Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 4 (23.1.1890)
- Date
- 1890-01-23
- Page
- Seite 33 (sequence 7)
- Language
- German
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31 J — Für dir Mn der Influenza henagcfuchten Armen von ''Pari» spendeten die Gebt. v. Rothschild 100,000 fr.; da» Han» Tamondo 10,000 fr. NnSland Das russische Blatt: ,RuSkie Wieda« mofti" schreibt: ,Die russische Commission für die Juden» frage unter Borsitz des Grafen Pahlen hat zwei Projekte ausgearbeitet. Daseine, unter Beschluß der Mehrheit, spricht für die Erweiterung der Rechte und der Ansiedlungsorte der Juden; da« 2. Projekt, unter Beschluß der Minorität ist von entgegengesetzter Ansicht. — Wie es heißt soll der Beschluß der Minorität die Gesetze» kraft erlangen." — — Wir lesen im »Nied. Kr. Wschod". Eist bekannt, daß olle Einschränkungen für das Wohnrecht der Juden SO Werst weit von den russischen Grenzen, auf da» Factum zurüekzuführen sind, wonach sich dirselbrn mit Schmuggel beschäftigen. — Unterdeß erhielt das russische Ministerium auf diesb-zügliche Anfragen an die Grenzbrhörden (in Krzemieniec) Bescheid, daß iw Jahre188S festgenommen worden: 2000 Protokolle wcgrn Schmuggel — wovon 1980 Christen und nur 80 Juden. Bon Letzten! wurden überdies 26 von den Gerichten ol« unschuldig befeeit. Hfeteroßnrg. Die zwei Regierunasbeamte, welche im vorigen Jahre zur Juspicirung von 17 jüdischen Ackerbau« colouien in Cherson entsendet wurden, haben der Regierung «inen osficiellen Bericht erstattet. Dieser soll sich sehr günstig über den Zustand der Colonien aussprecheu. Die Abgeordneten behaupten, daß die Colonien fich in einem blühenden Zustande befinden und stellen die besten Ausfichten für deren Zukunft. Die Lolonisten selbst sind ehrlich, mäßig und arbeitsam und stehen in jeder Beziehung weit hüher, als die Tartaren und Bulgaren, welche ebenfall» freien Boden von der Regierung angewiesen erhielten, aber den an sie gestellten Erwartungen nicht entsprachen. Ätzers»«. Da» Sreisgericht in Odessa hatte einen jüdisch«! Stndenten der Uaiverfität, welcher der Berführung «ine» Mädchen» angeklagt war, auf Antrag de» Procurator» frei gesprochen. Da» Kammrrgericht in Odessa verwarf diese Freisprechung, und der Angeklagte wurde ueuerdtng« vor Gericht gestellt und zwar vor da» »eschworeueu^richt in Cherson. Hier wurde er zur verschickaug nach Sibirien verurlhellt. Auf Apellation an den höchsten Senat tu Petersburg wurde letzte» UrtheU jedech anmullirt, weil di« Geschworenen durch die Anklagereden — ,daß er 01» Jude,, trotz seine» Univerfitätsdiplom« — ein «ussauger sei —- und durch die Phrase de» u«1en Procurator»: ,Nehwet den Uuiverfitätsrock von ihm und ihr habt einen jüdischen Schacherer" rrligionsfeiudtich beeinflußt wurden. — «Da» Recht", heißt e» da hübsch, ,kennt keine Beschimpfnug der heiligsten Empfindungen, erlaubt nicht Vorwürfe »egen Religion" — und so überwie» der Senat den Prozeß einem ganz neuen Geschworeurupersonal in Cherson.- Permischte nmb »eueste N«chrichte«. lverttn Für Stöcker muffen die Rationalliberalea in Siege« ‘ et «treten, so har, wie di« Lreuztzeitnug" trimnphirend bericknet, di« Canralleitung der nationlltberale« Partei ia Berlin eatschiede». Sie Hat »ach Siege« die Mttt Heilung ergehe« iaffen, da» vorgehe» der dortige, Nationalliberalea gege n Stöcker sei mit dem Kartell nicht »er» «iadar. Sie kö»»r«a auf Grund diese» fich nicht weiger», Stöcker z« wilhlen. Plw. Der berühmte emeritirte Vberkantor Professor S. Salzer iß am!7. d. N. im 86. Lebensjahre gestorben, r. war bekanntlich der hervorragendste Kantor diese» Jahrhunderts, der erste, der den gesanglichen Iheil de» Gottesdienste» reformirt und künstlerisch gestaltet hat and dest'en Gesänge, die er im ״Schic Aijon" niedergelegt, in Europa und Amerika heiniisch geworden sind. (Die von tsrn. Rabbiner Dr. SSdemann an Salzers Bahre gehaltene Red« bringen wir in nächster Nr. — Red.) V«*1». VI» Mitglieder der Eh-.enleglon Warden befördert, resst, ernannt: «eneral Levh, Generaiinspettor der Maschtienwerr. stätten für Sästenbefestigang zum lsrossosncier (der höchst« Grad diese» Orden»): Herr Eng»»« Pereire. Präsident der allgemeinen Tran«- atlantischen Gesellschaft, zu« Eommandenr: die HH. Michel Mayer, einer der Rabbinea de« Pariser Konsistorium», and Worm», der be» rühmte Schauspieler der Oomsäi» trauyawa, za Rittern der Ehrenlegion. Rußland. DieKaralten haben einen Fond von 130,OM Rubel zum Zwecke der Gründung «ine» Rabbiner- und Lehrerseminar» gestiftet. Dasselbe soll den Namen .Kais,r-Alexander-Seminar" führe» und zur Erinnerung an die glücklich« Errettung dr» Kaiser» und der Kaiserin bei dem Eisenbahnunglück zu Borki dienen. Wuckk (Russland). In unserer zum Kielcer Gouvernement ge» hörenden Stadl und üurorte starb am 8. d. M. der allgemein verehrte und al» La'mudist bekannte Rabbiner M. Eliaöberg. Er galt al» einer der ersten Protecloren für di« Eolonisation Palästina» und war Führer de» Verein» .Ehowew« Zion". Sein Tod lässt unter den orthodoxen polnischem Juden ganz besonder« Trauer zurück. Lodz. Das grosse jüdisch« Spital, sundin von dem Ehepaare Poznan»ki — wird im Juni d. I. beendigt und dann eröffnet werden. — Im Anschluss an dasselbe wurde von H. Sonstadt ein Zuflucht-Hau» für lüdisch« arme Greis« gegründet, welche» bereits vollständig eingerichtet ist und Pensionäre aufuimmt. — Giorrko». An Stelle de» im vorigen Jahre verstorbenen! Rabbiners Wach», wurde mit Stimmenmehrheit der bisherige Rabbiner von Ct>at«m, A. Rosenfel6 gewählt — selbstverständlich ein streng ' orthodoxer Jude, der jedoch glücklicherweise mit talmudischer Bildung! auch eiuige social« Keantnisse besitzt. — Warschau. In «ine« grossen fettgedruckt«» Inserat hebt das SchandblaN ,Rola" zu seiner Empfehlung besonder» hervor: .Unser I ganze» Hauptstreben ist auf da» Agiliren gegen da» Juden-! thum gerichtet" und da» schämen sich nicht di« dedemendften polnischen Blätter zu iuscriren —! Lsnstan. Am Montag, den 1k. Dezember kurz nach 1 Uhr Mittag» brach in einem Keller unter der Sandy'» Row-Syaagoge Feuer au», welche» ia derselben grossen äbchaden anrichtete. Beinahe der ganze Fußboden, sowie da« Inventar der Synagoge wurde durch da» Feuer zerstört, sodass von denselben nur noch die Trümmer zu sehen sind Einem der Syuaoogenveamte» gelang «» glücklicherweise 5 Thorarolle» in Sicherheit zu bringen: al» er aber versucht«, auch die 2 letzte« zu retten, wurde er von dem dichten Qualm daran verhindert. Glücklicherweife entgingen auch diese der Zerstörung durch bat Feuer, wurden abn durch den Rauch und die grolle Waffermenge nebst vielen Büchern »ud Gebetmänteln arg beschädigt Gebäude nebst Inhalt waren geäugend versichert. spatästina. Bor einigen Jahren beabsichtigt« der griechische Patriarch zu Jerusalem eine an bin Oelberg gelegene Höhle zu kaufen, «elche »ach der Tradstion die Grlber der Propheten Haggai, Srcharjah und Maleachi «nchalte» soll. Ars Verwendung einflussreicher Juden!» Eoastanitnopel erhielten dieselben vom Sultan einen Firma», wo« durch de« Patriarchen der Avkaus »erboten wurde. Reuerding» gab derselbe die Absicht kand, über der Höhle «iae Kirche bauen zu wollen. Die Iud « wende«» sich w<r»erholt an die Pforte und hoffen, daß sie auch diestr Boibaben verhinder» »«.׳den. Rrn-Borik. Unsere Stadt besitzt jetzt ein Theater, welche» ausschliesslich der Unterhaltang de« jüdischen Publikum» dienen will. S» sühn de» Namen ,Thalia" und die Schauspielertruppe ist unter dem .Gesellschaft der vereinigten jülüsche» Schauspieler" bekaunt. Die DireNion scheint für ein reichhaltige« Repertoire gesorgt zu haben. So kamen in einer Woche zur Aufführung: Juda» Makkabäu», die Ehe. scheidung. der russisch« Soldat, Lijemdrick, die Jüdin, Raschi, die beide« Lavaltere und: Leah, die Verlass:»«. Letztere» Stück ist vermnthlich eine andere vrarbeitung de» hier unter dem »amen Leah" und in Deutschland unter dem Namen ,Drborah" bekannten Mosenthal'schen Schauspiel». Die Gesellschaft br.ngt sowohl Opera al» Schauspiele zur Aufführung. B^igthou, 2(. Januar. (Telegramm) ver HerrVber-Rabbiner Dr. Nathan Adler ist heute früh, 87 Jahre alt, gestorben. - (Nekrolog in nächster Nr. - 1211<" צדיק ל2ר2ה. Neuestes vom LI. O. B. B Rt» B»r» Die bie»jähri ze Sitzung der District«-Gr»ssloge Nr. 1 wird am Sonntag, den 26. Januar in der.Wiener Halle" stattsindeu und voran»sichtlich S bi» 4 Tag« in Anspruch nehmen, da ein« Meng« Kragen der Erledigung harren,!ber Bericht de» Präsidenten Hel lma» »«spricht sehr interessant zu uxrden. Ferner wird die Gross!oge die Delegirten für di« Generalversammlung de» Orden», welche a« erste« Sonntag de« Juni in Nichmond tagen wird, zu ernennen haben. Di« Logen haben zu diesem Zweite ungefähr 180 Namen vorgeschlagen, woran» jedoch nur 28 gewählt werden dürsten. E» wird dah« sür die Grossloge kein« leichte Arbeit sein, an» so vielen »ortresflicken Männern diejeaigen zu wählen, welche zu Delegirten sich am besten eigne» werden. Die Generalverjammlung zu Richmoud wird durch Vertreter au» allen Welttheilea beschickt werden- Amerika, Europa und der Orient werden Delegirt« entsend!«- Mit den Borberrituime« und der Leitung ist Herr Senator Losen stein in Nichmond betraut und di« Bikgrr der gastfreundlichen Stadt tressea alle Anstaltru, um di« Gäste aus» würdigste empfange» zu tränen.