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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 40 (1889) · p. Seite 160

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
40 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 160 (sequence 4)
Language
German
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that? ftmtnfc ich nicht in Deinen Augen lesen, daß auch Del» Seele empfand, wa* sa mächtig die meine bewegt«? Re«l>a. bin ich rin Thar, der in eitler Seibstverbleudunq mit Phontasien tändelt? Wie oft habe ich da* mich selbst geftagt, wie oft geprüft und erwogen, jede* Wort, jeden Buch wie oft habe ich da* Andenken beschaut, in welche* Zhr Fin zrr jene Worte eingewirkt, die Sie mir scheidend gurnfen: »Bertraue Gott". Recha — ich vertraue. Warn« auch strele ich nach Reichthum? Ich bedarf dessen nicht. Warum scheitle ich weder Mühe noch Gefahr, warum ander*, al* galt beladen dar Benjamin treten *n können: ein reicher Mann wirbt um Deine Tochter. Du — ich weiß e* — Du wägst die Menschen nickt nach Pfunden, Du forschst nichi, wa* sie haben, Du prüfst, wa» sie sind, und doch — der Gedanke für Dich zu arbeiten. Dir nach jeder Richtung da* Leben verschönern zu können, war mir rin Sporn. Wem Du mein sein wirst, dann gilt'* cklere, höhere Ziel«» nicht Gold erjagen will ich dann, nein. Dir und unserer Liel e, unserem Glücke leben. Anfang* träumte ich in glücklich« n Stunden, mir in der reizendsten Gegend Amerika'* ein Landhau* zu tauen, an der Seite de« herrlichsten Weibe-, der glücklichste Bürger de* Freien Staate*. Ater diese Triume sind verflogen, sind einem srhnsucht-vollm Gefühl von Heimweh gewichen. Mich zieht'* nach Devtschlaud, an dem mein Herz wie an Setten hängt, mich zieht'» nach dem Halerlande, ich kehre zurück. Wir wollen vereint für Menschenrechte kämpfen, <8>le* wirken, durch segen-reiche* Handeln unser Glück zu verdienen suchen. O, Recha, eil« mir zu ant »orten, mir zu sagen, daß ich wahr geredet, daß ich mich nickt betrogen habe. Wenn ich ober gleich einem Suaden mit; nur in leeren Träumen gewiegt — fürchte nicht», Recha, ich will dann nimmer Dein begehren. In dir Tiefen de» Urtoald* will ich mich zmückziehen, und-— o nein» mir sagt »rin Herz, daß nicht der Uiwald, daß jener mvchisch« Garten meiner harret, in welchem da* erste Minscheupaar eine* so seligen Glücke* genoß, wie e* bei Dir finden wird Drin Ephraim." In trüben, schweren Tagen hatte sich in Recha'* Herzen dat Gefühl für Ephraim geregt; der Schmerz hatte e* Serrist, seit Jahren litt sie um ihrer Liebe willen, dieser Ir ef aber, die* Geständniß, war der zauberkräftiar Balsam für alle* Leid, da* sie erduldet. Selige* Wonnegefühl durchzittertr da* liebende Mädchenherz und «hoben r*. gleich wie mit Seraphtschwingen in die Gefilde der Seligen. Aber ach — wa* bedeuteten Recha die elyseischen Gefilde; wenn da Geliebte nicht dorten wellte, wenn er jensett« de« Weltme«* sehnsüchtig eine* Zeichen* harite. Und noch ehe da Tag zu Ende gegangen, hatte sie e» nichageschrieben, all' dai», wa* seit Jahren so heiß ihre Brust durchwogt, alle» wa» Ephraim zu wissen begehrte. E* dauerte wiederum bat lange Monate, bi« Recha die Antwort erhielt, welcher sie entnahm, daß Ephraim, im Begriff« seine Brziehungm zu lösen, in Bälde zurückkehren werde. Er schrieb: „Meine Recha l Hab' tausend Dank für da* Bekeuntniß Deiner Liebe. D, ich ahnt», ich wußte, ich fühlt« e*. Wenn Du mich sehen könntest, meine Recha, wie ich al» Besitzer eine* großen Hotel*, tog*über arbeitend, überall leitend und w ttend, bi* um d e Mltternacht-zrit, wo alle* Rah« sucht! E« ist die* di« einzige Stunde, in der ich mir selbst angrhöre, in der ich ruhig und glückllch bin, dem L-iter de* All* Deinen Namen zuhauche, chu anstehend Dich zv schützen. Die Geisterstunde fft für mich di« seligste, c» «»schweben mich ol-dann die Geist« der Lieb« der Heimath. Dir Kunst ihn also, meinen Freund, den wackein Prau? Bi« glücklich sind diese beiden Menschen, daß ste sich angeht reu, daß sie sich verdienen 1 Franziska ist Deine Freundin, — 180 - - ' - ' Recha. Daß alle« so kommen würde, so schön, da» wagte ich in »einen kühnsten Träumen nutzt zu hoffen. Gern glaub« ich. mein «liebte* Sind, baß Dir die Be« schreibung meiner Reise Thrünen entlockt hat, der Brief war ja auch nur für Freund Staubeschru bestimmt, nicht für Dein liebende*, empfindsame* Herz. Und doch — da* war alle* nur Tändelei gegen die Mühen und Beschwerden von San Franzi»co nach Jacksonville. Hier aber al&fte «* mir übermäßig, da ich sofort erkannte, wie günstig da* Feld für einen unternehmenden Sopf sii. Ich sah, wie schlecht e» um di« Beherbergung und Bewirthuug der Fremden bestellt war, rniethete mir ein große* Hau« und «öffnete ein Hotel, wckche» ich mit eff«u« Streng« verwaltete in jeder Richtung nur da* Best« zu bieten, bemühte. Dem zahlreichen Fremdenpublikum, dem e* selten au Geld fehlt, da* aber selbst für G.ld sich bi* jetzt tau« Behagltchftit und noch wenig« Somfort schaffen könnte, hatte ich einen nicht minder guten Dienst «wiesen al* selbst. In kurz« Zeit mußte kch mich dergrößern, mein Anwesen nah« imm« weittte Ausdehnung an, und heute nenne ich fünf neuerbaute Häuf« mein eigen. Da* Ziel, da* ich in d« neuen Wett «strebte, habe ich nun «reicht, der Mammon fft gewonnen, jetzt stehe ich im Begriffe, «eine Beziehungen zu lösen, nach Dottschland, in Deine Arme zu eilen. Soviel von m'inrn äußerea Lebenöverhättniffen. Mehr darfft Du von mir nicht fordern, «ein heißgeliebte* Mädchen. Mündlich will ich Dir von einem Schaltjahr bi» zum anderen erzählen, wenn e* Dein Wille fft, doch in diesem letzten Briefe, Len ich Dir von hi« an« schreibe, laß mich Dir noch Worte der Liebe sagen. O, Recha, ich möchte wein« können wie «in Snabe, mein Herz fft so voll von Glück, ich kann'* nicht ruhig tragen; ich »«de Dich wird«scheu. Dich «ein eigen nennen, Du mein« Seele Theuerste»! Sage Deinem Bat«, daß ich ihn wie ein Sohn lieben werde, fft « doch Dein Bat«, «eine Recha. Ich bitte Dich, ein» liegenden Brief mein« Mutt« zu übersenden, und wenn Du Franziska schreibst, so sage den beiden Herzenggrüß« von mir. Lebe wohl, mein geliebte« Herz, harre mein in Geduld bald fft unsere Zeit um, dann umarmt Dich Dein Ephraim." _ (Schlug feljLV zUtths»l-A»fg«Ke». j<Q|» %*m KipP«r-NL1tzfr1. tt»u C. in K. I. Aattsche» -L*S*grypY. X|at man'« mit .0', s» ist« mpiat, Jedoch mit „t‘, e» un« »ersöhat. II. 5«tschr* L*g*sryPtz. v>nn Da mit ,6* ti Haft begangen. Und wUIft mit „6* rt baut «tanzen. S» richte nur den Blick nach oben Auf dev, den all» Engel loben. IH. KeffrÄsche* W*rkät-sU. Eire Sehlaug« trlgt da« Wort irn Herze». Da» oft bereitet bm're Sellenschmerze»; St« b»f« San»« «ftchmal» auch gezeuget; C weh« btm, »er ihm sich «Mg beuget; Lern Herze» gleich find Lopf nnd Fug zasammen, Drum so» da» Sonie stet« »er Mensch »erdeunmen. . -i ■4 . % ' 4 . S JLapifhmi Irr Kitttzjrt in w. Ar. L rV* ‘*3 •** Mastöamn. (Zahle» »crth: 6660.) EL (tto»at* turnt), aHTl »oft). Wrautwamlicher Redaeteur: Dr. M. «ahmer, Magdeburg Drack »»> D. L Wolfs, Magdeburg. Berlag »on Mab« -ries«

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