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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 35 (1889) · p. Seite 138

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
35 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 138 (sequence 4)
Language
German
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deute». Li» stummer Gruß, pe schiede»; Recha »ar allein. Sie ließ fich auf die ftanf i» der einsamen Lande »jeder, die Glieder versagten ihr de» Dienst, fi« kenute nicht von der Stell«: Da« »ar Franziska. Und fie liebt ih», da« sagte >air ihr Blick uud — »ein Herz. Still, schweig' still. Du tlbrichte« Herz, verzichten ist Dein Lao«. Thränen raune» ihr die Waugen herab, schnell »ischte fie sie »eg. al« ob sie fich ihrer zu schäme» hätte. Sie »ar entschloffen, bet dem nächste» Zusammentreffen mit Familie Staubescheu »icht von Ephraim zu reden, keine 8u«kullft über ihn zu verlan;en, so schwer e« ihr auch salleu mochte. ZranziSka aber durchkreuzte Recha'« Pläne «ud Lutschlüffe, denn am folgenden Tage, noch kaum gewechselte« Morgen» grüße, Hub sie au: »Wie danke ich dem Zufall, Fräulein Benjamin, der mich Sie finden ließ, da ich schon so viel über Sie gehdrt, da ich Sie schätzte, ohue Sie zu kennen. Sie »iffe« durch wenn — durch unseren gemeinsame» Freund, kaffen Sie un« v»n ihm reden, erzählen Sie wir. »a« Sie über ihn wiffrn, und auch ich will gerne «eiu Theil berichten. Seinen Brief habe ich zu mir gesteckt.- „Sie müssen ihn lesen, er wird von Jntereffe für Sie sein. >ber Sie jageu ja gar nicht«-, unterbrach fich plötzlich F auziska, sollte ich mich geirrt haben, ist er — Ephraim meine ich — Ihnen nicht werth geworden, find Sie ihm nicht näher getreten «ährend der laugen Zeit, die er iu Ihren Hause weilte?" Daß junge Mädchen wußte iu seiner >hou»g«lofigkeit nicht, wa« e» that, konnte nicht errathe», daß r« ein« kaum vernarbte Wunde oüfriß, daß e« grausam iu ihr wühlte. L« sah nicht, wie Recha litt, welche allerdings während all' der Z:it Ephraim so wenig nahe getreten war, ihn so wenig erkannt, gewürdigt und geschätzt hatte. »Jetzt weiß ich, »arunl er mir uicht geschrieben. Er liebt Franziska". sprach e« in ihrer Seele. Sie konnte nicht reden, nahm mit zitternder Hand deu Brief entgegen: »Schreiben hätte er doch sollen, wenn er auch Franziska liebt.- sprach e« in ihrer Seele. Sie la«: »RewAork, den 4. Juli 1840. Meine geliebten Freundei linde April bin ich hier angekommen, nach einer großen »ud beschwerlichen Reise. L« ist schlimm für die Verpflegung selbst sorgen zu müffeu, schlimmer aber noch ist e», wenn die Rrisegenoffrn au« der Hefe der Gesellschaft bestehen, uud ich hi tte die Ueberfahrt auf dem Zwijcheudeck verwünscht, wen» fie mir uicht die Bekanulschast de« SchiffSliruteaanl» Prau vermittelt hätte. Iu Anbetracht «eiuer geringen Baar« schast wußte ich wich entschließen, diesen billigste» Platz zu benutze», uud ich bitte Sie, mir z» erlassen, Ihnen über ihn uud seine Paffagiere nähere« mitzutheile». L« würde rin hißliche«, abschrenkrude« Gemälde gebeu. Unter diesen Menschen, die zu »erlierru die alte Welt nicht bedauern wrrd, befanl» fich auch eiu armer HandelSjud«, welcher znr Zielscheibe der rohesten Spöttereien gemacht wurde, die schließlich ia LhätUchkritru au«artete». Dem gegenüber konnte ich nicht länger die Rolle eine« passive» Beabachter« spielen und da «ei» Zurede» nicht« fruchtete, schleppte ich deu Attentäter znm Aapüäu, damit er Recht spreche nud Frieden stifte. Dieser schlief, der wachhabende Lieutenant hörte »ich an, gab!>«« Schuldige» ciac« strenge» verweis uud drohte für de» lLiederholuugSfall mit Strafe. Al« wir alle» waren, sagte er: »Ihre Sprache vrrräth Bildung, »ie können Sie mit so rohe» Menschen verkehren?- Ich mischte mich »ur drßhe lb in die Angelegenheit, »eil ich die Mißhandlung nicht dulde» wollte.- »Weil der Mißhandelte ei» GlaubenSgrnoffe »ar-, entgeguete der kientnaat. »Herr-, sprach ich erzürnt, »wa« berechtigt Sie, an «einer Redtlchkett za zweiftlu? Ich werfe wich zum Bertheidiger de« Unrecht« auf, tu »elchrr wcftiiU 2 wir immer entgegeutrete.- Mit diese» Worte» entsemte ich »ich. . M« ich am Abend deffelbe» Tage« a» eine» Mast lehnend deu fich 1» Meere spiegelnden Sternenhimmel de« wunderte, trat der kieutuant zu mir heran mid sagt«: »Ich Hab« ihnen diesen Morgen Unrecht gethau und komme, e« Ihne» zu bekennen." Er reichte mir die Hand, ich drückte fie mit Wärme. Wir begannen un« zu unterhalten, wurde» immer eifriger, »ir verspürtcn keine« Schlaf und verbrachte» »ländernd die ganze Rocht. Am Morgen schiede» »ir »l« Männer, die entschlossen find, Freunde zu »erden. »Spiro-, rief «ich der kieutuant zurück, .ftühstückeu Sie heute mit «ir beim Lapttän." Er führte mich ei», veranlaßt« denselben, mir die Führung de« Tagebuch« zu übertragen, ich «nßte die AuSwanderer-Spelnuke verlaffen, mit dem Liculeuant da« Zimmer theile» uud die Mahlzeiten am Tische de« fiapitäa« einuehme». Paul Prau» mit deu herrlichsten GeifteSgabeu ausgestattet, ist eiu biederer Lhrakter, «ehr rauh al« modern» abgeschliffeu. streng gegen Jedermann, aber am strengsten gegen sich selbst. — Ich sprach so viel von Ihne« allen, daß mein Freund Prau auch Ihr Freund geworden, daß Sie ih« t Heu er find. Der Gedanke, daß man überall wackere, herrliche Menschen findet, ist für mich trostreich und beglückend. (Fortsetzung folgt.) Allerlei für de« Familientisch. Auf der Brautschau. Der Schwiegervater in ape stellte dem eben eiutrrtende» Brautwerber seine drei Töchter mit den Worten vor: »Rosa, meine jüngste, bekommt 20 000, Lea 30 000 und Sara, die älteste, 40 000 Mark al« Mitgift- Der Angeredete fragte hierauf: »Haben Sie nicht vielleicht eine Tochter, die noch älter ist?" AuS religiöse» Bedenken. Lin Gemeindemitglied, welche« die für Lultu«z«ecke zu leistende Steuer für überflüssigen Luxus hielt, motivirte seine AuStritt«erklärong in folgender Weise: »Da ich mich schon seit einem Jahre mit de« vedenken beschäftig«, eiu religiöses Bedenken al« Grund für meinen beabsichtigten Austritt aus der Gemeind« a«»fiodig zu wachen, diese« aber Bedenken iu mir wachgerufm hat, durch Lorschützung von begründeten Bedenken nicht zum Ziele zu gelange», so trage «h. überdrüssig, wich durch solche« Bedenken fernerhin abzuquälen, kein Bedenken mehr, meinen Austritt au» religiösen Bedenken hierdurch ergebenst anzuzeigen. L. Cohen. Kitthsrt-Aufgaben. j«S- I. Keuscher; ^ogogryph. Bon 6. tu B» «l« «ild de« Glückes und des Swwecze» Zeigt dir Bibel uu« den Heldei; BerUlngeN wird — al» Vit» de» Scherze» — Deutsche Dichtung ihn uns weldeu. II. KeSrälsch« Arttymogrypy. San ▲.£.<» London. 1 mit 2 erscheint bei Dag «ob Nacht; 8 4 6 tft Jede« zugedacht; 1 2 8 4 6 «mim Un» al» tw’gt Nacht erscheint. , A«flSf««s der KSthfet i» »er. Ae. L Kettet, ll. dlif«, Stieser. HL (Siehe «hro». L, 6,14; Numeri 26,29; Nicht« 11,1.) IV. C>W (ll^N.einLdelsteiu ausdemBrustschltde de» Hohenpriester«.)- Brnimnoortlich« Nedacteur: Lr. «. «»»»er. Mo^rbur» Druck ve» ». L Welss, Marburg. Berta, de, «adert Friese, »kW» '

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