Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 32 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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126 die in Buch« verzeichnetm Ranbgloff» ihr eine» Teil seiner fcll'fft gc«ctai habe. Alle», wa» sei« Vergangenheit, wa« sei,, innere» 8<bctt betraf, hatte er btgher tief in sich verschlossen, setzt — das empfand er — würde er darüber rebm müflm, jetzt war eia Wendepunkt in seinem Leben ein zctreteu. ' _ (Fortsetzung ftlgto Allerlei für de» A«rrilie«tifch. Sin merkwürdiges Grab. Auf de« israelitischen Friedhof in Dessau befindet sich au^ einem Leichensteine folgend« Inschrift in hebrSlscher und dertscher Sprach«: .Hier ruht Moritz Jtzig au» Berlin; gelioren im Jahr« 1786; er starb al» freiwilliger Jäger in de, Schlacht bei Lützen den Heldentod für seinen Äflnig und sein Vaterland." — In Philivpsobn'» .Jüdischem Volk«, blott" findet sich eine nähere Angabe über M. I. vor; dort heißt e» unter der Urberschrist: .Ein ungedrucktr» Gedicht": Der Dichter A ... v. A . .. erschien im Jahre 1811 in einer Abendgesellschaft bei Madame Levy geb. Jtzig in Berlin uneingrladen; v. A. . . . wurde von dem Neffen derselben, dem ältesten Sohne de» Baurath» Jtzig (später Hi;ig. H.) dirserhalb angeredet, beleidigte diesen und lehnte, alt er später von ihm gefordert wurde, das Duell ab, weil, wi! er schrieb, eine Versammlung von sieben Freunde«, welch« er brftagt. entschieden habe, er brauche sich mit einem Juden nicht zu schienen. — — Jtzig ging 1813 als freiwilliger Jäger mit zu Felde; in der Schlacht bei Lützerl riß chm eine Kanonenkugel da» rerfte Bein fort; er wurde nach Deffau gebracht, wo er starb. A. v. A. hat den Krieg. obwohl damals in den rüstigsten Mannesjahren, nicht mitgemacht. Aus diese Grsch chte schrieb 1813 der StaatSrach Fr. v. Stägrmann folgende Verse: «Me «eschlchte. Der Jude fordert den Edelmann, Der Edelmann fragt Sein sgleicht». Ob er dem Juden möcht' ««»weichen? x Die edle Jury als» begann: Dem Jude» giebt der Edelmann Mit Kugeln nicht Bescheid, allein mit Peiischenhieben, So steht'» von Brrseba bi» Dan, Von Potldam bi» Berlin geschrieben. Trotz diesem Spruch der edlen Sieben Sind all« beide doch grbliebeal Wie ging da» zu? das höret an: Die «riegStrvmpete scholl nach hübe, und drüben, tu Hause blicb der Edelmann, er Jud' ist in der Schlacht geblieben. Dessau. - L. Horwitz. Sassoouiaua. Rach dm glänzmdm Festlichkeitm zu urtheilm, welche jüitgst zu Ehren de» Schah stattgefuudrn haben, ist der Name Sassoon sehr entsprechend für derm Träger. Saffoon He u. PW heißt .Fröhlichkeit" und sicher gab e» der Frühlichkelt übergenug bei dem Gastmahle, welches die jüdischm Rothschilds zu Ehren des Schah »eranstaltetm. Der Name slivlv ist bei den Judm schon sehr aft und G igmstavd einer sehr charakteriiiischm Erzählung im Talmud. &■ wird nämlich berichtet, daß 2 Sadducäer: flVV (Fröhlichkeit) und may (Freude), einmal über ihrm Wulh disputirtm. Mkv sagte: .Ich bin mehr als du. denn e» steht geschriebm: .W NNLtvl MV" (Fröhlichkeit und Frmde sie er, eichen".) Jeschah 35,10. .Nein", sprach NNVlv ,daS ka m nicht sein; gehe ich dir im Buch« Esther nicht voran», wo eS heißt: MV1 .IN« nnvt omT? (dm Judm wnr Licht, Freude und Fröhlichkeit?") Esther 8,16. .Da» th it nicht»", war die Antwort, .dmu eine» Tage» wirst du ni ht» weiter sein, al» eiu Läufer oder Eourier, wie e» heißt „IttCn nnBPl'S" (.denn mit Freude werdet ihr auSziehm") Jisajah 55,12. .Wa» dich betrifft", mtgegnete hierauf NNVlv, .«erdm sie «in große» Faß au» dir nach« und dich mst Waffrr füllen, wie ja geschrieben steht mVm SV onamn* Mr werdet mit Fröhlichkeit Waffer schöpfen") Jesajah 12,3. Da» war nun dem MV doch etwa» zu arg und er wmdete sich an Rabbi »bahn mst der Frage: .Ist eS wahr, daß ich einst ein Wassersaß werdm soll?" .Nein", antwortete der Rabb', .denn e» heißt nicht, daß da» Waffer durch MV, sondern mit MV geschöpft werdm soll, d. h. die Haut wird dir abgezogen und eia Waffechchlauch au» derselbm gewacht werden, an deffen Inhalt dein Freund NNVlv sich alSdan» satt träfen kann." Offenbar haben die Rabbiner nur eium. Scherz erzählm wollen. (Jew. Stand.) Triftiger ScheidungSgrund. Ein alter Hagestolz der auf der Reise im Eisenbahncoupee mit einem Brautpaar zusammeulraf und dessen Herzen»- ergießuugm bi» zum Ueberdruß aahören mußte, meinte, daß wmn eiu Mann zwei Jahre nach der Hochzeit so viel Uusiun zu seiuer Frau sprechen würde, al« zwei Wochen vor derselbm, Letztere einen berechtigten Grund habe, die Scheidung zu beantragen. Cancan. Ein Londoner Blatt schreibt: .E» ist da» Aufsehm erregende Gerücht verbreitet, daß bei dem zu Ehren de» Schah am Donnerstag Abend stattgehodtm Hofballe auch 2 jüdische Geistliche auwesmd gewesen sein solle». E» ist deshalb zu hoffm, daß keiue der valletlänzerinnm eine« „Cancan" getanzt haben wird, damit die Rabbiner nicht da» verbot (*Jj?Jj33 ^3N3N zu übeitretm genöthigt waren. Im Lesesaal. A. (zu B. der da» .Berl. Tagebl." liest): Wa» srh' ich? Sie eingefleischter Antisemit lesen diese» Judenblatt? B. Allerdings täglich, e» gewährt mir da» größte Ghradinm, weil ich darin die meiste» jüdischen Todesanzeigen sehe. Kitthsel-Aufgaben. jj<Q|» I. Deutsches Mörterräthset. Bon C. in B. Besuchet alle Lcreine; . Ihr (in btt sicher wohl keine, 8o Alle» so finnig, So traut und so innig, Al» in den heiligen »reisen, Die zwei Paar Silbe» Such weisen; An diese »och söget Ein Wort; e» genüget, Soferi Euch deuUich zu künden, Wo bald di« Lösung zu finden. II. Zweisprachiges Aäthset. ' Bon 0. in B. Ein gluß in Oest'reich wohl bekannt, Zuerst bei Abram wird genannt. III Biblisches «Fsgsgrypuad Wenderäthsel. Lon A. K. in London. —) Bon drei Anakim ist e» Einer, Den mach' ich um zwei Glieder kleiner; Wenn Ihr iljn dann verkehrt allseht, y Erscheint er Euch al» ein Prophet. Arrfiöfmrg der Käthjei in vor. Kr. L Abel, «ella, «ela (1. «. 14,8.) Zoar (das. lü.»). U. (Distel), Perl«)- "1 .Sieh' nicht aus den sjvlj?" -- Krug, Cancan — unzüchtiger Tanz. . **) Sw dem selbe» waren auch die beiden Räthsel in vor. Nr. Ilerautwwilicher Siedactrur: Dr. M. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Berlag ,», Stöbert Fries«, Leipzig, '.v