Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 1 (2.1.1890)
- Date
- 1890-01-02
- Page
- Seite 7 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492344-5935074-5956687--0013-5373649- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
jüdische» Rathhause gemacht hat, möchte ich al« guter Prager an der Oeffentlichtrit erst dann sage«, wenn ich dazu gezwungeu «erde. Hier weih e» Ader. — — (Schlug folgt) Aremikretch. W Dr. Graf >braha« von Samo»da, Lhef de« graßeu Backhause« tu Part« und Loustautiuopel, ist gefiorbeu. Dersrlde war uur wenige Tag« krank und folgt nun seinem erst vor einigen Monaten gestorbenen Bruder Rifsim von Lamorido tu dir Ewigkeit. Der verstorbene, gleich ausgezeichnet durch seine treue Luhäaglichkeit au seiaeu vßterlichen Glaube», wie durch seinen WohlthStigkeitSfiuu, genoß in alle» Kreisen der Pariser Gesellschaft die größt« Hochachtung. Al« Borfitzender der italienischen Ausstellung m Pari« wurde er erst vor Kurzem zum Komthur der Ehrenlegion ernannt. Derselbe war Mitglied dr« Centralcomitä« -der i«r. Allianz. Setu Leicheubegüoguiß fand Sountag, den 15. Dezemb. unter alseitigrr Betheiltgung auf dem Friedhofe zu Montmartre statt. Der Oberrabbiner von Frankreich hielt die Leichenrede. Der verstorbene hinterläßt einen einzigen Sohn Jsaac de Lawondo. Vermischte «»d neueste Nachrichten. AKugdoburg vir verweisen unsere Leser auf da« in dieser Stummer enthaltene Inserat der »Freisinnigen Zeitung". Di« »Freis. Ztg." orientin schnell, znverlässig und übersichtlich über all« «iffenk» weNhen politischen parlamentarischen Vorgänge. Sie ist stet» für di« politisch« una sozial« Gleichstellung der Juden eingetretea und verdient es daher, von allen deutschen Israeliten durch zahlreich« Abonnementsbestelluugen unterstützt zu werde». Dresden. Dem vor einiger Zeit au« Berlin aulgewiesenen jüd. Schriftsteller Dr. Kvhut < Bruder de» Rabbiner» Dr. A. Ko Hut in Rew-Pork, Herausgeber de« v-rvollständtgtea talmud. Lexicoa »Aruch"), »er sende« hier sein Domizil genommen ha t«, ist dir Rückkehr nach Berlin wieder gestatte« worden L. Remagen, den 2S. Dezember. (Or.-ikorr.) Gestern Abend veranstaltete der hiesige »Berel» zur Hebung und Forderung der sozialen Lage der Juden" t« Saale des Hotel Hahbendrr eine würdige Ibanuckih. Feier. Stach »orausgegaugeue« Abendgottesdieuft unter Mitwirkung des Kindercho,» hielt Herr Rabbiner Dr. Lohn au» Bona einen Boitrag: »Mose« Meadelssoh», ein« Leuchte des Judeuthnms". Dem Bortragr wurde allgemein« Anerkennung gezollt Den übrigen Theil de« Festes hatte rin au» Mitgliedern de« Beregn« bestehende» Feft-ikomiie übernommen. E» reihte sich an de. Bortrag ei» Abendessen, na» wechselte» heitere Loastr und für da» Fest gedichtete Tischlieder gegenseitig ad. Den Schluß des Feste» bildet« ein Ball, dessen Pausen durch komisch« und gut gelungen« «ortrilge o »»gefüllt neurde». Erst in sehr später Stunde stcnaten sich die »an nah und fern herbetgeeilte« Gäste, denen dieser genußreich« Abeud sicher noch lang« in guter Erinnerung bleiben wir». Gart«. Herr Mols« Retter, Rabb ner zu St. Etienne, macht im »Univers. Israelit«" de» Borschlag, bei Gelegenheit der Amtseinführung de» Herr» Zadoe Kahn als Oberraboiner von Frankreich und um dieser Handlung «ine» gewissen »Sela«" zu verleihen, alle Präsidenten der Consistorieu und Gemeinden, sowie all« Oberrabbiner und Rabbiner von Frankreich zu dieser Feier nach der Hauptstadt «inzuladen und so eine Art Sanhedrln zu bilden, welches über alle du» Judenthum interrssireade Fragen verhandeln soll. GsutS. Der bekannte, auf dem Gebiet« de» Diamanthandel» sehr thätige Herr Emile Banderhehn, Ritter der Shrenlegion, Inhaber verschiedener Orden und Mitglied der Ehrenlegion ist gestorben. Als einer der ersten Juweleahändler der Hauptstadt versah Herr Banderhehn in den letzten Jahren seines Leben« da» Amt eines Experten In allen dieses Geschäft betreffenden Angelegenheiten beim Seine- Tribunal und Apellhof«. Häufig wurde er auch von fremden Fürsten «ingeladen, ihre Schätze zu taxiren und in seiner Eigenschaft al» Staats- «tzperte war er einer von den beiden Herren, welch« vor zwei Jahren den Verkauf der Kroudiamanlen leiteten. Während des französischdeutschen Kriege» und der Commune zeichnet« er sich als Kapitän im Stabe der Rationalgard« durch besondere Tapferkeit au». Beim Fort »Jffh" rettet« er da» Leben de» General» Ribourt, welche» von den Insurgenten gefährlich bedroht war. Loubon» Am 8. Drzrmber waren 66 Jahre verflossen, seitdem Herr «athan Salomon« in London al» Lehrling in den Dienst de« Hause» Salomon Cohen, de» weltberühmte» Bleististfobrikanten Inü. Herr Salomon«, odschon ein Brei» von 74 Jahren, erfreut sich einer mntrefflichen Gesundheit und ist de»hilb im Stand« den an ihn «stellten «nfordemnge» seine« Ches«, de» Sohne» und Geschästsaach. solger» seine» ersten Prinzipal« in jeder Hinsicht zu genügen. Rom. Ave Organe des Barieaus empfehlen ihren Lesern und gauz besonder» den Geistliche» aus die von Dr. Johann von P-vly im zudenfetndlichen Sinn« heraus«,«bene Uebersetzu», de» Schulchor, Aruch zu abountren. Der Pap« habe auf Ü6 Exemplar« abonairt; b«, jetzt sind drei Liefe»»»«» erschienen. »ä»r«»z Hier ist die Stelle eine« Oberrabbiner» vacant, der Nachfolger von Maroni: es scheint, daß der «uftuf zur Wiederbesetzung nicht da» «wüns»t« Resultat gehabt da italienisch« Rabbiner ihr« Stell« nicht so leicht wechseln wollen. Man denkt deshalb an die Be» rusung Rne» deutsche» Rabbiner« au» de« Breslauer Rabbin«. Seminar. El»« Getersburg wird gemeldet, daß di« geistlichen BehSrden in Destrußland mit dem Plane umgehen, die Regierung zum Erlaß «ine» Gesetze« zu vermögen, wodurch den Juden da» Handeln an Sonn- und christlichen Feiertagrn verboten werde. «omteia (ll-llsoraiens. Unser Glaubeasgenoff«. Dr. Balenttn Rewmark wurde uns durch den Tod «utrisien. »eboren in Preußen, kam er in früher Jugend nach London, wo er die jüdisch« Freischul« besuchte. Im Jahre 1868 kam er nach Californiea, und wurde Hospitalaufseher. In Toland studirte er unter den ungünstigsten «erhältnissen Medizin und promovirte im Jahr« 1868. Gleich darauf ließ er sich in Sau FrauziSco al« praktischer Arzt nieder und kam 1877 nach venieia, wo er sich in allen Gesellschaftskreisen zahlreiche Freund« erwarb Seine bescheidene Fr«i«bigkeit kannte keine Grenzen und erstreckt« sich ans alle Menschen ohne Unterschied de« vekenntniss««. Kurz vor seinem Tod« schrieb er: »Alles, was di« thöricht« Berschwendung bei Begräbnisien beschränken und sie weniger prunkhast gestalten kann, hat «eine volle Billigung". Sr bestimmte dann noch, daß er in ein einfache» Hemde und einfach« Beinkleider gehüllt in einem einfachen Sarg ohne jeden Schmuck voninnen oder außen begraben werdea «olle. Dann gab er seiner Familie den strengen Befehl, über seinem Grabe weder ein Denkmal zu errichten, noch dasselbe durch «in« steinern«, hölzern« oder eiserne Einfriedigung zu umgeben. SrerresteS vom U. O. B. B. Berlin. Der Begründer und erste Großpräsident de« B'nci B'rith-Ordea» in Deutschland. Herr Julia» Fenchel, beging am 1. November i» aller Stille den Tag seiner silbernen Hochzeit. Da» General-Comite«. welche» Sraatniß davon erhalten hatte, war so aufmerksam, ihm eine elegant auszestattet« Blückwunschadreff« folgenden Inhalt« zu übersenden: »Berlin, 8l. October 1889. Sehr geehrter Herr und nrerther Bruder! Am Jubelfeste Ihrer Silberhochzeit nahen wir, Mitglieder der Broß-Lo«, uns Ihnen, dem Gründer-de» geliebten Orden» in unserem deutschen Vaterland«, dem umsichtigenOrganisator und unermüdlichen langjährigen Leiter de» Distritts, um Ihnen unsere herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln. Mö« Glück und Freud« Ihnen erblühen! Mögen all« die Opftr, die Sie der Sache des Ordens gebracht haben, Ihnen, Ihrer lieben Frau und Familie im reichsten Maße vergolten «erden durch ungestörte Gesundheit, Glück und Segen in Ihrem Wirken, ungetrübte« Wohlergehen, reinste Freude an Ihren Kindern. Möge es Ihnen vergönnt ftin, nach ferneren fünfundzwanzig Jahren im Kreise aller Ihrigen mit frohem Math und freudigem Herze» da» Fest der goldenen Hochzeit zu begehen zur Freude Ihrer Familie, der Verwandten und nicht minder aller Brüder. Daß alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen, das gebe Gott! Mit herzlichen brüderlichen Grüßen Die Gras^Lage für Drntschlanv, v. 0. B. B. Dr. Maretzki, Präsident, Siegmund Haageu, L Bicepräsident, Dr. Julius Mann, II. Bicepräs., Siegmund Berget, Schatzmeister. Ad. Mayer, M. Jablonrky, Alex Haber, ^Siegm. Simmel, D. Wolfs, Secretair. Auch von mehreren anderen Logen gingen dem um den Orden so Verdieule» Manne Graiulatioa»adressen zu. Die der Berthold» Auerbach-Loge, welcher derselbe angehürt, schließt mit den Worten: »Wir aber, die Brüder Ihrer B.-A.-L danken Ihnen am heutigen Tag« für das ausopserung»- und verdienstvoll« Wirken, welche» Sie der Loge und dem Orden gewidmet und geben Ihnen da» Versprechen unwandelbarer Trrur, die sortdauern wird für alle Zeit". Beattze« O»S. In der Mamre-L. hielt Herr Rabbiner Dr. Kopfstein jüngst «ine» sehr lehrreichen Borttag über den Buddhismus. Allmonatlich hält derselbe einen Bor rag »au» der jüd. Geschichte". Südafrika. Auch dis hierher in den dunkeln Srdtheil fällt ei« Strahl de» «ohlthuenden Lichte«, welche« der Orden B'nai B'rith verbreitet. In Johannisberg ist jüngst eine Loge de» U. O. B. B. errichtet worden. Möge der Orden eine segensreich« Verbrüderung aller «hrenhasten und charaeterfesten JSraeliten aus dem ganzen Erdenrund« werdea, daß sich di« proi»h,r>sch« Verheißung erfülle: •"DUn?2N UB »voll werde die ganze Erd« von ihren herrlichen Fruchten".