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Israelitische Wochenschrift · 1890-03-20 · 12 (20.3.1890) · p. Seite 95

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
12 (20.3.1890)
Date
1890-03-20
Page
Seite 95 (sequence 7)
Language
German
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uftralischeu ao!h«*en Pokal; metuem Gch»I»g»rf»h1t« », Oberrabbtner in Hambeng (k), 11»* mdntt Tochter *fran, »ei»cn au> iw». SM» «ton. , _,״ Jeanette, (datt Fron, meine zwei größten Ttorarollen nebst alle» OraaKBtrn, welche gewähulich für dteselbnl benntzt würbe»; meine« ^' ' aerjohu« Jacob Israel in Berlin uvd «einer Tochter Minnah, hran, mein« kleiuste Thorarolle lebst de« dazu aehSrigeu silberne, ksachen und meinen aroßeu vergoldeten Gilber-okal; meine« asohne Magnu» Levie Schaa» und meiner Tochter Iba, seiner au. «eine, filigräairten Lhanukahleuchter und «eint 3 silbernen hier; «eine» Freunden Lionel Lovi» Lahe» ued Henry Harri» jebem einen silbernen Pokal; meinem Sohne Mareu» met-e silberne Sabdathlamp«; «einer Tochter Minna J»ra>! «eine silbern« Kaffeekanoe welche ter sekia« Sir Mose« Monlestorr «einer iheuren vuter schenkte, un» al« kleine» Zeichen «einer Achtung sür «einer Frau Bru'ee, den G, Heime» SanitätSralh Dr. Carl Lchs.Idt, vermache ich *«»selben «einen Diamantenen Trauerring (monming ring) und tygeo» einen Schmuck- oder andern Gegenstand, den die Testament»« »ollprecker au» meine« Nachlasse wühlen können.‘' Der Testator vermachte hierauf noch seinem Schwieger« sahne Harry Heilbutt und seiner Tochter Rebekka den oergoldeten Silberbecher, welche« ihm der selige Sir Mose» Montefiore gesche-kt hatte. Der Testator iibergab den Rest seine» BermSgeo» seinen BevollmSchtigten in dem Vertraue«, daß fl« die Einkünfte für dasselbe «ährend der Lebrnstzeit seiner Frau dieslr auSzahlen würden »nd für den Fall ihre» Tode» bestimmte er, daß unter andern noch folgende Legate ausbczahlt werten sollten: »Jedem »eiaer En'el Maier und Naph'ali Stern 101 Pf. St.; meine« treuen Diener Jostph vrn Gelder 60 Ps. 6t.; Nev. Dr. Sah», den! Gatte» «etoe. Eakclin Jette Ster» 30 Pi. St.; dedgleühen al« kleine» Zechen meiner Lob« jede» «einer Enkel «nd Urenkel 2 Pf. St. »an Atkaus ei er« Andeakeu»; d׳m Provtnzirl-Veantea-Fond, um deff.u Gründung ich «ih «istig bemüht habe und für dessen Gedeihea ich mich sehr interessi de, 20 Ps. St.; serncr 10 Pf. 2t. sür jede der solgnden JnltiMtionen: ^evria' Free School, Jew»’ CoUege, Jew»׳ Hospital »nd Orphon Aaylum, Ohahrah Gemiluth Chaasadim in Hannover, Brighton Synagoge, Jewiah Board of öaardien: al«» dann 16 Pfd. St. sür die deovluhah Br Ohajim tva-1'ahnnd Thor» in der heiligen Stadt Jerusalem." Nach Erledigung dieser Bestimmnagen soll der «och vorhandene Rest de» BerwSgea« nach de» Testator» Willen unter seine 3 Söhne und b Töchter gleichmäßig vertheilt weiden. Amerika. Me»-V»rt. In unserer Zeit der theologischen Sümpfe und Widersprüche berührt e» um so angenehmer, Beispiele «onftatireu zu können, welch« zeigen, daß brave Männer sich überall in Liede begegnen uad daß die wahre Philosophie keine Kunstgriffe kennt, die den Sectenhaß »ähren. Rev. Dr. L. F. Deem», Pastor an der Sirche der Fremden, gab jüngst einen homiletischen Lommentar zu den Briefen de» Jacob«» heran», vor dem Drucke richtete er folgende» Schreibe« an Rev. Dr. Gottheil: »Nlein licber Rabbiner Gottbeil I Mein Verleger bat soeben das Manusirixt eine» Ruches erhalten, welch«; den Titel führt .Vas Evangelium des gesunden!)erstände»." Ls ist eia fortlaufender Lommentar zu den Briefen de» Iacobu» in vnserin Neuen Testament. Dieser war, wie Ihnen bekannt ist, ein hebräischer Lhrist oder ein christlicher Israelit, oder so etwas von einer Natur, welch« ganz zu der eine» Gentleman paßt. L» fiel mir nun ein, mein Buch, wenn ich di« Lrlaubniß dazu erhielte, zweien Männer» zu widmen, welche ebenfall» Aentlemen nnd Männer mit gesundem verstand« sind, dabei aber zugleich in gewifier Beziehung al» Repräsentanten de» tief innersten geistigen Viderfpruchs, welcher nach meiner Ansicht zwischen den zwei Glaubensrichtungen besteht, gelte» können. Natürlich dacht« ich hierbei an sie und Bischof Votier, wenn Sie jedoch den geringsten lviderwillen dagegen haben, jo brauchen Sie keinen Anstand zu nehmen, es mir mitzutheilen. Ls ist von dieser Absicht noch nicht gesprochen worden und es kann also durchaus da» Gefühl Niemande» verletzt werden, wenn Sie beide Herren also einwilligen, daß Ihre Namen nebeneinander genannt werden, so werde ich schon dafür sorgen, daß keine Verantwortlichkeit für den Inhalt meines Buche» Sie treffen kann. Ihr ergcbenster Lharle» F. Deem»." Dr. Gottheit willigte gern in dir Errichtung dtese» Denkmals wahrer Bruderliebe, wie mau sie unter allen Eonsesstoarn wünsche« sollte und in Folge drffen erschien da» Buch mit folgender Widmung: »Dem ehrwürdigen Dr. Gustav Gottheit, Rabbiner am Tempel Eatana-El -» Nkw-Aork und de» hochwürdigen Henry E. Potter, Bischof der Diöcese New-Uork, von denen der Eine eia -herrliche» Muster deffen darstellt, wa» Iacobu» al» Israelit ,^»«f«» und her ludere ein Muster deffen, wa» er al» Lhrist war. ist diese» Buch mit gütiger Erlaubniß derselbe» gewtdmet von ihre« Frmnde und Bruder, dem Herausgeber. E» wäre wünschen»werth. wenn auch andere GeisUiche, jüdische sowohl al» christliche, he« Beispiele de» thrwürdigeu Dr. Deem» folgen und so der heiligen Sach«, für welch« Alle, und zwar Jeder in seiner Sphäre kämpfen, zu erhShter Ehre verhelfen würden. Mögen die kommenden Jahre solcher Exempel «ihrer Bruderliede unter unser« religiösen Führern noch recht viele zu verzeichnen Hoden. Vermischte und neueste Nachrichten. Magdeburg. Die hiesige Brmeindevertretung hat in gemeinschaftlicher Sitzung de» Vorstand«» und der Repräsentanten den van -iner neuen Synagoge auf dem Sladter««iterung»terrain der Nord» front beschlossen. Die jetzige Synagoge ist im Jahr« 1850 erbaut worden, erweist sich aber seit Javen für die vermehrte Zahl der Ge» ineiademitglleder nicht mehr au»köm!nl«ch, so daß an den hohen Feiertage» «in RebengotteSdienst für c. 300 Männer und Frauen in einem Saale abg-halten werden mußte. F.Verliu.<Or.-Cor )DerLaadidat derAntlsemiten sür die Nachwahl in Gieß׳» ist Herr Pickenbach au» Leclin. Herr Pickenbach ist in Berlin ungemein beliebt. Man reiß! sich nach ihn, und besonder» in juristischen Kreisen erfreut er sich größter Sympathie. Da» aeht so weit, daß Herr Pickenbach/ al» er einmal von einem hiesigen «:richte zur Ableistung de» Off nbarungSeide» eingeladen wurde und dieser freund» llchen Aufforderung nicht Folge leistete, von GerichlSoollziehern zwangsweise vorgeführt werden mußt«. So groß ist di« Veliebthelt de» Herrn Pickenbach, der al» antisemitischer Kandidat ln Gießen aufgestellt ist. Berit«, 1». März. Am Mittwoch starb hier im Hause seiner Verwaidtcn der Lausmann, frühere vaueraguiSvesitztr» Moritz Lewy lm 71. LebeaSjahre. Der verstorben« wurw im Jahre 1881 im Dorfe Löblau b:i Danzig al» OrtSoorsteher gewählt, aber von der Regie» rung in Danzig nicht bestätigt, weil er — Jude war. Bei jeder der dann anaeordnetea N-uwayleu wurde Lewy immer wieder gewählt und dann erst nach sehr «rrrgten Dekanen lm Abzeordnrtenhaufe «ndltch von der Regierung al» erster jüdischer Ort»vorstehe: in Löblau bestätigt. x n. ipest Herr Siezmund Schoßberger von Tornyal, Mitglied der hiesigen i«r. Gemeiad«, spendst« der Söaigl. A'ad:mie oer Wissenschäften zehntausend Gulden zum Zveck« der liedesetz«nz und V:rbreituaz «»»ländischer natiotal-ökonomischer Werke. Aach h tt« derselbe alaubenSgenössishe Wohlthäter für den Schriftstell-r-verein und den Literaten-Peafion-Zond je 2000 G tldea gespendet. London. Di« jüngst« Nummer der ״Health‘‘ (Gesundheit) ent» hält einen Artikel de» Dr. AndrewWllson über.Jüdisch« Leben»- sähigket." Sie seine Vorgänger sichre dt derselb: diese Lebensfähigkeit der strengen Beobachtung der;üdijchcn SanitätSgesetz« zu, wodurch die Juden mit aur seltenen Ausnahmen sich vor Krankheiten bewahren, welchen nicht-jüdische Raffen anheimfalleu. VeterobnrG. Da» Ministerium de» Innern hat neuerdings an 68 auSläadische Juden, die um Aufnahme als russische Unterihanea, ersuchten — abstlägig« Bescheid« ertheist. Rur 4 erhielten Erlaubniß — zu: Abwicklung ihrer Geschäfte 1 Jahr in Rußland noch bleiben zu dürfen. Warscham. Gleich den hervorragenden jüdischen Literaten Ludwig Aug. Krankl uad Leopold Duke» erreichte auch der Nestor der hedräischen Literatur in Marschau. H:rr LH. Z. SlonimSki, jetzt da« 80. Lebensjahr. Bor 6 Jahren feierte er sein 50jährige» literarische» Jubiläum — am 21. d. M. (März) feiert er seinen 80jährigen G«- durtStag. Er hat «ine große Anzahl «!ffeaschastlicher Serke gesch leben. Bor 17 Jahren grüudet« er di« hebräisch« Zeitschrift ״Hazefira“, die unter der Mitredaction de» genialen hebräischen nnd polnischen Literaten Dr. Sokolo« «in große« Ansehen erlangt«. S. hat sich weitgehend« Verdienste um di« Verbreitung der Wissenschaften und Bildung unter den polnische« Juden erworben und zu diesem Zwecke projeerirt die ^)»raelita" einen Fond feine» Namen» zu gründen. B. Waefchnn. (Or^Lor.) Der bekannt« hestige G«gn:r de» Tal- «nd Dr. Portegalo», «in Begründer ter Sekte ,da» neue J»cael" — veröffentlicht nunmehr eine Apologie de» Talmud. Zu dieser plötzlichen Umkehr bewog ihn di« Uutecsuchtng der Thierkrankyeiten und der Gelehrte fand im Talmud dt« wichtigsten sanitären Vorschristea, die er nun auf da» Wärmst« empfiehlt. — Doetor P. bekräftigt sein« Ansichten mit Attesten der hervorragendsten Gelehrten. — Ja KalnSzya, Gouvernement Warschau, wird demnächst «in jüd sche» Sp-tal angelegt werden, zu dem der Gubernial-Rath der Lohlthätigkeit»inftitute zu Warschau den bei ih« hinterlegten Fond von R. 18850 48 Lop. bereit» dei der Re.chSbank deponirte. B. Odessa. Der Verein sür.Verbreitung der hebräischen Sorache" sinder in Rußland immer m hc Anhänger und sind tn M-Stau, M.nSk und anderen One» gl« ch wie in Odessa solche Vereine im Latftehen. E» ist auffallend, daß zumeist Frauen sich al» Mitglieder «inschretbea uad hielt aus der letzten hiesigen Bereintverfammlung Fräulein Rebeka Lis«zyc ela« Rede ta reiahebtäischer Sprache, welche die Zuhörer «atzücki«.

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