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Israelitische Wochenschrift · 1890-01-30 · 5 (30.1.1890) · p. Seite 33

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
5 (30.1.1890)
Date
1890-01-30
Page
Seite 33 (sequence 1)
Language
German
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M , lata. HL mMan. 80. Inan 1800. eine allflenteine Zeitung des r»«ltt>«chr»ach«al»rlf^i _...._!ו «•KilAfSUtovatMraflfatt*. י Rabbiner Br. M. Lahmer in Magdeburg. _ BtaiW lc eist IN■■« Wr .«•«»■ rtetlfK *• ,Jaailll•■■ 1I•« » •« a. btt Jlltt( *at ■ k I *t*“. fntt Ite Oc karHPUH•(■ tot Um Mtatnv a. vBchtzMaaiAM-1A drei Mark aurtcljUrl. MN Mrcctct 8*0nka>t: IRHaUch 14 Mark, >ach ka titlaitc 16 «k. (8 *., Bfftc•., 8 IUC, 4 Solar•). Pfc J»»^w<4alff ■a J—IH»wk>aW־ (04ac .£(UrratnrHatO tötet: » Watt» 06 pf«. otrrlriltkrU», fit »atzetzeit. »echt 11k frltkul iur bie.J_... ■u für •0• .31Mt<4<Btttcra1ar*8(att*. ttr ttttn<rf»aUnu HrtiiztUe •kt Mtm ■an M Pf. ftitb nmerter bank Wf «naaacta. IntUiina 00a Ob. I-. Dauba <8000-, Rudolf T>8־ nwa, HaaaamtataN Voflara. I. ab« bl ree« rima ala aa: fN «UpakMam ko» ,.»•*•ottt. Wate«•• (teitr b» Waakakao« >«tz«t»r Asite«»« Kvliftl: .Die Jude» und di« R-ichstagswahltn." — Albe ti Hetostratulus. Cm jüdischer Wntifonit. Offen« Antwort an Herrn ikonrad Alberti von O. I. in Breslau. Berichte»«» Vorrespoademze»r Dentschlank: Berlin. Breslau. Dresden. Stettin. Oesterreich.Ungarn: Wien. Briefe au» Prag. Großbritanten: London. vermischt» »«d uemeste Noch richte«: Leipzig. Berlin. Bien. Bien. Part». Madrid. Durham. 2«f«rat«. >W- Nachdruck »h»r »ollftü«dige Quelle«»»,,de untrrsagt. Wochen- Jaaur. 18*0. Btktwit. 5660. Kalender. N6«»a»Ot«o . 80 9 F»»tt«O . . . 31 10 H«m«b8«d Mr. 1 11 (.5.27) בשדדו #*m8t«e . 2 12 Ptmtap. . . 3 18 4 14 Ptttt»ach . . 6 16 Cbamisoho otsor. gwMWwtan . 6 16 Die Ä«den ««d Hie Ateichstagswahle«. Die Reich,lag,wahlm stehen in allen Zeitungen al, Wrnueade Tagesfrage im Vordergründe der politischen B«> trachtungeu; auch wir können, nachdem wir eine Besprechung derselben, insoweit fir die jüdischen Wähler betrifft, zuge> laste», ihr nicht gut ausweicheu; wir möchten sie aber mit diesem Artikel zum Abschluß bringen. 9» gehen uns an, de» verschiedensten jüdischen Preisen größere und kleinere Aufsätze zu, deren Berfaffer zum Theil de» in de» Seitarttkel« der beiden letzten Nummern gebrachten Anfichten de« Herr» G. Petser detstimmeu, zum Theil widersprechen oder dt ängstlicher Weise zur Vorsicht mahnen. Es spiegelt sich i» ihnen die Berschiebeuheit der politische» Ansichten der Menschen überhaupt ab. Wir könne« nicht alle, Liugesaudte zum Adbruck bringen; doch den geistvolle» Artikel, i» welchem eiwr uuserer geschätztesten Mitarbeiter diesen Gegenstand von Grund au, behandelt, glauben wir unser» Lesern nicht vor. enthalten zu dürfe». <Z« dürste sich tute wenig dagegen sagen laste». Da, Wenige haben wir iubmRedaktion,note» augemerkt. ,Schon im Talmud ist zu lesen, daß nur auf eine pernünstige Frage eine vernünftige Antwort möglich ist; ei» Stobtest richtig stellen ist schon die Hälfte der Lösung. ant sagt in seiner Kritik der reinen Vernunft: ,Wenn die Frag« an sich ungereimt ist und unnvthige Antworten ver. langt, so hat sie di,wellen noch den Nachthell, den unbehut» samen Anhörer derselben, zu ungereimten Antworten zu der» leite« und den belachen,werthen Anblick zu geben, daß Liner, »« dt« Alten sagen, den Bock melkt, der Andere rin Sieb unterhält, Die Frage nun, wie soll der Deutsche jüdischen Bekenntnisse, zu» Reich,tag wählen, scheint mir von laarnheret» falsch gestellt und ans eine uuaehörige Krage ist cf nicht leicht, eine richtige Antwort zu gebe». Wir können e, un, sehr gut denken, daß von zwei sehr wackeren und für ihr Bekenntniß glühend begeisteren Juden der eine für, der andere gegen die Kolonisirung Afrika', ist; wir haben auderersell, keine Ahnung, wie einer au, Thora und Talmud die Berechtigung de, Freihandel« oder de, Schutzzölle, Heilesten will; wir sehen keine Be» ziehung de, Judenthum, zu der Frage, ob die Getrridezölle der Landwirthschast und dem Lande nützen oder schaden. Und nun soll auf einmal nach der Ansicht etlicher Heißsporne die ganze jüdische Bevölkerung de» deutschen Reiche« in einen Gegensatz zur Regierung treten und gegen Kolonien, Schutz, und Getreidezölle sllmmen, obgleich doch da, Judmthum mit alledem gar nicht, zu thu» hat; der eine stt für eine parlamentarische Regierung, der andere ist für eine starke Regierung,gewalt» weil er die sociale Gefahr fürchtet» well er zwar den Herrm Liebknecht und Bebel keine Gewaltthätigketten zutraut, aber von denen, die diesen Führern folgen, die despektirlich« Meinung hat, sie möchten bei günstiger Gelegenhest vom Petroleum eine ähnlich« zweckwidrige An- Wendung machen, al, einst ihre guten Freunde in Pari,. Und trotz alledem sollte dieser letztere, wen« er Jude ist, für Eugen Richter stimmen müssen und damit nach seiner Ansicht dm staat,feindlichen socialistischen Gewalten dm Weg rbmm l Line solche Forderung ist doch wirklich unerhört, ja geradezu absurd. Wer einmal so denkt, wer auf dem Politstchm Standpunkte steht, daß er dm Deutsch-Freisinn für eine ,Vorfrucht" der Socialdemokratie hält, der begeht ein verbrechen, wm» er für dm Fortschritt,mann stimmt und Jude so denken, da ja Millionen anderer Staatsbürger diesm Anfichtm huldigen. Aber, wkd gesagt, der Jude sollte dankbar sein, die Dmtschsteistnuigm haben im Reichstage die Zurücksetzung der Juden im Staat,bimste auf, Energischste gerügt, Lugm Richter hat iu seiner Zeitung wie im Parlamente für ua, da, Wort geführt, wen» unsere Rechte getränkt wurden. Gewiß, wir sind Herrn Richter auf, Innigste dafür dankbar;

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