Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 30 (1889) · p. Seite 118

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
30 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 118 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/6492351-8722856-5956661--1177-5373549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

H8 — bi» zum Sonntag hier, und ich werde Ihnen alsdann nach reiflicher Neberlegung Bescheid sagend Sie wechselt« da» Besprach, unterhielt« sich über Botanik. Physik, Mathematik, über Pädagogik und Staubescheu suchte auf diese Weise die Kenntnisse und Anschauung« denen« Kandidat« zu prüf«. Ephraim trat verstimmt d« Heimweg au und zog sich früh zurück. Würde die Hoffnung, die man in ihm erweckt hatte, um sie sogleich wieder in Frage zu stell«, sich erfüll«? Staubescheu erzählte seiner Gattin, daß er nun endlich dm langgesuchtm Ünterlehrer gefunden und sie sowohl a(8 Franziska warm sichtlich erfreut, zu vernehmen, daß er Ephraim dafür in Aussicht genommen habe. Die Sache wurde beschlossen. Staudrscheu freut« sich, daß ihm nun «blich die langgrsuchte Hilfe werde, da e» für ihn eine Ueberanstrmgung war, achtzig Kinder jeden Alter» in all« NormalfLchmi zu unterricht«, seine Frau, welche Ephraim wohlwollte, simte sich im Inter «ffe ihre» Gatt« und Franzitka frmte sich, weil ihr der junge Mann gefiel, der so klug sprach und so treu blickte. (Forts, folgt) Allerlei für de« Kamilientisch. Keine Kopporoh (.Sühne"). Währmd der sogmauut« „neun Tage", in den« die Strenggläubig« kein Fleisch genieß«, hatte ein Rabbiner, ssn einig« Familien bestürmt, Geflügel erlaubt. Run wurde ihm gesagt, daß die Frauen olle Hühner und Tauben inftanftra. »Ich habe Furcht" — sagte der Rabbi — „sie werden nicht» zu Koppore» übrig behalten." Da» Schlachtmesser. Einem fromm« Zänker, der b« Schächter verdächtigte and behauptete» daß da« Schlachtweffer deffelb« Scharten Me, erwiderte der tüchtige Schächter schlagend: „Ich habe hi» jetzt geglaubt, daß mein Meffer für die Ochsen, die ich I chlachte, gut und scharf g«ng sei; daß einmal so ein Ochse 'omm« würde, der mein gut geschliffme» Meffer unbrauchbar sind« werde, auf so ein« Ochsen habe ich nicht gerechnet." Eine MoseS MmdelSsohu-Anekdote. Währmd MmdelSsohn» Aufenthalt bei einem Frmnde in Frankfurt a. M. gab Letzterer eine» Tage» rin Festessen tu Ehr« seine» berühmten Gaste» utd luv viele Leute zu Iiemselb« «in. Natürlich wollt« Keiner sich die Gelegmheit totgeh« lassen, den gefeierten Philosoph« persönlich kmnen zu lern« und red« zu hör«. Unter d« B.suche« befanden sich auch zwei ältere Dam«, welche trotz ihre» reichlich« Silberhaares sich dmnoch bemüht«, jung erschein« zu wollen. Diese zwei quälten nun Mendelssohn mit all« nnr denkbaren Frag«, von den« manch« sogar an Unverschämtheit; rmzten, in solcher Weise, daß ihre Anwesmhest schließlich unerträglich wnrde. Au« Rücksicht für seinen Wirth nahm über Mmdelssohn Alle» von der best« Seite auf und be- «mtwortrt« alle« Möglich« und Unmögliche mit der chm tigmm Geduld, wie sie immerhin einer besser« Sach« würdig «rwesm wäre. Auch al« zum Ess« gar»)« wurde, wollt« l iefe beiden Quälgeister ihr Opfer noch nicht fahr« laff« tmd Beide erwartet«, daß er sie in dm Speisesaal gelatm werde. Endlich nach langem erfolglos« Dräng« sogt« sie zu Mendel»sohn: „Nun sog« Sie nn» doch aufrichtig, »reicher von nn» werdm Sie den Borzug geben und mit!ihrer Begleitung beehr«?" M«del«sohn, der wie immer rm cineu Witz nicht in Verlegenheit geriech, strich sich dm Hart und antwortete: „In eine« so schwierig« Falle muß tat Schicksal selbst entscheiden; da diese» aber oft sehr lruuisch ist, so will ich der ältesten dm Vorzug geben." — 5)n» gewünschte Resultat war erreicht und Mmdelssohn hatte tm gang« Abend Ruh» vor dies« Berfolgerinnm. J. St Noble Sparsamkeit.*) „Dttin liebe» Weih, Du mußt jetzt sparen.» Sprock milden Don» ein Ehemann, »I« had' fotiel Verlust erfahren. Dag so e» niht «ehr gehen kann. Ich Hab» lau,« Dir'» berbaram, Ick wollte nicht betrübt Dich sehn, Drum trug allein ich «eine Sorge», Jetzt ober muß ich'» eingesteh'n. versuch, «ein >t»d. Dich etuzuschräukeu, vi» ich «ich wieder reftaurtrt" — Da fing ba» Weib aa nachzudentm, wie man den Houlhaft reduzirt: »Dl« Toiletten — müssen bleibe», Di« Reise auch zu« Kurgebrnuch; Di« Mägde tan».mau nicht vertreiben, Und «einen Wagen brauch' tch auch. Di« Log« kau» ich »icht entbehren; Coicctt und Völle bilden fein; Will mm zur ^aute Volte" gehbre», Muß mau spleudid auch öfter» sei». Mau muß doch da« „Derorum" «abreal Drum uodel bleib' ich um jeden Preis l Doch — Eine» giebfs, wo ich kau» sparen: Wen» ich di« Inn«» nicht mehr speis'I" Au» dem Sprachschatz des Jatmad. Poetisch übertragen von Max Weinberg. (RoOtnia ohne Oeaä»U,ull, M Berfager» Mlna.) Schied et» Meister, stirbt ei» Held, Trifft sei» Verlust die ganz« Welt. Unfrieden manche« Hau» zerstört» Wie wenn tm Mohn ein Wurm «erlehn. Wer wird de« Leben» Flucht beklagen? Der seine Richtigkit nimmt. Kitthsel-Aufgaden. Vrerstt-tged«e^rsprachige --«ade. Die erst», wie vwllricht Ihr wißt, I» Frankreich kennt der stompoutst; Di« zweit« ist «i» kleiner Maua. Maa sieht'« h«»r»tsch ihm nnr a». In dieftn betten, mg vereint, rin Philologe ua« «Meist; Doch wa» die Drille schließet ein, Muß jeder echte Deutsch« sein; Mau rüth e« leicht, wen» man geschickt Da» letzt« Zeichen vormärt« rückt. Da» Ganz« (mau sicht'« thm nicht aa) Ist »ahrltck «» geplagter Mann; war Mancher baut aus thn gern lo», Möchf geb« ihm 'ura Rippenstoß. Doch diesen stört die« Ille« nicht. Er thut, ma» sein Gewissen spricht Und giebt un« stet» wit Lust uub Freud' vom »llerueusten treu Bescheid. n. olvg-srv»-. 'tu rsuigi» wird tun Prophet», Sobald dm Fuß pe adgrttttm. AnfiSstm, der Köttzfel in »er. Me. L Hirt, Hort. IL l. — ‘3 (op> Ha uv wtb Löffel. 1. 8. — TJ (Bibbtr uub Ztift, Holster, «twrmbo«. 1. 8. 8. — »•!*>«*«► l. 8. 8. 4. — Stjns »rüm« «ehren, starmelgebtrge. m. ’m’a* *) In» der •«MMtanriMg: .Im lMg» »epstückt" M Km Ktnn. (Washington 1ö^> »«ramwmiltcher Rehaetmr I. v.: D. L. Woljs. «aghtburg. Druck oou ». L. Wolss, Magdeburg vcrlag »an Rodert Friese. LeipM-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.