Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 19 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Herat 1× ep/1047496
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heilig« Stadt über Mekka fuhrt. Wir würden auch sonst von unserm Gouverneur keine Pässe erbaltm habe»; «au würde un» vielleicht auch beraubt uud gefangen gesetzt haben, und unser einzige» Verlangen war, unser geliebte» Jerusalem zu sehen und dort an der „Kothel m&’trtbi“ (westlichen Tenpelmauer) zu weinen. Sie glauben nun, daß e» gut wäre, wenn wir Mesched verlassen würden. Aber wohin sollen wir un» wenden? Die Juden sind in Persien überall von deu feigen Einwohnern verachtet und man würde uv» tödteu. sobald mau erführe, daß wir beabsichtigten, Mesched zu verlaffen. Die Consuln England» und Rußland» sind Muhammedaner und würden keinen Schritt zu unser» Gunsten uuternehmen. Wir müssen also unsere Leiden ertragen bi» der Tag kommt, au welchem Rußland un» in seinen Schutz nehneu wird, so wie e» diese» mit den Juden in Aarkand und Lhiwa grthan hat. Wir unterhalten eine beständige Verbindung mit unser« Brüdern in H er at und B o kh ara. In Herat giebt e» viele Juden, ebeuso in China, Turkestan und Luldja (?). Wir werden Jerusalem nur mit Thränen in den Nugen wieder verlasseu, hoffen aber, daß wir bald in da» Land unserer Väter zurückgeführt werden mögen. Wir werden Ihnen sehr dankbar seiu. wenn Sie unfern westlichen Brüdern mit unserer Lage bekannt machen wollen; e» ist vielleicht möglich, daß wir mit deren Hülfe von unserem schwer« Joche befreit werden können. Wir woll« noch hinzufügm, daß unser Minhag der der Sephardim, wie bli dm Juden in Bokhara, ist. Unsere Fraum kleiden sich ebenso wie wir nach muhammedanischer Mode." — Die» warm die Einzelheit«, welche mir die Reismdm von Mesched e'zählten. Wir unterhielten un» in persischer Sprache, welche ihnen sehr geläufig ist. Sie ivaren hocherfreut, einem occidmtalifchea Juden zu begegnm, der sich in ihrer Landessprache mit chnm unterhalten konnte. Auch übernachten sie dem Oberrabdinrr in Jerusalem einen Brief ihre» Chacbam, in welchem dieser ein nicht unbedeutmdes r-ligiöse» Wiffen bekundete. Die 4 Reisenden gebrauchten bei unserer Unterhaltung viele hebräische Wörter; aber ihr« Lindem, so rrzähltm sic mir. ist die heilige Sprache völlig unbekannt. Es ist zu bedauern, daß so brave und religiöse Männer, wie meine Besucher waren, einem so schweren Drucke unterworfen sind und wolle» wir deshalb hoffen, daß beffere Zeiten auch für sie bald die Stunde der Erlösung herbeiführrn werden. (Nach de« Erwisch Chrouirle" von L. Lohen.) Mo«atsplanderei. B,n M. 8. zu weis«, wie wird sie sich erst recht die Berührung mit Blut verbietea; wmn fie auch die .strenge" Begleitung de» Moraur Israel zu lieb nur nebm fich duldet, so wird fi« doch mit Entrüstung jede Mischung mit jmem rothflüsfigm Klemmte von fich weis«, dessen Genuß dm Juden so strmg verbot« ist. Berlaffm wir indeß diese trübe Erinnmrng menschlicher Verirrung, die ihre Schatte« bi« in unser erlmchtete« Zeitalter hinein wirft. Wir werdm von ihr hiuweggelockt vou dem trefflichen Leitartikel, d« un« die .Wochenschrift" zum Peffachfefte gebracht und deff« Grundgedanke der war: Daß Alle» da» wa» Haß, Anfeindung uud Verlästerung erfährt, noch Leb« und Bedeutung in fich trägt; im onbern Falle würde r« al» tobt uud werthlo« betrachtet, bei Seite geschoben werden. Die Lästerzungen haben vou jeher mit besonderer Vorliebe an dem jüdisch« Volke ihr« Be«f zur Ausübung gebracht. Die Feindschaft, die dasselbe traf, ist sogar eine iutemationale geworden, wodurch man uuwillkürlich zu der Annahme gedrängt wird, daß d« sonst so geschmäht« Bekeunern de» Judeothum» eine besondere Bedmtuug innewohnen muß. (Schluß folgt.) Aus dem Spruchschatz des Talmud. Poetisch übertraa-n von Max Weinberg. (Nachdruck ohne »nikhmtgun, dr» Verteiler» verböte».) Wie elend ist der Atme dock! Muh nicht nur seiu Elend trogen, Er «uh «0 auch selbst noch vagen. Weil Reich« so selten verstehe». Den Armen ins Hrrze zu sehen. So drückend ist der Armuth Joch! » Die Lust, In der du dich* bewegst. In ttleider» du von dannen trügst: Warst du im Rosengarte», wirft du dü'tea, G naft du mit Gerbera nm, so muht du lüsten. * « Besuch der Freunde gleich' d«m Regen, Der, kommt »r selten, kommt gelegea, Doch weggewünstbt wird un» zur Pein, ' Stellt er zu «st sich bei dir «in. » E Wcr unjufriede» mäkelt an Allem in der Welt, Gab «eisten» wenig Aolah auch, daß er der Welt gefällt. RAH s-l-AnfgadenI^^Htzw' I. HKehrsprachiaes SttSeurättzset. Bon A K. in London. Mt dem ersten Monat unserer jüdischen Zeitrechnung legirumd, glaub« wir keinen brffem Anknüpfungspunkt finde« zu köunm, al» die Bolttgeburt Israel», die sich im Monat Niflau vor ungefähr 4000 Jahr« im Lande der Pharaonen vollzog« hat. Geboren zu seiu ist ein Glück, denn wozu würde man sonst überhaupt GeburtStagSfeste feiern und Geburtstagsgeschenke entgegen nehmen? Uud so war e» auch ein Glück, daß Israel einst in« Daseiu getreten ist. Freilich, die Geschenke. die e» im Laufe der Zeiten zu seinem Namenstage empfingen hat, waren keine erfreulich«. Ein großer Theil der Verfolgung«, denen das jüdische Volk auSgesetzt gewes«, hat im Peffachfefte sein« Vorwand gesund«. Da» Märchen von dem Blutgebrauch der Juden ging hervor auS dem ebm fo boshaft«, wie gefährlichen Wahne, daß die Jod« zur Bereitung ihrer Mazzah Blut oöthig hätten, das fie sich unter all« Umständ« nud am liebst« vom M«fchm verschaff« müßt«. — Die Mazzah uud — Blutl Wer hat wohl schon etwas Ungereimteres gehört? Wenn unsere Mazzah schon .spröde" g«ug ist, jede Liebkosung vou fich Die erste siehst hebrüisch du al» Zeichen: Di« zweite «Igt aus griechisch dir desgleichen; Die dritte Silbe einen Fall dir nennt, De» jeder Deutsche und Franzose kennt. Im Ganzen wird dir eil Tyrann «rsch-inen, Lerhaht bei« Bolk, gesürchtet »on den Seinen; Doch hat al» völlig er eia Werk vollbracht. Da» später ihn sozar beliebt gemacht. II. Keöräifches Worträlysel. »ca A. K. in Lottdou. Die Prophetin sed'a wir weilt» Unter ihrer 12 3; D n Piopheten aber eistn, Stuhr» unter 3 12. AufiSsmrg der KSthjrl in vor. ft*. L «chletdeu» Leid«» Ei». II. «ubetar, Fürdeter, NachSeter» Borbeter. m. «"TU tSeuer). änU (surchtdar.) Verantwortlicher Redaeteur vr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Bertag von Stodert Fries», Leipzig.