Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 26 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 4)
- Language
- German
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amh durch Imun «oralsschm, zur Ehe zu driluß«. versprechen Sie eS mir!' sagt« er dringend, Gersou die Hand entgegen haltend, die dieser gerührt ergriff. »Ihre Theilnahme für mein Lind ist mir eine Freude, Hene Graf, ich verspreche Ihnen, wenn wirklich« Abneigung sick kund girbt, Esther ftei znrücktrrtm zu lassen'. .Dank, Dank Herr Gersou", sagte Arthur und drückte leilinschaftlich dessen Siechte. Unter dem Eindruck dieses ihm so beängstigenden Gespräches hatte Arthur da» Bewußtsein erhalten, daß er Ur recht thäte, der bedrängten Tttiebtrn durch sein Erscheinen einen Kampf zu erschmerr», unter de« sie dmch seine Nähe noch mehr leide» mußte: Er müsse seine Sehnsucht bekämpfe», bi» ein günstigerer Augenblick sie ihm zuführe. Tr war nun entschlossen, abzureisen und gab als Grund seine» Gchen» an. daß er die Punktation de» Testamente» gerichtlich seststellen lasten wolle und ruhig erscheinend trug «r Gerson Grüß« für die Seinigen auf. Er empfahl sich den Freunden in großer Aufregung ur;b hörte kaum den Auftrag, die Gräfin zu grüßen und ihr K ast und Gesundheit zu ihrer ftommeu Wanderung zu wünsche», da Arthur mittheilte, daß diese die Großmutter sehr beschäftige. Er bestieg sein Reitpferd, da» der mitgenommene Reitknecht ua,hergeführt. Al» e« seine« Reiter fühlte, jagte e» nn tollen Galopp recht nach der Stimmung de» Grafen davon. »Dahin, dahin!" rief er in tiefem Schmerze und sein Herz schlug in heftiger Wallung. lForlsetznng folgt). Allerlei für de« Aamiliewtisch. Der Sammelplatz des Hornviehes. Auf ihrer Rückkehr vom Antifemitmtage zu Bochum ttafeu einige Theilnehmer tu einem Eifenbahocoupee mit einem Juden an» Warschau zusammen und wußten zum Zeitvertreib natürlich nicht» Bessere» zu thurr, al» sich über dm Juden lustig zu machen. Einer der Hilden stellte an denselben folgende Frage: »Wie kommt r» ooch, daß alle rr«fchauer Mansch«! Namen führen, welche auf »kt' erdigen?" Der Gefragte war um die Antwort nicht verlegen und rrwiedrrte: »Da» datirt noch von der Sündflulh her. 94» nämlich die Arche geleert wurde, wie» der Herr allen au» derselbe» kommenden Thiere ihren besonderen Wohuplah an und oerordnete, daß alle »Li" (Lüh') in Warschau und alle Ochsen in Bochum zusammeukommen sollten. Uebel angebrachte Reinlichkeit. Herr R., ein reicher Werner Bankier, zählt zu jenen strengen Orthodoxen jüdischen Glanbeu», die am Sabbath zwar an di« Börse gehe», aber daheim weder Feder noch Stift anrühren. In dem Geschäft eine» reichen Bankier» aber pflegt es vorzukommen, daß Briefe anlangrn, au» deren Zuhalt der Barlier» Einzelne» sich sofort aufschreiben muß, rhu« die» Geschäft anderen übertragen zu können. Herr R. st nun, um eruerseitS seinem Gewissen und au bereis'ns den änforderungen seiue» Geschäft» nachzukommev, auf falzenden Ausweg verfallen. Jedesmal, wenn am Sabbath siotizm zu machen waren, stellte er sich au» Fenster, haucht« >te Scheiben eiaigemale au, benetzte dann di« Finger und zeichnete die Zahle» ei». Getrost ging er daun an die Börse,!ehrt« später nach Haus« zurück und «ft dem Au»gaug de» sabbath stellte er sich Abeud» ov« Hnstrr, haucht« die Scheibe nieder an und die markierten Ziffern kamen deutlich zum Vorschein. Jetzt wurde» sie mtt der Feder in die Bücher ftugrttageu. Alle» war in Ordnung und ging ungestört fei,«» alte» Gang. Aber am Abend de» letzten Sabbath sollte e» ander» wameu. Herr R. hott« glücklich di« Zahlen auf di« Scheib« gebracht, der Dieuer half chm in de» lleberzieh« reichte ihm Hut und Stock und öffnete die Thür. Der Tag war ei» glücklicher die Börse belebt' »ad die.Kurse stiegen. Mtt Sabbath,«»gang trat der Bankier in sei» Kontor,, um die wichtigen Zahlen in'» Buch einzntragm. Er hauchte - wie gewöhnlich die Scheide an, einmal, zwei,.dreimal — aber die Scheibe blftb leer, und vo» den Wern zeigt« sich keine einzige. Herr R. wiederholt« den Versuch — umsonst! Immer aufgeregter durchschreitet er da« Zimmer, er grübelt und sinnt über da» Räthsrl nach- Di« hochbedeutsame« Zahle» stad unsichtbar; den» die Scheibe, die ibm nie den Dienst, versagt, läßt ihn heut hartnäckig im Stich! — Da, i» Augenblicke de» höchsten Grimm«, tritt der alte Josef in» Kontor; er hat bei dem Herrn fünf Jahre lang ohne Lohnerhöhung gedient und de« heutigen Sabbath abaepaßt. um eine Zulage zu erbitteu. Unter den vielen Verdiensten, dit: ■ er sich erworben, zählte er auch da» auf, daß er erst heue die schmutzigen Fenster im Kontor de» Bankier» spiegelblank geputzt habe. — Andern Tage» erhielt der alte Josef zwar die erbeten« Lohnerhöhung, aber zugleich dm gemessenen Auftrag, nie wieder die Fensterscheiben im Kontor de» Herrn Bankers zu putzen. _ Gut abgetrumpft! Folgender Vorgang spielte sich vor Kurzem in einem Wiener Restauration »garten ab. Zwei Herrm setzm sich au einen Tisch, an dem sich bereits eia Gast befindet and i» welchem die beiden Ankömmlinge — man weiß nicht, ob mit Recht oder Uarrcht — keinen Arier zu erblickm glaubtm. Gutgelaunt und lirbmswürdtg, wie rbru Antisrmftm im perfüalichm Beekehre meisten» zu sein pflegen, begrüßen sie dm Gast mtt den Worten: ,Sö, lieber Freund, wir machen Sö aufmerksam, daß wir Antisemiten san." Der: Angrsprochme — nebmbri bemerk», der Sohn einer Budapester Patttzierfamilie, der zufällig zum Besuche in Wim weilt«, dm jedoch ein gnädige» Geschick nicht blo» mtt irdi» schm Glück«gütern, sondern in«drsondere auch mit einer ziemlichen Mutkelstärkr bedacht hat — entgegnet« ganz, gttasteu: »So lange Sie sich sonst aastäadtg benehmm, hat das gar nicht» zu sagen." Die Leutchm wurdm mit einem Mal ganz kleinlaut und empfahlen sich ziemlich rasche Ktthsrl-Aafgaür«. I. Deutsches «^ogsgryp-. Lon 6. tu &. Bq» allgemeta gcb:i«chllch ist al» Trach', lkm tkopf am Nu.r zu« Prophclca macht. Ist. Awei sprachiges Morträthset. koa A. K. ta Loidoii. HebrLisch tft <• nur ein «.tltlwmn, Doch englisch fi h: man'» al» Aon selbst an. III. KeSräischrs Merrderätysel. Von A. L. in London. tklhtt mau »esMett di« Mesche ma, wlebt doopelr ttkaaß sie Dtc. Lannst Da'« ertUrcn mir warum? Rn» den», so »e g'«» »tri der Kitttzfet i« **?. Hl». 1* ÄrtWÄWf U. byp (8»-b«Y. *» («chatten); 3$1 *»{3 ‘ÄK (Uimak*- Sprtchwott, Peßacht» 114). - --> 4 Lerantnwnücher «edaeienr vr. Natzmer» «wgd«»«». lvemk »m» D. L. Bolff, «kagdedurg. »erlag von Aosett Frlefe» L»W»