen, welche« vermine st Eireular« di« Aufmerksamkeit der Bruderlogen aus die vent lation dieser Frage lenken sollte. Da« Eomite«, bestehend au» den Brüdern S. A. Seward«, M. Minze«- Helmer und D. A. Sohn setzt« »l«bald «in Lircu'ar in Umlauf, welchem wir solgend« Stellen entnehmen: .Al» vernünftig» Wesen sollten wir n e etwa» unternehmen oder unte l'ffen, oh « di« Gründe für unser Thun reiflich erwogen zu haben und weder einer hergebrachten Tradition, noch einer Form bl noling» solgen. Unser Verhalten gegen da» weiblich« Geschlecht wird!edoch lgestehen wir e« frei! wesen,lich durch Tradition und Formel bestimmt. Ueber di« Gründe nachzudenken, warum diese« so sein sollte, erlaubt un» augenblicklich di« Zeit nicht. Wir erziehen unsere Damen, um sie für eine Stellung zu qualifizieren, welche wir dr«hald für di« getigntte imm r ein« begrenzte. Giebt e» irgend einen vernünittgea Grund, weshalb unsere Krauen. Töchter u. s. w. nicht in unseren Logenräumen sitzen und mit un» die Angelegenheiten berathen sollten, gerade so. wie sie auch d!« Familienangelegenheiten mit un» berathen? Wir erkühnen un» zu sagen, daß Jeder, an welchen d'ele Frage herantrit«, fall« er sie zu verneine» geneigt sein sollte, rasch di« Frag« bei der Hand haben w,rd: »Dir wollen e« nur bleiben laffenl" Da» ist aber keine begründet« Antwort. Unser Orden bezweät di« geistige Entwickelung uuse er Raffe — da» schließt aber di« Frauen mit eia. Wir haben keine Geheimntffr, di« wir de» Krauen vorzuenthalten hätten, dagegen haben wir Arbeiten vor un«, in «elcher di« Frauen un» wesentlich unterstützen könnten, abgesehen von de« verseineraden und b:ld«ud.n Einfluffe, welchen die Gesellschaft de« zarter» Geschlecht» auf den Mann üb», weläer außerhalb diese» Einfluffe« stehend sehr leicht roh, intolerant und auöschweisend werden könnt«. Auch da« wäre kein« Antwort, daß unser« Frauen in den Bestrebungen de« Orden» un» dadurch unterstützen könnten, daß st« Hilf«» verein« «. s. w. gründeten. Wenn sie an unserer Arbeit sich betheiligen, warum sollten sie an den Resultaten derselben keinen Antheil haben? W^rum sollten st« außerhalb de« Kreise« stehen, wenn sw jede Be« fähigung besitzen, innerhalb deffelben wirken zu können? Wir werden «S zweifellos empfinden und sind der Meinung, daß der Orden B'uei B'rity dadurch, daß er anderen ähnlichen Jnsttmtionen mir de« Beispiel vorangehl, dl« Damen al« Mitglieder auszunehmen, nicht nur sein« Macht wesentlich steigern (denn in den Zahlen besteht die Macht) und den Loge» neue« »nd thatkräftige« Leben einhauchen wird, sondern daß er hierdurch auch da« nicht zu unt«rs<hätzend« Berdienst für sich t» Anspruch nehmen darf, «inen Weg gezetgt zu habe», aus welchem Fortschritt, Eiviltsattoa »nd würdiger Ersatz für traditionell« UagerechtigkeU all«» gezrttigt «erden können".