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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 34 (1889) · p. Seite 134

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
34 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 134 (sequence 4)
Language
German
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Sie erklärte dem Batrr, fie sei entschlossen, sich mit Herr» Sender zu verlobe«. 8l« dieser de« Nachmittagr kam, erbebte Recha uud mußte sich au eine« Stuhle aufrecht falten, der Batrr richtete sich in seinem Bette auf, bat, daß »an ihm die Kiffen höher lege» und ihu mit Herrn Seuder «lleiu lasse. Benjamin eröffuete nun dem jüngeren Freunde, laß er sich dem Ende nahe fühle, daß es ihm aber riu l roher Trost wäre, vor seiue» Tode sein einzige« Lind in len Hände» eine« brave» Manne« zu wissen. .Ich habe »st gedacht. Sie wären der rechte Manu für meine Tochter, Herr Sender," schloß er, .und wahrlich, ih denke e« noch." Dieser, von der unerwartete» Eröffnung erregt, stand cns, machte einen Gang durch« Zimmer und erwiderte dem l tranken: .Werchester Herr Benjamin, wie kann ich Ihnen ein Wort geben in einer Sache, die nicht von mir allein abhängt, was sagt Ihr Fräulein Tochter dazu, ist fie eine erstanden l " »Würde ich sonst mit Ihnen darüber reden, wenn ich richt die Einwilligung Recha« hätte", belehrte ihn der Bater. .Dann gebe ich Ihnen mst Freuden mein Jawort, rt scheint der Wille Gotte« zu sein." .Gelobt sei der Herrl" benedeite Benjamin mst erhobenen Händen. Man traf die Verabredung, am Abende da» Verlobung«- nah! zu feiern» uud al« Seuder im Begriffe war, seiue Braut aufzusuchen, trat fie in da« Zimmer. .Ihr Vater hat mir die beglückende Mittheilung genacht, — Sie wollen einwilligeu, die Meiue zu werden?" .Ja," erwiderte Recha, aber die« eiuzige steine Wort rang sich ihr so schwer von den Lippen, wurde so leise, so trulo« hiogehaucht, daß Sender uicht den Muth fand, ihr beim Abschied die Hand zu reichen. Am Abend war Herr Benjamin so hester, wie er e« s nt lange uicht gewesen. Recha bemühte fich, steundlich gegen ihren verlobte» zu sein, uud er fühlte fich darob sehr glück« bch. Recha gefiel ihm, er wollte fie sein'neunen, um mit lljr glänzen zu können. Er war geehrt al« Reicher, geachtet al« Gelehrter, geschätzt al« angenehmer Gesellschafter, nun wollte er auch da« schönste Weib befitzeu uud fich schmeicheln, von ihm geliebt zu werden. Recha, wahrhaft beglückt, den Bater so wuuter zu sehen, war «st fich zufrieden und schrieb auch iu diesem Siuue au ihre Freuudiu: .Geliebte Paula I Gesteru Abend habe ich mich verlobt, zürne mir uicht, daß ich Dir nicht vorher davon gesprochen, schelte mich nicht, ich verdiene Deinen Beifall und wünsche daß auch Du so zafrstdeu mit wir seiest, wie ich e« selbst bin. Mein Baler ist noch immer stank, litt schwer, und ich k)«ute ihm keiue Linderung gewähren, widersrtzte mich sogar sstneu Wünschen, die darin gipfeln, mich al« die Gattin de« s)erru Seuder zu sehe». Der Bater schätzt diesen Mau» tanz besonder«, während ich fand, daß er uicht da« Freie, Offene. Sühne habe — doch ich darf nicht mehr vergleichen. Oer Bater, der fortwährend TodeSgedanke« nährte, sprach litt gestern wieder von seinem LieblingSwunsche. Da gab nir wein guter Geist eine Idee ein: so kannst Du deu kranken Mann erfreuen, ihu vielleicht retten, jedenfalls aber snue letzten Tage verschönen. Habe ich uicht recht gehandelt, diaula? Soll ich minder stark sein, al« Ephraim e« war? Hat er uicht um seiuer Mutter Wille» wie ein Knecht gearbeitet? Herr Sender ist ein gelehrter und gewiß auch ein achturg«werther Mann; ich war nun einmal gegen ihn eingenommen uud suchte die« durch alle möglichen Gründe zu rechtfertigen. Jetzt aber will ich ihu schätzen» chm eine treue löattiu und eine ergebene Freundin sein. Mein Bater schläft so ruhig und gesund; Paula, mau ist-so glücklich, wenn mau gut gehandelt hat, gewiß. Ephraim war auch glücklich, trotz snuer ulltergeordueteu Stellung. Wenn der Vater wieder ganz hergestellt ist, mußt Du mir Helsen Einrichtung uud Au»- statt«», zu besorge», also ich zähle darauf, daß Du mehrere Wochen bei mir bleibst; indessen schreibe bald Deiner Dich «st Sehnsucht «marmendeu Recha." Iu der Thal besserte fich Beujamiu« Gesundheitszwstaub merklich, uud auch auf Recha'« Wangen kehrten die '. Rosen wieder, al« fie sah, wie fich der Bater erholte. Herr. Sender,' der fich da« Wiederaufblühen seiner Braut ander« dentete, besuchte fie täglich, so daß fie sich a» ihu gewöhnte uud schließlich selbst glaubte, fie werde al« sein Weib —' nicht unglücklich fein. _ (gortfc^ng stlgto ' Allerlei für den Familientifch. Der Anttsemittsurrts al- Witz-Ersatz. Der ^Kladderadatsch" sogar wird jetzt antisemitisch. In seiuer Nr. 33 bringt er folgende« Gedicht: Der Traum. 8a« Jeder glaubt, e« ist «ir Sie Friedrich dem Große» «gal, Doch lieb' ich gerade Bei»« U»d «in normale« Pedal. »ebogr»« Rase» sind sicher Ost stattlich anzusehen. Doch gleiche» sie Kreissegmenten, * So find' ich fie nicht mehr schö». Am Ta»« kann ich mich flüchte» Zu« ttesstr» Waldesraum, Doch drohend verfolge» di« Nasen Mich Nacht» in meine« Lrauur. -.1 Jüngst warb im ««ft» Schlummer So angiivoll «Ir zu Sinn, Laut schrie ich auf, obgleich ich Souft e> ea u cht furchtsam bi». Ich s»ß im Bette und lauscht« Bang iu di« Nach, hinaus: Mir hatte geträumt, es bräche Dt« Ehristendersolguag ansl Da der Witz ihm auSgegangeu, und damit auch di« Leserzahl, soll der Antisemitismus helfen, ja — Kladderadatsch! «Ifrj KSIHs-l-Arrfgaderr. I. AortliSe» HaNu-rom. Bon C. in B. Wer auf Volt den Herrn vertraut, ~in Roth auf fei e Hülfe baut: «m i<t er zu allen Z« ttn, Sa» recht« und link« di« Zeichen beule». i . * u. Aeutsch« Ser kennt di« Jungsrnn deutsch »ab schö», Der stets eia Priester geht vorn,«, Dt« wir zu« Rabbi werden seh'u, Senn geleitet sie nach Hau»? III. Hebräische» ßomonym. V-A G« tu a* Jakeb» Enkel nennet Dir »ei» Wart, Seim» E-kels Enkel auch sofort. Eine« Nichte»« Vater, wohl bekannt, Ein Gebirge und eia ganze« Laub. IV. ZtiöNsche Nät-setstage. Bon 6. in B. Selchen Edelstein trägt der Mensch, so lange er lebt» Auflösung der KSthfel m vor. Ke. L Patriott«»»« (Pirat, Most, Ufi—"TS »meine Stütze"). IL Ltffabou lLiffa. »ob). '' . lll. Sidber, 0+7$ stark» Männer, auch Götter, 0r» - t» der arabischen Süste. Verantwortlicher Ridactrnr: Dr. M. Nahmer, «agdebnrg. Druck von D. L. volff, Magdeburg. Verlag von Robert -rief«, Letptztg. d

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