Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 19 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M19. Jüdisch«, 188». titilir i'llf// H«rau»ge,eb«n von Dr. M. «atzmer in Magdeburg. Zrr AuttthMmg«. -eiehnmg fir die israelitische Famlie. Inhalt Dret; Frei lag.« bend«. «ine Erinnernng von E Benedikt. — Herzeniiadel. «ine kniawisch« ««Shluna »»« dem Anfang« .unsere« Jahrhundert», von Johanna. — Orientalische Marranen. Von Dr. I. Gregor, d'Lrbella in Jerusa^m.— » Monat »Plauderei, «on dl. 8. — Au» dem Spruchschatz de« Talmud. Poetisch übertragen von Matz Weinberg. — RLchsel. anfgaben «ad «üthsellüsungen. (Ünbefngter Nachdruck au« diesem Blatte untersagt. Drei Freitag-Abende. «ine Erinnerung vo, «. Benedikt. Der erste. «U» noch (in «Int ich »,r. da freut' ich mich «tet» auf den Areiieg-Aden» inniglich. Da lief ich ,u« teuern Vater geschwind: .0. Vater, a, kam», und segne Dein Kindl" Und legt er daun segnend aus'« Haupt dir Hand, Di« Seel« dir höchste Saune empfand. Dach ilnst bei de« fröhlichen Kinderspiel vergas, ich dal heilige Saddattz-Zirl — vom Tempel war längst »er Vater zurück, «lS Heimwirt« ich kehrt' mit gesenktem Blick. Und erzürnt er weigert' den Segen mir — Heist tuall an« de« «ug' da die Lhrine herfür. Lach al« der Aütige diese erschaut, Schnell segnet sein «ind er. s, mild uud traut; Und Freude kehrt wieder in'« kindliche Herz, verwind«!l »te Ihrin' in Frohsinn und Scherz. — vielleicht hat da« «ind schon damal« geahnt, Dast Gitern^egru die Wege ihm bahnt. — C, herrlich« Sitte im Judrnthuml O, haltet ste heilig zu ewigem Ruhm! Der zweite. Ich witch« Hera», must,' hinan« in die «rlt. «ns fremde «eftaltru mein Blick setzt fällt. Und fremde Laute mir schallen au'« Ohr, Dir Sehusuchtäthriu' au« de« «ug' quillt hervor. - Und Freitag «bend ward'« wieder einmal, v. herrlicher «bend, mir setz« ach zur Qual! Nicht segnet mich fürder de« Vater« Mund, Doch denkt er de« fernen Kinde« zur Stund'. Uud tranrkg steht diese« de» heiligen Brauch In dem fremden Laude grüdrt auch. Doch hebt e« voll «nmmer zum Himmel den Blick, Sehnt glühend stch nach der Heimat zurück. Der dritte. v. «bend, da» Jammer uud Trauer »all, Ob wohl noch bei Dir ich verweilen sollt Auf dem Lager lag der geliebt« Srei«, Der schrecklichen Krankheit gieriger Prri«. — O, löschet dir Sabbathlichter doch au«. Hier herrschet nicht Freud', der Tod ist im Hau«; »r holt stch sein Opfer so hoch und hehr. Der edelste «rusch — er athmet nicht mehr; Nicht leg» er segnend die Hand mehr aus'« Haupt Der »itterr Tod hat ihn nu« geraubt. — Dach still« mein Herz der Schrei Dir nicht frommt, Denn Lei»' wir Freude »««Himmel kommt! Dir Prüf»ng«stnndr bleibt keinem fern, — Drum preis' auch jetzt noch »m Knick de« Herrn Gin Freitag«»«»» einst »iukt auch Dir ,n. Gr »riagt den Frieden Dir. »riugrt Dir «nh'I Herze»-adel. Sine kujawisch« Erzählung au» dem Anfang« unsere» Jahrhunden». Bon Johanna. 18s - rn.chdrua ««riagt.» Achte» Kapitel. .Tobend« Fluchen können nicht löschen die Liebt, uud Ström« sie nicht »eofluihen. Und gäbe drr Man» auch alle Schätze seine» Hause« um die Lieb«, vtrschwiihen würde man ihn!" (Hohe» Lied). Wochen waren seit jenem Tage »ergangen, wo in Esther da» sichere Bewußtsein ihrer Liebe zu Arthur ihr junge» Herz wie FrühlingSsonne beglückte; aber sie hatte nicht den Muth, sich zu fragen: „ob da», wa» sie in seinem Thun und Lassen so sehr beseligte, Gegenliebe sei?" Ihre Seele suchte den Einen, während sie wie ein Engel de» Frieden» im Hause waltete und die leuchtende Sonne ihre» Liebes» glücke« ihre Eltern beglückend anstrahlte und erfrischte. Ihre Freundinnen fanden sie zwar verändert, sie war ihnen nicht mehr die lachende, witzige Esther, aber sie hatte Macht über die Menschen ihre« Kreiser, sie hatte so viel zu geben und gab s'tzt nur Andere«, aber immer mit der ihr eigenen Güte und Anmuth, die sie wie früher al» den Mittelpunkt de» geselligen Kreise« erscheinen ließen. Jetzt erst verstand sie Arno'» beziehung-reichen Worte, seine vielsagenden Blicke, wie sein Schweigen. Und ihr war um seinetwillen so weh um'» Herz, und wa» ste ihm Liebe« zu erweisen vermochte, sie lhat e«, da sie ihm nicht lohnen konnte, wie seine stille, tiesoerschwicgene Liebe e« verdiente. Aber e» kam ein frostiger Nachtthau in ihr reine» Liebet leben. E ncs Morgen» «ach dem Gebete, wo Mutter und Tochter allein waren, setzte sich Sara neben sie und ihre Hand fassend, sagte sie mit dem tiefsten Ausdruck ihrer mütterlichen Liede: .Mein Kind, die Zeit ist da. wo wir Dich al» ein glückliche» Weib zu sehen wünschen. Rach Gotte» Wort ,,e» ist nicht gut, daß der Mensch allein sei", Mächten wir Dich gern versorgt sehen. Kein Mädchen kann allein in der Welt stehen, uud wenn w!r einst die Augen schließen" — sie steckte. Esther beschwor die Mutier, nicht von dieser Zeit zu sprechen, und sie zärtlich liebkosend, sagte sie: ,Mit Gotte« Hülfe ist die Zeit noch recht fern!" Aber mit fester Stimme sprach die fromme Mutter: »Ja, mein Herzleben, wir stehen Alle in Gölte» Hand, aber den Eltern wirb da» L.bcn und Sterben leichter, wenn sie ihr Kind versorgt w'ssen." Sara hatte mit gesenkten Augen gesprochen, al» sie den Ausdruck voa Schrecken in den Zügen ihrer Tochter de. merkte, der ihr nicht» Erfreuliche» verkündete. Sie schwieg; ebenso auch Esther, die keine« Gedanken«, keine» W«"te» mächtig war. Nach langer Pause sagte sie: »Estherle, mein Kind, warum bist Du so erschreckt f Du sollst keine« fremden Mann nehmen k Ihr seid Euch ja I