Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 41-42 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
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rf 184 S,lt bilbo». IQd uo* bmi geistige» und pekuniären Erb» theil ihnen von den Eltern überkommt, solle» sie zu» eignen Nitz und Fromme» »er»enden; nur der Eltern iu Liede gelenkeud sei diesen Lohn; da« Glück der Kinder steht ihnen aber über Me«. Erleben sie die«, dann ist der Abend ihr « Leben« wie da« Margeuroth einer schbner» Welt. — Solche Gefühle bewegten auch die Eltern beider Kinder, al« Esther, die der Mutter gegenübersaß, die thrüneuschwereu Au;e» senkte und Arno in fast flehende« Tone fragte: »Vater, Mutter, wollt Jbr mir euer Kind anvertraue»? Du weine gute Müller, hast «ich meinen weg gehen lasten, gen iß im Sinn de« Boter«, an Dich hast Du nicht gedacht." .Komm zu «ir, Esther", sprach Gersou mit weicher Stimme. Schweigend umarmte sie ihn, — schmerzerfüllt Midie sie auf die Mutter. „Ich weiß wa« Euch beängstigt, liebe Lindert »Later und Mutier sollst Du verlaffe» und Deinem Manne folgen", sagte Sora fest, aber in freudige» Toue. So steht e« ge» schreden, so soll und wird e« inimer sein. Gersou wußte, seine Frau würde zur rechten Stunde da» rechte Wort finden, er begnügte sich den Kindern mit gütigen, beruhigenden Blicke» seine Zustimmung zu beweisen, Da» erlSsende Wort war gesprochen. — Dankerfüllt gegen Sott, beruhigt iu sich selber, suchte jeder seine Lagerstätte. _ Die wenigen Wochen vor der Abreise de« beglückten Brautpaare« gingen schnell vorüber. Abschiedsbesuch« waren gem icht, sie waren nicht kouveutioueller Form. E« war eln Abschied von Menscheu die mau von Jugend auf kannte, wen t man auch mit den Meisten nur in allgemein weaschenfreuadlicher Beziehung gelebt. Man fühlte auch hier da« Gch:ideu von der Heimath und wie man in ihre« Boden mit jeder Lebenlfaser verwachsen sei. Sorgsam halte Arno da« theuerste Erbtheil seine« Later«, die Sammlung vortrefflicher Werke, verpackt. Sie waren ihm so »rrthvoll, so vnersätzlich, — weil da« liebe Auge, die liebe Hand gar oft darauf geruht. — Jene silberne» Räh:enleuchter, die Arno einst ahoungtlo«, für wen fle de» stimmt waren, gewählt, — überreichte Gersou den Ueberraschten al« Hochzeit-gescheok. »Bi« in Euer späteste« Alter, wögst Du die Sabbathlichtcr darauf segnen, meine Tochter", sprach Sara, »Lich'tg sei tiiuch jeder Tag Eure« Lebe»«." Bei diesen Worten der Mutter, legte Gersou die Leuchter sorgsim in da« Karton, während er da« Zittern seiner Häute, da« er unbemerkt wähnte, vor innerer Bewegung nicht zu vermeiden wußte, — aber Esther hatte diese bemerkt, e« b« rührte rlrctrisch ihr Herz. Die Zukunft der Familie war entschieden. Solch« Augenblicke, wo da« Höchste gegeben und al« Glück von dem Geber wie von dem Empfänger anerkauot wird, können nur i« g amilienledeu offenbart werden. (»onsegnag folgt.) Allerlei für de» Huurilieutisch. Erklärung des KaddischgebetS. Wir theilen au« der erhebenden Betrachtung, die der grecfe Rabbiner Lie.bman Adler bei der im Sinai» Temsul zu Ehicago obgehaltenen Gedächlnißfrirr zu Ehren de« fel. Rabb. Dr. Hirsch zu« Schluß geholten, die sinnige Deutrrg de« KaddischgebetS hier mit. »Äh nrnn« da« Kaddisch die Blume drr Synagogen« Andacht: 1. Wegen seiner mustrrgiltigea Kürze. 2. Wegen seiner Ren, heit von jedem Egoigmu«, indem darin kern Lameatirrn ist um vrod, Kleid, Gesundheit, Lebe», noch weniger von Ehre und Reichthum. S. Um wa» im Kaddisch gebetet wird, ist da« Gebet aller guten Menschen: JiMg«dtl u. s. w. Möchte Gotte« Größe und Heiligkeit immrr mehr wachsen in der Erkenntniß der Menschheit und immer weitere greife gewinnen. — Wajunlioh mklohoM». Uebeisetzen wir e« mit de« bekannten: »Zu «n» komme Dein Reich." GotteSreich heißt nicht« Andere«, al« da« Reich der Tugend, der Weisheit, der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Nächstenliebe. — 8ood»> jaiadauu so lange die Tage und da« Leben noch euer find, fördert da« Reich Gotte«, und wa« dem Einzelne» zu schwer ist zu fördern, da« werde von Gemeinden und Berrinev, vom ganzen Hause Israel vollbracht, (uwaodaja ck'odol Lao» JiMroöl.) . Endlich bietet da« Kaddisch eia durchgreifende« Trostwort für alle« unverschuldete Leiden: .-17117-12 «712 "N KÖI?73 Die Welt und ihre Ordnung hat Gou nach Seinem Willen geschaffen, nicht nach unser«. Uud so leben und sterben wir, wird na» da« Dasein schwer uud leicht, zum Genuß oder Verdruß, stct» nach Seinem weisen Rathschluß." Weihen wir, schloß der Redner, diese Blume der Andacht dn» Andenken de« Manne«, dessen ganze« Leben ein Kaddisch war, ein ernste«, opferreiche« Streben, da« Reich Gotte« nach seiner Auffaffung zu verbreiteu mit Mund, Feder und Beispiel. Der J«raeltt hat für seine bedeutenden Lehrer die Be« zeichnuug »Vater". Al« Gelehrter, al« edler Mensch, al« et» ganzer Mann, al« seiuer Ueberzeuguog treuer Israelit darf er auch Solchen al« Beispiel voi leuchten, di« älter find al« er war, die ihn, wenn auch ihre jüdisch-religiösen Wege nicht eine Wege waren, al« Lehrer ehren mid Vater nenuen. Um- »mehr aber dies« Gemeinde, iu welcher der Geist de« Vater« » seinem Sohn« al« Lehrer fartwirkt und zu der väterlichen reichen Geisteserbschaft «och reiche Schätze zufügt, einer lern« freudigen, dankbaren Gemeind« zur Belehrung «ad Erbauung. Und so mögen wir Me wie trauernd« Kinder um den heim» gegangenen Vater iu da« Kaddischgebi-t eiusttmmen. Kitihstt-Ausitobe». z«ck»th.KiIihf»l. Vox 0. ta B. I. Deutsches Zllsrträt-sel. Mit dem erste« he« btflotram Schiller etnst iin herrlich L«d, Doch dal Ami'« wird gewonnen Bon bcn Pflanzen, mit mau fleh»; Auch im Thierreich wird'« 4 sunde», Liefen Damen Stvfl zur Zier; Beide WSit'r eng verbunden. Stimm zum Sockoihfefte Dir! II. Deutsches ^sgogrppy. Meine 8Brt« wvn'n beit« Heben heii'ger Feste Freut«; Am Peffach geht ein ,S" voran, Am Suikoih .8" man sek?n kann. III. Keöräisches ßmomfm, ver Suckoth gehl In» Soneatau», Der nimm die Dam« mit hinaus, Dt« at« Prinzessin wohtbekanri tu Samuel schon w rd genanni. ie wir» sich ganz wohl «ickt gern fügen, Drum wird «in Dhetl auch schon genügen. IV. Keöräisches Ksurouyru. Wo sie ist, da ist sie nicht: Stets bescheiden, innner (flilifif, «rsüllt mit ihr '« heit'ge Pflicht. Wem sie am Suckoth nicht gebricht. AusiSsuus drr Aitthjel iu vor. Kr. l. Begehre», Bekehr«». m. Kffi,iV;.WEV einer gewnndeve» Schlang» und an .'jahleuwerlh » — 'N ». 'U-1 Uer«,w,rtl»cher »«»aneur: Dr. Dt. gtatzmer, vtagdedurg. Drnck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Moder» Fries», Letpgtg. VQ9V lövWII*