Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 29 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 4)
- Language
- German
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»on mm ab sollte er alles» stehe» »»ter fremde» Mensche», ohne mütterliche Liebe, ohne väterliche» Rath, belastet »»ft Pst chte», deren Erfüllung «a» mtt Strwig« voa ihm forderte. M»ßte da» nicht da» Mutterherz mtt Lummer erfülle»? Ih, einzige« Lind, da» fie ihre» Augapfel gleich tmrner gehütet und gepflegt, jetzt mar e» auch ihre eiuzige Leben«, freiide. Ihr Satt« — der Stolz ihrer Seele, war tobt, uut ihr Sohn mußte zu« Erwerbe de« tägliche» Brode« in sie Fremde «ander». Fra« Miriam aber war stark genug, den ihre Seele Umrüsten»»«, Schmerz zu verberge», und sprach »it Auf. bieiuug ihrer ganze« Lraft: »Ich werde die Matrikel »erkaufe», mit de» Erlä» die Sckuldeu bezahl«», und mich durch Handarbeiten «uähreu. Voll Dir, u»ei» Sohn, will ich kein« Unterstützung, sorge Dich nicht um mich. Ich bi» hier tatin Bekannten, bei drue» Dein selig« Bat« geachtet und beliebt v»ar, und fie «Ü7de» «ich im Falle d« Noch »icht darbe» lasse»». Du aber mußt Dich inun« gut kleiden und Deine» Körp« und De ne« »eiste »icht« absparen." Ephraim verstummte. Er mochte seinen heiligste» Gefühle« »ficht Wort« leihe» und mit d« Mutt« jetzt »icht reckten. « schwieg. Lrampfhast hielt « chre Hand »«schloffen, warf fich dava plötzlich aufschluchzend au ih« Brust und stürmte davon, al« ob hinter ih« die Welt i» Klammen stü»de. Die Thräue» d« Wittw« rannen nun ungehemmt üb« die bleichen Waage», und fie rang dir Hände in herbem Schmerz: „Allerbarm«, schütze «einen Ephraim! Er ist so jung, ist brav, da« Ebenbild seine« Bat««, schütze ihn, o Gott, vor Leid und Verführung." Erschöpft sank fie auf eine» Stuhl und fuhr, tief auf» athnend, fort: „Mein Ephraim ist gut, « wird fich die Lieft« der Meusche» «w«b«n und seine« Bat«« würdig bleiben." Da «tönte rin Llopfe» au dn Thür und eia Manu, der da« „Herriu" nicht abwarten zu wolle» schiea, begrüßte Kr«n Miriam und setzte fich ohne Wettere« »ied«. D« Ei» getretene war wohlgebaut und wohlgeNeidet, stark bebaktet uni regelrecht gescheitelt. Sri» Awtzsrhe» war eia behagliche« »nt begehrlich««, und seine rotheu, etwa« aufgeworfenen Lip»r» schieuru fich »icht schließe» zu können, gleichsam stet« b«:it, Gaumen »ad Magen z» beschäftigen. H«r Wolf M«>t«, zweiuuddreißig Jahre alt, war schon fett acht Jahren »«lobt und — o Märsche» oeredel»dr« Gesetz! — «artete, hofte »ttlleicht seit ebe» so l«»g« Zeit auf de» Tod ei»e« Familienvater«. >l« « vnnahm, daß sich die Wtttw« eutschloffe» habe, die Matrikel zu »«kaufen, fragte « »ach de« Preis« und beg um zu feilschen. Trotzdem Fra» Miriam bekannte, daß nnr die äußerst« Noth fie z» de» schwer«» Enlschluffe gedräigt, nahm Herr Mai« darauf keine Rücksicht, so»dern mälrlte so lauge, bi« da« arme Weib, durch den Abschied de» Sohne« ohnrdir« erregt, ganz au« fich h«au«tretend, fich erhob und ebenso «ust al« deftünmt sagte: „Bezahlen St« mir die gefordert« Snmme, od« — verzeihen Sie — ents erneu Sie fich." D« Mau» war wie versteinert. Er zog eine Börse unt zählte iu Gold de» Betrag hin: „E« find prrußisihe Friedrich«d'or, da v«lieren Sie nickt«," war alle», wa« « vorzubrtuge» wußte. Frau Miriam wollte ihre Härte wird« gut machen urtt erzählte dem betretene» Manne, wie traurig ih« Lage sei, daß ihr Soh» heute in die Fremde gegaqge», und daß fie deffe» einzige Hab«, die Matrüel, zur Tilgung ihr« ScklUlde» verkaufen nlüffr. D« Manu war gerührt: „Mei» Gott, e« muß Ihn« gehilfen werde». Ich will eine» Bereu» in'« Leben ruseu. n»ill selbst obe»au zeichne», da« fi»d wir de» Herrn Doktorschuldig, d« so viel für da» Gemeinwohl gethau." „Ich dank," unterbrach ihn die Dittwr, „ich nehme vorerst »och keine Unterstütz»»« an, ich dank herzlich." Mat« v«abschtedete fich. .wie leicht wäre e« diesem Manne gewese», uo« Beide» de» peinliche» «»ftrttt zu erspare»," sagt« sich die einsame Krau, „warum hat « e« nicht gethan? Warum wohl find die Menschen üb«haupt so viel leicht« geneigt, Almosen z» gebe», al« zartfühlend, feiofinnig od« auch nur einfach menschlich zu handeln?" Knau Miriam mußte fich dk Antwort auf dkse Frage schuldig bleibe», fie wußte nicht, wa« Lessing iu sei»« Drama.urgie vom Mitleid sagt: ,,E« rührt un«, weil wir «»« in dk Möglichkeit solch' traurig» Lage denk«, und so geben »ir willig Almosen. Ad« — Leuten aufhelfen: Da« Elend ist un« da »icht vorgemeilt, da braucht e« eine« großen H«zen«, um thätig deizuspringen." — (Fortsetzung folgt.) Aus dem Sprnchschock des Talmud. Poetisch übertraaeu von Mar Weinberg. kNachdrmt oh« »enchuttp», de» Nertesier» tatitaL.) Wa» Dir an Ander» ist ««haßt. Auch Andere» a» Dir »icht pabt. Lob ist strw bedenklich, Wena^es p» überschwänglich. Maßhalten und ^ch gedulde» Eilt «ehr al» Hunden Gulden. » » Wo Satan selbst »ich» bt»i ht»ei», Da schickt er seinen Bote» — den W e >». KSthsel-Aufgaiten. AmlA« ^A-grPP-. D» da« Wort »ur hingeichrieben, til ,i" »tt „o", i« nach Bell«de»: Der. Bat« drobe» ist e« Dir Und wird e« bleidm für u»d sär. II. «KeSEfch« Stufe«rät-sel. Bo» 6. t» L. Mit 1 grwthulich 1 mn greift; — Sobald daran man > »och schleift. Erscheint ei» »hi« und auch et» Ort, Bon wo di« Nahrung e» holt fort; Zuweile» dient es auch al» Sitz. «1» Werkzeug, «inst im Lrieg« nütz; Uud ms» ma» dara» »och schließt, Gar «dl« Frucht daran «utsprießt. Ru» räch man lei«h», »a» »och «rschet»t, Weun schUeßlich ma»'ä »tt 4 vereint; Da« Wort wird eia« Vst««' un« nnura. Dt« »ir auch al» Gebirge tarnt». III Komonym in jeder -ette-igen Sprache» Bon 0. i» L. ' tkbnigin ist st« gewesen; Gr de» Bat« ein« Littttgt». Wallt Ih« taffes, wer'« gewesen? I» der Bibel sicht e«; suche» darin! Anfi-smrdrr KSthsrl in oor. Me. I. «tegenbogeu. ll. kvl'pt, der Lhrsurchtdare (Benennung sür Gott). HL «lwä - «alz, h =•/, Spt >?, Geter »er Große»- -«ch — Erstling, Salpeter. Verein» örtlicher Redakteur I. B.: D. L Wolfs, Magdeburg. Druck von D. L Wolfs, Magdeburg. Berlag von Robert Fries«, Leltzgl« -