Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 43 (1889) · p. Seite 170

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
43 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 170 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492351-8722856-5956675--1240-5373599
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«l» »et ROM Ihr ja Madera »bitte, Sem e» «ffart eben sich Me X|fce Und e» tritt herein »er alte Diener. Uns den Ans, i»M felgt der Bäckechmg», «egen den die Singe wer» erheben. Und »er Rabbi, ber ihm sreundlich zrmickt Heißt den Brobkorb ihm zur Lebe fällen, Lid ans einen Stuhl ihn »iebersehe». Den» es darf, wen» zwei Periheie» streiten Nicht die eine steh'a, die an»'« fitze». Und »er Rabbi blickt ihm jrät in'« «uge Forschend ernst, ai« ob er lest» Wollte, Sa« in dieser Seele vergeht. Über jener schligt die Auge» nieder. »Ist t» wahr, daß bu bet armen Krau dort Geld au« ihrer Schüffel Heft geftohlm? «leb e» ihr. ich bitf dich, gleich zurücke Denn dein Seelenheil ist ans dem Spiele!' »Ach, Herr Rabbi, ich Hab' nicht« genommen .Und L hat »ich silschlich nnr beschuldigt. .Richtig ist, daß ich bei ihrem Stand' War, »Hab' auch fette» Braten kauft» «ollen, »Aber wer wird den» so theuer zahlen? »Und ich bin dann gleich hinweggegange». »Selb Hab' ich de« Selbe nicht genommen, »Sa« ich — wenn« braus ankommt — will beschwüren. ».Ach, Herr Rabbi," stiel darauf da» Weib ei», »» — Sicher weiß ich, wo« ich von ihm sagte. — ..Dieser schlechte Mensch, wie er nun leugnet!" Doch der Rabbi nrnftc ihr tu schwe'gen. »Roch muß ich dich einmal jetzt »ermahnen, Sieb zurück da« unrecht «nt der Arme», Denn die Wahrheit bleibet nicht verborgen, «ieb der Wahrheit und de« Henn die Cbret* «Ach! tief jener, wa» soll ich den» sagen? »Reine Wahrheit nur Hab' ich gesprochen'. Und er «einte bttt're herbe Thrilnen, Daß der Rabbi selber schwankend wurde. Doch er ließ am End' sich nicht beirre». Sagt de« Diener leise ein'ge Worte, Welcher winkte und sich schnell entfernte. Fragt der Rabbi dann den Bücke-jungen, Wie viel Geld er wohl bei sich mag haben. Dieser sagte, so viel sei'« und soviel, Uber alle« ehrlich nur erworben, llnteedeffen kam zurück der Diener I» der Hand ein Sieb und eine Schüffel, In der ander» eine» Seng mit Wasser, Und er stellt e« vor den Rabbi nieder. Dieser aber sagte zu d m Jungen: »Laß «ich sehe» da« Geld au« de'ner lasche — Und die Wahrheit kommet bald zu Tage.' Und er legt da« Sieb über die Schüffel. Legt da« Geld, tat jener ihm g-gedeu Alle« i» da« Sieb, goß d'raus da« Wasser, Welche» in den S-ug gebracht der Diener: »Hast Du unter dies-« Geld auch solche»' Da» dem Weibe du genommen?' Und er schüttet aus de» bloße» Tisch dann Au» dem Sieb da» Geld de» BSckerjuugeu. Al« er dann die Münzen untersuchte Sieh' da waren neunzchn Groschen trocken! Nicht ei» Tropfen war daran de» Wafler«: .Schlechter Mensch, du hättest falsch geschworen, Schäme dich!' rief zornentbrannt der Rabbi. aener aber sieht entsetzt da» Wunder, inkt Verzeihung bittend hi» zur Erde. Doch der Rabbi sagt nur: Werde besser! Und «ebletet streng ihm wegzugehen, liesbeschämt entfernte sich der Jüngling. »Groß seid Ar und heilig,' ries die Alte, »Dran tu Wunder Hobe ich gesehen' — »Bon dem Wunder, da» ihr da gesehen, Will ich euch da« Wunderbare nehmen. Und ich bi» nicht tzewg, bi» ei» Mensch nur. Seht, e« konnte an dem fetten Gelte, Da« ihr in der ketten Schüffel hattet. Ja kein Wassertrops.-n hafte» bleibe», Seil sich Fett und Wasser niemal« «Ische».' — Und er gab da» Geld ihr lächelnd wieder, Grüßte und geleitet' sie zur lhüre, Setzte fick, al« jene ihn verlasse» Wieder zu dem große» Aoliartten. Sucht de» schweren Satz sich zu erklären, Bi« er dessen Deutung hat gefunden, ikvitztolur. S. Mandl. Allerlei für des MMf#. Der sich fettft verrachende (extot. I« einer flehten JfibifcQea Gemeinde hatte man zu Jour Lippur eine» (Hasan (Vorbeier) unter der Bedingung eugagirt, ihm ein Honorar von 3v LU. zu zahlru, wenn er nach dem (Jefte versichern könne, keine fremden, vom Gebete ablenkenden Schänken während der Gebete gehabt zu haben; in diesem Falle würde ec nur 18 Mk. erhallen. Nach dem Ausgange des Feste» und nachdem da« Abeadbrod verzehrt war, reichte chm der B?rsteher 18 Mk., welche anzunehmeu sich der Ehasau jedoch weigerte, da es gegen die verabredete Bedingung sei. Al« der Vorsteher ihm nun bedeutet«, daß auch er (der (Hasan) seine Bedingung nicht eiagehaltt« hätte, erwiderte dieser nach vergeblich versuchter Bertheidigung endlich entrüstet: »Hab' ich'« doch gewußt! Schon in der Mufsaph« Schmorte-Essre Hab' ich daran gedacht, daß man mich so hmlergehm würde I" — »Also war meine Verrauchung doch ganz richtig» — erwiderte hierauf der Vorsteher. 0. in L. > Mißverstandene Aalwort. Ein portugiesischer Jude welcher sich ia hebräischer Sprache mit einem deutschen Juden unterhielt wurde von diese« gefragt» ob e» erlaubt sei, am Rosch haschanah zu rauchen. (Hebr. sw3 NN1V »Rauch schlürfen") — der Portugiese antwortete dem Fragenden: NN1V .“UUn *733 NN1W rmm WO »Wer da« ganze Jahr raucht, darf auch am Rosch haschanah rauchen." Da aber die Portugiesen das Tb wie D aussprechen, so fand der Deutsche sich durch die a» sich richtige Antwort nicht wenig beleidigt, denn er verstand rovn WO mow rowi "?33 nett »Wer da« ganze Jahr ein Rarr ist, ist es auch am Rosch haschanah. J. St Me rkw üd ige V ermuth uug. Helene: »Sieh' mal, Hedwig, wie komisch! Da drüben bei den nmeingezogmen Juden sind die d«i ältesten Linder kohlschwarz und die beiden jüngsten Linder sind blond. Hedwig(nach einer Weile ernsteu Nachdenkens): »Weißt D» nach demdrittenLinde werden dieEltera sich habentaufenlaffen.^ Kitthsel-A«fsa1»r«. jcQl» I. Deutsches Komposition»- und Meuderätyset. Bon vally Lohen in Ree«. Line Jungfrau staub von ferne; Freilich sah ich sie recht gerne; Ich winkte ihr, fi» dreht» sich Und stellte so sich neben «ich. Al» wir so zusammenginge». Fest auch aneinanberhutgra. Entstand au» unser« Bund sogleich Ein Engel au» dem Hirnmklreich; Er wirb vom Beter al« bekannt Am Tag ber Sühn» oft genannt. II. Deutsches Zuagram«. «0» 0. i, B. Wenn Leide» Dich zwingen, Die Lisuug zu fingen: Den Blick alsdann wende Zu» Anfang vom Ende. in. ZeSräisch« Merträtsisel. Bon A. K. in London. Mit fi bohl» e« führt, Berwüftet und verheert; Doch Schutz und Zuflucht t« gewährt. Wird fi in 3 schnell umgekehrt. A«flös«rg der Wtthfel in »ne. Kr. I. Fest-Strauß. II. Geber Zeder. III. — Thomar, Schwester Absalv«'»; Palme. IV. — Dürre, Stepp«; Bachweite. Berrntwonllcher Redocteur: Dr. M. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg, vertag von Robert Friese, Leipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.