Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 34 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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mm. Jüdischer m 4&»üi («•#/»// Herau»gegeden von Dr. M. Aahwer in Magdeburg. 3«r Mtrrhaltmg i Kelrhraag für die israMsche faailie. _ t Antiiemililmu». — Herzen»« de l. Lin« kujawisch« Erzählung au» dem Anfang« unsere» Jahrhundert». Bon Johanna. — Ephraim Lpiro. Novell« von JdaHofmann. — Allerlei für den Jamiiiemii«. — RLihselausgaben und RtlihsellSsungen. * <Un»rfngter Nachdruck au« Viefr» Blatte untersagt.) fht die hebräische Sprache. Heil'ge Eltugel Au» de« Nebelschleier «rauer Vorzeit tönt ihr sort in freier, llngedund'uer «rast durch Nau« und Zrtt; Da. »»di» auch Israel verschlaarn. Nahmt ihr aus sei» Judel» und sein Klage» Hülltet es tu'» gottgeweihlr «leid. «« a» vdorod unter «otte»flamme» Erd' und Himmel träfe» einst zusammen, Und »1« Menschheit ihre» «att erhielt: «arst Du'». Sprache, die r» zu dersttude», Dt« »ach heut« überall ,» finde», »a der gmde ftch als Jude fühlt. Nicht gebunden »» de« Lande» Grenzen, Nicht vergoldet, mir sonst Sprachen glänzen 3» de« »uh« de» Volte«, da» sie spriH, — Net», o »ein, Dich schmückte Werth und «ürdr Al» Drin voll de» Unglück» schwere Bürde Seufzeud trug, — Du gadst ihm Zuversicht. «ie »1« Mutter fest versteht zu hatte» Ihre» Liebling, «ehrend de» SeumUeu. Die ihn schrecken, dir ihn schwer bedroh'»: Hauchtest Du i» Stur» »er schmersteu Zeiten Drost nn» ein und mutztest »n« zu leiten Festen Schritt'» den Weg »er »eligtou. Darum «vir da« «in» i» fützeu Fühle» Pflegt die Mutter, wenn ihr Haupt umspielen Stlbrrlockru. al» de» Alter« Zier. Sollst auch Du i« Alter tu uu« finden Drrue Sbhue, dir sich fest verbunden. «etter Dich zu pflegen nach Gebühr. Moritz Schortzol« Gambia«». verzeasaoel. Ein« knja wisch« Erzählung au» dem Anfang« unsere« Jahrhundett» von Johanna. «1 - (Fortsetzung.) 17. Kapitel. Mehr als Religion und Erfahrung Hilst dem Menschen die »änderbare Einrichtung der Natur hinweg, über den «iß unseres Lebens. Beweisen wir doch durch die Klage um de» Dahinge- Ich irdenen, wie hoch »st das Leben halten. — Trotz der chweren Prüfungen die Jeder mehr oder weniger erleidet, besänftigt uns das Dahiuscheiden unserer Theuren nur, wenn »st es als Erlösung von schweren Leiden anerkenn«». — Uns hilft Natur, ihrem Zweck der Srlbsterhaltnug sten, -iindem fU den UnMcklichen innerlich gewiffermaßeu umwandelt. Nrcht ist das Gefühl allein vorherrschend, wstvstl »st au Glück, Hoffnung, Freude verloren; unser ganze» Innere Wesen erleidet eine Art Umwandlung in dem Be« »nßtsetn, von setzt ab einen Weg zu suchen, um »eiterleben I« können. Da» dahingeflohene Lebe« hat das unsrige nicht «st sich genommen, wir sollen und werden wester leben. Unter »eichen Bedingungen? Das lehrt das Leben allein. Esther brimrfle nicht nur Zeit und Ruhe zur Einkehr . In sich selbst, ste vermochte nicht ohne nützlich« Thättgkeit M leben. Sie fühlte sich einsam mit ihrem Schmerze, aber nicht vereinsamt. Einsamkeit vermag wild zu stimmen und löst in unsrer geweihten Sphäre, die versteinernde Kälte des eigensüchtigen Leide«; Bereiusamung sondert ab vom Leben, »erschließt uns den Weg der Theilnahme au dem Geschicke Anderer, macht unser« Seele krank. — Hüte Dich vor der Vereinsamung de« Herzen«! Esthers harmlose Jugend war ih. leicht gemacht durch di« Art, wie fie ihre Pflichten erfüllte. E» war ein Geben und Nehmen, wie e» das Leben mit geliebten Menschen naturgemäß entwickelt. Sie war ttotz ihres reichen Denkens und ihres vollen Herzens gedankenlos, grade für das was ste als Mensch persönlich lebte; so »st das Auf- und Niedergehen der Sonne Gewohnheit wird. Jetzt hatte ihr Herde» Geschick fie auf sich selbst aufmerksam gemacht; ste erkannte stch als eine Persönlichkett» die für sich einzustehe« hatte. Ihre frühere Sorglosigkeit war dem Ernste des Leben» gewichen. Gebieterisch forderte dieser einen Weg rinzuschlagen, der fie an ein Ziel führe, wo es zu leben lohne. Sie konnte stch selbst nicht täuschen; dir kleinen Pflichten ihres Wirkungskreises genügten ihr nicht mehr. Nicht wie heute waren Lehrstätteu für Mädchen, wo fie stch für ein« Thätigkeit gründliche Kenntnisse erwerben können; je reicher ihre natürliche Begabung war, destomehr war fie drückender Ballast, den «an nirgends verwertheu kannst. Dazu kam der so natürlich gust herzige Familienbegriff, die Mädchen nicht außer dem Hause zu beschäftigen kau« in Versuchung, es war weder Angebot noch Nachstage für gebildete Mädchen. Esther klagst ihrem Jugendsteunde ihre Ohnmacht stch selbst zu helfen. «Meine Kräfte verbrauchen mich*, sagst fie, »wenn ich fie nicht verbranchen werde." Der Spätherbst mit seinen Stürmen und Regengüffeu wirbelte da« letzte Laub der Bäume auf der Erde umher und tu die dicke Lust. Schneegestöber deutest dst Ungeduld de» Winter« an, seine Herrschaft anzutreten. Dieser Wechsel der Witterung »irkte nachtheilig auf Valentins schtvankeude Gesundheit. Er lag meist zu Beste, seine beste Erholung »ar Esthers Nähe. Biele Stunden des Tages las fie chm ans Büchern vor, dst er wählst; er erleichterst ihr das Berstäudutß derselben wo ihre lückenhaften Keuntuiffe der Literatur und Geschichst ihr dieselben erschwerten. Arno war dadurch fteier, der Mutter ttu Geschäfte behilflich zu sein; die übrige Zeit widmete er de« Bastr um so lstber, wenn er dort Esther fand. Er war entzückt von ihrer Gemüthstiefe, der klaren Deukkraft, de« Scharfsinn, dst stch in dieser Unterhaltung offenbarten. Ihre Antworten wie ihr« Fragen er»iesrn ihr selbstständiges Denken, fie zeigten »st fie es verstand, fremd« Gedanken in stch aufzunehmen und durch eignen Geist in blühender Füll« zu entfalten.