Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 24 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 4)
- Language
- German
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Verherrlich««- Israel» durch «HHL Lacordaire, reproducirt durch «bbö Arömout. .Fünfzehn Jahrhunderte hindurch hat sich JSratt de» ftrofikn Weltreichen gegenüber behauptet, und al« da» mächtige Rom schließlich Alle» überwunden. Alle» unterworfen hatte, al» die Erde schon mehr al» ein Jahrhundert vor ihm ver» stunlwt war, wachte ihm Israel die Rechte sriuer Freiheit noch streitig in den Thälern und Bergen Judäa'». Ro« mußte seine Legionen und Feldherrn senden zum Kampf gegen eine so merkwürdige Hartnäckigkeit, und da» noch einmal belagert« Jerusalem stieß in seinem uoversöhnlichea VertheidiauugSkawpse den letzten todeSmuthigen Schrei au», den die Römer hören sollten. War'» damit zu Ende, meine Herren? Diese» Lolk ohne Fürst und Vaterland — war e» nicht nah« daran rühmlos zu sterben, auf der weiten Erdoberfläche, über welche es der noch immer furchtsame Wille seiner Besieger zerstreut halb!? Für jede» andere Volk wäre in der Thal dieTode»- stuure gekommen gewesen. Aber Israel erinnerte fich der Tage der Gefangenschaft, da e» an die Weiden Babylon» seine Harfe hängt«, um nicht den Fremde» die Lieder Z>on« zu singen; wie es damals seine Gesetze uud seine Uibtr* lieft cungen mitgenommen hatte, daß sie sein LrbenSplinzip blicken, so trug es sie nun von Neuem über die ganze Erd«. ES suchte seinen Unterhalt in der Arbeit, seine Würde in der Erinnerung an die Vorfahren, seinen Trost in Gott, der e» au» Egypten durch Mose, au» dem Ehaldäerlande durch CyruS herauSgesührt hatte und e» zwischen heut und morgcn wieder nach demselben Jerusalem zurückführen konnte, das bereit» au» seiner Asche wieder erstanden und da» Kompsobjrct der ganzen Ehristenheit geworden war. E» lebt diese» Volk, das sein Stifter einst ein .harte» Volk" nannte und da» in der Thal eine Seele von Granit de« Unglück entgegrngebracht hat; e» lebt noch, e» lebt überall! Seme» heinläthlichen Boders enterbt, mußte r» durch Handel beweglich,» Gut erstrebe», da», sobald die Berfrlgung sich zeigte, sich schneller bergen ließ... Roch riumol: Israel leb«, «» lebt seit siebzehn Jahrhunderte», zwar ohne Oberhaupt, ohne Tempel, ohne Land und oft verfolgt, aber noch immer, wie rinsi zu Jerusalem, im Bcfitz« seiner uraltrn und unrrschütrer» liche« Gedanken, im Besitze eine» unvergleichlichen Ruhme», der heut noch größer ist al» damal», de« Ruhme», daß es besti ht, sich erhält durch eine innere Kraft, die von außen kein: Unterstützung, die ihre Nahrung empfängt auf dem grheimnißvollen Altar einer wunderbaren Vergangenheit. Sctt ihr nicht, daß e» furchtlos widerstehet? daß e» allein auf vier Tausend Jahre die Zestdauer seiner Geschichte berechnet? daß Nicht» auf da» Ende eine« so starken Widerspreche» gegen die Natur der Dinge hindeutet? Grabet sein Grcb, wenn ihr'» könnt; versiegelt r» mit eurem teste« Erneut; stellet ringsherum Wachposten auf: e» wird nur lächeln und fich erheben, und euch noch einmal beweisen, daß e» vermöge eine» Geiste» lebt, besten ihr nicht habhaft werden könnt, und daß der Stoff nicht» gegen den Geist vermag." Der Redakteur der Monatsschrift .Fumille de Jacob", der wir da« obige Fragment rntarhmen, knüpft daran die trefflich« Bemerkung: Gehet, chr mächtigen, geistreichen und wahren Worte, und dringet an« Ohr der Kinder Z»rael», die in ihrer Vergessenheit und Gleichgültigkest fich selbst verkenne« und sich chrer glorreichen und unsterblichen Bestimmung unwürdig machen! Allerlei für de« Aumilieutifch. Der Uneigennützige. Al» der letzte Napoleon während der Schlacht bei Sedan sehr niedergeschlagen war und da» jäh« Ende seiner Macht vor Auge» sah, glaubt« er eia kleine» Vermögen retten zu müssen und ,ei» Geld keinem sicherer» Manne, al» eine» jüdische« Banquier zu übergeben. Der Bauquirr, ei» alter Manu, hatte sich schon da» Vertrauen seine» Kaiser» längst erworben. Die Summe, welch« der Kaiser übergab, war sehr bedeutend und bestand nur in Gold und Banknoten. Der Bavaunr fitzte fich an da» Schreibpult seine» Kaiser», »ahm eine Feder und wollle schreiben. .Wa» mache» Sie," fragte Napoleon. .Sir«, ich will Ihnen einen Empfangsschein über da» mir anverttaute Vermögen schreiben." .Ich brauche keine» Schein," antwortete Napoleon. .Da» wohl, aber ich könnte sterben," sagte der Banquier. .Und ich könnte in Gefangenschaft gerathen, und wenn man dm Schein bei mir fände, würden Sie in Unanurhmlichkritm kommm." Der Banquier xab also keinm Schein über da» Geld. — Al» der Kaiser durch den Krieg Alle» verlorm hatte uud da» Geld welche» der Banquier erhalten hatte, zur Dcckuog der Ber» mächtuiste nicht au»reichte, fügte der großherzige Banquier ganz im Stillm, ohne daß es damal» jemand erfuhr, an» seinem Vermögen 700,000 Franc» hinzu. Da» war nichtt die letzt« seiner uneigmaützigen Thatm. 6. W. Aus dem Spruchfchatz des IalMud. Poetisch Übertrag-» von Max Weinberg. (»*4tnul «hm •nufcalgun« bfl mHtnt.) Wie viel im Stuim za Sott gelobt. Wird Lü e. Wen» er auSgetobt. » » « Dem vaam mit wenig Wurzeln, viele» Zweige» Gleicht ber, dem Wüte» mehr al» Lagen» ei,«n, Sin ernste: Anprall unb er ist zerstob:». Wie wenn in valdeäwipsel virbelpürm« tobe». KSthsel-Arrfgaberr. I. Deutsches Aomouhm. Bo» 0. in B. Schon längst verschollen ist di« Ratio», Di« Palästina «i,st benachbart war; Und dennoch zeigt, Jahrtonseatea »um Hob» Bei an» di« Raffe sich »och Immerdar. Sar manch« Sladt ken»t st« znm Ueberllub Und wahrlich »icht zu der Bewohner Stück; Ihr Umgang bringt »immer »,» SeuoL Drum hält von ihr man gern« sich zurück. II. Ae-rittsches A-ortrLt-set. Bo» D. Schapiro-Memel. Ich bb>, mein Freu»», mein ganze« Laben. Mir ewiger Lreue Dir ergebe». tch steh> Dir liebevoll znr Seit« ud theile mit Dir Lei» und Rread«. »och willst D» meinen Kuh mir nehme», Dan» kannst D» mein» »stacht nicht plhmen; Dan» ranb' ich mit ZerstörnngSwMh Sar manchem Lebe», Hab »nd Snt. AufiSstmder Kitttzjel i» »sr. Kr. I. «ätze». Ersätzen. II- (Schwägerin der Ruth), NpNH m. 'ist <-— ein«) M» TU* («i»»). bleibt m (et»«). verantwonlicher Redakteur vr. Rahme», Magdrbnrg. Druck von D. & Wolfs, Magdeburg. Birlag von Robert -rief», Leipzig.