Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 51 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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t — *02 — »»Sehen Herrleben — da« find 8 Bänke — in jeder Bank fitzen 8 —" — .Zum Teufel. Die «Lffen fich gewaltig drücken." „Nein, Herrleben — wenn die fich drücken —'schlag' ich nur mit der Peitsch' — ist schon gnt —•• »Mit der Peitsche?!" rief der Statthalter entrüstet. Red Jizchek hätte sein voreilige« Wort gerne zurück» genommen: — ».Nur ganz Keine Peitschele." »Schon recht-Was lehren Sie die Knaben?" »»von Ales Bei« — bi« Lhümesch — Rasche nud Oemore —*" »— Um Sie zu verstehen, Mächte ich hären, wie Sie Ihre Schüler unterrichten —" bemerkte der Statthalter. ».— Wenn Herrenlebeu wollen, werd' ich ein .Jingel" holen laffeu —."* t »Thun Sie da» l" — Reb Jizchek gab seinem ^cklalu» — einem in andern Zimmer fich befindlichen „Belfer“ (Behelfe», Hilstlehrer) Befehl, sofort einen Schüler herbeizuholen. — Unterdessen drängte fichdie Frau de« Rebben zum Statthalter vor: »Kanu ich Ihnen vielleicht «it ein ganz frisch Stückel Fische aufwarten?" Der Statthalter kehrte ihr mit den Worten: »Je perd patience“ — den Rücken — während Dr. Dietl ihr freundlich winkte, fich zu entfernen — Bald darauf wurde.ein schmutziger Knabe, der noch einen Beutel mit Steinen trug und direct vom Spielplatz geholt wurde, al« der achtjährige Jankele Bermann dem Statthalter vorgestellt. Reb Jizchek nahm ihn rasch auf seinen Schooß und schlug die Bibel auf. Der Knabe wetterte mit lantschalleuder Stimme einen Paffu«, übersetzte Alle« schlagfertig — während Reb Jizchek nur dazwischen lehrte: »Sag' a so" — »Red' a so'. Der Statthalter ersuchte nun Herrn Dr. Rosenberg, der ehrerbietig seitwärts stand, zu prüfen, ob der Knabe richtig lese. Herr Dr. Rosenberg hatte zwar keine Ahnung vom Hebräischen — glaubte jedoch kein verbrechen zu begehen, wenn er den« Knaben da« beste Zeugniß au«stellte. Nun nah« Dr. Dietl, der philologische Keuntniffe hatte, da« Buch in die Hand und prüfte r», indem er langsam die Stelle zu lesen begann. Aber der kecke Bursche unterbrach ihn. indem er dieselbe Stelle schnell au« dem Gedächtnisse herplapperte. — Der Statthalter warf ihm ein donnernde« »Schweig!" zu und »achte fich auf den Weg. Dr. Dietl gab dem Reb Jizcheck eine Zehnguldeunote mit den Worten: »Machen Sie dem Burschen einen Anzug und lassen Sie ihn auch wa« Andere« lernen." — Im Her»u«gehcu bemerkte Dr. Dietl, daß seine Härer au der philologischen Facultät — trotz aller Anstrengung — kein so fertige« Hebräischlesen zu Stande dringen könueu, wie dieser Bursche. Einige Lage darauf kam ein strenge Verordnung gegen die Lhedrr« und die Zahl der Schüler Reb Jizchek» wurde auf die Hälfte reducirt — Reb Jizchek behielt den Nomen de« Statthalter« stark i« Gedächtnisse nud rief oft: »A, geh' not Goluchow«kil" bi« sein Wunsch fich einige Jahre darauf erfüllte.-. (641*1 folgt.) Allerlei für de« FamMewtisch. Engel der Betrübniß in unsere Hütten einkehrt, de« lheureu Hingeschiedenen unsere Achtnag und Liebe vadvvch beweisen» daß wir lieber Werke der Liebe und Barmherzigkeit üben, al« der sinnlosen Praxi« huldigen, di« Livrte von Ktall» knechtin und Fuhrunternehmern zu schmückeu und zu bereichern. Fort also nickt nur mit den kostbaren Särgen» sondern mtt oll<m nnnäthigen glitzernden Flitter» wenn der Tod seinen Einzug häll! Am Postschalter in Karlsbad. „ »Ist kein Brief für mich angekommen?' ».Etwa poateraatauie?"" »Wo denken Sie hin? Ich bin weder Katholik, noch Prote» staute, sondern wie Sie sehen, ein polnischer Jude." Immer neutral! »Welcher Richtung gebärt Ihr Blatt au?" wurde der- Redakteur eine« jüdischen Blatte« gefragt.-- »Sar keiner" — erwiederte dieser unter Bezugnahme auf deu Bibelver«: Ich bin ein Hebräer, ich diene dem Herrn, der da« Meer und da« Trockene geschaffen hat." — »Da« dürste fich — «einte der Andere — denn auch sehr an de« theK« wässerigen, theil« trockenen Inhalt de« Blatte« bemerkbar machen." KLthlel-Arrfgaür». Shanuka-Aäthsel. «o, M. R. I. FfreisrLthset }« tfQamit«. An« der ersten die andern entstammen f CU »ollen gern Deinen Seist entstammen; «»er non den Mindern in ach» Lagen e« »eig Erhält da« Ganz« franco al« tprei«.*) II. Keöräisch-desttsich«» SUbenrätysel. DI» erste* beiden nenne* dir I« eine von de» Zchue», Di« «n de« Passahfest« wir «ei» 6«der auch erwLbuen. Da« dritte ist ein wilde» Thier, Doch fehlen Ihm di« MLimen. Da» «anze «der preiset Ihr «» Lichtersest. de« schönen. ' III Dentsch-französtsches SikVeuräthsel. Wenn Du die erste ha«, Dann hast Du nicht rechie, Lnffern' da» End« erst So hast Da nun »i« echt«. Wenn Da dt« Mitte hast Jrnnzöfisch — kannst Dich srea'n — Danach strebt ohne «test Eta Je^e-, groß u»d stet*. Füg' ei« ZeMxn »och Hinz» Und da» wanz« dan» hast Da. Ein beherzigruSwertheS Mahnwort. Die in St. Loui« ersch«tuende »Jewish Boce" vom 25. October enthält au Uitruter Stelle folgend« beherzigen«- werthe Worte: »Jeder aufrichttge Jude müßte priucipiell und thatfächlich den übertn« denen urd sein losen Aufwand, welcher m unfern Tagen bei vegtäbniffen «atfalttt. »ick, vermthellteu. Wir fordern tie wohlhabendem .Fmuilieu daher auf, bei Gelegenheiten, welche vorzüglich geeiguer find, die göttliche Lehr« von der »Gleichheit der Menschen" in'« Bewißtseia zu rufen, mit d<m Beispiel einer bescheidenen Einfachheit voronzogrhen. Mit dem Blumenkultu« ist e« glücklicherweise bei une gesetzt ven. Lasf.t un« auch, wenn der Atrsiösung der Käthfel i» v»r. Wr. l. Joel, Oel. — II. Lichter. Leuchter. HI. njl" <Taub«. Prophet Jona), (Jawan, Jeuica, da» syrisch.ariechtsch« «leist). IV. TsM VV2 zünden jeder «2 (— TfT.) Lichtchen, macht ää, fstr eine Person «eaügead; 0^71 (—88) genügt« für ü Personen. V. «hauula. «ha(stopf ». Lh-mor Esel), »a (stopf ». stomeet). YlTt, «nch. tor ('at drei»,!) — Leuchter. "1 Doch muh der richtige* AufiSfmig die ntonnnmNie-ONtttun» I. Qaartal 1890 »»deine 8 Ps.< Matte deigefügt werden. - weraaiwonticher »i.oartiur: Dr. M. «ahmer, «a^ednr^ Drack oea D. L Wolfs, «agdednrg. Sertez —a stodrrr Fries», Äpgig.