Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 39 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 4)
- Language
- German
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Fraaziäk» mb Johauua vo» ihm? O, baß tch rnr «tu Stürdche» bet Such sei« tftmtc! Sr »trd alle« gefrnde» Hab«, fort« ich es ihm beschriebe», «et, Fremd, helft» Sir mir doch, sage» Sie e« Paul rnd Ara»zi«ka, diese» prächtigen Meuscheupaare, daß sie für einander geschafft« stad. Sollte» fie sich schon gefrndeu habe», eile» Sie es mir M sage»; seit ich Paul kerne, deuft, rttusche rnd Haffe ich,!>aß e« s» lamme» möge. Sage» Sie ihue» bau» vorft ber i»nigf)ni Freud« öftbe Don wir. Ich enaarte bald »au Ihue» zu höre» uub z> und fall« Sie etwa« erfahre» falte». M« für mich Interesse hat, so theileu Sie e« mir, bitte mit. Ich umarme St« i» treuer Frerndschaft Ihr Sphraim Spiro. Sau Franzisk», 1846." Die jrngeu Satteu, tiefbe««>t von de« Briefe, sauft» sich u die Arme, uud Paul sagft: .Wie dauft ich de« Geschick, da« mir de» Fremd «<• scheu», und welche« durch ihu mich Dich, mein theurr« Weil«, finden ließ! Und »ft nahe waren wir darau, Sphraim und ich, «eiue ich, beim ersten Zusammen treffen hart an einander gerathe»! Da« ist Mensche», uud See»a»u«lso«I Wir segelu auf de« Meere de« Leben«, gepeitscht vom Stu me ber Leidenschaften, umdüstert vom Nebel de« Borurthil«, ohne uns vom Leitstern der Lieb« leiten zu laffe», uud wenu wir wider ein Schiff pralle», »der au einer Saudbaut scheitern, s» schelten »der prügeln «ft drauf la«, wie die :tinbcr, die den Lisch schlagen, au den fie fich gestoßen." Weuig« Woche», »ach dem Recha Frauzi«k»'« Stnladung emp augeu, leistete fie d«selbea salge, rnd ttaf au einem schöne» Herbftabend bet de» Freundeu «in. dft fie »au Herze» willlommeu hießen. Al« fich dft beide» Freundirrue» am nächste» Lage i« Garte» «gingen, erzählte dft srnge Frau, daß wird« et» Schi eiben vau Herr» Spiro eiugeftoffr» sei. »Hi« ist d« Brief, wem D« ihn lese» willst. Recha." Frauziöka, die jetzt um ihr Geheimniß wußte, konnft e« nicht entgehen, da« Recha, al« fie Sphraüu« Namen hörte, «rö hete, um sofort mied« zu «bleichen, daß da« Blatt Papier i» ihr« Hand zitterte, rnd daß fie nur mühsam bi« Zassuug zu behaupt«» »ermochte. .Arme« Mädche», rte sie leidet," dachft da« glücklich« jrnge Weib, .doch auch ihre Zeü wird komme«, und ich hoff«, fie ist nicht allzufer»." U»t« einem Vorwand« »«ließ fie dft Frewidi», um fie «ug stört de» Gedaukeu au de» Geliebte» zu überlasse», rnd Reck« ließ fich auf «tue Ruhebmck nieder, fich in da« Lesen de« Brftft« vertiefe»«, der, ach, nicht au fie gerichtet war. .Warum rnr schreibt er nicht?" fragt« fich Rech« »fti«, .müßtt er nicht schreibe», w«»n er mich liebte? -.fall« Eft etwa» erfahre» sollte», da« für «ich Interejse hat, s» theileu Gft mir e« mit." Und wem er rtch da» ft meinte! Ja, Sphraim, mein Herz lügt nicht, e« sagt mir, daß D« «ich liebst, baß Du wiederkthrst. Frauziäka war Dir stet« »ur al« Areundi», ,l« Schwester theurr. Dein« Recha aber ist da« Weib, ba« D« wählen wirft, rnd Deiue Wahl rtrd fie nameulo« glücklich mache«, Komm rtr>«r Sphraim, ich warft Dein. Durch Harre» uud Hoffen will ich »ein Glück »erdieae» und büße», wa« ich an« wisseuttich an Dft grsrrvelt habe." Al« Recha erkamtte, daß Franzt«k» um ihr« Lieb« zu Splirai« wiffe, «achft fie che nicht länger ein Geheiamiß dar»»« uud empfand e« al« «t»e Wählt hat, mft einem Miusche, über ihn rebeu zu körne», «ft »st planbertru um, dft beide» rou de» fsm» Frr»»de, »ft rte »ftl Haff, um lg, Lieb«, Sehnsucht md Srwartmg w»rbe fei, »am« »erinüpftl .Würbe e« Dir muh »ichr schwer falle», Recha'^nreiute Ar.mzi«k«, .ihm über de» Ogern zu folgen, dem rtr-all«, rte wir Sphraim ftrne», glaube» «rt. baß er Amerika, da« Land der Freiheit uud Uuabhäugtgkett, «ft Deutschlandrtrd vertausche» wollen, wo ihm so herbe« Uurrcht widerfahr«»." .Und hältst Du meine Lieb« »icht stark genug, um ihm zu folge», wo immer er »ich hlafvhre", erwiderte Recha, rnftrbrach fich aber plötzlich «ft de» Worftu: .O, «et» Laftrl Laß uo« vou andrftm rede»." fuhr fie fort, »da« Glück ist für mich u»r schwer erreichbar, ich will mich tu de» mein« Freuud« sonnen." (Schloß folgt.) -0tz»! fotz» »»sch H»sch»»«I,-KiM>s«l. Bo» 0. i» L. I. AeSrAsch« W-rtrLt-s-k. An den User« «lt de» Schiffer» Stäcki heran da» »»»« Jahr; «ms de« Deck t» H.U'g,» Ziffer» Zeigt e» »nt sich soanenklar. II. KeSräisty« Ti» alter greaad, Der gut e« »eim, Mit Sott aa» eint. Ua« Hern' erscheint. Sobaw rn» setz» Den Kaps »letzt Uad wexd«?» jetzt — Ui» Dmrck »»» letzt. Allerlei für de« JsamMewtifch. Spracheukeuner. Au der ladio ä'ftots ia einem chrtstlicheu amerita. vischeu Hotel prahlt« ein wohlgestalteter uad locktgrr jüdischer Aaukee mit der llrnotuiß der viele» ftemdeu Sprache», dft er verstehen wollte. Sin lebhafter, kahlköpfige Sauadftr, welcher ihm gegtuübersaß, bewerft« ihm, daß er auch über die Seuutuiß eine Meng« Sprechen uud Dtafteft »rrfüge,, da er sehr weite Reise» gemacht uud fich dft Sprache» aller Länder augreiguet hätte, die er besucht. .Ich wett» 10 Dollar« gegen eiurn, daß ich eiue Sprache verstehe, welch« fie uicht verstehen," sagt« der Aaukee mit eim» znverfichtltcheu Augrudltuzrln. .S« gilt!" rrrtderft ber Sauabier. Di« Stusätz« wurden auf den Lisch gelegt uub der Kanker, von der höchsten Neugierde erfüllt, rief au«: '3J9P NVA. "•BV3. Fast in demsrlbeu Momente erscholl «« au« dem Muude de» Sauadftr«: '."HD JV'XT "TO. »ähreud er gleich, zeitig da« Gelb ein strick. — Juden begegnen fich heuft, wa mau fie am wenigsten suche« würde; ihr Lhrn md Laffe» find nicht «ehr i» Stande, ihre Abstammung zu »errathe». $ % Si» guter Schofarbläfer. Der Sultugbeamte einer jüdischen Gemeind« verstaub e«, sehr gut Schofar zu blasen, besaß jedoch al« vorbei« «tue nicht« »eutgrr al« augraehmt Sttmmr. .Möchte « doch — meiute rin Zuhörer der kurz zavor drt schäm Schofarblaseu de« vorbeftr« bewundert hatte rnd ihn darauf ba« Muffajchgebet recht lauge hiuzftheu Höne, .dft Grdeft auch lftb« rnr so — wegblaseu." A«fi-f«Rr der Aitttzjet i» »*r. Ar. ll. a er? JN - t# u L Haldtgung + «ftsar » ftiktSa « Hebe« — Ludooa» - x-, » r. n * CktM " Utz.rh.ddou «lsf, M«gd»d»eg^ Verlag »», Naber» strleso, llottzgtg Ä>7Ä^Itz V?r«tt»»aücher tttNctna: Dr. M. R«h»»r, Dr»ck m %. 8. M j* ■** ixrd