Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1890-02-13 · 7 (13.2.1890) · p. Seite 49

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
7 (13.2.1890)
Date
1890-02-13
Page
Seite 49 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/6492344-5935074-5956694--0064-5373693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

י•־ ־'£ ל *י 7. Petto*««* 18. Fstnm«r 1890• Ilchq.XL eine allgemeine Zeitung des Jndenthnms. MDchmMst m+i*l k ctat *matT Wt J>*ch»»sctzet»«^, M «FaMttt.n. fl•*»•» «! Stellt•••« »1 «**•». Ml littet« t Mnln•: ILHrltck M •tat, r«4 taa ■*«<«■»<: u »r. («(.,»90•., UM, 4 »•tofV «" ' li'X Vft *•SäsT Heranägegebe» von Rabbiner vr. M. Aa-«er in Magdeburg. |It üilil'il. IUI Iik Jtiikt■! Wt M(.3»t«c(llif4( *»•<«■(• tlf•* ■u Mt Mt BdaariMIitnt V-ttkeUe t*a •«te *tnm M Bf. ft*> nttatktt burch bk InMcnu •pKMtttiKii *M O. LD»ub• «■Ocv, RadoU IUTo—, HftnttMnii VofUrll •btt bittet d«1»׳t*bt»«a: «M*tm »>**iH. I tchrtftta *&«*»»*»• lafcalt: | «rtikel: Der Papst »nd di« Blutbeschuldigung. — Di« j ' Inden «ad die Reich«toa»ivahft». Pta« Replik mit Anmerkungen. , — >s« dem SsterrelchiHen Relchäratb, Bericht« »ad a»rr»fpO»M>»«N t Deutschland: vliigdeburg. Berlin. Berlin, »,««baden. Alzey. Au» de» Reg.-B«z. Bassel. Oesterreich-Ungarn: »len. >u» Ungarn. An» Nähren- *ran!reich: Pari», Pari«. Pari», rstzbritanien: London. Italien: Ra«. Rntzland: Prlrrtbura. Warschau. vOrmtschtr ״d «rorst« Nach richten r Berlin. Sj-rnika«. Odessa. Ditt. «itn. Brüssel. London. Part«. Pari». Part«. Smyrna. Sidney. «OK** MW v. 0. B. B.: Berlin. — Saftetu. PP* «•chtea« ahne Mllsttnbiße Qaellrae»»•»« untersagt. -W> Machen- Mnar. 1690. ’ «ebenst. 666C 9*mwrat*g . IS 33 frntt«• . . . 14 24 IFNnaPen» 16 26 HSGMfMg . . 18 28 WsatBO. . . 17 27 9Umß*$ . . 13 28 DNMuMch . . 19 99 ])•*«umteg . SO 80 Kalender. O'LvlSv (L.ül.) k. llebelslia. (NtUM-ebd»!-»»»»•.) I. Loeeb-Obodeeob ihr. Der Papst und die Vlntbeschnldignng. Mit gr»b«r Freud« veröffentlichen wir die Urbersetzuaeiner «ns direkt au» London übersandten englischen Eorrefpoatenz, an» welcher wir zu unserer vollkonnnenen Bef ■: ' ruhtgnng ersehen, ba| der Papst an der Propagation der £. i» RN« stehenden s:HLndlichen Berlrnmdung gang und gar I »»schnlditz ist.?dank der Energie de» stellvertretende« Oderrabbiner« Herr« Dr. Hermann Sdler in London, welche« H gelungen ist, diese» erfreulichen Bewei» durch die folg«»« zur rechten Zeit eingeleitete Lorrespondenz zu erdelUgen: Bureau de» Dberrabbiner», London, vec. u. 5«50—;889. hochgeschätzter Herr Lardinal Mann in gl Zn Gemeinschaft mit ' alle» Mitgliedern meiner Religionsgemeind« erinnere ich mich dankbarst de» unschätzbaren Viens!«, welchen Eure Eminenz vor wenigen Jahren bai der traurigen Gelegenheit der rnsfischen Judenverfolgungen meinen Glaubensgenossen zu erweisen die Gewogenheit hatten. Diese Erinnerung «rmuthigt mich, auch im vorliegenden Lalle mich an Ihr edle» Herz zu wenden. '׳ Di« Heilungen berichten, daß in jüngster Heit von einem Herrn , Henri vesporter ein Buch unter dem Eitel ,Vas Blutgeheimntß bet den Juden" verdffentlicht wurde. In diesem ist das widernatllrllch« Märchen aufgefrischt, — ich kann es nur mit Hittrrn niederschreiben —, daß die Juden zu ihren gottesdienstlichen Leremonien d« Blutes der Lhristcnkinder bedürfen. Es ist sehr zu bedauern, daß . in unserem;9. Jahrhundert durch die Litteratur der längst verfaulte Leichnam mittelalterlichen vorurtheil» wieder ans Tageslicht gefördert wird, um di« Atmosphäre der Menschen- und Bruderliebe durch die Miasmen des Haffes and der Bosheit zu verpesten. wir würden nun gern das Machwerk eine» unwissenden Skribenten ignorirt und uns der Hoffnung hingegeben haben, daß es schon in allernächster Heit -er Vergessenheit angehören würde. Aber die Lache «hilft «in andere» Aussehen dadurch, daß wir in den Zeitungen di« ästetzhuptung ausgesprochen fthen, der Lardinal Rampolla Hab« dem Verfasser in einem vertraulichen Schreiben mitgetheilt, ,daß der Papst sein Buch über die schändlichen Gewohnheiten der rabbinischen Juden auf» höchst« gebilligt habe." Ich kann nicht glauben, daß dar erhaben« Dberhaupt der römisch, katholischen Airche, weltberühmt durch sein« Weisheit. Milde und Gerechtigkeit zu einer solchen Aeußerung Anlaß gegeben haben kann; denn in der ganzen jüdischen kitteratur ist auch nicht «in Satz, der auf «in so furchtbare«, verbrechen gedeutet werden könnte, wie es auch in der Geschichte keinen glaubwürdigen Beweis giebt, welcher nur im Entferntesten eine so schändlich« Verleumdung zu rechtfertigen im Stand« mär«. Ich gestatte mir, Eure Eminenz zu erinnern, daß die größten und gelehrtesten Würdenträger Ihrer Airche, von dem ersten ivber- Priester abwärts erklärt haben, daß Beschuldigungen dieser Art kein Glauben zu schenken sei. Nur einige Beispiele zum Beweis. In einem vom Papste Innocenz IV. im Jahr«;2*7 erlassenen Bescript an die Lrzbischöft and Bischöfe Deutschland» heißt es: » > ,.Falto imponant eiadem, qaod in ipaa •olletnnitate M oorde paeri commcnicaiit interfecti, oredeudo id ipeam legem praecipere, cum eit legi contrarinm manifeete: ac eia malitoee abiciant hominie cadaver mortui, ei contigerit illad, alicnbi reperiri.“ (Bheynaldi ״Annalee Ecc1eaia«tiri“, p. 681, traut. 83,84). Al» ähnlich« Beschuldigungen im Jahr«;75) gegen di« Juden in Polen auftauchten, veröffentlichte der Lardinal Ganganelli» nachmaliger Papst Llemen» XIV, eine gelehrte vertheidigungsschrift, ihre Unschuld zu beweisen. Gelegentlich der Beschuldigung zu vamascu» im Jahr«;8»» bet heuerte der Lanonicu» veith in der vomkirche zu Wien während der predigt durch «inen feierlichen Eid, daß diese Beschuldigung nicht» andere» als ein« böswillige und gotteslästerliche Verleumdung und ««der au« den Büchern de» Alten Testament» noch au» dem Talmud» di« ihm genau bekannt seien und di« er sorgfältig untersucht hatte, irgend «in Grund zu solcher Beschuldigung zu erbringen sei. Ein« ähnlich« Erklärung gab im Jahr«;883 der Bischof von Fulda, vr. Aopp, hei Gelegenheit der TiszcoEszlaer-Affaire. Angesichts solcher Aundgebungen ist dem Gerüchte, daß Sein» Heiligkeit dieser ihm zugeschriebenen Aeußerung Ausbruch gegeben haben soll, daher in keiner weift Glauben zu schenken. Ich brauche

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.