Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 38 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492351-8722856-5956670--1217-5373581- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
„sfronzi«ka, (affen Sie mich Ihnen gestehen, daß ich zn Ihren kam. um Sie zn kapern. Nicht tun Sie zn lieben, Franziiika, denn ich liebte Sie schon, ehe ich Sie gesehen, die Züge Ihre« BUde«, die Worte de« Frennde« haben die« Bonder an mir bewirkt, nnd wahrlich, sie haben nicht gelogen. Ick» bin eine ronhe Seemamtönatnr, verstehe mich nicht ans schöne Worte, wein Wille oder. Dich glücklich zn machen, ist aber so aufrichtig wie meine Liede; Franzi«ka, «erde nein Weib." Laß e« so kommen werde, so kommen müsse, da« hatte Franziska gewußt, gefühlt, trotzdem ihr Paul noch mtt keinem Worte von Liebe gesprochen, aber der Ton seiner Stimme, der Blick seine« Auge« nnd jene« nnmerkliche, magnetische Flnidium, da« den einen in rälhselhaster Weise zum a tdern zieht, hatten ihr verrathen, daß fie geliebt werde, und fii gab sich diesem Zauber um so williger hin, al« auch sie ihn erlegen war. Je näher und je länger fie Paul kannte, um so mehr schätzte fie ihn, um so tbenrer ward er ihr. Hocherröthcnd stand fivor dem geliebten Manne, der, ihre holdselige Brrwirrnng begreifend, die zitternde Hand de« D ädchen« an seine Lippen sühn«. Alrdaon erhob er ihr Haupt, da« fie in lieblicher Verschämtheit an seiner Brust geborgen hatte, und hauchte ihr den Berlobung«knß ans den Mund. flra in Arm eilten fie zu den Eltern und baten tun ihren Segen. ,Der Segen ruht in euch selbst", sagte Herr Stanbeschen, „in eurer Liede, in eurem Willen. Franzi« ka, ich habe mich tedlich bemüht, da« meine zu thun, thne Du jetzt da« Deine, werde ein beglückende« Weib. Herr Prau", fuhr er fort, sich wit bewegter Stimme an jenen »endend, „ich übergebe Ihn», war meiner Seele thener ist, mein Sohn, Sie find ein wacker» Manu, machen Sie mein Lind glücklich." Wer vermöchte wohl die Behauptung anznzweifeln od» gar ihr zn widersprechen, daß e« zwischen Himmel und Erde nicht« Größere« und Schönere«, nicht« Wünschen«- und-lrrstrebenSwerthere« giebt, al» vollkommene« Glück, nnd doch — wer dürste sich verwesien, von ihm nnd seinen Erwählt :n und Geweihten ein treue« od» auch nur ein annäher tdeS Bild zu geben? OaS ist da« Geheimni« der Glücklichen, baß fie keine Geschichte haben, still und traumverloren leben fie in seligem Genüßen und ihre Tage fließen gleichmäßig dahin. Leidenschalen laflen sich malen, Wünsche schildern. Hoffnungen darstlllen, Erwartungen zeichnen, da» Glück läßt sich nur empfinden, nur erschauen, wenn e« sich wid»spiegrlt in den oerklcrten Zügen der Erkorenen. (Fortsetzung folgt.) Allerlei für de« Aaruttie»tisch. Sine Hntgeschtchte. durch die witzige Antwort de« M. Nathan mit d» Umwand» lnng einverstanden -erklärte. Auf seine Frage an Nathan: „Warum haben Tie meinen Hut so nmformen laffen?" antwortete dies» nämlich: „So ist et ganz nach dem Din (religiöse Borschrtst;) ich habe mir »st einen Hatter Oß!1) daztr verschafft." (Hatter-Hntmach» nnd "iNN-rrligionSgesetzliche Erlonbniß.) Llnge Antwort. Eine hübsche jüdische Dame wurde in d» Gesellschaft wegen ihr» „nationalen" Nase geneckt. „Nun ja", sagte sie, „die Fayon gefällt mir auch gerade nicht; aber e« ist ein Geburtstagsgeschenk, und da« muß mau ja doch behalten". Prob&tam est! Ich hatte einen Nachbar im Tempel, d» die schlimme Angewohnheit hatte, sobald d» Borbeter eine gefällige Melodie sang, fich von seinem Sitz zu »heben und — mitzusingen. Daß » obendrein gar kein musikalische« Gehör hatte, genirt« ibn wenig, desto mehr ab» un«, die wir neben ihm saßen. Seiner mochte darüber beim Synagogen- Vorsteher eine Brschw»de anbringen, ebensowenig wagte f» Lein« ihn direct zur Ruhe zu verweisen, man wollte ihn nicht beschämen. Da« Rosch Haschono-Fest war »orüb» nnd wir fürchteten nun, am langen Jomkippnr Kopfschmerzen durch sein Mitsingen zu »halten. Da kamen wir ouf - folgende Id». Wir schrieben auf einen Zettel die Worte: „Wo man singt, da laß dich ruhig nied»l" und legten denselben auf sein Betpult, al« « eben oufftand, um mitzusingen. Das half. Er lächelte verständnißinnig und — „ließ sich ruhig nied»." Kitthjel-Anfgaberr. fr- I. Deutsches Sitbenräthfel. A, ba, be, bek, chm, ci. di, don, «, el, «1, gang, brnd, dal, hol, i, is, km, keit, lie, lig, mm, am, nma, ni, no, ot, rm, r«, w, ■mr, smr, ü, ze. Di« Anfang»- und Endbuchstaben der au» diesen St EU den zu KUdendcn 11 Wörter z»igen klar, wa» allen Lesern bringet der 6. m L. zum neuen Jahr. 1. Line Feier; 2. »in Prie,ier; 3. eine fromme Krau; t. eine Benennung für Bott; 6. »ine Stadt in Deutschland; 6. «in Sott; 7. ein Schristgelehrter; 8. eine Eigenschaft »alte«; 9. en Echulhaupt; Kt. »in Fluh in Jlol>en; 11. ein König von Assyrien. Al« der selige Obe»abbin» Dr. Solomon Herschell sein Amt in London antrat, kam » vom Eontinent nach Harwich nnd wurde in EhelmSsord durch eine Depu» tatiot der jüdischen Gemeind« London« empfangen. Znm Erste nnen d» Deputation trug der gewählte Rabbi eine sehr ungeistlich scheinende Kopfbedeckung, bekannt unter den Nawen Breitel, ähnlich d», welche wir ans dem Portrait de« Menaffeh den Israel finden. He» Mey» Nathan, ein» d» Depntirten, hielt eine UmSnd»mtg für dnrchan« nolh rendig. Durch eine List gelang e« ihm, den Hut einem Hntmach» in EhelmSsord behändigen zn können. Er gab demselben den Auftrag, den fürcht»lich breiten Flaps (h»> nnte:hängend« Stoppe) aufzukrämpen und dem Hut die dreieckig: Form zu geben, wie fie zur Zeit Mod« war und auch spät» von Dr. Herschell getragen wurde. Die Lisi gelang jedoch nicht ohne Protest de« Rabbi, d» sich erst spät» II. Hebräisches Anchstabeurätysel. Bo« 0. ln B. Aus folgend« 18 Buchstaben bilde mau 4 Wörter, deren Unsatt,«- und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen «ine» Erost zu» Jahreswechsel enthalten: vor's'stvii.n.nins 1. Ein Bern» andrer Abraham». 2. Eine Eiadi iu Palästina. 8. Atu König Israel». 4. Et»« persische Königin. A«fiSf«rrO der HUtthset i« »er. Ar. I. D«»td» tvlmen. U. l.-HsllWelti.^laushören). S.'pPicWeftl.^Echutthausen). «eiantworUicher K.baetntrr Dr. «. «ahmer, Map«»«» »ruck »o» D. L. Wolfs, Map«»«,. Verla, »au Ködert Petes,, Leipp^ -