Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 36 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.In« wirft Du nicht, Rech«. Dn^bift Deine« ver» lebte« l)ffenheit schuldig Du uuißt ih« fcta Wert zurückgeben.' «ehe zitterte. .Paula, bedeule-—“ .In hast zu lauge bedacht, Recha, hier darf nur uech bas Gefühl eutscheldeu, und da« spricht gegen Sender.' .Und Du «einst, ich solle einen offenen Bruch herbriführen', fragte Recha, angstvoll zu Pmüa anfblickend. .Unbedingt.' .Paula, da« ist unmöglich.' .Unmöglich? Da« ist in weinen Augen die Schließung dieser 8 he. Eine Unmöglichkeit, «in Unding, »it einem Manne au den Altar zn treten, ihm Lieb« und Irene znzuschwöien, Abneigung im Herzen — schüttle nicht den Kopf, ich wie »erhole e« Dir. Recha. Abneigung im Herzen und da« Bild eine« anderen ans de« Grund der Seele.' Rech«, am ganzen Leib« bebend, schloß «it der Hand den Mund der Freundin und flehte: .Schweig! Hab' Erbarmen, schone meiner, e« ist zu spät." .8« ist niemal« zn spät, wenn e« gilt, einen schwere« Unglück zu verhüten.' »Iienke an weinen Later. Sein höchster Wunsch ist —* ,8)ich glücklich zn wissen, nicht aber Dich elend zu machen. Laß mich zn ihm reden, ich werde die richtigen Worte inden. Wie — er will Dich, gleich einer Ladung Holz, dem Käufer geben, der den höchsten Prei« zahlt, unbekümmert, ob sein Kind-" .Sticht so," bat Recha, .er ist so gut, mein Later, und er will nur mein B:fteS, wenn auch in seiner Weise, di« nicht die meine ist. Ich habe ih« gehorcht, es ist g«. schehen. Wie kann ich jetzt zurücktreten, bedenke die Welt —" Pinla schlug ein bittere« Gelächter auf. .Die Welt, die 8eu:e, dir Menschen I Herrlich, prächtig! für ste wolltest Dn Dich um Glück und Zukunft betrügen! Und die Gegenleistung Recha? Wa» bietet Dir die Wett, wenn Du diesem da« Höchste geopfert hast, wa« ein Weib zn vergeben hat?• .Mein Fühlen und Denken reicht nicht zu Deiner Höh« hinan, Paula. In Deinen Adern rollt Künstlerblut, währen!» da« «ein« — vielleicht in Folge de« seit so viel« Generationen herrschenden Drucke« — sich beim Gedanken an lebenslängliche Sklaverei nicht empört. Ich habe wich damtt »ertrank gemacht, in der Eh« mit einem achtnng«- werthen Manne «ein Leben friedlich und rnhig zn verbringen, und wenn Du, lheure Paula, meinem Gesichtskreise entrückt sein wirst, dann wird mir diese Aufgabe auch wieder minder schwer erscheinen. Jedenfall« möchte ich dem Later den Kummer und mir die Schande ersparen, kurz vor der Hochzeit ohne zwingenden Grund mein Wort zn brechen.' (Fortsetzung folgt.) Allerlei für de« Femrilierrtisch. drohte ihr. sofort da« Schloß p öffnen. Diese Drphnn, brachte bi« Frau dann an» zur Besinnung; sie gab nach und bat ihren Mann unter Thräueu, doch Ja da« Schloß nicht p öffnen. Probntum Mt! «niögletch. Die lärmst Dn denn daran denken, sagte der aufrichtige Herr Levy p seinem alten und häßlichen Freunde, Herrn Goldberg, dt« retjeud« Lily Bloom p hetrathen? E« wäre ein Wunder, wenn ihre verwandten ihre Einwilligung dap geben würden; ste ist ja 20 Jahre jünger al« Du I' .Thnt nicht«, thnt nicht«,' antwortete gletchmüthig Herr Goldberg l .wenn ich sie ansehe, werde ich 10 Jahr« jünger werben und wenn st« wich anfieht, wird ste sich 10 Jahre älter Vorkommen und auf diese Weise werden wir gleich sein.' Der Traum eine- Jude«. (Als Segenübrr zu de« jüngsten „Xtaun de» Kladderadatsch' an dieser Stelle.') Lin jeder Tran« er ist mir, Wie Kladderadaisch träumt, «gal. Doch find mir zuwider ha H^zeo, Dl« Sitze, dl« schies sind zumal. So« Juden stamm« war er, Der ^kladderadatsch" eiost berief; Dt« Sitz« von Kaltsch, wie prächtig« Di« Sitze von heute wie schies. Die nugtbogen« Nase Schon manchmal zur Fadheit verlies, Sie bracht« oft Sitze zu Staad«, Die erastlich besehen ganz schies. La» «rad'ft« Bein, menu'» gehet Hinein in die Pfütze io tief, E» wir' dann zu «ragen bekommen «ur Sitze, rrdärmltch und schief. Jünaft ward im liefen Schlummer So ängstlich mir zu Muth', Ich träumte, dag alle di« Juden Stur Kinder von Kladderadatsch'» Blut. Ich saß i« »et«, und stehet«: O last«, die Büne an» krumm. Di« Rasen g.bozeo, — nur möchte Der Seift un» nicht weiden so dumm. 1L 8. KSLhsel-Arrfgaderr. herrische- MrterräthseL So» 6. in L. Da» erste ist ein Zheil dom zweiten, Ander» kann man e» nicht demeu; Da» Sana« wird gar hoch ««halten von de» Reuen und den Alten; 'S ist 'ne Feier, doch kein Fest; Leicht errilch »an nun den Rest. Aberglauben. Trotz der vorangeschrittenen Aufklärung Hot der Aberglaube unter den Juden in vielen Okgcnben beS Orients noch ncht onfgehvrt, seinen Platz zu behaupten, wie folgender amüsante Vorfall zeigen wirb: E« herrscht htersttdst nämlich der Gebrauch, daß, wenn »an Zwillingen edier vor den Eltern stirbt, ein Vorhängeschloß zu nehmen, diese« abpschließen und dann den Echlüffel absichtlich zu verlieren «der denselben sorgfältig an einem geheimen Orte anfznbewahren, da man glaubt, daß "der Ueberlebende von den Zwillirgen sterben wird, sobald da« Schloß geöffnet wird. Ein« jinge Dame an« Snrytna, welch« ihre Zwillingsschwester durch!>en Tod verloren hatte, heirathete und ihr Gatte kam in der Besitz de« Schlöffe«. Eine« Tage« entstand nun Strrtt unter den Ehegatten und der aufgeregte Ehemann, »elcher sein« Frau nicht p» Schweigen brütgen konnte» Kr-rAsche» -Logogryp-. Bon A. BL in London. Kn einem kleinen Thier Zwei grobe sich holten vrsteck»; Lab »ich Dir zeigen hier. Sie bei»« ich Hab« eutderrt: Ich räumte Kops und Kuh erst fort. Da traf da» «ne ich sosort; Al« diese» ich den Fab aboah«, Da» Ad'rr gleich zum verschein kam. A»fiSs««S der KSttzjel i» »sr. Me. I. Job, Job« (in der Jobfiad« v«, Svrtüm). ll- Äk (Schatten), NM (Tod), (Tode«schatten). *) Der Versager versmh'e dl» Form jene» >»ch»»itt0 nachmmhmen. wie wohl «S ihm schm« grwoiden, diesen holprigen So, »er Dichtkunst Pt wandeln, . verawworülcher Redacte«: Dr. R. Ratzwer, Drmk Mn 9. & Solls, Magdeburg. Verlag von Rodert Fries«, lwitzgig»